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Die Wahrheit · 1915-11-05 · Heft 35 (5.11.1915) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 35 (5.11.1915)
Date
1915-11-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrheit Nr. 35. gliedern des Bethausvorstandes gehörte und daß er das heute immer seltener werdende Verständnis für die Bedürfnisse des Gottesdienstes besaß. Dem Leichenbegängnisse, das Sonurag, den 31. Oktober vom Trauerhause IL, Ferdinaudstraße 4 statrsand. wohnten der Präsident Dr. Alfred Stern mit den Mitgliedern des Vorstandes, der Biezepräsident des Bethausvorstandes Dr. Markus Spitzer mit den Mitgliedern, die Vorsteher der Chewra Kadischa, kais. Rat Sachs von Sachsenhall und Karl Lemberger, zahlreiche Rabbiner. Beamte und Funktionäre der Gemeinde, ferner Hofrat Dr. Schlag, Oberstaatsbahnrat Dr. Werner, Profesior Dr. H. Pollak, und andere bei. Nach denr Vortrag der rituellen Trauergesänge durch Oberkantor Morgenstern wurde die Leiche vor dem Leopoldstädter Tempel vorbei aus den Zenrralfriedhof geführt. Hier hielt Rabbiner Dr. Grnnwald die Trauerrede, worauf Vizepräsident Dr. Spitzer die Verdienste Wasiervogls als Mitglied des Belhausvorstaudes hervorhob. Wien. Der langjährige Steuerinkasiant der Kultnsgemeinde und frühere Quartettsänger im Seitenstettentempel, Herr Leopold L i e b e s n y, ist infolge eines Unfalles Dienstag, den 26. Oktober im 72. Lebensjahre plötzlich gestorben. Er gehörte zur alten Garde des Chores aus der Sulzer'scheu Glanzzeit. Der große Kanzelredner Dr. Adolf I e l l i n e k war einst bei emenl Laubhürteufest über Sulzer und seinen Chor so begeistert, daß er sagte, Sulzer ist der Lulaw, fern zweiter Kantor der Etrog, sein Solo-Bassist und Chorleiter, die Hadasfo und seine Chorsänger die Arowant, er hat sie alle fest in seiner Hand w’liojo agodo b’echod! einzig, unvergleichlich, eine Künstlergchaar! In diesem Ensemble sang Llebesny schon als Knabe den Solosoprau und später brillierte er im Männer-Qnartett durch seinen hohen lyrischen Tenor. Eine lange Zeit gehörte er auch dem Chore des Theaters au der Wien an und Kapelliiieister Franz von Suppe war ihm sehr zugetan! Als seine Stiiliiniltel abnahmen, wurde er zum Steuerinkasiailten ernaniit und auch in diesem Berufe war Liebesny eine Perle und bei den Steuerträgern das will viel sagen, beliebt. Als Garre und Barer war Liebesny aufopferungsfähig, für sich selbstlos und anspruchslos. Das Leichenbegängnis fand Sonntag, den 31. Oktober am Zentralsriedhofe unter starker Teilnahme statt. Die Trauergesänge exekutierte Oberkauror Morgenstern mir dem Chore, die dem Heimgegangenen mit tiefer Bewegung die letzten tönenden Grüße sandten, und namens des Vereines zur Bekleidung armer alter Männer, dem der Verblichene seil seiner Gründung angehörte, hielt Vizepräsident Dr. Elias Münz einen warmen Nachruf. E. F. Wien. Samsrag, den 30. Oktober ist hier Frau Amalie Engel nach langem Leiden gestorben. D>e Verblichene war ein Biederweib in des Wortes vollster Bedeutung, eine Frau von seltener Lebensklngheit, die frühzeitig den Gatten verlor und es verstand, ihre Kinder so zu erziehen, daß sie alle geachtete Lebensstellnngen errangen. Diese hingen aber auch an ihr mit inniger Liebe und Verehrung und boten alles auf, um der Mutter einen sorgensreien