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Die Wahrheit · 1915-09-17 · Heft 31 (17.9.1915) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 31 (17.9.1915)
Date
1915-09-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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.Seite 8. . Die Wahrheit Nr. 8 t. SHÄagoges-Musikwerkes „ Semiros Jsroel" festgesteÜt worden. - -We^mir muser Lusgezeichneter Forscher Ed. Bir-nbanm- ÄöujgÄberg unsdemOstseebade Cranz mitteilt, stammt Kieses ■ Werk vou einem amerikamsckien Kantor Hecht, i Somitwäre , 4iuit ,ber jahrelang gesuchte Autor gefunden. Bei dieser Ge- -tegenheit möchte ich jeststellen, daß dieses Werk, m unserer rjyuogogakeu Literawr als das fünfte mit dem Titel: „Semiros i Zl'roel^ figuriert. Das älteste ist von Joel Brühl, Kantor; an Her Berliner Synagoge^ es erschien 1791. Brühl war? ein Zeitgenosse Ahron Beers. des ersten jüdischen Oberkantors überhaupt, der bereits 36 Jahre vor Sulzers Geburt diesen Titel führte und um 1786 durch seine kraftvoll blühende nud vorzüglich geschulte Tenorstimme Arrfsehen erregte. (Siehe H. Meudel.) Beer starb 1821 in Berlin. Das. zweite Werk gab die königlich württembergsche Kircheubehörde zn Stuttgart 1836 heraus: Sefer Semiros Jsrvel; es enthält vorzüglich Liedertexte und famos gesetzte -vierstimmige Choräle für alle möglichen Gelegenheiten Das dritte Werk ist von Naumburg; es erschien 1847, nachdem Naumburg.zwei Jahre in Paris als Kantor wirkte. Naumburg war in Bayern 1818 zu Donaulohe geboren und seine ersten synagogalen Kompositionen galten München. Das vierte Werk dieses Namens ist von Meier Schorr (Großwardein 1884). dem nachmaligen Chasen am Wiener polnischen Tempel, Leopoldsgasse. Es enthält chasanische Rezitative und Gesänge für Freitag-Abend. . Das fünfte Werk endlich ist nun das von Hecht- Amerika. Da dieses Opus in seiner ganzen Zusammensetzung und Kompositionsari völlig isoliert dasteht, so bin ich gerne bereit, es leihweise all den Kollegen zu überlassen, die dafür Interesse haben. Singer- Kattowitz. 4- 4- * Das Aktionskomitee der Jnternationaleu wissenschaftlichen Vereintgnng jüdischer Kantoren nimmt nach den Feiertagen seine Tätigkeit wieder aus und bringt zunächst eine Reihe wissenschaftlicher Aufsätze; auch werden verschiedene Rundschreiben verschickt. Jüdischer Verein „Einheit", Wien H., Molzgasse 12. A«srnf! In dem abgelanfenen schweren Kriegsjahre hatten wir unerwartete, große Aufgaben zu lösen. Unsere für einen täglichen Besuch von zirka 1200 Personen eingerichtete Anstalt mußte einem täglichen Andrang von fast 5000 Gästen standhalten. Dazu kam die abnorme, unerhörte Steigerung aller Lebensmittelpreise. Wir aber waren rveit über unsere Kräfte bestrebt, die bedürftigen Gäste diese erschreckenden Teuerungs- Verhältnisse nicht empfinden zn lassen. Wir haben große Opser gebracht. Insbesondere die bekannten, unter abnormen Verhältnissen durchgeführten Masseuausspeisungen gelegentlich der Peßach-Feiertage haben nicht nur alle unsere Reserven anfgezehrt, sondern uns auch noch Schulden gebracht. Mehr wie früher bedürfen wir jetzt der Förderung und Unterstützung und daher richten wir die innige Bitte an alle jene, die in der Lage sind, ihr Scherflein beizutragen, zu einem Werke. das Tausenden von bedürftigen Glaubensgenossen die Lebenshaltung erleichtert, zu einem Werke, das täglich Tausenden, die sonst darben müßten, den Hunger stillt. Gedenket unser — anläßlich der hohen Feiertage — helfet mit, den Bedürftigen und Hungernden beiznstehen. Wien. September 1915 (Tischri 5676). Für den Jüdischen Verein „Einheit": Phil. Dr. S. K r e n b e r g e r Bernhard H o f b a u e r Schristsührer. Obmann. B» |Jerschiedene |lndjriäste«.; .;= ,iv,;|PWe.ttr. (Ap,s,zej,ch nü,ng.)^Der,,k. k. Hos-'mch Kammer- MyWrüKh S. W e i tz,m a n u, X.Ml., Kälvarienberggaffe 87,, wurde düW'Erjberzoiz'Fräjlz- Säkvator' mit dem 'Ehrenzeichen M-Kläffe vom Roten Kreuz ausgezeichnet. Herr Hofphotograph Weitzmailn erfreut sich wegen seines WohltätigkeitsZunes im Bezirke Ottakring-Hernals allgemeiner Beliebtheit und Wertschätzung. Wien. (F r e i..p l ä tz e.) In der Musikschule Adle r haben die Einschreibungen lür Klavier, Violine, Musiktheorie und den Perfektionskurs (Korrektnrmethode) bereits begonnen und gelangen auch chiesmvl g a ü z e: und/.ch a l b e Freiplätze an talentierte mittellose Kinder znr Ausschreibung. /R e s e r v i st e n k i n d e r und Krieg swaks en werden bevorzugt. Auskünfte und Ainneldnngeii Wien, H. Bezirk, Porzellangasse Nr. 49^.. ' Wien. Am 25. September feiert Herr Religionsprosessor und