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Die Wahrheit · 1916-04-14 · Heft 12 (14.4.1916) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 12 (14.4.1916)
Date
1916-04-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 12. Vieu. Die Bar-Mizwah-Feier des "Knaben Heinrich Grob gestaltete sich für dessen Vater, de» .beliebten und allseits geschätzten Jösefstödter Kantor, Herrn Joses Grob, zu einem Ehrenfeste im'vollsten Sinne des Wortes. Der Tempel in der Josefstadt bot am Samstag den 1. April ein besonders feierliches Bild ans. Nebst dem Gesamt- Borstand und vielen Tempelmitgliedern fand sich anch eure ungemein graste Anzahl von Gästen ans sämtlichen. Bezirken Wiens ein, um durch persönliches Erscheinen ibre Wertschätzung für den Vater des Konfirmanden zu bekunden. Der Konfirmand wurde feierlich zu Maftir anfgerufen und vom Chor mit dem Lobgesange Halelujoh begrüßt. Nachdem Kantor Grob, der au diesem Samstag den Gottesdienst in besonders würdiger Weise versah, den Segensivruch über seinen einzigen Sohn gesprochen hatte, hielt Hei? Rabbiner Dr. Bauer an den Konfirmanden eine feierliche Ansprache, in welcher er diesen anfforderte, *e,nem Vater nochzustreben, der sich als Sctmliach-Zibur nicht nur in der Josefstädter Gemeinde, sondern beim ganzen Wiener Judentum allgemeiner Achtung und Wertschätzung erfreut, besonders^hervorgehoben wurde. Der Konfirmand rezitierte nachher diezHaftora mit seltener Präzision und vielem Verständnis. Nach dem Gottesdienste begab sich das Präsidium, bestehend aus den Herren kaiserl.^Rat Alb. Fr an kl und Rudolf Beck, die Vorsteher Herren Lazaro B > r o l >, Salamon Bauer, Hermann Pollak Ad. Getreuer, Philipp Weiß, Herman S l e r n, Leopold R o b i t s ch e k, Gabor R o s e u f e l d, Jg. B ä r a u y, der Rabbiner Dr. Baue r. Sekretär R o s e n f e l d, der Bibelschullerler Herr SPrinz e! es und einer großen Anzahl von Festgästen m die Wohnung des Festgebers, um persönlich auch der Mutter des Kl-nsiniiaiiden, Frau Regine Grob, ihre Glückwünsche zu übermitteln, bei welcher Gelegeuheil der Konfirmalld nach dem Kiduich eine geistreiche Drösche hielt, die von sämtlichen Zuhörern inil stürmischem Beifall ausgenommen wurde. Am Sonntag nachmittag erschienen fast sämtliche m Wien anwesenden Mitglieder des Oesterr.- nugar. Kantorenveremes Mil dem Präsidium, bestehend aus den Herren Oberkautoi Jakob Bauer, Oberkantor Morgenstern und Oberkantor S. D ü n m a n n, die Vorstandsmitglieder Serebreuik. M a y e r o w irsch, erster Karnor B. S ch i l l e r und niehrere andere Kollegen, wobei der Präsident des Berein-s Oberkautor B a n e r in einer Ansprache den Glückwünschen der Kollegenschasl Ausdruck lieh und gleichzeitig die Verdienste des Festgebers >m Interesse des Kantorenstandes, sowie seine anerkannte schriftstellerische Tätigkeit würdigte. Nach einer weiteren Ansprache des Herrn Oberkantors Morgenstern daükle der Festgeber tiegerührt für die ihn hochehrenden Sympathiekuildgedungen anläßlich der Bar-Mizwah seines Sohnes. Wien. (B a r - M i z w a h.) Montag, den 24. April (7. Tag Bestach) 9 Uhr vormittags, findet im Tempel, H Tempelgäste, die Bar-Mizwahseler des Gustav Peterselka, Sohn des Herrn Josef Pererielka. Hauptkastier der Israel. Knltusgemeii'de. statt. Wie«. <S y tt a g o g e« verein „B etb I sr a e 1".) Sonntag den 26. März 1916, 3 Uhr nachmittags, fand die heurige Geueralveriammlung des Synagogenvereiues „Beth Israel". Wien, H. Leopoldsgaste 29, statt. Der Vorsitzende, Obmann Herr Alexander Landau, konstatierte die Beschlußfähigkeit und eröffuete die Generalversammlung, mdem er die zahlreich erschienenen Mitglieder begrüßte, ihnen ' den Delegierten der Kultusgemelilde Herrn