Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 20 (14.7.1916)
- Date
- 1916-07-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20. Die Wadrhen Seite A. Nun. es war jedenfalls ein Prachtstück, und auch der prunkvoll, reich verzierte Goldrahmen imponierte Sally nicht wenig. Die Malerei schien ihm freilich schon etwas alt und mitgenommen zn sein, aber sie konnte sich doch noch sehen lassen; ans den uachgedunkelten Farben leuchtete es noch hie und da goldig von den Gewändern der edlen Herren und Frauen, blinkten Panzer und Schwertgriffe und ein Wachtfeuer seitwärts warf glühende Streiflichter über die verschiedenen Gruppen. „Wenn das in unserer guten Stube hängen würde", dachte sich heimlich Sally. „das war' eine Pracht. Wahrchnftig — ich möchte es kaufen nnd Riekchen schenken. Ist besser wie so'n Brillantringelchen, das leicht verloren gehen -kann und kostet vielleicht nicht halb so viel. Aber wer weiß, ob es ihr recht ist." Seine Zukünftige hatte ihn scharf von der Seite beobachtet. Sie sah, daß das Gemälde ihn höchlichst interessierte, wollte aber noch weitere Gewißheit darüber haben. „Wirklich ein schönes Bild", sagte sie, „gefällt es dir nicht auch?" „Gefallen?" antwortete er. „großartig ist es'; — ich meine, noch niemals so etwas Prächtiges gesehen zn haben. Das hat .Chain' — wirklich Chain!" „Wie freut es mich, daß unsere Empfindnngen immer übereinstimmen — auch ich finde das Brld entzückend." Sallys Blick hatte etwas Lauerndes, als er frug: „Ist das wirklich wahr. Riekchen?" „Wie du nur fragen kannst? Ich habe dir doch gerade gesagt, daß ich es einfach himmlisch finde." „Komm' weiter, Schatz", drängte Sally. „es ist noch io viel zu sehen." Er fürchtete, sich zu vei raten, denn sein 'Plan war gefaßt. Aber auch Riekchen wußte jetzt, was sie dem Geliebten ichenken konnte. Das Bild. Im Geiste malte sie sich es schon ans, welch ein Gesicht er machen würde, wenn man es ihm ins Haus trage. Das sollte eine Ueberraschnng werden. Am nächsten Morgen begab sich Sally in den Laden des Althändlers Tannenbaum, der gerade dabei war, eine wurmstichige Kommode mit einem selbsterfundenen Firnis etwas aufzufrischen. ^'Morgen Tannenbaum!" begrüßte er das kleine, alte aber noch sehr rührige Männchen. „Gott's Willkommen, Herr Stern!" erwiderte dieses itnd lüftete höflich das mit blinten Blumen gestickte Sammtmützchen. „Womit kann ich dienen?" „Ihr müßt mir 'u Gefallen tun, Tannenbaum. Ihr geht doch so wie so nächsten Mittwoch auf die Versteigerung der Sachen des alte» Sch . - . »nd da sollt ihr etwas für mich kaufen." „Machen »rer, Herr Stern — machen mer. Sagen Se nur, was es sein soll." „'Ein Bild ift's. Ich will's meiner Braut schenken und deshalb darf niemand davoll wissen. Nr. 16 steht auf dem Zettel, der daran hängt.! „Ich Hab' die Sachen schon angesehen un auch de Bilder. Js '» Kunstwerk Nr. 16. Niederländische Art. Kann ,jauker' (teuer) werden." (Fortsetzung folgt.) Arr unsere geehrten Leser! Mil Aückstcht auf die technische» Schwierigkeiten in unserer Druckerei, die infolge Kinkerusung des größten Heiles des Setzerpertonales entstanden find, find wir genötigt, während der Sommermonate unser Matt nur jeden zweiten IIreitag erscheinen zu lassen. Mir kitten unsere geschätzten Leser hievon Kenntnis zn nehmen und hoffen, bald wieder znm regelmäßigen, wöchentlichen Krscheinungstermin zurückkehren zu können Die Aedaktion. Kurort BADEN t-v bei Wien Hochgradig Radioaktive Schwefeltherme. Heilt Gicht, Rheumatismus, Hautkrankheiten, Exsudate usw. Frequenz: 32.000 Kurgäste. Saison ganzjährig. Städtisches Badehotel „Herzogshof“, Haus ersten Banges, sowie erstklassige Hotels und Pensionen. „Peregrinqueije“, Trinkkuren und Schwefeischiammpackungen. Südalpines Klima. Nadelwälder. Kurort Vöslau 5 Minuten von Wien, am Fuße des Harzberges, drei große Badeteiche, Sturz-, Wellen-, Doucheu. medikamentöse Bäder (Kiefernadel, Salzsoole, Moorsalz usw.) Ko Wiensäurebäder, Kaltwasser-, Milch-, Molken-, Massage-, Trauben- und Terrain-Kuren, Heilgymnastik. Akrotherme von 24° C. Saison -Mai-Oktober. Ausführliche Prospekte und Wohnungslisten durch die Kurkommission und die Badedirektion. KRIEGS¬ AUSSTELLUNG WIEN 1916. i m K. k. Prater—Kaisergarten Eintritt 60 Heller. Permanenzkarten zu 20 Kronen bei Kehlendorfer, Wien, I., Krugerstrasse 3 und in der Ausstellungskanzlei im Kaisergarten erhältlich. „Ab 10 Uhr vormittags geöffnet.“