Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 7 (3.3.1916)
- Date
- 1916-03-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7. Die Wahrheil Seite 9. Heft durck seinen reichlichen und bemerkenswerten Inhalt. Die Luten der Gefallenen und Ausgezeichneten sind wieder mir der gewohnten Usbersichrlichkeit bearbeitet und finden wieder in einige» Beispielen von Heldeutatgeschichten eine willkommene Ergänzung. Was diesmal von den russischen Krieg-greneltäten an den eigenen und an den Inden der Jnvasionsgebiete berichtet wird, bietet leider noch eine Steigerung dessen, was schon in früheren Heften erzähle war. Die reproduzierten Orlginalauinahmen zerstörter südlicher Städtchen in Rnssisch-Polen — znrückgekehrte Flüchtlinge vor dem kümmerlichen .Ruinen ihrer. Häuser — lassen uns das Elend ahnen, dos der Krieg über diese armen Meistberroffenen gebracht har. Als das wichtigste nnd cigenartigste Stück des Heftes stellt sich aber wohl die Beiöffetttlichung vor Origlnalberichten dar, die uns „die g a 1 i j i i cfa e h Jude» als B e f r e i e r ö st e r r e i cd i s ch - n n g a r i s ch e r und denrscher Soldaten a u s r u s s i i ch e r Gefangenschaft" zeigt. Was man da erfährt, gewinnt wohl durch die außerdentlichen Umstände, unter denen sich die erzählten antzerdeutlichen Haiidlnngen abspielten, einen starken Schimmer von Romantik. Umsomehr aber wirkt die Tatsächlichkeit des Geschilderten und, daß alle die große Treue, Opfer- Willigkeit und Waghalsigkeit nicht m vereinzelten, sondern m Massenekscheinnngen zu Tage rrateu. Zwei Beigaben — das nicht nur „wohlgemeinte". sondern echt volkstümlich empfundene Liedcheil eiues dankbaren reichsdentschen Kriegsgefangenen und die Reproduktion ,'ines Drohplakates des über die Gefangeuen-Nettung höchlichst angehaltenen russischen Borstehers des Brodyer Bezirkes Jewrenvw — verstärken den Eindruck. Eine besondere Erwähnung verdient noch der Bericht „F! ü ch t l i n g s w a i s e n", der sich mit dein sozialen Problem jener Kinder befaßt, deren Bäter, Mütter oder beide Eltern von den Russen erschlagen oder verschlepvt wurden oder weit von der Heimat elend zugrunde gegangen sind. Ein Artikel „Z n r Tragödie der russischen Inden in Frankreich" bietet einen wertvollen Beitrag znm Sündenregister Frankreichs. — Der informative Wert des Heftes ist, wie man sieht, kein geringer. Bon Dr. D. Leimdörfer in Hamburg liegen uns zwei Predigten ans jüngster Zeit vor: Ein Priesterpädagoge zur Gedächtnisfeier für Pastor Clemens Schultz und Der Kaiser — in Bibel zur Feier des Geburtstages Wilhelm II. Beide zeichnen sich durch edle Sprache und Gedankenreichtum aus, wie ja bei dem berühmten Kanzelredner nicht anders zu erwarten. Man liest sie mit Vergnügen und ihre Wirkung auf die Zuhörer muß außerordentlich gewesen sein. Und doch leidet die Kaiserrede an einem Kardinalfehler, der den Genuß bedentend beeinträchtigt, nämlich an der unerlaubten 'Verrenkung des biblischen Textes. Wenn schon Vieles darin geleistet wird, aber gerade das Gegenteil sagen von dem, was der Text bietet, ist denn doch nicht erlaubt l Nun gibt Leimdörfer die Worte Jes. 9, 5 „Joez el gibbor“ so wieder: D e r B e r a r e n e des Allmächtigen Gottes, um bieje Worte auf Kaiser Wilhelm auwenden zu können! Auf diese Weise ist der Kaiser in der Bibel nicht zu finden! Denn richtig übersetz!, müßte der blasphemische Ausdruck herauskommen: Kaiser Wilhelm ist der Berater des Allmächtigen Gottes! Der fromme Kaiser würde als erster dagegen protestieren! Prof. Dr. Kahan. Znaim. Zwei wichtige Publikationen, die einailder ergänzen, sind über die O st j u d e n erschienen: Die Süddeutschen Monatshefte haben das Februar-Heft ganz den O ft j n d e n gewidmet. Nicht weniger als 24 wissenschaftliche Abhandlungen namhafter Autoren belehren uns in populärer, angenehmer Weise über die verschiedensten Seiten im Leben der Ostjuden, zu denen auch die Inden in Amerika (M'elamed) zum größten Teil und die Jüdische K o l o n l s a r l o n Palästinas (R o h d e) zählen. In belletristischen Arbeiten machen uns 25 Autoren unter Anführung von Dr. Armr Landsberger mit der Seele und dem Leben des jüdischen Volkes näher bekannt. (Das Volk des Ghetto >m Verlag Georg M ü l l e r München). Letzteres Werk namentlich ui seiner vornehme» Ausstattung wird jeder Bibliothek zur Zierde gereichen. Aber beide Werke bieten soviel zur Belehrnng und Unterhaltung, daß sie nicht warm genug empfohlen werden köunen. Prof. Dr. Kahan, Znaim. Oesterr.-ungar Kantoren -Uerein. Die geehrten Vereinsmitglieder werden ersucht, im Sinne der Statuten, für zwei Juvaliditätsanmeldungen, und zwar die langjährigen Mitglieder Herr Jonas Schönfeld in Tab und Herr Solomon K o h n, Horowitz, Böhmen, unverzüglich die Pflichtbeiträge an den Vereinskassier, Erster Kantor S. Jurberger, II.. Tempelgasse 3, senden zu wollen. In Anbetracht, daß die beiden Kollegen in kleinen Stellungen amtiert haben, werden auch freiwillige Beiträge von Nichtmitgliedern erwünscht. Zuschriften und Mitgliedsaumeldungen sind an den Präsidenten Oberkantor I. Bauer zu richten. Der Vorstand. nOSES FICK Kürschnermeister Wien, II/o Stefaniestrasse 7. —— Empfiehlt sich zur Anfertigung aller Gattungen Ornat-Kappen für Rabbiner, Kantoren und Chorpersonale zu den billigsten Preisen. 3-so-r-$-:=i.cX3t 1331.. — KONDITOREI — Gegründet 1875. Telephon 5774/VI. Streng BERTHOLD STEIN Wien, il. 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