Kultnsvorsteyer S. Bro d vorstellte und an ihn freundliche Worte der Begrüßung richtete. Der Vorsitzende gedachte auch unserer heldenhaft kämpfenden Armee, der er Heil und Sieg wünschte, worin die ganze Bersammlung lebhaft eillstlmmre. Zur Tagesordnung übergehend, verlas der Schriftführer Herr Emil Po ui me ranz den Jahresbericht, worauf der Delegierte der Kultusgemeinde. Herr S. Brod. das Wort nahm, um in erster Linie seinen Dank für die so warme Begrüßung seitens des Herrn Vorsitzenden aüszudrücken und hob weiters hervor, daß es ihn nngemein freue, so herrliche Resultate der Vereiusleitung in den zwei Kriegsjahren konstatieren zu können. Es wird ihm sehr angenehm sein, der Mnttecgememde hierüber Bericht und die Grüße des Vereines zu übermitteln. ' ' Nach Erstattung des Berichtes der Herren Rechnungsrevisoreil I. H. W a l t u ch und H. H i r s ch f e 1 d wurde über deren Antrag dem Vorstände das Absolntormm erteilt und für dessen Mühewaltung Dank und Anerkenuung seitens der Generalversammlung ausgedrückt. Bei den hierauf folgenden Wahlen wurden die Herren L. M. Schmidt, Mark. Schneid und Bernhard ©tu rz in den Vereinsvorstand neu- und die gewesenen Berhansvorsteher Herren Israel Grube r und H. Ka rv mit je dreijähriger Fnnktionsdaner wieder gewählt. Unter Vorsitz des Obmaunstellverlreters Herrn Dr. Leo Landau ernauttle nun die Generalversammlung ui Würdigung ihrer Verdienste um den Verein die Herren Alexander Landau und Emil P o mmeran.z zu Ehrenmitgliedern des Vereines. Bei der am 30. März 1916 stattgefundenen Konstituierung des Vorstandes wurde Herr Alexander Landau zum Odmann, Herr Tr. Leo Landau zum Obmanustellverireler, Herr Emil P o mm e r a n z zuui Schriftführer, Herr Ferdinand Sperber zum Schrlsrführersiellvertrerer und Herr Jakob W e i ch s e l b a n m znm Kaffier geivählt. Wie«. (Cbewra Kad'ischa, 4Äie»> In der Sitzung des Vorstandes der Chewra-Kadischa vom 9. April 1916 wurde einhellig der Beschluß gefaßt, das Vorstandsmitglied Herr» Salomo», S l m o tt, welcher seit mehreren Jahren auch die Agende eines Kaffasührers versieht, in Würdigung seiner hervorragenden Tätigkeit und seiner unermüdlichen Hingäbe au die wohltätigen und. pietätsvollen Aufgaben der. Chewra-Kadischa znm E h r e n m l l g liebe zu ernennen. Eine Deputation des Vorstandes unter Führung des Präsidenten der Chewra Kadischa, Herrn Salo C o h u, fand sich zur Bekanntgabe dieses Beschlusses noch am selben Tage in der Wohnung des Herrn Simon ein, woselbst der Präsident in überaus warmer Weise der hohen Verdienste gedachte, die sich Herr Simon in feiner vieljährigeu Tätigkeit erworben hatte; - im gleichen Sinne sprach der Vizepräsident der Chewra Kadischa, Herr Landesschulrat Dr. Markus Spitzer. Herr Simou dankte iii bewegten Worten für die ihm zuteilgewordene Ehrung. Wien- Die von einem Damenkomitee,- bestehend ans den Damen: Frau Hermine Al das, Frau Bertha Bunzel, Frau Therese Eck st e i n, Frau Ländesgerichtsrat Auguste Fleischer und Frau Dr. Jenny Weiß veranstalteten Kriegs-Seder für 200 verwundete und rekonvaleszente Soldaten werden in den Lokalitäten des Hotel Gut h, ll. Stefaniestraße, statlfinden. Die Liturgie wird von Herrn Oberkantor Mayerowitsch vom IX. Bez. abgehalten werden. Wien. -(P es's ach im Vereine „Einheit".) Wie alljährlich trifft Verein „Einheit" Vorbereitungen ' für das Pessachfest. Diese Vorbereitungen sind heuer umso größer, als -der Verein seitens des Militärkommandos es übernommen har. sämtliche jüdische Soldaten der Wiener Garnison während der Pessachseierryge zu verköstigen. Die Soldatenausspeisung wird stattfindeil: Für die Soldaten des II. und XX. Bezirkes: II. Bez Kleine Pfarrgasse 8, für die übrigen Soldaten: