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Die Wahrheit · 1915-12-03 · Heft 37 (3.12.1915) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 37 (3.12.1915)
Date
1915-12-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 37. der seit einem Jahre fortgesetzt in den meisten Reserve- und Berwundeieuspitäleru kostenlose Konzerte gibt, die firib der größten Erfolge erfreuen, und es sei zur Ehre der mittvirkenden Artisten besonders hervorgehoben, daß gerade die Artistennummeru von den auallen Nationalitäten zusamengesetzten Patienten verständnisvoll und beifälligst ausgenommen werden. Das haben auch die Spitalskommaudanten in ihren schmeichelhaften Dankschreiben besonders hervorgehoben. Der Obmann wurde gelegentlich einer Berwundetenvorstellung im Spital des Palais des Erherzogs Leopold Salvator von Erzherzogin Blanko und ihren Töchter» in ein längeres Gespräch gezogen, wobei ihm die Anerkennnng für sein und der Arristen Wirken knildgegeben wurde. Die Leitung de- ReservespiralS Nr. 19 und andere SpitalSkommattden werden daher ersucht, sich an die Adreffe deS Obmannes des Artistenklubs, IL, Große Sradtgurgasie 7, wenden zu wollen, um ein erstklasiiges, humorvolles Programm kostenlos zu erhalten. Julius Kurz, Chefredakleur der „Artistischen Rundschau". Wie». Am 24. November fand unter großer Teilnahme das Leichenbegängnis der in allen Kreisen durch ihr wohltätiges, gottgefälliges Wirken bekannten Frau Annica Benvenistr, statt. Man bemerkte unter den Trauergästen den Gesamlvorstand der lürk.-sephard. Gemeinde, den Präsidenten der Chewra-Kadischa Herrn Salo Cohn, die Mitglieder des Kuratoriums des Taubstummen-Justitules und den Direkror des Institutes, Dr. S. Kren berge r, Vertreter verschiedener humanitärer Vereine. Die liturgische Funktion versah Oberkantor Bauer. Der Präsident deS Kuratoriums des Tailbstumiuenlnstitutes Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Arthur K u r a n d a hielt der edlen Verblichenen einen llefempfundenen Nackruf, in welchem er das Wirken und Schaffen dieser edlen und hochherzigen Frau schilderte. Wie». Montag, den 29. November fand daS Leichenbegängnis des Senior-Chefs des bekannten Grvßhandlungshanses Alfred und Moreuo H a i m, Herrn Alfred H a i m, statt. Fast sämtliche Mitglieder der rürk.-israel. Gemeinde mir den Vorständen halten sich eiugefnnden, um diesem hochachtbaren Verblichenen das letzte Geleite zu geben. Die kantorale Funktion versah Oberkautor Bauer unter Affistenz des Chores. Die Trauerrede hielt Rabbiner-Stellvertreter Niffim O w a d j a. Wie». DaS Leichenbegängnis der in so jungen Jahren verstorbenen Frau Hedwig K o h n fand am 24. November Uiiter großer Beteiligung vom Hause VIII., Wickenburggasse aus, statt. Am Döblinger Friedhofe, wo die Leiche beigesetzt wurde, hatten sich außer dem tiefgebeugten Gatten, Herrn Oberleutnant Felix K o h n, dem Schwiegervater Armenvorsteher Theodor K o h n, viele Trauergäste aus den vornehmsten Wiener jüdischen Kreisen eiugefnnden. In der Leichenhalle sang Herr Kantor Josef Grob vom Josesstädter Tempel stimmungsvoll das Hazur tomim, worauf Herr Rabbiner Doktor Bach eine tief ergreifende Trauerrede hielt. Wie«. Einen schweren Schicksalsschlag erlitt das Vorstandsmitglied des Josefstädter Teurpelvereines Herr Lazaro Bitali durch das plötzliche Ableben seiner zärtlichen und innigstgeliebten Gattin, der in allen Kreisen hochgeschätzten und verehrten Frau Elise Bitali. Unter imposanter Teilnahme von Tranergästen fand am 25. November vom Hause, Josefstädterstraße 30 aus, das Leichenbegängnis statt Es waren erschienen