Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 19 (14.5.1915)
- Date
- 1915-05-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. Die Wahrheit. m Nr. 19. «och die größe Hebe zu entrichten. Dri AiiSdriick „nvi'in“ hat demnach im erstert Falle die BedeinUng: Die vom Leviten zu entrichtende Hebe, im - zweiten Falle aber : die große Hede. 6. IX, 3. "Qi rann bs 7120 wird übersetzt: „Man sagt Lob über düs Unglück wie über das Gute Und über das Gute wie Über das Unglück." Dieses wäre dasselbe wie in Mischna 5: nsivn ^017122 rrnv. av2 bv 712b m# 21'n: Die Uebersetznng nach der Gemara und Kommentatoren muß lauten: Man lobsagt ans das Schlechte nach Art des Guten und auf das Gute nach Art des Schlechten. Der Sinn ist folgender: Wenn sich Schlechtes ereignet, aus dem Gutes entspringt, so lovsagt man aus das Schlechte, trotzdem, das; Gutes mir dem Schlechten zusammeufallt; ebenso lobsagt man aus das Gute, aus dem Schlechtes entspringen kann. Trotz der obigen Mängel ist dem Buche die weiteste BerbreitUug zu wünschen, da es wohl geeignet ist, der Kenntnis der talmudtschen Literatur in die christlich-theologischen Kreise Eingang zu verschaffen und so dazu beizutragen, daß dem Talmud der Platz in der Wissenschaft, der ihm gebührt und ihm bisnnn vorenthalten wird, eingeräuml werde. Chanoch Alb eck. Kr»schiedene Nachrichten. Wiev. (Zweiter j u U g j v d i s ch e t Abend.) Die jüdische „Wiener Mo egti.-Zeitung" veranstaltet am 1b» Mai l. I. den zweite» juugjüdachen Abend unter der Leitung des Herr» I. A. L o u b e tz k y. Zur Aufführung gelangt auf der „Jüdischen Bühne", II., Taborstraße 12, „Familie Zwi" von D. Pmsky. Das Reinerträguis wn d zuglrusten der uengegtütideteU jüdischen Lesehalle in Wien zufließen. Karten k K3.—, 2.—, 1.40 und —.80 sind erhältlich itt der Redaktidu der jüdische» „Wiener Morgeu-Zeltung". H-, Taborstraße 62 b, Buch- Laudlung Löwit, L, Roteulnrmilraße 22 uud au der Tageskassa der Jüdische» Bühne. Wie«. (Israel. A! l i a » z z u Wien.) Die zioeiundvierzigste ordentliche Grneralverianimlilng der Israelitischen Allianz zu Wien findet Montag, den 17. Mai 1915, abends 6 Uhr, im Saale der Jstaetttischen Knltttsgememde, Wen, I., Seitestettengafle Nr. 4, statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit des Vereines im Jahre 1814, 2. Bericht über die finanzielle Gebahrnng im Jahre 1914, 8. Wühl von fünf Vorstandsmitgliedern mit vierjähriger Funktionsdllttek an Stelle der tunmsmäßlg ausscheidenden Mitglieder, 4. Etwaige Anträge der P. T. Mitglieder (ß 8 der Statuten). Der Jahresbericht wird nt den nächsten Tage» au die Mitglieder in Wien direkt, au die auswärtigen Mitglieder durch Vermittlung der Leitung der Filialen uild Bertranensmäuilern übersandt. Kür die außerhalb Wiens wohnenden Mitglieder gilt die Bekanntmachung in den Blättern zugleich als Einladung und die Mitgliedskarte als Legitimation. Wie«. (Kaiser Franz Josef 1. H n l d i g n n g s t e mp e l II., PüzUlaU i t e n g ü i s e 6.) Samstag, am 15. Mai Parsch., Bawidbar, wird Herr Rabbiner Dr. Salomo« Funk ans Boskow tz im. Kaiser Franz Joses L Hnldigmtgstempel beim Morgengvttesdienste Predigt halte». Herr Rabbiner Funk, dein der Ruf eines guten