Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 33 (15.10.1915)
- Date
- 1915-10-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 33. sie die ohnehin infolge des Krieges vermehrten Präsidialgefchäfte außerordentlich erhöhten. Fast alltäglich/ dis kurz vor seinem Ableben, verbrachle Dr. Gustav Kohnmehrere Stunden im Bureau der Kultusgemeinde und wer da Gelegenheit hatte, den Hochbetagien Mann bei der Arbeit zu sehen, wie er, umgeben von den einzelnen Ressortbeamten, unverdrosien und unermüdlich das täglich vorliegende riesige Material säst spielend bewältigte, der mußte staunen über die bewunderungswürdige Arbeitskraft, die ihm bis zum letzte» Momente iunewohnte. Durch seine seltene Arbeitsfreudigkeit und durch seine eiserne Pflichttreue wurde er den Beamten znm leuchtenden Borbild und sie kannten keinen schöneren Lohn für ihre Arbeit, als wenn der Verewigte, wie er es manchmal tat, nach vollendetem Vortrage dem Beamten mit der gütigen Hand über die Wange strich und ihn dann mit dem herzlichen, ans wohlwollendem, väterlichem Munde klingenden «.Grüß Gott, lieber Freund!" entließ. Auch außerhalb der Kultusgemeinde war Dr. Gustav Kohn vielseitig öffentlich tätig. Insbesondere sei auf sein langjähriges Wirken im niederösterreichischeu Landesschulrate hingewiesen, und wie er hier, trotzdem er säst als Laie in diese Körperschaft eintrat, sich allseits Anseben und Achtung erworben hat. so kam er auch überall, wo er hintrat, durch seine reiche Erfahrung, durch seine unermüdliche Arbeit und insbesondere durch den bestrickenden Zauber seiner in ihrer einfachen Bescheidenheit doppelt wirkenden Persönlichkeit zu vollster Geltung. Nun ist dieses glänzende Bild edlen Menschentums unserem körperlichen Ange für immer entrückt, aber die Erinnerung an ihn rvird in unseren Herzen stets mit treuer Liebe und Dankbarkeit bewahrt werden und für die späteren Geschlechter fortleben in den unzähligen segensreichen Werken, die er geschaffen hat. Die außerordentliche Beliebtheit und Wertschätzung, deren sich Dr. Gustav Kohn in den weitesten Kreisen der Wiener Gesellschaft ohne Unterschied der Konfession erfreute, manifestierte sich auch in der ungewöhnlich großen, geradezu massenhaften Beteiligung au seinem Leichenbegängnisse, das um die Mittagstunde am 10. Oktober stattfand. Das Polizeipräsidium hatte mit größtem Entgegenkommen die nötigen Vorkehrungen getroffen^ um dem Trauergeleite das ungestörte Fortbewegen zu sichern und über Anordnung des Bürgermeisters brannten die Gaslaternen in allen Straßen, welche der Tranerzug passierte. Der Leichenzug nahm seinen Ausgang vom Sterbehause in der Hahngasse. Hier versammelten sich zahlreiche Würdenträger des Staates und der Stadl und Mitglieder der Gesellschaft. Unter den Anwesenden waren zu sehen: Statthalter Freiherr v. Bienerth, in Verlretuug Sr. Exzellenz des Unterrichtsminifters Dr. v. Hussarek Ministerialrat Dr. S. Pilat, Vizepräsident des niederösterreichischen Landesschulrates Khoß v. Slernegg mit mehreren Mitgliedern dieser Amtsstelle, Polizeipräsident Freiherr v. Gorup. Gemeinderat Dr. Oskar Hein in Vertretung des Bürgermeisters Dr. Weiskuchner, als Vertreter des Barons Lonis Rothschild Prokurist Oberleutnant Richard Bettelheim, der Präsident der Ädvokatenkammer Dr. Ritter v. Feistmantel, der Landessauitätsreferent Hofrat Dr. Ritter v. Helly, die Hofräte Edmund Gayer, Professor Dr. Lieben, Berffl, Dr. Schlag. Dr. Löwner, der Vizedirektor der Universitätsbibliothek Regterungsrat Dr. Frankfurter und Gemahlin, Reglern« gsrat Januschke, dann der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit dem Vizepräsidenten Hosrat Dr. Rappaport, nahezu sämtlichen Mitgliedern des Vorstandes mit sämtlichen Bethausvorständen, den beiden Sekretären kaiserlichem Rat Dr. Lieben und Dr. Emil Adler, dem Obmann der israelitischen Bersorgungsanstalt Salo Cohn, sämtlichen Mitgliederu des Rabbiuatskollegiums, den Genieinderabbinern und den Rabbinern der Bereinsbethäuser, den dienstfreien Beamten und Funktionären der Kultusgemeinde, den Obmännern und Vorstandsmitgliedern der Vereinsbethäuser