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Die Wahrheit · 1915-06-04 · Heft 21 (4.6.1915) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 21 (4.6.1915)
Date
1915-06-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Heit? 8. Die Wahrheit Pr. 21. UugMliffeu vor, alles hat der Autor so pjedergeschrieh?«, wie er es von tüchtigen Chasouim gehört haben mich. Bietet also die rein melodiöse Fassung des Merkchens nichts tzOm Herkömmlichen Abweichendes, so treten doch in Behandlung des Z^ecitativs eine Menge von Eigenarten apf, die interessieren mnffen; wie treffend klingen die gemischten Gteiger deS Pismon „Bas ami", wie echt der kleine Satz „Jeschnron achmo* oder der „ribbono sche! «UlyG? Mertzoüfdig ist hei den Sätzen des „Jom seh" das GGlietzen in A moll; sollte hier nicht der Abstieg gis-s-e. t^sss »rach dev E-Basis des Steigers besser klingen? Ebenso desremdet in dem PisMyn „Wasas kappai" bei den Worten „rezeh no" das s-e; sis-es wgre stilvoller! Die traditio- Melodie Heß „Adynqi melech" dünkt uns hei der HchenmaLigeu Wiederholung des „Adonai hu huelohim"?tMs verfrüht, zumal die Welydie ja dreiteilig ist, ein chrowakischer Aufstieg ist hier sicher wirkungsvoller. Das £)$»is ist iu seiner Eigenart eine wertvolle Bereicherung der chasauischeu Literatur; ans weitere Mb eiten G.otdeubertzs darf mau gespcmut sein. S i u g e r - Kattowitz. Verschiedene Nachrichten. WieU. -Erzherzog Franz Salvator hat dem ReligionsInspektor Herrn Proseffor M. Kanltz für seine besonderen Verdienste um das Robe Kreuz das Ehrenzeichen 2. Klaffe verliehen. Wie«. (Großes Wohltätig keitskonzert). Donnerstag, den IO. Juni 1915 findet im Restaurant H e r l iu g er, II. B ez., Z l rk u s g a s s e 3 ein großes Konzert des weltberühmten „H irtenflöten -Virtuosen" G. Kölker unter gefl. Mitwirkung d es Herr» M. B a I o g h, Oberkantor und des Herrn I. Deutsch, Henorist der Jüdischen Bühne, statt. Das Reiuerträgnis fließt Posten-? wsen-Kantoren zu. Anfang halb 9 Uhr abends. Reservierter Platz 2 Kronen. Entree 1 Krone. Wie«. (Erinnerung an Rabbiner Dr. Moritz G r ü n w a l d s. A.) Am kommenden 16. Silvan — am 31. Mai d. I. -Twerden es 20 Jahre, daß der Großrabbiner von Bulgarien Doktor Moritz G r ü u w a l d in London, wohin er ans Sofia eine Berufung erhielt, nach zweitätiger Krankheit zum großen Schmerze seiner Familie, seiner zahlreichen Freunde und der großen Gelehrtenwelt, entrissen wurde. Als Sprachforscher und Gelehrter ans historischem Gebiete erfreute er sich eines klangvollen Namens und was er geschrieben — Namentlich über die Juden in Böhmen — wird noch jetzt gesucht und benützt. Im jüdischen Zentralblatt, das er iu Jnngbunzlau herausgab, das bedeutende Mitarbeiter hatte und welches leider im Buchhandel gänzlich vergriffen ist, finden wir viele Beiträge zur neueren jüdischen Geschichte. In den ersten Jahrgängen der „Kautoren-Zeitnug" der Vorläuferin der „Wahrheit", brachte er eine ganze Serie von Berichten über „Iud en un d Judentum in B u l g ar i e u", die er als „Graudrabbiuer" und als offizielle Persönlichkeit daselbst eifrig studierte wid kennen gelernt hatte. Es würde sich der Mühe lohnen, diese „Bulgarischen Briefe", die heute mehr denn je aktuell geworden sind, seitens einer jüdischen Literaturgesellschaft in 2. Auflage wieder herauszugebeu, sie würden großes Jntereffe in der Gelehrtenwelt wieder finden. Dr. Grüuwald war der Schwiegersohn des großen und hochgelehrten Oberradbiners Josef W e i s f e s. A. und erfreute