Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 24 (8.9.1916)
- Date
- 1916-09-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24. Die Wahrheit Seite 9. Der verstorbene Kollege Oberkantor L. Nosenzweig, Nagy-Abony, hat testamentarisch versagt, daß von seinem Synagogenwerke ,,S ch i r at - Iehuda" 50 Exemplare dem Oesterr.-nngar. Kauloreu-Vereine zur Berfügnng gestellt werden. Die Herren Kollegen werden sicherlich aus Pietät für den leider zn früh verstorbenen tüchtigem und würdigen Bernfsgenoffen sich beeilen, das Werk für 5 Kronen pro Exemplar anznschasfen, zumal der Erlös der Vereinskassa .znfließt. An dem Präsidenten der Knltnsgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern stnd anläßlich seines 85. Geburtstages, ebenso an Rektor Prof. Dr. Schwarz, anläßlich seines 70. Geburtstages Gratnlationsznschriften gerichtet worden und sind hierdurch der Vereinslettung Dankschreiben zugekommen. In Angelegenheit des als Geißel verschleppten Kollegen .'Oberkantor Schüchler-Czernowitz hat das Präsidium Schritte - wegen dessen Befreiung eingeleitel. Es wurden hieraus die zwei Jnvaliditätsfälle, u. zw. I. Schönfeld-Tab und S. Kohn-Horowitz. in Verhandlung gezogen und die Juvaliditätsbeträge bestimmt. Der Vorstand befaßte sich auch mit dem Entwurf eines /Gesetzes für den Ausbau der Regelung der äußeren Rechts-. Verhältnisse der israel. Kultus gemeinden. A u s w e i s der Eingänge: Ph. Bassel-Wien K 4, H. Goldeuberg-Marienbad K 4, ,H. Kvhn-Salzburg K 15, Kürschner-Wien K 6, I. Schöu- . feld-Tab K 4. Tempelverein, Wien-Pazmanitengasse, K 60, Friedmann-Berlin K 5, Ad. Lederer-Eger K 4, S. Jellinek- Ober-Hollabrnnu K 5, S. Handgrifs-Znaim K 2, M. Rosenfeld-Ragy-Ujvar K 6, Jg. Saller-Breitenbruun K 2, . B. Singer-Iungbnnzlau K 2, Leop. Blum-Schlan K 4, Löwy-Kohljanowitz K 4, Jos. Smotritzky-Wien K 22, Jnra- Baden K 6. Die Herren Vereinsmitglieder werden ersucht, die restlichen'Vereinsniib Pflichtbeiträge eiuzusenden. Zuschriften sind an den Präsidenten I. Bauer, Wien, EL, Novaragasse 27, zu richten. — Geldbeträge sind an den .Kassier Herrn Erster Kantor S. Jurberger, II., Tempelgasse 3, zu senden. Der Vorstand. FeniUeton. So ei« Pech! Einer Begebenheit aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts nacherzäblt von Si. Rosenthal, Basel. (Fortsetzung.) „Nun -rwas gibt's Neues?" begann Salli wieder. „Ich dachte, Du solltest uns was Neues erzählen", tgntwortete Riekchen, das „Du" besonders betonend. Das Weinen war ihr näher als das Lachen. Aber Sally tat nichts dergleichen, zeigte seine alltägliche Miene, ja wandte sich sogar halb ihrem Vater mit einer Frage nach dem letzten Pferdehandel zu. Das war zu viel für die gekränkte Schöne. „Sally — lieber Sally", rief sie, „verstellst Du Dich oder willst Du. mich „uzen"? Es tut mir leid, daß ich havon anfangen muß, aber hast Dn gestern Abend, als Du nach Hause kamst, nichts Außergewöhnliches in Deinem Zimmer bemerkt?" Jetzt war es vorbei mit der erheuchelten Gleichgültigkeit Sallys. Leichenblaß wurde er und etue böse Ahnung »dämmerte in ihm auf. „Ich hah^ doch geglaubt, Dir 'ne große Freude mit »dem