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Die Wahrheit · 1915-07-09 · Heft 26 (9.7.1915) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 26 (9.7.1915)
Date
1915-07-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Serie 10. Die Wahrheit Nr. 26. gestellr. Erschienen waren: der diesige Vorstand, fast alle Gemeindemitgileder, alle Flüchllmge des hiesigen Spreugels, die Vertreter fast aller Behörden, so vor allem Herr Bezirkshauptmann Schueider- Soukup mit dem Herrn Kommisiär K o b o l11, Herr Bezirksfchulinspekror Profeßor S-t r a n s k y, Herr Gymnasialdirektor I e l l i n e k, wie auch Vertreter vom Gememdeamte und Bezirksausschüsse. Nach dem M'ncha-Gebere trug unser Herr Rabbiner vor der heiligen Lade zuerst ein Gebet sür den Sieg, hernach ein Gebet sür den Kaiser vor, worauf daun unser Herr Rabbiner eine formvollendete Ansprache hielt, die auf alle Anwesenden den tiefsten Eindruck machte. Mit der Bolkshymne wurde die schöne Feier gefchlosien. Treutschen-Teplitz. Der weltberühmte Kurort Treutschen- Teplitz erfreut sich in dieser Saison eines großes Zuspruches und findet jeder einzelne Kurgast, nicht nur durch die heilbringend wirkenden Bäder sowie durch die herrlichen Anlagen, sondern hauptsächlich durch das liebenswürdig - bereitwillige Entgegenkommen der Kurdirektion (Direktor Oswald) und des geschulten Personales den angenehmsten Aufenthalt. Es wirkt hier verdienstvoll der bekannte Kurarzt Dr. Hugo Benedikt, der Nicht nur als Arzt, sondern auch durch seinen Wohltätigkeitssinn einen wohlklingenden Namen hat. An der Spitze der israel. Kultusgememde stehen die Herren Dr. Drucker und Doktor Benedikt. Czeruowitz. Der Vorstand der israel. Knltusgemeinde Czernowitz har anläßlich der glänzenden Siege unserer glorreichen Armee und der Wiedererobernng der Stadt Lemberg eine Huldigungsdepesche an den genialen durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Friedrich gerichtet. Vorgestern langte an den Vorsitzenden des provisorischen Kultusrates Herrn Laudtagsabgeordneten Dr. Neumann Wender folgendes Telegramm ein: „Seine k. u. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Feldmarschall Erzherzog Friedrich danken wärmstens der patriotischen Judenschaft von Czernowrtz für ihre Glück- und Segenswünsche aus Anlaß der gichizendeu Erfolge unserer Truppen. Im höchsten Aufträge Flügeladjutaut Oberstleutnant v. Lorx." Literatur. Gebete für Kantoren bei Leichenbegängnissen. Znsammenqestellt und herausgegebeu von Max Schwager, Mitglied des Chores der israelltischeu Kultusgemeinde Wien. Im Selbstverläge des Herausgebers, 3X, Zirkusgasse 50. Nirgends ist man wohl mehr berechtigt, davon zu sprechen, daß die Herausgabe eines Handbuches einem längst gefühlten Bedürfnisie abgeholfen habe, wie bei dieser Sammlung, die der bekannte Administrator der Oesterreichischen Wochenschrift, der auch zugleich Mitglied des Chores der israelitischen Kultusgemeinde Wien ist, für die Kantoren zusammengestellt hat. Für die Funktionäre bei Leichenbegängnissen wird diese Sammlung von kanroralen Rezrtativeu, Respousen und Chorgesängen bald ein unentbehrliches Manuale bilden, und wird ihnen die feierliche Ausübung ihrer zeremoniellen Funktionen sehr erleichiern. Das Büchlein enthält in geordneter Reihenfolge alle bei Leicheubegängnisien üblichen Gebete und Gesänge und bildet so gewißermaßen ein vollkommenes Bild jener wehmütigen und tiefreligiösen Andacht, die über die feierliche Gottergebenheil einer trauernden Gemeinde schwebt. Eine schöne und wertvolle Beigabe und eine sinnige Idee des Herausgebers sind die Kompositionen nuferes unvergeßlichen Salomon Sulzer, die Max Schwager dem Büchlein angeschlosieu hat und die vou dem Geiste und der Innerlichkeit der jüdischen Musik ein wundervolles Zeugnis geben. Wer die Zusammenstellung des Büchleins eingehender betrachtet, sieht, daß hier die Hand eines Fachmannes gewaltet hat, der in laugjähriger Hebung auch die kleinsten Erfordernisse der kantoralen Wirkung erfaßt hat. Hazur Tomim, Psalm 49, Menuchoh nechaunoh, Jauschew bessesser, Schiwisi, Gebet vor dem Verlaßen des Grabes (hebräisch nnd deutsch), Michiom ledowid, Kaddisch vor dem Verlaßen der Halle. Ol mole rachamim. Dieser Auswahl schließt sich ein Anhang der Gesänge, kantorale Rezitative mit Chorgesängen an. Ferner bringt das elegant ansgestattete Büchlein ein ausgezeichnetes Porträt des Altmeisters Sulzer. dem ein Faksimile seiner Unterschrift beigegebeu ist. Das Handbuch wird sich sicherlich in kurzer Zeit einer große» Verbreitung erfreuen und besonders in Kreisen der Kultusgemeinden nnd Kantoren dankbare Aufnahme finden. B. Andachtsbiichlein für jüdische Krieger im Felde von Feldrabbiner Dr. Arnold Frankfurter. Leiter der k. u. k. israel. Militärseelforge in Wien. Ueberietzt ins Ungarische von Feldrabbiner Dr. Ernst Deutsch (Verlag Josef Schlesinger, Wien, I., Seitenstettengaße 5. 