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Die Wahrheit · 1916-07-14 · Heft 20 (14.7.1916) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 20 (14.7.1916)
Date
1916-07-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 20. Rektor Pros. Dr. A. Schwarz. (Z n §s eine m 70. Geburtstage, 1b. I n l i 1916.) Vor etwa fünfzig Jahren kam der Jüngling Adolf Schwarz, nach Absolvierung seiner Mittelschulstudien in Papa, nach Wien, um hier zu .„lernen", Zwei weltberühmte Männer entfalteten damals da eine segensreiche Tätigkeit und hielten ihre Vorträge im Beth-hamidrasch: A. Iellinek und H. Weiß. Allein das Haupt der „Breslauer Schule", Zacharias Frankel, der so eine gewaltige Anziehungskraft auf die lernbegierige Jugend seiner Zeit ansübte, zog auch bald Adolf Schwarz in. seinen Bann, und nach kurzem Aufenthalte in Wien begab sich dieser im Jahre 1867 nach Breslau, wo er sich als Student der Philosophie immatrikulieren ließ, gleichzeitig aber das dortige jüdisch-theologische Seminar besuchte, an dessen Spitze Frankel stand. Dieser Meister der jüdischen Theologie, der in seinen Werken „Dark* hamisehna“ und „Mebo hajrusckalmi“ den Grundstein zur talmndischen Wissenschaft legte, zog bald den wissensdurstigen Jünger an und übte auf seinen Werdegang mächtigen Einfluß. Trotz seiner Erfolge auf philosophischem Gebiete, trotzdem seine Arbeit im Jahre 1870 „Ueber Jakobis opposittionelle Stellung zu Kant, Fichte und Schelling" von der Breslauer Universität preisgekrönt wurde, widmete er sich vollständig der jüdischen Wissenschaft und warf sich mit jugendlichem Eifer ans die talmndischen Studien. Der Erfolg ließ auch nicht lange ans sich warten und fand bald Ausdruck in der Zuerkennung des ausgeschriebenen Preises seitens des jüdischtheologischen Seminars für seine Schrift: „Der jüdische Kalender. Historisch und astronomisch untersucht". Seitdem stellte er sein ganzes wissenschaftliches Denken in den Dienst des Talmuds und bald finden wir ihn in der Breslauer Monatsschrift, 1874—75, wo er seine Tosiftastndien veröffentlichte, in eine literarische Fehde sich verwickelt. Doch scheinen seine intensiven talmndischen Studien eine Unterbrechung erfahren zu haben durch seilte im Jahre 1875 erfolgte Berufung nach Karlsruhe als „Stadt- und Konferenzrabbiner", wo er sich, mit der Homiletik eifrig befaßte und die Agada zum Gegenstände seines Stndinms machte, dessen Niederschlag in der Aeberfiille seiner Predigten, die zum

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