in den Wiener Bezirken, Bethausvorsteher F. A. Wasservogel und kan. Rat Wilhelm; dann der Vizepräsident der israelitischen Armeuanstalt M. A. Poüak. als Vertreter des Bezirksschulrates Dr. Marcus Spitzer mit Herrn Josef Fnchs, die Reichsratsabgeordnelen Hofrar Freiherr v. Hock und Dr. Ofner, der ehemalige Abgeordnete Wrabetz, die Gemeinderäte Dr. Ritter v. Dorn, Hohensinner, Medizinalrat Dr. Löwenstein. Melcher, Dr. Mittler und Neustadt!, Bezirksrat Weil, weiter die Professoren Hofrat Dr. Adam Politzer, Dr. Ehrmann. Dr. Joief Pvllak, Dr. Ludwig Braun, der Direktor des Rottnchildipitales Primarius Dr. Fleischmann mit dem Verwalter Koranyi, der Direktor des israelitischen Blindenlnstitules kaiserlicher Rat Heller, der Direktor des Freiherr», v. Springerscheu Waisenhauses Alexander Hecht, eine Abordnung der israelitischen Kultnsgemeiiide Prag, geführt vom kaiserlichen Rat Trolle», der Präsident der israelitischen Knltusgemeinde Budapest Ludwig Adler, der Präsident der israelitischen Kultnsgemeinde Lemberg Dr. Schaff, eine Abordnung der israelitischen Knltusgemeinde Baden, geführt vom Präsidenten Direktor Lettner, Abordnungen der Kultttsgemeiuden Brünn und Wiener-Neustadt, geführt vom Vizepräsidenten A. Weiß, eine Abordnung der israelitischen Kttltnsgemeinde Mödling, der Leiter der israelitischen Militärseelsorge Dr. Frankfurter mit den Feldrabbinern Dr. Deutsch und Dr. Fredo. der Präsident des israelitischen Hlunanitätsvereines Wien der „B'nai B'rith" Dr. Max Elsenstädter. Vizepräsident Doktor Gustav Langstein, der Präsident des israelitischen Humanitäts- Vereines „Eintracht" der „B'nai B'rith" Universitälsprofessor Dr. Wilhelm Roch. Polizeirat Heinrich Brix, °der Vizepräsident der Verkehrsbank kaiserlicher Rat Leopold Langer, der Direktor der Creditanstalt Dr. Hammerschlag, Direktor der Eskomptegesellschaft Wilhelm Kux. Direktor der Verkehrsbank Dr. Sachsel mit dem Vizedirektor kaiserlichen Rat S. Brüll, die Schriftsteller Julius Stern, Dr. Josef S. Bloch, Siegmnnd Skrein, Josef Perlberger, Dr. Ludwig Szrbolcsi (Budapest) und kaiserlicher Rat Lichtenstadt. von der Zentralstelle für jüdisches Armenwesen: kaiserlicher Rat, Dr. Krüger, Karl Freund, Anton Beck und Dr. M. Löwy, von der Israelitischen Union Vizepräsident Dr. Ornstein und Sekretär Fleischer, die kaiserlichen Räte Sachs v. Sachsenhall, Moriz Waizner, Paul Lemverger, Steinhübl, eine Abordnung der Israelitischen Allianz, Dr. Katzau. Pappenheim und Dr. Armand Kaminka, für den Verein „Kinderschutz" Nntar Dr. Bergmann und Gemahlin, die Industriellen Karl Lemberger, Mathias v. Löbl, Dr. D. Schwarzmann, Kremenetzky und Julius Wolf, die Kommerzialräte Moritz Hacker, Gottlieb Kantor und S. Rosenzweig, in Vertretung des Vereines der Fortschrittsfrennde Obmann Konstantin Noske, Obmannstellvertreter Dr. Skrein, Max Hiller und Schriftführer Löwenberg, eine Abordnung des Kantorenvereines unter Führung des Oberkantors Bauer, Frau Rosa Freyberg. Karoline Deutsch, vom Wohltätigkeitsverein „Franenhort" Frau Regine Kopstein und Frau Bettelheim, die Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Moritz Ascher, Doktor Theodor Baumgarten, Dr. Julius Baumgarten, Dr. Karl Berneck, Dr. Jakob Ehrlich. Dr. S. Elias, Dr. Albert Kuh, Dr. Pappenheim. Dr. Alois Ruziczka, Dr. Türke!, Doktor Geza Winter und Dr. Winternitz. Direktor Glücksthal, Generalinspekior Armer, Dr. I. Schalit, Direktor Fischer der israelitischen Kinderbewahranstalt, Schuldirektor B. Planer, der Vizepräsident der Zionistischen Vereinigung Josef H. Walmch, Professor Joief Sulzer, Professor Naschs. der Obmann des kaufmännischen Kaiser Feanz Josef-Jubiläumswaisenhauses Benedikt Knina, Generalkonsul Hirsch, Verein Weibliche Fürsorge (Frau Dr. Fenchtwang und Grunwald), Erster Frauenvereiu (Frau Dr. Steiner und Professor Roth in Vertretung der Frau Baronin Charlotte v. Königswarter), Wöchnerittnenverballd (Frau Dr. Herzl). Israelitische Volksküche (Frau Oberrabbiner Dr. Güdemann Und Frau Kadisch), Kinderbewahranstalt (Frau Kander und Herr Direktor Fischer), Kaiser Franz Josefs-Ferienheim (Frau Dr. Zins und Rosa