Lebensabend zn bereiten. Der älteste Sohn, Sekretär der Kultnsgemeinde Herr Emil Engel, der seit Kriegsbeginn als Oberleutnant im Felde steht, war auf die Nachricht von der schweren Erkrankung der geliebten Mutter zn kurzem Urlaub heimgekommen und mußte zwei Tage vor ihrem Ableben mit dem traurigen Bewußtsein, daß ihre Tage gezählt seien, wieder ins Feld zurückkehren. Der zweite Sohn ist der Oberoffizial der Kultusgemeinde Herr Heinrich Engel und eine Tochter ist an den Oberoffizial Herrn Remy Friedman» verheiratet. Das Leichenbegängnis fand Montag den 1. November unter überaus zahlreicher Teilnahme vom Trauerhause statt. Ein großes Trauergeleite mir dem Präsidenten der Kultnsgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern an der Spitze, folgte dem Sarge der wackeren Frau. Die Erde sei ihr leicht! Wien. Vom Vorstande des Synagogenvereines „Beth Israel"/ wurde der als Gast weilende Oberkantor ans Przemysl Herr M. Seifert eingeladen, am vergangenen Samstag einen Gastvortrag zu abiolvieren. Her Seifert, desien Name auch in Wien nicht unbekannt ist. verstand es in vorzüglichster Weise, sich dieser ehrenden Einladung ivürdig zu zeigen, indem er durch seinen meisterhaften chasonischen Bortrag das zahlreiche Publikum ganz begeisterte, wofür ihm nach dem Gottesdienste stürmische Ovationen bereiter wurden. Wie«. In der Borstandssitzuug des Jüdischen Vereines „Einheit", welche Sonntag, den 24. Oktober um 10 Uhr vormittags stattfand, hielt der Präsident, Herr Bernhard Hofbauer, vor Eingang in die Tagesordnung dem verblichenen Vizepräsidenten der Israelitischen Kulmsgemeinde, Herrn Landesschulrat Dr. Gustav Mohn s. A. einen warmen Nachruf und hob hervor, daß der Verewigte bei jeder Gelegenheit diese Institution bedacht uud immer bestrebt war, dem Vereine ausgiebige Hilfe zureil werden zn lasten. In den Vorstand wurde Herr Ludwig G u r l m a n n, I.. Morz.nplatz 6, der dem Vereine stets viel Jnleresie entgegengebrachr hat, durch Kooptierung gewählt. Lrems. Donnerstag, den 21. Oktober fand hier das Leichenbegängnis des Soldaten Mendel Schieber vom k. k. Jnf.-Reg. 86, gewesener Lehrer von Beruf, unter großer Beteiligung und militärischer Ehrenbezeugung statt. Der Kondukt bewegte sich vom hiesigen Truppenspual zum jüdischen Friedhof. Die kantorale Funktion versah Kantor Heinrich K a tz in sehr würdiger Weise. Rabbiner Dr. Mehrer und der hier weilende Feldrabbiner Dr. Deutsch hielten ergreifende Nachrufe. Zurtgdrnrzlau. Da jetzt infolge des Anschlusies Bulgariens au die verbündeten Zeutralmächre die illustre Persönlichkeit des Königs Ferdinand in die allernächste Nähe gerückt erscheint und seiner toleranten Art des Herrscherwesens uneingeschränktes Lob zuteil wird, dürfte es nicht unangebracht sein, seine Judenfreundlichkeit aus früherer Zeit in- Erinnerung zu bringen und jener Tage zu gedenken, da Dr. Moritz Grünwald s. Ä. (derselbe war ein eifriger Mitarbeiter unseres Blattes und veröffentlichte vor Jahren viele geistvolle Artikel, die linieren älteren Lesern noch in Erinnerung sein dürften. Die Red.) noch Rabbiner in Jnngbunzlau, von da aus feine Bernfnng als Großrabbiner nach Bulgarien erhielt und annahm. Er verdankte dieselbe hauptsächlich seiner großen Gelehrsamkeit, aber auch seinen seltenen Sprachenkerrntilisseil, die ihn in den Stand setzten, die