der gesamte Vorstand des Josesstädter Tempels mit Herrn kais. Rat Alberr Frankl an der Spitze, die Präsidentin der „Philantropia" Frau Amalia Beck mit den Borstandsdamen Frau Johanna Beck, Frau Josefine Adler, Frau Bertha Rosen bäum und eine ungemein große Anzahl von Tranergästen aus Familiennnd Bekanntenkreisen. In dem schwarzdrapierten Saale, wo die Leiche ausgebahrt wurde, intonierte der Josesstädter Kantor Herr Josef Grob in ergreifender Weise die Sterbegesänge unter Begleitung eines verstärkten Chores. Nachdem die Leichenfeier im Hanse beendet war, wurde die Leiche, begleitet von einem langen Zug von Trauergästen, aus deu Zentralsriedhos überführt, wo Rabbiner Dr. Bauer in der Zeremouienhalle nach dem von Kantor Grob rezitierten Hazur tomim, eine tiefempfundene Trauerrede hielt. Mit dem Absingen des Schiwisi wurde die imposante Leichenfeier beschloffen. Bade». Am Sabbat Wajeschew, 27. November, feierte unser ehrwürdiger Herr Oberrabbiner W. Reich uud mit ihm die israelitische Kllllusgememd? Baden ein selten vorkommendes Fest. Die beiden Söhne des Herrn Oberrabbiuers, das Zwillingspaar Ernst und Sigmund, feierten am bezeichnten Sabbat ihr Bar-Mizwa- Fest, m einer Weise, wie es in gegenwärtiger Zeit selten vorzukommen pflegt. Beide lasen mit großer Sicherheit und voller Akzeinuation ihren Sldraabschuitt aus der Thora — der jüngere war Maftir — worauf em jeder der beiden wohlgerateiien Knaben vor allen Tempelbesuchern eine deutsche Ansprache hielt. Der ehrwürdige Vater hielt dann an beide Söhne eine ergreifende zu Herzen gehende Rede, die in d-m Wunsche ansklang, daß die Kinder den Fußstapfen ihrer berühmten Ahnen folgen mögen, um einst eine Zierde und Leuchte Israels zu werden. Nachmittag fand im Hause des Herrn Oberrabbiuers em großes Bar-Mizwa-Fest statt, das vom Gesamtvorstande und von den in Badeil wohnhafreu Glaubensgenossen besucht wurde. Auch hiebei leisteten die beiden Koilfirmanden einen Charis ns-Bortrag, der großes Wohlgefallen auslöstc. Festgeschenke an die beiden tüchtigen Jungen flößen reichlich zu, worunter die des Kultusvorstandes und die der beiden Gevatter, des Herrn Beirates Anton Schneider und des Herrn Vizepräsidenten Sigmund R a n s n i tz, sehr bemerkbar waren. Mögen die herrlichen Knaben gedeihen und den von ihnen gezeigten ausgezeichneten Fähigkeiten entsprechend sich entwickeln. I. I. Erlau. Unter dem tiefen Eindrücke der heutigen blutigen Tage, da erscheinen vor uns die Kämpfe der Makkabäer vor tausenden und abertansenden Jahren. Worte können diese Gefühle nicht ansdrückeu, nur ans dem Innersten deS Herzens stammende Töne, die aus dem Herzen quillend, als „Hohelieder" hinauf zu Gottes Thron sich schwingen. Georg K w a r t i n, Oberkautor in Erlau griff in die harmonische» Seiten einer tiefempfindenden Seele ein und es ertönen aus seinen hebräischen Kompositionen die Leiden eines seit tausenden von Jahren unterdrückten Volkes uns entgegen. Bon feine» vielen Kompositionen greifen wir jetzt »nr das letzkomponierte, „Mögen owaus“ heraus, welches er am letzten Freitag Abend in dem Egerer mounmentalem neuen Tempel, vor einem gewähltem Publikum, welches alle Räume des Tempels füllte, vortrng. Mil andächtigem weihevollen Pianissimus beginnt der Chor. Wunderbar harmonisch greifen die Töne ineinander, bis endlich der Tenor die Führung übernimmt und eine Einlage, wunderbar schön für den Tenor-Solo geschrieben, vorträgt. Georg Kw artin hat hier sein Bestes geleistet. Auch wer den Text nicht kennt, Milß die Wirkung dieser, in Moll gehaltenen Herzensklänge, diese bittenden uach Gnade