1915. Preis 24 Heller.) „Ein Sehnen nach Religion geht durch unser Volk", dieses Wort, das vor einigen Jahren ein deutscher Gelehrter im Hinblick auf Deutschlands Intelligenz sagte, gilt von den Soldaten aller Bekenutniße. Wer mit Soldaten während des Krieges in Berührung kommt, merkt, daß das gewaltige Völkerringeu auf sie in religiöser Hinsicht vou größtem Einflüße geworden ist. Daher war es ein glücklicher Gedanke, daß bald nach Kriegsbeginn sowohl bei uns als auch im Deutschen Reiche Gebetbücher auch für jüdische Krieger erschienen find. Das neue unter obigem Titel veröffentlichte Andachtsbüchlein, trägt dem tatsächlichen Bedürfniße eines Soldaten Rechnung. Es übertrifft seine Vorlagen an Handlichkeit, worauf " nicht genug Gewicht gelegt werden kann. Durch seine Doppelsprachigkeit ist es ein wirkliches österreichisch-ungarisches Soldatni-Andachtsbüchlein. Auch die Auswahl der Gebere ist eine dem Zweck angepaßte. Neben der Kürze zeichnet es sich durch das Herausgreijeu-der schönsten Stücke des Gebetbuches aus. Hiebei verfolgt der Verfasser das Prinzip, nur die allgemeinen Gebete zu briilgen und die besondere Festtagsliturgie nicht zu berücksichtiigen. Die Uebersetzung ist schlicht und leicht faßlich. Für alle im.Leben des Soldaten in Betracht kommenden Erlebnisse ist vorgesehen. Möge dieses Büchlein den beabsichtigten Zweck erreichen, stärkend und tröstend wirken, so lange man sein bedarf. Feldrabbiner Dr. Frankfurter^ Goldene Worte des Alt-Reichskanzlers. Aussprüche des Fürsten Bismarck über Politik, Leben und Weltanschauung. Zusammengestellt von Dr. Adolph K o h u t. Mit Bismarcks Bildnis. (111 S.) In Leinen 60 Pfennig. Die großartige Persönlichkeit Bismarcks tritt uns in den hier zusamm.ngestelllen, übersichtlich geordneten Anssprüchen und geflügelten Worten vou allen Seiten ihres Wesens entgegen. Neben bedeutsamen Worten über Kaiser nnd Reich, unsere Verbündeten und unsere Gegner^ Parlament und Diplomatie, Armee und Marine, Krieg und Frieden nfw. finden wir gedankenreiche Aeußernngen über Religion. Schule und Erziehung, Kunst, Wissenschaft und Literatur, öffentliche Meinung u. a. sowie wertvolle Selbstbekennrniße rein persönlicher Natur. Kingesendet. G a l i zi s ch e Karpathen Petroleum u n d-Ap o l l o M i n e r a l ö l - R a s f i ii e r i e A. - G. Während alle größeren Petroleum-Raffinerien bereits ihre Abschlüsse.publiziert und znin Teile ansehnliche Dividende ausgeschüttet haben, war in Bezug ans diese Fabriken nur eine kurze Notiz erfchieueu, dergemäß die beiden Direktionen sich vorbehielten, die Generalversammlung „später" abznhalten. Bekanntlich kontrolliert die Galizische durch ihren Aktienbesitz, an Apollo-Aktien diese Gesellschaft. Im Kreise der Aktionäre beginnt' jedoch lebhafte Berunruhigung Platz zu greifen wegen dieser Verspätung. Auch die „Schodnica", die „Pardnbitzer", die „Mineralöl-Raffinerie A.--G." haben ihre Interessen in Boryslaw. Allen war es jedoch schon möglich, ihren Status zu übersehen und Bilanzen aufznstellen. Man erinnert sich an gewisse Vorgänge im Jahre 1905, zu welcher Zeit die Aktien der Karpathen-Gesellschaft bis znm Kurse von K 1800.— Hinaufgetrieben wurden, um dann durch die unerwartete Bilanz 1905/6 auf K 460.— geworfen zu werden. Der Aktienbesitz befindet sich zum Teile in den Händen von Engländern und wer die Skrupellosigkeit dieser Nation richtig eiuschätzt, kommt zur Erkenntius, daß hinter dieser verzögerren Bilanz sich vielleicht wieder ein Attentat ans die Taschen des leichtgläubigen Publikums vorbereitet. Unter den Aktonären beider Gesellschaften ist übrigens lebhaftes Bestreben wahrnehmbar, die eigenen Interessen jetzt energisch schützen zu wollen. Mit bestem Danke Aktonäre beider Fabriken. Wohltätiysteitsalrtion des Oe ste rr.-nng. Kan toren-Vereines in Wien. Wir bitten die geehrten Herren Kollegen: Sammlungen in den Gemeinden einzuleiten, damit wir in der Lage sind, alle einlaufenden Gesuche von Seite der in Not sich hier und auswärts befindendenKantoren-Familieu, auch fernem berücksichtigen zu können. Es ist Pflicht der Kollegenschast, rasch und helfend einzugreisen. Austritte aus dem tullentume. A r d e 1 Regina, Kellnerin, geb. 4. Februar 1882 in Lemberg. XVL, Bresselgasse 4. Fischer Camilla, Privat, geb. 4. Juni in Leipnik.- 111., Paulusgasse 4. K a 1 d e g g Anny, Privat, geb. 19. Mai 1899 in Wien. 1., Spiegelgasse 3. Weiss Gisela, Näherin, geb. 7. April 1885 in Verseg" (Ungarn). XVL, Thalheimergasse 16. Bernfeld Josef Juda, Markthelfer, geb. 23. Februar 1884 in Wien. XVII., Geblergasse 18.

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