Kanzeln reduers vorangeht, gibt seit Jahren gemeinsam mit Hosrat Professor Dr. Wilhelm Neu ln a u n und Prosefloc August Wünsche das großdngelegte Werl MoNtlMeutN Hebraica heraus nitd ist Mitarbeiter bi t weltberühmten Sammlung Göschen (Berlin-Leipzig). Nebst seinent großen Buche über Babylonien hat er sich durch grundlegende Arbeiten wie „die Juden in Babylon" und „die Entstehung des Talmuds" rühmlichst betanntgemacht. Wiek. (Israelitischer' Wohltätigkeit s» und Ära «kenn nterstütznngsverei» „M azmiach - IeschNo.) Sonntag» den 1V. Mai 1915, 6 llhr nachmittags, findet tut Sitzungrjß«U der Synagoge II., LeopüldSgasse 29, die ^ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Ans» schuffes. 2. Bericht der RechUMigsteviforen. 3. Wahl vott acht Aukjchllßmitgliedern Und drei Rechnttngskevisoren. 4. Evetttnalien. Wie«. Beim Jugendgvttesdienste im Kaiser Fraitz Josef I- Huldiguittzstempel iu der Leopoldstadt benützte Jilipettor Professor M. Käuitz die Gelegenheit, um iu einer formvollendeten, tief er» greifenden Aborte den siebzigsten Geburtstag des städtischen Lehrers lutb israelitischen Religionslehrers Adolf Ehrenfest zu feiern. "Nachdem er die Bedeutnitg des KidttSeh Häschetii an dem Jubilar erklärt hatte, zog er den Bibelvers „Abraham steht noch immer vor Gott" heran uud erwähnte, daß auch so von dem Jubilar gesprochen werde» kann, denn er steht trotz seiner siebzig Jahre noch fest und unerschütterlich auf seinem Posten und wallet jemes heiligen Amtes. Beim ZngeudgSttesdlenste waren u. o. anwesend: die Vorsteher W. Bandler, H. Eh reu selb, Dr. M. Kvhn, B. Pick. Ingenieur R e i se r N. v. S. Wie«. Samstag, den 8. d. M. feierte im Seitenstetteu-Tempel terr Julius R e i t l iu g er die Bapniizwah seines Enkelkindes Michael t e r u, Sohn desHetru Grrstaö S te b st in Firma G i r ü r d e l l t & S te rii. Der Küiifirmaild wurde als Mastir zur Thora gerufen und rezitierte die Segeusfprüche utib die Haftara in Verstänbuisvoller Weise» Oberlantör Don F u^ch s sprach den üblichen Mischeberach und Rabbiner Dr. KüMinka würdigte in seiner Ansprache au den Koiifililialiden die echt jüdischen Traditionen des Hauses R e i t s i n g e r. Sowohl btt Batet als auch der Großvater des Konfirmanden and ebenso desfeir Großonkel, Herr Theodor Reitling er, wurden zur Thora gerufen und spendeten namhafte Beträge für wohltätige Zwecke. Gien. Die Brockens a m m l n n g s ü r j ü d i s ch e 511 nl r hat ihr neues Lokal im Hanse Alserstraße 42 bezogen. Der Befltzer des Hauses Herr Dr. Max milian Hirsch hat das Lokal dem Bereinr gratis überlaflen. Die erste Verteilung in dem neuen Lokal fand Freitag nm 2 Uhr statt. Die Vereiusdainen konnten viel verteilen, aber noch immer fehlt es an Wäsche Schnbzeug. Decken rc. Mehr als 300> Gesuche liegen vor. in denen Flüchtlinge nm Zuwendung von entbehrlichem Hausrat bitten. Die Not unter diesen Armen ist groß. Edle Menschen werden gebeten, der Armen, von Hans und Hof Vertriebenem zu gedenken; eine Karte an den Oomann des Vereines Herrn Bauer, 7. Bezirk, Lercheitfelderstraße 71, genügt und die Sachen werden abgeholi- Die Verteilungen finden jetzt stets Dienstag ilnd Freitag tml 2 Uhr ini neuen Lokal statt. Gay«. Am 