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Die Wahrheit · 1916-04-21 · Heft 13 (21.4.1916) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 13 (21.4.1916)
Date
1916-04-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 13. Ei» jüdisches Bethaus zwischen dem Felsen des Karst, i ein jüdisches Bethaus in dem Ruhelager der Soldaten, ein jüdisches Brfhaus einige tausend Schritte hinter der Front. Es ist ein aus Brettern erbautes, einfaches, kahles Haus, darinnen Bänke aus Brettern, aus kaum gehobelten Brettern, darüber kreisen tagelang italienische Flieger, dahinter platzen Granaten, davor Schrapnells, in seiner Nähe spielt Militärmusi! und darinnen in großen, kahlen Stube brennen jeden Freitag-Abend Kerzen und jeden Sonnabend summt das andächtige Gebet von Soldaten, jüdischen Soldaten, in dem jüdischen Bethanse am Doberdo. Der. Rabbiner der nächsten Honveddivision hält jede Woche Gottesdienst und der-Tempel ist immer gefüllt. Die Seele des Soldaten neigt zur Andacht und die jüdischen Soldaten freuen sich des Tempels. Ich frug, wie das jüdische Bethaus am Doberdo erbaut wurde, wessen Einfall es zu danken ist, wessen Herzen es entsprang, daß es zustande kam. Die Geschichte ist eine ganz einfache. Die jüdischen Soldaten haben es errichtet, sie machten es selbst. Sie machten es während ihrer Ruhestunden, und nun, da sie auch einen Rabbiner haben, sind sie glückselig, daß sie in das Bethans gehen, daß sie beten können. Sie haben nun einen herrlichen Freitag-Abend, einen dem Gebete geweihten Sonnabend-Vormittag, wenigstens an jenen Tagen, da die Kämpfe ruhen.- Das ist die bisherige Geschichte des Jndenrempels am Doberdo, aber es darf nicht sein, daß es auch bloß bei dieser Geschichte bleibe. Es ist notwendig, daß nunmehr auch alles dahingesaudt werde, was für den Tempel notwendig ist, alles, was in den Tempel hineingehört, damit der betende Soldat sich in ihm heimisch fühle. Die kahlen Wände sollen geschmückt werden, damit die Liebe der Daheimgebliebeuen die Kämpfenden bestrahle, und wenn einmal alles zu Ende sein wird, so lassen wir als heilige Reliquie heimbringen das jüdische Bethans, welches während des Weltkrieges auf dem Karst erstandeit ist. KilssaLtiou des L. u. L Ministeriums des Aeußern für Mkästina. Außer den bis zum 19. Februar 1916 eiugelaufenen Spenden im Gesamtbeträge von K 68.000 sind bisher eiugegangen: L 7000 Prager Lokalkomitee für Palästinahilfe; 2000 Ungenannt (G. W.); je 1000 Theodor und Stefan von Auspitz, Ungenannt (K. Sp.), Emanuel Ritter von Grab, Alexander Freiherr von Popper; je 500: Charlotte Freiin von Königswarter, Gebrüder May, Israel. Kultusgemeinde Teschen; 300 Eduard Ritter von Doktor; je 200: kais. Rat Wilhelm Auninger, Rudolf Ritter von Kahler, kais. Rat Salamon Pollak (ueueriiche Spende); je 50 Böhm. Kamnitzer Papierfabriken, Robert Fuchs, G. Marburg u. Söhne, Israel. Kultusgemeinde Graz, Israel. Knltusgemeinde Neutitscheiu; 150 Israel. Kultusgemeinde Holleschau; je 10 Israel. Kultusgemeinde Oberhollabrunn, A. Goldberger de Buda. Abschrift des Dankschreibens der Allgemeinen österr.-ungar. israel. Gemeinde in Jerusalem, Saffed, Liberias und Hebron (Palästina) vom 27. Immer 1916 an das k. u. k. Ministerium des kaiserl. und königlichen Hauses und des Aeußern in Wien. „Die Unterfertigten beehren sich einem k. n. k. Ministerium des Aeußern den Ausdruckihres tiefgefühlten Dankes zu unterbreiten. Uusere Notlage war auf das Aeußerste gestiegen, wir drohten buchstäblich zu verhungern. Da wandten wir uns hilfeflehend au unser Vaterland und dank dem hochherzigen Vorgänge eines hohen Ministeriums ist uns die erbetene Unterstützung zuteil geworden, der verbrecherischen Brotpreistreiberei wurde in den Arm gefallen und unsere vaterländischen Kolonien sind von dem Untergange bewahrt. Wir bitten ein hohes Ministerium, die Versicherung