lechzenden Tönen empfinden. „O, Herr des Himmels, gib einen friedensreichen Sabbath deinem Volke, bist Du doch der Herr des Friedens"! Und wie vom Himmel ertönt jetzt die Bariton-Einlage, vom Komponisten selbst gesungen. Orgelgleich erfüllt diese sonore Stimme den umfangreichen Raum. ES fließen die zaubervollen in Moll gehaltenen Tone in ihrer vollen Wärme wie Perlen, bis sie gesteigert znm fortissimo, mit dem Chore in wunderbarer Harmonie, sich vereinigen und in einem melodiösen Akkord sich anflösen. In dieser Komposition hat Kwartiu, die hebräische Choralmusik einen reichen Zuwachs bekommen, und gratulieren wir ebenso dem Oberkantor K w a r r i n für seine neue Schöpfung wie auch für seine Interpretation. Sasvar. Am 16. d. Ai. wurde Herr David E h r e n r e i ch, Vater des hiesigen Gemeindeprches, im Alter von 78 Jahren unter allgemeiner Teilnahme zu Grabe getragen. Das imposante Leichenbegängnis legte Zeugnis ab von der Liebe und Hochschütznng, die sich der Verblichene allseits erworben hatte. Nicht nur die Bewohner des Ortes ohne Unterschied des Bekenntnisses, sondern auch von der ganzen Gegend, erwiesen die letzte Ehre und eilten herbei znm Leichenbegängnis. Herr Bezirksravbiner M a r m o r st e i n ans Scenicze, der gegenwärtig das Rabbinat verwaltet, hielt die Trauerrede und schilderte mit beredten Worten die Vorzüge und Tugenden des Verblichenen. Die kantorale Funktion versah Herr Kantor Fischer. Nagykanizsa. Der von Sr. Majestät vor kurzem mit dem Signum. laudis und dem Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Mllitärverdienstkreuzes ausgezeichnete Stabsarzt Doktor Sandor Kanizsai wurde beim letzten November-Avancement zum Oberstabsarzt befördert. Hamburg. Anläßlich des 40 jährigen Amtsjnbiläums, das unser allverebrter Rabbiner Dr. Leimdörfer anfangs November beging, wurden dem Jubilar, trotzdem er allen Ehren ans dem Wege ging, zahlreiche Ovationen und Aufmerksamkeiten bereitet. Es gratulierten außer dem Vorstande und den Gemeindeangehörigen der regierende Bürgermeister und Senatspräsident Dr. von Melle, der k. u. k. österr.-ungar. Generalkonsul und viele hervorragende Persönlichkeiten. Höchst bemerkenswert ist ein Schreiben, das der Pfarrer von St. Pauli, Pastor A. Drechsler, an den Jubilar richtete. Er schrieb: „Mitglieder der St. Panli-Gemeinde und des Gehilfenvereines kommen zu nur, ich müsse Ihnen notwendig gratulieren. Sie hätten gestern aus eine 40jährige, gesegnete Tätigkeit zurückblicken dürfen. Ihr Name ist hier in St. Pauli unvergeßlich, ivird oft in Verbindung mit meinem Amtsvorgänger P. Clemens Schultz genannt. So möchte ich Ihnen im Namen Ihrer vielen Freunde in St. Pauli schreiben und Ihnen weiterhin unseres gemeinsamen Gottes reichen Segen wünschen." Austritte uns dem Judentum. Kor lisch an Regina geb. Ofner, geb. 24. Jänner 1880 in Amerika. IX., Kolingaffe 6. Hanser Hans, Chanffeur,geb. 24. Mai 1892 in Wien. X., O>nellengasse130. B l ö d y Rosalia, geb. 8. Mai 1876 in Ungarn. X., Katharinengasse 18. Adler Jakob, Prokurist, geb. 24. August 1873 in Ungarn. XVH.. Kurlandgasse 4. Nürnberg Leo, k. k. Postoffizial, geb. 19. Juli 1879 in Urfahr-Linz. HL, 'Hetzgasse 8- Wertheimer Jenny, Privat, geb. 29. Juli 1888 in Wien. Starhemberggaffe 47. Ekler Artur, Geschäftsdiener, geb. 31. Oktober 1683 in Italien. XVIII., Panlinengasse 16. Schwarz Ludwig, Buchhalter, geb. 21. Februar 1877 in Wien. H., Praterstcaße 15. Die geehrten Herren Abonnenten werden ersucht, die restlichen Abonnementsbeträge einsenden zn ------------ wollen. '- -

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