5. d. M. fand hier anläß ich des letzte» Siegel der verbündeten Armeen eine von jüdischen Flüchtlingen aus Galizien und der Bukowina veranstaltete patriotische Kundgebung statt. Uttter Borantragnng schwarz-gelber nno jüdischer Fahneit zogen zirkä 3000 Teilnehmer vor das Gebäude der k. k. Bezirkshauptmannschaft. Eine Deplltation unter Führung des Herrn Joses Lobs ans Czernowitz wurde vom k. k. Amtsleiter Herrn Alo s Fen drych empfangen^ Nach einer feierlichen Ansprache des Herrn Leopold P o l l a k erfolgte die Abflilgung der Volkshyinne. Hierauf bewegte sich der Zug zur' Wohnung des Bürgermeisters Herrn Leopold Klein, Obmann des Flüchtlings-Hilfskomitees, welchem ebenfalls der Dank der Flüchtlinge ansgeiprochen wurde. Mit einem Festgottesdienste im Tempel der hiesigen Kttltttsgemeinde. bei dein Herr Oberkantot Israel Steiner, die kantütülett Funktionen vetiah und die Herren Juda T i w e l, Ernst Hayek und Leopold Pollak Ansprachen hielten, schloß die erhebende Feier. Ateratnr. „Mitteilungen des jüdischen Kriegsarchivs“. I» den nächsten' Tagen erscheint Heft 1 der „Mitteilungen des jüdischen Kriegsarchivs". Aus dem Inhalt: „De Juden iu Galizien nnd der Bukowina unter der rnssischen Invasion" (Authentische Origmalberichte und dokumentarische Belege). „Leiden der Inden in Russisch-Polen" (Originalkorrcspoudenzen). „Die Anteilnahme der österreichisch-ungarischen Judeir am Kriege" (Patriotische Akrionett und Kundgebungen, hervorragende EinzelleistuUgeu). „Juden als Soldaten und Offiziere" (Listen dtr Ausgezeichneten, Anerkennungsschreiben, Episoden usw.). „Berschiedenes".- Preis 60 Heller (50 Pfeilnig). Borausbesti-llnugen durch den Verlag R. Löwit, Wien, I., Rotenturmstkaße 22 oder dttrch das Jüdische Kriegsarchiv, Wien, II., Zirkttsgasse 33. Anfang Mai erschienen „Kriegsbriefe deutscher und österreichischer Juden“ heransgegeben von Dr. Engen Tannen-- banm. Diese Sammlung enthält 64 Briefe aus Frankreich, Belgien^ Ruffisch-Polett, Galizien und Serbien. Sie spiegeln itt glücklicher Auswahl alle möglichen Kriegssituativiien wieder, von der Einkleidung bis zum Sauseu der Schrappnels in offener Feldschlacht. Wir hören vorm Rekrutenleben und von der ärztlichen Tätigke.t in einer kleinen Garnison, vom Ansbau der Schützengräben und vom Patrviullen--- gällgcN, vom Eisernen Kreuz und vom Lebe» in der Gefangenschaft. Im übrigen war für die Aufnahme der Briefe die Tatsache eines ausgesprochenen Berhältuisies des Schreibers zum Jndentnm maßgebend. Es kommen alle jüdischen Richtnngen zum Wort, Orthodoxe- und Reformer, Zionisten wie reine Stllütsdürger jüdischen Glaubens.. Die „Kriegsbriefe deutscher und österreichischer Inden" sind eine DokilmenteiisaMiitlnilg von bleibendem Wert. Zn beziehen durch N. Löwit, Buchhandlung, Wien, I. Notenturmstraße 22. Dllohllätigkeilsaklion des Oeste rr.-nng. Kriu tove n--B tvt itte% itt Wien. Wir bitten die geehrten Herren Kollegen: Sammlungen in den Gemeinden einzuleiten^ - damit wir in der Lnge sind, alle einlaufendeir Gesuche von Seite der iu Not sich hier und auswärts befind enden Kantoren-Familie», auch serner berücksichtigen zu können. Es ist Pfiicht der Kollegenschnft, rasch und» helfend einzngreisen.