VI., Mariahilferstraße 87. Vien. Samstag. Schabbos hagodaul, nachmittags 4 Uhr, hält Herr .Rabbiner Dr. Salomon F u n k >m Kaiser Franz Josef I. Huldlgnugsteiilpel, II. Pazmaniteilgaffe 6. einen halachischen Vortrag über den Ursprung und die Quellen der bei d^r Ausübung religionsgesetzlicher Borschrlsren gebräuchlichen Segenssprüche (habaudsk zorucb schworech, Pesachim, 1. Perek, Seite 7 a). Wien. Samstag, den 15. d. M. 8oliabbo8 hagodaul, um halb 4 Uhr nachmittags, hält Herr Rabbiner M. M ä y e r s v h n in der Synagoge des Vereines „Beth Israel", II. Leopoldsgasse 29, eine Drusche. Prag (Einbruch in d i e P i n k a s s y n a g o g e). In de^ Nacht zum 2. April brach ein bisher unbekannter Dieb in die Pinkas^ Synagoge ein. Der Einbrecher scheint ein ganz junger, unerfahrener Anfänger zu sein. Er kam zuerst aus die Franengallerie. ließ sich sodann an zusammengebundenen Draperien 'Hinab und entfernte aus einer Thora das Silber. Der Dieb nahm jedoch das Silberzeug und die Silbergeräte nicht mir, da ihm dies offenbar zu gefährlich schieil, sondern begnügte sich damit, die beiden Kassen, die sich an den beiden Tempeleingängeii befanden, mitzunehmeu. In den beiden Kaffen dürften, sich beiläufig -hundert Kronen befunden haben. Gerade in der vergangenen Nacht harte der Dieb Gelegenheit zu reicher Beute gehabt, da Amtliches Silber des Tempels offen lag. Vormittags erschien der Ches^ des Sicherheitsdepartements der Poiizeidirektio.n, Polizeirat Proliwenski im Tempel und ließ ihn photographieren. Der Einbrecher hat die Einrichtung der Synagoge in größte Unordnung gebracht, die Vorhänge zerschnitten und die Thorarollen beschädigt. Die Nachfon'chungen nach dem Einbrecher sind eingeleitet. — Die Pinkas- Synagoge wurde 1535 von Aron Meschulam Horwitz erbaut, doch nimmt man an, daß der ursprüngliche Bau noch beträchtlich älter ist: Die Synagoge verwahrt mehrere Kostbarkeiten, u. a. auch eine hellfarbene wollene Kutte, welche durch künstliche Stickereien, Posamenteriearbeit bekannt ist. ferner eine mit eingestickten Bibelversen bedeckte Fahne aus gelbem Seidenstoff.' Siteralur. Grammatik der Jiddischen Sprache. Wie wir erfahren, hat A. H a r t l e b e n s Verlag, Wien-Leipzig, für seine „Bibliothek der Sprachenkiinde" eine „Praktische Grammatik der Jiddischen Sprache" mit Lesestücken imd einem Wörterbuchs von «> a l a m o n Birnbaum ermorden. Die Grammatik ist bereits im Druck und erscheint demnächst. Kriegs-Hagadah. Zur Erinnerung anden Welt kr i e g. Jüdischer Bnch- und Kilnstverlag Max v r ck l,. Brünn. Preis broch. K 1.20, geb. X 2.—. Gibt's ein merkwürdigeres jüdisches Familieubnch als unsere alte Peßach-Hagadah? Reich und arm, hoch und niedrig nimmt an den zwei Sederabenden, die wir und unsere tapferen Helden daheim und im Felde besonders Frommen — zum zweiten Male in diesem großen Bötkersriege — begehen, zur Hand und.jeder beket und liest und singt und sagt aus der unvergleichlichen Hägada, die besonders aus das kindliche Gemüt io innig einwirkr. Und unsere „Kriegs-Hagadah"> geziert mir den Bildniffen der zwei Heldenkaiser. Franz Josef I. und Wilhelm II., mit einem geistvollen Geleitwort und Kriegsgebet unseres Wiener Rabbiners Dr. David F euch t w a n g, mit schönen Typen und Bildern, mit trefflicher Uebersetznng in Prosa und Poesie, soll in keinem jüdischen Hause und in keiner jüdischen Bibliothek fehlen. Sie wird noch in späteren Zeiten ein Eriunerung an dagewaltige Bölkerringen sein, das sosehr an die dem.Auszng aus Egypten vorangehende Zeit erinnert und wird zum bevorstehenden Peßachfeste in „Hütte und Palast", in denen noch jüdische Herzen warm schlagen, den Einzug halten.. M. A. *

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