Ortsschnlrät Emil Frankel; Oberkantvr a. D. und seine Gemahlin Mathilde geb. Sulzer das Fest der goldenen Hochzeit in voller körperlicher und geistiger. Frische. Herr Professor Frankl war in seinen 'Jünglingsjahren Solösänger' im Wiener Stadttempel bei seinem großen Meister und Onkel Sälomon Sulzer. Dann amtierte er in der Gemeinde Hohenems als Oberkantor mrd Religwnslehrer, hieraus in gleicher Eigenschaft in der Kultusgemeinde Strakonitz in Böhmen.. Nach abgelegter Prüfung als Mittelschulreliglouslehrer wurde er in Innsbruck angestellt und durch den Landesschulrat zum Religionsprofessor ernannt. Seit 24 Jahren ist er in Wien an den städtischen Schulen als israelitischer Religion-- und KonfirinationSlehrer tätig und bis auf den heutigen Tag im Amte. Seine zahlreichen Freunde und Schüler in Hohenems, Strakonitz, Innsbruck und Wien feiern mit ihrem väterlichen Freunde und Lehrer feinen Ehrentag. Professor Frankels Gemahlin ist die Tochter weil, des Philologen und Arabisten Jakob Sulzer, des Studiengenossen des Professors Wahrmuth sen.' Wien. Der derzeit älteste Oberkantvr in Wien Alois Kn lka beging am Donnerstag, den 9. d. den Gedenktag seiner fünfzigjährigen Amtstätigkeit als Oberkantor. Der Jubilar, der im 74. Lebensjahre steht, war ehemals Schüler des Wiener Konservatoriums und wirkte auch in den Jahren 1872 und 1873 als Vertreter der Oberkantoren Professor Solomon S u l z e r und Josef G o l d st e i n. Aus dem reichen Borne seines beruflichen Könnens' und Wissens schöpften auch viele Schüler und Jünger nud bedeutende Kantoren, so unter den letzteren der Oberkautor der Kultusgemeinde in Budapest Professor Adolf Lazarus und Oberkantor E. Birnbaum in Königsberg. Böhm. Leipa. Am 25. August waren es volle 40 Jahre, seitdem unser allbeliebter und in allen Kreisen hochgeschätzter Oberkantor Herr Hermann B ermann sein heiliges Amt in hiesiger Kultusgemeinde in hervorragender verdienstvoller Weise ausübt. Zur gleichen Zeit vollendet der Jubilar auch sein 70. Lebensjahr in geistiger und körperlicher Frische und Rüstigkeit. Trotz seiner Bescheidenheit wurde Oberkantor Bermann von Seite vieler Mitglieder, Freunde und vom Damenchor mit Ovationen bedacht. Der Knltusvorstand wird an den hohen Festtagen in Anwesenheit der ganzen Gemeinde den Jubilar in entsprechender Weife feiern. Oberkantor Bermann hat auch em großes Schnagogen-Gesangswerk unter dem Titel „Lobiros-Z'vid" verfaßt, welches demnächst der Otffentlichkeit übergeben werden soll. Literatur. Kobste für Kantoren bei leivkondsgängniason. Zufammengestellt und herausgegeben von Max S ch w a g e r, Mitglied des Chores der israel. Kultnsgemeinde Wien. Zu beziehen aus dem Selbstverläge des Herausgebers, Wien, II., Zirkusgasse 50. In Deutschland waren es Adolf Schön selb. Oberkantor der Brüdergemeinde Posen und Prediger Lion Wolfs, die für den Kantor eine handgreifliche Agenda für alle seine Fttilktionen veröffentlicht haben. Nach diesen Kantoren hat kaiserlicher Rat Oberkantor Josef Singer. Wie», ein vollständiges Handbuch zum Gebrauch für Kantoren nebst niusikalifchen Beilagen heransgegeben. Auch Max Schwager. Mitglied des Chores der Israel. Kulrusgemeinde, hat sich diesem Zweige der kantoralen Fuiiktion, gestützt auf feine in der Wiener Kultusgemeiilde gemachten langjährigen Erfahrungen, zngewandt, indem er die bei Beerdigungen üblichen Gebete wie Hazur tomim, Scbime u sos, (Psalm 49) Menuchoh necbaunoh, Joschew bessesser, Schrwisi, Michtim ledowid, El mole rachamim und Kaddisch hat erscheinen lassen. Wie im Gottesdienste, hat auch in der Ausübung der Casualien Salomou Sulzer für den Kantor S ch u l e gemacht. Sulzer hat die eben eingeführten Gebete in Musik-gesetzt und sie in feinem Labil' Zion ausgenommen. Ludwig August Frankl schrieb über diese Sulzersche Fuiiktion folgende Worte: „Am mächtigsten aber war sein Gesang, wenn er an offenen Gräbern sang. Er zerschmetterte die Seele der Trauernden, dabei hob er bebend die Hände und blickte, wie den Himmel anklagend, empor." Diese Sulzersche» Beerdigungsgesänge haben durch die gütige Erlaubnis des Profeffors Josef Sulzer, der nur frommer Pietät das Vermächtnis seines Baiers führt, utt Büchlein vou Max Schwager Ausnahme gefunden und es war eine, glückliche Idee Schwagers diese immer mehr ut Vergessenheit kommenden herrlichen Trauergesänge des Altmeisters Sulzer in feiugestochener Notenschrift den jüngeren Kantoren in Erinnerung zu bringen. Somit! empfiehlt es sich von selbst und wird in den Kantorenkreisen als willkommene Gabe begrüßt werden..

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