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Die Wahrheit · 1915-09-03 · Heft 30 (3.9.1915) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 30 (3.9.1915)
Date
1915-09-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Sekte 9. Nr. 30. Die Wahrheit mann, die durch ihre künstlerisch hervorragenden Leistungen die Verwundeten in hohem Maße begeisterte. Die Humoristischelk Borträge der Damen Charlotte Waldow (Deutsches Bolkstheater), Fräuleiü Mizzi Dreisel (die bekannte Interpretin von bayrischen Volks- und Soldatenliedern) und des Herrn Fritz Grünb aum lösten große Heiterkeit und nicht endenwollenden Beifall ans. Tiefergrelfende Wirkung erzielte Herr Hans L a ck n e r vom Deutschen Bolkstheater, ganz besonders durch den Bortrag des wundervollen Grillparzerschen Poems .„An Oesterreichs Völker". , Die Klavierbegleitung sämtlicher Gesangs» vorrräge wurde von'dem administrativen Leiter des Spitales, Herrn Emil B a r d a ch, besorgt, dem auch das Arrangement des Festkonzertes oblag. Der Feier wohnten außer den Verwundeten und dem Vorstände des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinuenheimes n. a. Frau Exzellenz Löbl, die Herren Polizeirat Dr. Heinrich Brandh n b e r v. E r s ch f e l d, Gemeinderat Ernst N e n st a d t l, Herr und Frau Staatsbahnrat Unger, Herr Oberinspektor Georg Friedl ä n d e r usw. bei. Sowohl mittags als auch abends wurde den Verwundeten ein überaus reichliches Mahl verabreicht, um welches sich die Oberin des Spitales, Frau Cäcile Frankl, ganz besonders verdient gemacht hat. Wien. Für den iirael. Tempelverein im XIII. Bezirke wurde nach einem mit vielem Beisalle aufgenommenen Probevortrag Herr Ahron Toukonogi einstimmig als erster Kantor gewählt. Derselbe ist ein tüchtig geschulter, musikalisch gebildeter, versierter Chase» und . Kantor. Wien. (Jüdisches K r i e g s a r ch i v, Wien, II., Z irknsaffe 33.) Das gefertigte Komitee richtet an die jüdischen Mitbürger Die dringende Bitte, seine hochwichtige Arbeit zu förderir. Im Jnteresie der Arbeit an der militärischen Abteilung wird um Bekanntgabe der Namen gefallener oder ausgezeichneter Verwandter, Freunde und Bekannter ersucht. Die Angaben sollen möglichst erschöpfend sein. (Borttnd Zuname- Trnpperlkörper, biographische Daten, Grund der Auszeichnung n. f. w.i Auch um Ueberlasinng interesianter Feldpostbriefe wird gebeten. Sie werden über Wunsch zuversichtlich retourniert. Wer sich dieser geringfügigen Arbeit unterzieht, erweist der jüdischen Gemeinschaft einen großen Dienst! Für das Komitee „Jüdisches Kriegsarchiv": Ingenieur Robert Stricker, Vorsitzender. Wien. Mitte August eröffnete der Jüdische Handlnngsgebilsen- Verband neue Unterrichrskurse in deutscher und hebräischer Sprache, sowie in Stenographie (für Anfänger und Vorgeschrittene). An den Kursen können Damen und Herren (auch Flüchtlinge) reilnehmen. Regiebeitrag K 1.— monatlich pro Gegenstand. Anmeldungen werden noch Shmstag, den 21. d. M. zwischen 8—9 Uhr abends, sowie Sonntag/ den 22. d. M. zwischen 10—11 Uhr vormittags in der Verbandskanzlei II., Obere Donaustraße 65, entgegengenommen. Wien. <D e r „R ote Mögen Davi d".) Die vielfältigen Bedürfnisse religiöser Natur, besonders in Bezug auf Beschaffung von Ritualien, Betgelegenheiten, Feiertagsruhe etc. für die Gefangenen und Internierten aller Länder haben eine Gruppe von jüdischen Philaniropen in der Schweiz veranlaßt, eilt Komitee zu gründen, dessen Sitz in der Schweiz ist. Zu gleichen Zwecken sollen in allen Kriegführenden Staaten Landeskomitees gegründet werden, die sowohl im eigenen Lande als durch die Schweizer-Zentrale im feindlichen Ausland nach dieser Richtung segensreich wirken können. Anmeldungen provisorisch erbeten an den Verein der „Sabbarfreunde", Wien II., Kleine Schiffgaffe Nr. 10. Sobald eine Anzahl von Anmeldungen zum Landeskomitee vorliegen wird, wird eine