sich wie dieser in der großen Gelehrtenwelt besonderer Anerkennung und Verehrung. Sy möge sein Andenken fortleben und ein gesegneres bleiben. Moritz Antscherl. Wie«. (Kino-Vorstellungen für das Rote Kreuz, Z w e i g v e r e i n Wien - L e o po ld st a d t). Herr Lambert Schmidt, Inhaber des bekannten Helios-Kinomatogras-Thealers, Wien, II., Taborstraße 36, widmet die gesamte Brutto-Einnahme je einer Familien-Festvorstellnilg am 1., 8. und 11. Juni d. I., nachmittags 4 Uhr, dem Zweigvereiue Wien-Leopoldstadt des Patriotischen Hilfsvereiues vom Roten Kreuz iu Niederösterreich. Die Vorstellung am 1. Juni war gänzlich ausverkauft. Für die Vorstellung am 8. Juni hat ein Leopoldstädtcr Fabrikant sämtliche 400 Sitze zur Ueberlaffuug an rekonvaleszente Soldaten gekauft. — Karten für die Vorstellung am 11. Juni zum Preise von K 1.—, 1.50 und 2.— sind an der Kiny-Kaffe II., Taborstraße 36, im Vereinsbüro, IL, Große Psarrgaffe 28—30 und bei sämtlichen Bereins-Ausschußmitgliederu zu haben. Ueberzahlmlgeu werden besonders bestätigt. Wie«. (M a l e r K o h n in A u d i e u z b e i in K a i s e r.) Der akademische Maler David Kohn wirrde Montag, den 31. Mai in Schöndrums vom Kaiser empfangen. Bei dieser Gelegenheit konnte der Künstler im Lause einer halben Stunde seine beiden für die Kriegssürsorge bestimmten Porträtskizzen des Kaisers nach der Natur vollenden. Der Kaiser empfing den Maler im Antoinette-Zimmer. Der Künstler zeigte dem Monarchen seine letzten Arbeiten, ein nach der Natur in Farben ausgesührtes Bild des Erzherzogs Rainer, dann die Gemälde des Grafen Hans Wilczek und des verblichenen Unterrichtsmimsters Dr.s v. Härtel, die beide in Rötel ansgesührt sind. Der Monarch fantz die Bilder sehr gut getroffen' und sah dann drei der charakteristischen Bilder Kohns, einen polnischen Schächter, einen galizischen und einen Wltzsrisch-eu Inden, mit großem Interesse an. Auch diese drei Gemälde fmideir das Lob des Monarchen. Der Kaisev sah dqn;r depr Künstlerdurch eine halbe Stunde für die Vollendung beider Skizzen, und zog Maler Kohn während der Sitzung wiederholt in Gespräch. Her Kaiser gestattete auch, daß die beiden Bilder die kaiserliche Namensfertigung tragen. JWhnldpollster Weise wurde Maler Kohn vom Kaiser entlassen^ Mähr.?Krarnan. Für die hiesige Knltusgemesud? wurde Herr I. Spasfer als Kantor einstimmig gewählt und hat derselbe bereits sein Amt angetreten. Berli«. Unter dem Borfitze des Pros. Philipp so n trat am Dienstag, Heu 25. Mai der Ausschuß der Gesellschaft pt Förderung, der Wissenschaft des Judentums zu einer Sitzung zusannne». Hoc Eintritt in die Tagesordnung dankte Prof. Guttmann-Breslansür die ihm seitens der Gesellschaft durch die Herausgabe einer Festschrift zu seinem 70. Gebutstage bereitete Ehrung. Das Andenken des um die Wissenschaft des Judentums hochverdienten, verstorbenen Pro§- Abr. Berliner ehrte die Versammlung' durch Erheb?» von de» Sitzen. Mit Genugtuung wurde sestgestellt, daß das Interesse der Mitglieder an den Arbeiten der Gesellschaft durch den Krieg nicht gelitten habe, indes auch die Notwendigkeit Wsgesprochen, ggch dem Kriege durch Gewinnung neuer Mitglieder Ersatz für die Verluste zu schaffen^ den die Gesellschaft jetzt durch den Tod so vieler treuer Mitglieder erleidet. Im weiteren Verlaufe der Besprechungen wurde festgestellt, daß die wissenschaftlichen Arbeiten der Gesellschaft im ganzen keine Unterbrechung erlitten hätten, und beschlossen, diese auch weiterhin mit allen Kräften zu