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Die Wahrheit · 1916-09-22 · Heft 25 (22.9.1916) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 25 (22.9.1916)
Date
1916-09-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 25. Aphorismen den Anstiftern des W e l t b r a n d eS gewidmet. I. Gewalttätigkeit und fleischlose Zeit. Gott sprach zn No ach: „Ich bin entschlossen allefleischliche Wesen zu vernichten, denn voll ist die Erde von Gewalttätigkeit durch sie, und so will ich sie mit der Erde verderben." (I. M., 6., 13.) H. Italienischer Treubruch und rumänischer Verrat. „Ein jeder hüte sich vor seinem Freunde und Verbündeten und schenke selbst seinem nächsten Anverwandten kein Vertrauen, denn ein Freund verrät den andern. Ein Frenud täuscht den andern und spricht kein wahres Wort, sein ganzes Denken, Sinnen, Forschen und Grübeln ist dahin gerichtet, seinen Verbündeten zn belügen und zn betrügen, ihn hinterrücks ins Unglück zu stürzen und vollständig zu vernichten rc. Ihre falschen Zungen sind tödliche Pfeile; mit süßen, freundlichen Worten und einem warmen Händedruck begegnen sie dem Freunde, im Herzelt aber lauern sie auf ihn, um ihn uiederstrecken, meitchlings überfallen zn können. Sollte ich nun solches nicht hart bestrafen, spricht der Ewige, sollte mein Geist sich nicht rächen an einem solchen Volke, wie dies ist?" (Zer. 9.) Wahrlich besser können die wortbrüchigen Italiener und verräterischen Rumänen nicht charakterisiert werden, als wenn wir die hier angeführten Worte des klagenden Profeten Jeremias auf sie auwenden." HI. Britische Bibelverehrung und Gotteslästerung. Bekanntlich wird in England, wie in keinem andern europäischen Staate, die Bibel sehr hochgehalten und verehrt, und dennoch waren es gerade die britischen Machthaber, deren ganzes Dichten und Trachten seit Jahren dahin gerichtet war, das groß gewordene Deutsche Reich und die altehrwürdige Monarchie ans Neid, Haß, Mißgunst und Herrschsucht zu zertrümmern und zn zerstückeln. Ja, britische Diplomaten waren es, die im Verein mit ihren russischen, französischen und italienischen Verbündeten den Weltkrieg heranfbeschworen und so viel Unglück über die Erde gebracht haben, was den Gesetzen Gottes und der Natur widerspricht. Ein Jesaias, den besonders die frommen und bibelfesten Engländer hochschätzen und verehren, würde ihnen mit vollem Rechte znrnfen dürfen: „Höret des Ewigen Rede, Herren von Sedom! vernehmet die Lehre unseres Gottes, Volk von Emora! Wozu euerer Opfer Menge? spricht der Ewige; ich bin satt der Braudopfer von Widdern, des feisten Viehes Unschlitt, satt der Stiere, Lämmer und Böcke — Blut mag ich nicht. Wozu kommet ihr, erscheinet vor meinem Antlitz? werfordert von euch, meine Vorhalle zu betreten? Bringet nicht mehr fruchtlose Opfer — ihr Duft ist mir ein Gräuel, Neumond, Ruhetag, festliche Verkündigungen, ich ertrage sie nicht, sündhaftes Leben und feierliche Versammlung! Ja, euere Neumonde uut) Feste, die Gottheit haßt sie, sind mir unerträglich. Strecker nur euere Hände empor — mein Blick wendet sich weg, häufet Gebet auf Gevei — ich höre es nicht, denn euere Hände triefen von Blut. — Waschet und reinigt euch, schaffet weg von meinen Augen die Frevel taten, laßt Bosheit fahren. lernet Gutes üben, erforscht oie Gesetze, beruhigt und besänftigt die Unterdrückten, schaffet den Waisen recht, nehmet der Witwen Klagen an." IV. Russischer Fanatismus und unbezähmbare Herrschsucht. Der gefährlichste Feind der Menschheit ist unstreitig der Fanatismus, der religiöse wie nationale. Der Fanatiker kennt kein Gefühl, ist unversöhnlich, rücksichtslos bis zur höchsten Potenz. Er haßt ingrimmig jeden Liberalen — wäre er auch sonst der edelste und beste Mensch — bewertet und achtet ihn weniger als das Tier, überläßt ihn seinem Schicksale, selbst wenn er die Macht und die Kraft besitzt, ihn ans seiner Notlage befreien zu können, während er sich von frömmlern, die sich ihm als Gesinnungsgenossen vorstellen, berücken und bestricken läßt und seinen' Einfluß zn ihren Gunsten geltend macht. Einen derartigen Fanatiker haben unsere Weisen einen „Chasid schote" genannt und ihn zu den Weltzerstörern, Weltverderbern, zn den „Mewale olam"

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