Versammlung behufs Bestellung eines Exekutiv-Konutees e'nbernfeu werden. Die hohe Wichtigkeit der zn verfolgenden Ziele berechtigt zu der Hoffnung zahlreicher Beitritte. Jene geehrten Glaubensgenossen, welche dem Komitee nicht beitreten wollen oder können, das Komitee jedoch materiell unterstützen wollen, belieben dies gleichfalls an obige Adresse mitznteilen. Wien. Dienstag, den 24. August fand die silberne Hochzeit und das 25 jährige Geschäftsjubiläum des im H. Bezirk renommierten Restaurateurs Eduard H. e r l l n g e r mit seiner Gattin statt. Aus diesem Anlässe haben sich mehrere Tischgesellschaften, die in der Restauration ihren Sitz haben, sowie zahlreiche Freunde des in allen Kreisen beliebten Ehepaares vereinigt, um das Jubelpaar bei einem Festabende zu feiern. Die erwähnten Vereine widmeten aus diesem Anläße eine prachtvolle und kostbare silberne Jardiniere, die Herr Karl Fuchs im Namen der . zahlreichen Freunde mir einer überaus herzlichen Ansprache dem silbernen Hochzeitspaare überreichte. Am Abend desselben Tages vereinigten sich die Freunde und Stammgäste zu einer gemütlichen Zusammenkunft in den prachtvoll dekorierten Saal des Restaurants Herlinqer, das diesmal sich in seinen Darbietungen in bezug auf Küche und Keller noch übertraf und fehlte es auch nicht an gelungenen und geistreichen Tischreden, die alle auf ein Hoch des wackeren Jubelpaares ausklangen. Herr Oberkantor Morgenstern rezitierte sodann in der ihm eigenen meisterhaften traditionellen Weise das Tischgebet. Ein Doppelquartett von Bernfssäugern brachte hieraus einen Choral zum Vorträge und auch eine Salonkapelle, die lustige Weisen zum Vortrage brachte, trug viel zum Gelingen des äußerst animierten Abends bei. Zahlreiche Geschenke. Blnmengewiitde und Telegramme, die ans nah und fern dem Jubelpaar .zukamen, zeugen von der Beliebtheit, deren sich das Ehepaar Herlinger erfreut. Wien. Aus Anlaß des 25jährigen Bestandes seines Geschäftes war Herr Isaak Rosner und Frau, II., Leopoldsgaffe 31, Gegenstand besonderer Ehrungen seitens sehr vieler Bekannter. Kunden und /Freunde. Derselbe erfreut sich allseits besonderer Sympathie, nicht nur als ehrlicher Kaufmann, sondern auch infolge seiner bekannten Religiosität und feiner umfassende» talmüdijchen Gelehrsamkeit. Er hat sich auch besondere rhetorische Fähigkeiten, die er selbstlos als jüdischer Talmudist in den Dienst der Humanität gestellt hat. Ec ist der Gründer des Vereines „Tlferes Backurim" zur Unterstützung hiesiger Kinder, die auswärts lernen. Er ist auch der älteste Gründer und ununterbrochen im Vorstände selbstlos tätig im Verein „Marpe Lanefesch" seit seinem 20jährigen Bestände. Ehre, dem Ehre gebührt. Gaya. Die israelitische Knltusgemeinde in Gaya veranstaltete anläßlich des 85 jährigen Geburtstages unseres erhabenen Monarchen einen Festgorresdienst, zu welchem sich die Vertreter der hiesigen Behörden und zahlreiche Korporationen einfanden. Herr Rabbiner Dr. Josef Hoff besprach in seiner Predigt die hervorragenden Charaktereigenschaften Seiner Majestät: Heiliger Ernst, eiserner Wille und tiefe Gläubigkeit. Seme mit vieler Wärme gesprochenen Worte machten auf alle Zuhörer sichtlichen Eindruck. Der Seelsorger schloß mit dem Wunsche es möge Seiner Majestät vergönnt sein, einen siegreichen FrieDeu zu erleben. Die sanglichen Leistnngen des Herrn Obertanlor Israel Steiner verdienen ebenfalls hervorgehoben zu werden, zumal derselbe zum ersten Male mit Begleitung eines gut geschulte» Chors und unter Orgelbegleitung feinen kanroralen Pflichten in musterhafter Weife oblag. Das Lied. „Flieg auf mein Lied" wurde von Fräulein Else Cznczka in melodiöser Form gesungen. Der Gesamteindrnck des Gottesdienstes war ein weihevoller und erhebender und hat der Würde des Tages in jeder Richtung entsprochen. Eger. Tienstag, den 17. v. M. um 7 Uhr abends fand IN unserem Tempel ans Anlaß des 85. Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät ein überaus feierlicher Gottesdienst stakt. Die Festviedigr hielt Herr Rabbiner Dr. Schapira ans Plan, der in begeisterren und schwungvollen Worten die Güte unseres Kaisers hervorhob und den Unterschied zwischen unserem väterlichen Monarchen und dem tyrailinschell Zaren in beredten Worten znm Ausdruck brachte. Der feierlich geschmückte und hellbbeleuchtere Tempel konnte kaum die Scharen der Andächtigen fassen. D-e k. k. Bezirkshauprinannschafl in Eger war durch die Herren k. k. Oberarzt Dr. Beck und k. k. Konziplsteil Dr. Köppl vertreten. Es erschienen k. u. k. Militärs unter Führung eines k. k. Hailptmannes, mehrere Oisiziere und einige Hundert der Mannschaft. Herr Knlrnsvyrstever L ö w y einpfing die Honoratioren und wies ihnen die Plätze an. Nach dem wunderbaren Gottesdienste wurde dem Herrn Kultusvorsteher allerseits Anerkennung gezollt. Die kantorale Funktion versah Hej^r Oberkanlor W i l k o w i s ch mit verstärktem Chore und Orgelbegleitung. Juugbnnzlau. Im festlich geichmückten Tempel fand am 18. August l. I. die Feier des kaiserlichen Geburtsfestes bei Anwesenheit sämtlicher Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden und des Kultusvorstandes starr. Nach Einleitung des Sulzerschen Marauwo bestieg Herr Rabbiner Dr. Hoch d:e Kanzel, um ln formvollendeter Rede, behandelnd das Motiv: „Der Kaiser betet" auf die Friedensliebe unseres allgeliebren Monarchen hinznweisen, der aber dem aufgezwungenen Kampfe gegen eine Rotte tückischer Feinde in stetem Gottvertrauen dem vollständigen Siege unserer herrlichen mit deutschen und türkischen verbündeten Truppen entgegensieht. Hierauf folgte Psalm 111 (5 Verse), komponiert und vorgetragen von Oberkantor Singer und darailschließend ein Glnckicher Festchor, sehr sinnvoll ins Böhmische übersetzt nnd dirigiert vom Herrn Sekretär Sigfr. Glaser. Nach Beendigung der Geburtstagsfeier für Seine Majestät unseren allergnädigsten Monarchen, nahm Herr Bürgermeister-Stellvertreter Groß die Gelegenheit, dem Oberkantor Singer im Namen der anwesenden Stadtratsinitglieder im Tempel seinen Dank für den erhebenden Gottesdienst anszndrücken, wobei er besonders betonte, daß der herrliche Gesang allen einen besonderen Genuß bot nnd sich insbesondere Herr Bezirksobmann und Landtagsabgeordneter Papnschek, der znm ersten Male einem jüdischen Gottesdienste beiwohnte, jeine Zufriedenheit über die Würde nnd Jniligkelt des kantoralen Vortrages Ausdruck lieh. Budapest. (I n d e n a u s w e i s n n g e n ans rumänischen Grenzvrce u.) Ans Bukarest wird hieher gemeldet: Die Lokalbehörden der an der ostungarifchen Grenze gelegenen Gebiete erhielten von ihrer Regierung einen geheimen Befehl, wonach Juden die betreffenden Grenzgebiete nicht bewohnen dürfen. In der letzten Zen haben daher in Marmoruitza (Bezirk Dorohoi), Bicaz, Viftrieioara, Prifeiani, Plefefci, Palanca, Predeal, Cainenr, Comanefce tt. f. lv. Judettausweifmrgen stattgefunden. Trotz aller Jnterventionsveriuche ist es nicht gelungen, von der Regierung einen Aufschub der Ausweisungen zn erlangen. In manchen Orten mußten die Juden innerhalb wenigen Stunden unter Zurücklaffung ihres gesamten Besitzes den Ort verlaffen. in Marmoruitza wurden sie durch Gendarmen verjagt. Auch die narurallsierren Juden mit Bürgerecht und die Veteranen des Unabhängigkeitskrieges wurden von der Ausweisung betroffen. Da unter den Ausgewiesenen großes Elend herrscht, ist eure Hilfsaktion eingeleitet worden. Der Grund zu dem Vorgehen der rumänischen Regierung soll darin zu suchen sein, daß die Inden e>ne allzu österreichfreundliche Haltung zeigten. Oesterr.-ungar Kantoren- Verein. Aus Anlaß des 85. Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers saud am 18. Augilst eine Festsitzung des Vorständei

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