fördern, insbesondere mit Rücksicht ans die große Bedeutung, welche namentlich das Wirken der Gesellschaft für das geistige Leben der jüdischen Gesamtheit besitzt. Im Vertrauen darauf^ daß auch in diesen schwierigen Zeiten der Gesellschaft die für ihre Tätigkeit erforderlichen. Mittel niemals fehlen würden, bewilligte der Ausschuß aufs neue wie in den Vorjahren eine Reihe von Subventionen^ namentlich für diejenigen wissenschaftlichen Unternehmungen, die aus die Unterstützung der Gesellschaft in erster Reihe rechnen. Der Ausschuß beschloß ferner, in diesem Jahre die satzungsgemäße Mitgliederversammlung wieder stattstuden zu lassen; sie soll am 28. Dezember iu Berlin statlfindeu. Herr Prof. Pick-Gotha wird in dieser Versammlung über „Jüdische Münzen" reden. Die soeben ausgesprochene Hoffnung darauf, daß das Verständnis für die hohen Aufgaben der Gesellschaft und die Bereitwilligkeit, für diese auch finanzielle Opfer p bringen, nie versagen werde, fand noch in der Sitzung eine schöne* Bestätigung. Herr Prof. Guttmann war in der erfreulichen Lage, der Gesellschaft als Grundstock einer künftig zu errichtenden Stiftung den Betrag von 1000 Mark zur Verfügung zu stellen, den ihm ein hochherziges Mitglied seiner Gemeinde. Herr Lippmann Bloch, an seinem Jubiläum für wiffenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt und denen Herr Rabb. Dr. Werner- München noch 100 Mark hiuzugefügt hatte. „Atlas“, Lebens-, Militärdienst- und Renten-Versicherungs- Aktien-Gesellschaft in Wien. In der am 1. Juni a. c. unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn kais. Bates W. H. Lambrecht und in Anwesenheit des landesfürstlichen Kommissärs Herrn Alois Palisa, k. k. Oberinspektor im Ministerium des Innern, abgehaltenen XV. ordentlichen General-Versammlung wurde der von Herrn Direktor Scheiner verlesene Geschäftsbericht pro 1914 zur Kenntnis genommen. Aus demselben gebt hervor, daß am 8L Dezember 1914 der Versicherungsstand 15.751 Polizzen über K 41,117.812 Versicherungssumme und K 32.094 Jahresrente umfaßte. Die Prämieneingänge stellen sich auf K 1,790.303-32. Die Prämienreserve und die Prämienüberträge belaufen sich auf K 11.608.548-80. Die Gewährleistungsfonds der Gesellschaft haben die Höhe von 14,976 525 79 Kronen erreicht. Von dem nach Dotierung des Dividendenfonds der Versicherten im Betrage von K 78.814.80 resultierenden Betriebsüberschusse per K 145.731 39 wurden weitere K 8.000*— dem Dividendenfonds der V ersieh erteil überwiesen, K 60.000*— zur Ausschüttung einer 4prozentigen Dividende an die Aktionäre verwendet, K 44.657-51 diversen Sicherheitsfonds zugeführt und der nach Abzug der statutengemäßen Funktionsentschädigung verbleibende Best von 1123.29^*12 auf neueßechnung vorgetragen. Die ausgeschiedenen Verwaltungsräte kaiserl. Bat W. H. Lambrecht und Bentier Eugen Mai wurden wiedergewählt. In der nach der Generalversammlung stattgefundenen Sitzung des Verwaltungsrates wurde Herr kaiserl. Bat Wilhelm Heinrich Lambrecht, k. k. Kommerzialrat und Fabriksbesitzer, zum Präsidenten, Herr Dr. Friedrich Haas, Hof- und Gerichtsadvokat, zum ersten Vize-Präsidenten und Herr H. Buzicska von Ilisnameny, Großgrundbesitzer, zum 'zweiten Vize-Präsidenten wiedergcwäblt. Austritte aus dem Judentum. Hahn Heinrich. Verwaltungsbeainter, geb. 15. Februar 1879 in Wien. IX., Schwarzspanierstraße 15. Seg,all Heinrich, Buchdrucker, geb. 21. April- 1876 in Wien. H., Sternekplatz 10.

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