unserer tiefsten Ergebenheit und treuer patriotischer Gesinnung eutgegennehmeu zu wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung H. Brecher. C. S. Klinger." Verschiedene Nachrichten. Wien. Herrn Dr. Marcel D. H a l f o », Sekretär der türkisch-» sephardischen Gemeinde in Wien wurde vom König der Bulgaren das Offizierskreuz des nationalen bulgarischen Ordens für zivile Dienste verliehen. Wien. (Todesfall). Mittwoch. den 12. d. M. fand am Zentralfriedhofe das Leichenbegänguiß der Frau Julie Zweig statt, welche im 75. Lebensjahre verstorben ist. Die Verblichene war eine Frau von vortrefflichen Eigenschaften und tiefer Frömmigkeit. Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d würdigte die Verstorbene in warmen, herzlichen Worten, die auf die Hinterbliebenen tiefen Eindruck machten. Oberkantor Kaufmann trug die Totengebete ergreifend vor. Wien. Montag, den 24. April, um 9 Uhr vormittags findet im Tempel II., Dempelgasie die Barmizwa des Konfirmanden Gustav P e t e r s e l k a, Sohn des Kassiers der Wiener Kultusgemeinde, Herrn Josef Peterselka statt. Wien. Chefarzt Dr. Wilhelm Neutra hat nach elfjähriger Tätigkeit als Assistent und zuletzt als Chefarzt im Sanatorium Vöslau- Gainfarn diese Stellung aufgegeben und die chefärztliche Leitung des Sanatorium „S t ä d t i s ch e K u r a n st a l t in Baden bei Wien" (Kurpark) übernommen. Wien. (Zentralstelle für das jüdische Armenwesen.) Donnerstag, den 27. April 1916, präzise 6 Uhr abends findet im Sitzunzssaale der israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock die siebente ordentliche Delegierte n -Be rsammlirng statt. Tagesordnung: 1. Tätigkeit-- und finanzieller Bericht. 2. Organisation-Referat. 3. Aenderung des Regulativs. 4. Wahlen in das Kuratorium. 5. Anträge. 6. Eventualia. Wien, im April 1916. Gran. Sonntag, den 23. d. M. vormittags 11 Uhr findet im Gemeinde-Sitzungssaale eine Festsitzung anläßlich des 25jährigen Dienstjubilänms des Herrn Pantor Adolf G r ü n h u t statt. Montag, am 24. während des Mnßaf-Gebetes wird der Jubilar vom Oberrabbiner mit einer Festrede begrüßt werden. Ung.-Ostra. Für die hiesige Kultusgemeinde wurde Herr G. Munk aus Wien einstimmig zum Kantor und Religionslehrer' gewählt und hat derselbe bereits sein Amt angetreten. Oesterr.-Ungar Kantoren-Perein. Die geehrten Vereinsmitglieder lverden ersucht, den Pflichtbeitrag für dieinvalid gewordenen alten Mitglieder, die Herren Schönfeld, Tab und Kohn, Horowitz, umgehend an den Vereinskassier, Herrn Erster Kantor, S. Jurberger, 3X, Tempelgasse 3, senden zu wollen. Die Herren Kollegen, welche Ni ch tMitglieder sind, werden ebenfalls ersucht, sich mit einem Beitrage zu beteiligen, damit es dem Vorstände .ermöglicht wird, einen größeren Jnvaliditätsbetrag bewilligen zu können. Zuschriften sinh an den Präsidenten Oberkantor I. Bauer, II-, Novaragasse 27, zu richten. Der Vorstand des Oesterr.-nngar. Kantoren-Vereines. Der Feiertage halber erscheint diesttächfte Nummer Freitag, den 5. Mai. VIERTE 0ESTEBBE1CHISCHE KRIEGSANLEIHE. Auf Grund der kaiserlichen Verordnung vom 4. August ' 1914, Il.-G.-Bl. Nr. 202, betreffend die Vornahme von Kreditoperationen zur Bestreitung der Auslagen für außerordentliche militärische Vorkehrungen aus Anlaß der kriegerischen Verwicklungen werden als vierte österreichische Kriegsanleihe I. eine vierzigjährige steuerfreie 5J/20/o. amortisable Staatsanleihe und II. steuerfreie 5'/2°/tz, am 1. Juni 1923 zurückzahlbare Staatsschatzscheine ausgegeben. Oer Gesamtbetrag der Kriegsanleihe wird auf Grund der Ergebnisse der öffentlichen Subskription festgestellt werden. I Die steuerfreie 51/a% amortisable Staatsanleihe ist in Serien zu 5,000.000 Kronen eingeteilt und wird in Abschnitten zu 100, 200, 1000, 2000, 10.000 und 20.000 Kronen ausgefertigt. -'

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