in Bulgarien erforderlichen Kenntnisse des von den dortigen Israeliten gesprochenen Spaniolisch sich in Schrift und Vortrag zn eigen zu machen und vollkommen zu beherrschen. Ferdinand, damals noch Fürst dieses Landes^ bestieg gerade um diese Zeit den Thron des Battenbergers. Große Feierlichkeiten fanden in Sofia statt und auch große Empfänge, aber der nenernannte Landesfürst vergaß nicht des jüdisch-spaniolischen Würdenträgers, denn er selbst, ein Kenner fast aller europäischen Sprachen, enipfing Dr. Grünwald mit besonderer Freundlichkeit, ließ sich über alle Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde genauen Bericht erstatten, und sorgte dafür, daß Gleichberechtigung bei allen Religionen herrsche und daß dem Großrabbiner alle jene Ehren zuteil werden, wie dies der hohen Geistlichkeit der griechisch umerten Kirche gebührend eiugeräumt ist. B. S. Oesterr.-Ungar Kontoren-Uerein. Die geehrten Mitglieder werden ersucht, die restlichen Vereinsbeiträge an den Kassier Erster Kantor S. I n r b e r g e r, II., Tempelgasse 3 zu senden. Zuschriften sind an den Präsidenten Oberkanlor I. Bane r, II., Novaragasse 27 zu richten. Verzeichnis der in der Zeit vom 1. August bis 15. Oktober t. Z. auf dem Zentralfriedhofe (ifr. Ableitung) bestatteten Offiziere und Mannschaften. Beerdigt: 2./8. Eugen Weitzner, Inf. d. Jnf.-Reg. Nr. 32. 3./8. Alfred Kodier, Landsturmlnfailterist. 6./8. Zalmau Groß, Landstnrniiiifanlerist d. Jnf.-Reg. Nr. 80. 8./8. Dr. Ludwig Wilhelm Berger, k. u. k. Oberleutnant. 13 /8. Leve Spielmanu, Inf. d. Jnf.-Reg. Nr. 40. 15./8. Berthold Ordner, Inf. d. Jnf.-Reg. Nr. 4. 17. /8. Paul Müller, k. u. k. Leulnaut d. Feldj.-Baon Nr. 20. 18. /8. Leon Wemstock, Einj.-Freiw. d. Jnf.-Reg. Nr. 5s. 19. /S. Dr. Hans Katz. k. k. Oberarzt. 19. /8. Edmund Werner, Einj.-Freiw. Tit.-Zugsführer d. Jnf.-Reg. Nr. 4. 20. /8. Israel Jsak. Inf. d. Jnf.-Reg. Nr. 45. 25. /S. Nathan Beckmann, k. k. Korporal d. Landst.-Baon Nr. 8. 5./9. Nathan Kollmann, Infanterist d. Jnf-Reg. 90. 15./9. Josef Zmner, Landsturmgefreiter. 20 /9. Josef Löwy, Einj.-Freiw. Tit.-Korp. d. Jnf.-Reg. Nr. 1. 24./9. Richard Baiersdorfer v. Erdös, kgl. ung. Oberleutnant. 26-/9. Moriz Ansfresser, Landstnriu-Banwerkmeister. 26. /9. MaierFränkel, Landsturminfanteristd.Jnf.-Reg. Nr. 60, 7. Kompagnie. 27. /9. Hermann Steckerles, Gefreiter d. Jnf.-Reg. Nr. 45. 3. /10. Salomon Plutzer recte Trauring, Infanterist d. Jnf.-Reg. Nr. 77. 4. /10. Berthold Rothkopf, Laudsturmiufanterist d. k. k. Ers.-Baon Nr. 58 (Musiker). 5. /10. Fritz Herliczka, Emj.-Freiw.-Korp. d. Ul.-Reg. Nr. 2. 7./10. Jakob Brannstein. Kadettaspiraut-Feldwebel d. Jnf.- Reg. Nr. 12. 10. /10. Jsak Weiner, Inf. d. Jnf.-Reg. Nr. 41. 11. /10. Isidor Quartuer, Kaderraspirant. 14./10. Bernhard Gesang. Stabsarzt. 18./10. Emil Edelstein, Zngssührer Rechn.-Unleroffiz. II. X. Austritte uns dem Indeutnm. G e i s l e r - M a n d e l Margarethe, Privat, qeb. 11. Dezember 1887 m Jägerndorf. XVIII., Gentzgasse 127. Klug Cäcilie, Kontoristin, 15. Mai 1685 in Szered. II., Nestroyg. 6. Min erb i Moisi, Ingenieur, geb. 14. August 1875 in Triest. VIII., Langegasse 11. Die geehrten Herren Abonnenten werden ersucht, die restlichen Abonnewentsbeträge einsenden zu i — ■■■■=,.= wollen. -- -

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