Bild zu machen", schluchzte Riekchen, die ihre Tränen micht länger zurückhalten konnte. Ganz verdutzt schaute Sally drein. „Du alio hast das Bild gekauft", ries er, „ich war der Meinung Tannenbanm hätte —“ „Mitgevoren — ja — deshalb ist es auch so teuer gekommen. Onkel Simon war ganz wütend darüber, hat aber nicht nachgelassen. Nnu das soll weiter nichts machen, aber es scheint, daß Dir mein Geschenk keine besondere Freude macht." „Riekchen — mein liebes gutes Riekchen!" rief gerührt der junge Mann und schloß das aufgeregte Mädchen fest in seine Arme, „da haben wir etwas Schönes gemacht; — ich wollte D i r das Bild schenken und hatte Tannenbanm beauftragt das Bild zn kaufen." ,/Ne merkwürdige „Maße", ließ sich jetzt der alte Hamberg vernehmen, „da habt Ihr „Schetehun" (Narren) Euch gegenseitig den Preis in die Hölle getrieben. Die ganze Stadt wird über Euch lachen. Was hat denn das Ding gekostet? „500 Taler" würgte Sally hervor. „Bist Du meichngge?“ schrie der Alte voll Entsetzen „gib mer'n Stuhl. Frau, ich muß mer setzen, mich trefft t der Schlag! " . „Er wird Dich nix treffen, Schwiegervater. Ich Hab* das Bild schon ivieder für dengleichen Betrag verkauft. Onkel Simon kriegt hent noch feine ansgelegten 500 Taler zurück, — sie liegen schon in meinem Schreibtisch." „Ein Glück!" sagte tief ausatmend Hamberg, „daß Du das Bild wieder „porer" bist. Ohne Eure gegenseitige Hinaustreiberei hättet Jhrs „eficher" for 10 oder 15 Taler gekriegt. — Der Schreck is mer ordentlich in de Beine gegefohren." Damit ließ er sich mit einem Seufzer der Erleichterung in den großen gepolsterten „Sorgenstuhl" nieder, den ihm feine Frau herangeschoben hatte. „Sevt Kinder",'sagte diese, „das kommt davon, wenn man Heimlichkeiten vor einander hat. Nehmt Euch vor, niemals wieder so etwas zn tun. Immer offen und ehrlich. Seid froh, daß das „Schlamasel" (Unglück) diesmal noch so gut ansgegangen is.„ Nun sie waren wirklich alle froh, auch Oukel Simon, der für seine fünf schmierlgen Hnnderttalerscheine die neuen des Herrn von Sch .... erhielt und außerdem noch das Vergnügen genoß, den verhaßten Tannenbanm gründlich geärgert zn haben. Leer ging der übrigens auch mcht aus, dn ihm Sally seine Mühewaltung mit einem Louisdor belohnte. Aber auch ohne Schaden brauchte das Brautpaar für den Spott nrcht zn sorgen. Wochenlang noch lachten die Z . . . r über das schnurrige Stücklein' Damit könnten wir nun mit unserer Erzählung schließen, weitn sie nicht noch ein Nachspiel gehabt hätte, das wir als gewissenhafter Autor dem Leser nicht vorenthalteu dürfen. _ (Fortsetzung folgt.) KONKURS Für die hohen fvisrtagv suche einen KANTOR der mit guten Stimmitteln begabt und in der Lage ist, mit Chor und Orgel — nach Lewandowsky — den Vorbeterdienst zu versehen. Umgehende Meldungen sind zu richten an die Administration der israei. Kuitusgemeindo Nürnberg. Sämtliche Werke und Schriften von Ahron Marens s. A. Ferner: Reichhaltiges Lager in Judaica Hebraica. Verzeichnis kostenlos. terlagsWMlii 8. MM, Wüm 36. Tausche Duplikate gegen andere Werke. — Nicht aal Lage? befindliche Werke werden schnellstens beschafft.