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Die Wahrheit · 1915-07-02 · Heft 25 (2.7.1915) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 25 (2.7.1915)
Date
1915-07-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Juki 1915 begonnene III. Huartal ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Malles keine Hlntervrechung erleide. Abonnements-Bedingungen: Ganzjährig Kr. 14.— Kalvjährig Kr. 7.—, Znerletjährig Kr. 3.59. K. f. Poftsparkasfen-Konto 100.918. -- Probenummern gratis zur Verfügung. Die Siegesnnd Frendemvoche. In den Abendstunden des 23. Juni erschienen Extraausgaben mit den inbaltsreichen Worten: „Lemberg erobert von unserer zweiten Armee". Elementar wirkte die Freude über diese Knude nicht nur in Wien, sondern auch in ganz Oesterreich-Ungarn, Deutschland nnd im osmanischen Reiche. Noch am selben Abend fanden in allen größeren Orten Volksknndgebungen statt, welche offen darlegten, daß die Volksseele die Tragweite dieses militärischen Erfolges wohl abznschätzeu weiß. Die bange Sorge, die allerdings nur Aengstliche beschlich, der moskowitische Riese könnte seine erstickende Gewaltherrschaft auch über uns ansdehnen, erschien dadurch gebannt. Kraftvoll wurde die zarische Weltmacht von Oesterreich- Ungarn zurückgetrieben und es ist nur mehr eine Frage von Wochen, daß die russischen Kriegshorden vollends aus Galizien verschwunden sein werden. Dafür dringen die wackeren Verbündeten immer wieder in Russisch-Polen vor und die deutschen Truppen in Kurland und die österreichisch-nngarischen in Bessarabien bilden einen schmerzenden Pfahl im Körper des russischen Bären. Mögen in den Berichten über verschiedene revolutionäre Bewegungen auch noch so viele fromme Wünsche enthalten sein, die Entlassnngen russischer Heerführer nnd Minister geben wohl zu denken. Nachdem die russische Regierung sowie die ganze Raubgesellschaft der Entente den Weltkrieg hauptsächlich in der Hoffnung ans die nationale Labilität der Völker Oesterreich-Ungarns entfesselt haben, ist es uns jetzt etwas schwer, dem alten jüdischen Lehrsätze gerecht zu werden, der da lautet: „Freue dich nicht, wenn dein Feind fällt." Die russische Regierung hätte auch einen anderen Spruch beachten sollen, der da sagt: „Wer in einem Glashause sitzt, der werfe nicht mit Steinen." Neben allen freiheitlich und fortschrittlich gesinnten Staatsbürgern Oesterreich-Ungarns und Deutschlands atmen besonders die Inden Galiziens, der Bukowina. Nordungarns', Ostpreitßeus miö Russisch-Polens über die erfreulichen Kriegsereigniffe aus. Wohl mischt sich Wehmut und das herzliche Mitgefühl mit den vielen Märtyrern des Weltkrieges in diese freudenvolle Hoffnung. Gar mancher jüdische Held opferte mit anderen Kämpfern sein Leben, seine gesunden Glieder oder seine fernere Arbeitsfähigkeit für das Vaterland. Gar mancher fromme, und treue Jude wurde von den barbarischen Rnssensührern für seine Vaterlandstreue mit dem Tode bestraft oder unter Martern in die fernen Eisregionen Rußlands verschleppt, aber es ist eine besondere Ehre für die Inden, daß sie mit dem besonderen Haffe des Zarismus beehrt werden. Frankreich, England nnd das großmäulige Italien sind über die katastrophalen Mißerfolge der Rilssen schwer enttäuscht nnd wenn diese Staaten vorerst noch die Bedeutung der jüngsten Kriegsereigniffe gemäß dem bekannten jüdischen Sprichwort: „Dieb, fasse ein Herz!" krampfhaft abzuschwächen suchen, mehren sich besonders in der Presse Frankreichs und Englands auch die Stimmen der Wahrheit. Besonders heiter wirken die Geständnisse dieser Presse über den angeblichen Munitionsmangel in der Entente, welcher die jüngsten Kriegsersolge der verbündeten Zemralmächte herbeigesührt haben soll. Bekanntlich wächst die B a li m wolle, dieses moderne Hauptersorderms des Pulvers, nur in den überseeischen Kolonien, auch Guano, Chilisalpeter und alle Arten von Metallen aus England und Amerika sind gegenwärtig für die europäischen Zentralstaaten unerreichbar — und doch befinden sich Deutschland nnd Oesterreich-Ungaan bezüglich der Kriegsmnnition im Vorteile? Auch die Aushungerung der Zentralstaaten will nicht gelingen und England ächzt darüber, weil Deutschland wieder zum Weißbrot greisen kann. Gar bald wird der Hunger in den gottgesegueten Ententestaaten empfindlicher graffleren als in den vom Weltverkehr abgeschnitlenen Zentralstaaten. Auch der famose nordamerikanische Krämer, dessen Gott

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