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Die Wahrheit · 1915-04-30 · Heft 17 (30.4.1915) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 17 (30.4.1915)
Date
1915-04-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Lette 8. Die Wahrheit. Nr. 17. Gelegenheit zu geben, in seiner Art dem Hilfszweck des Znvaliden-Fonds des Kriegsfürsorgeamtes ztt dienen. Zusendungen wollen an die Briesmarken-Sauunelstelle best. u. k. Kriegsministerinm-Kriegsfürfolgeamt, Wien, IX., Berggasfe 16. gerichtet werden. Urrschiedene Nachrichten Nie«. Sonntag, den 2. Mai 3 Uhr nachmittags findet rm Tempel II., Leopoldsgafie 29 die Trauung des Fräulein Dr. Klara Ä a y e r s o h n, Tochter des Herrn Rabbiner M. M a y e r s o h u, ntit Hernr Dr. Samuel Nagelbcrg statt. Wie«. Am 1. Mai feiert der städtische Bolksschullehrer und israelitische Religiouslehrer Herr Adolf Ehrenfest das schöne Doppelfest, des 70. Geburtstages und 50. Lehrerjnbilänms. Der Jubilar ist u/och einer aus der alte» Lehrergarde, gewifienhaft in seinen Dienstpflichten, ein Borbild treuer Pflichterfüllung. Biele seiner Schüler wirken m bedeutenden öffentlichen Stellungen und verabsäumen nie, ihres alten Freundes und Lehrers zu gedenken. Seine Leistlingen uns dem Gebiete des Erzlehungswesens wurden von den Vorgesetzten Behörden wiederholt belobt und aunerkannt. Preßburg. Am Freitag, den 23. April, wurde Frau. Esther G.rüufeld, die Gattin des Sekretärs der Preßbnrger israelitischorthodoxen KultiisgeMeinde Herrn Wilh. Grünsfeld rin Alter von 75 Jahren zu Grabe getragen. Ein vorbildliches Leben, reich au Wohltaten mid Frömmigkeit fand mit dem Ableben dieses Bjederweib^S einen leider ullznfrüheu Abschluß. Die Entschlafene besaß die Tugenden des echt jüdischen Mibes.: Gottesfurcht^ Frömmigkeit und ein Maß von Alttöpferung, das bis im die Grenze ihres Könnens ging. In diesem Sinne ivar sie mich bemüht, ihre .Kmder und Enkel zp, erziehen,.. Em.beredtes Zeugnis der Liebe und Verehrung,. welcher ßch Pie,.Dahingeschiedene exfente, war das .Leichenbegängnis,, das Heu W. d. stättfand. Eine große Trauergenieindb folgte ihrer Bahre. Im Trauerhause sprach namens. der Verwandten Herr S. Schill ein bekannter Talmüdgelehrter. In innigen Worten schilderte der Redner die TugeudeN der Dahiugeschledenen. In meisterhafter, herzbewegender Rede gab Herr Rabbinatsafiefior R u b i n stein am Grabe der großen Trauer Ausdruck. Ferner sprach Herr Rabb. Josna Schill aus Bösing, ein Enkel der Entschlafenen. N2L2N Prag. Dr. Phil, und Jur. Samuel Steiuherz, Professor der historischen Hilfswisienschast an der deutschen Universität in Prag, der als Nachfolger des Hofrätes Dr. Bachmann zum Professor der österreichischen Geschichte an unserer Universität ernannt wurde, ist am 16. Dezember 1857 in Güfiiug geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums in Graz bezog er die Universitäten Graz mid Wien, wo er Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit, sowie Rechtswifienfchaften studierte. 1895 habilitierte er sich an der philosophischen Fakultät in Wien, wurde 1901 außerordentlicher und .1908 ordentlicher Professor der historischen Hilsstpifienschafteu an der deutschen Universität Prag. Profefior Steinherz, der — wie eingangs erwähnt — das Doktorat der Philosophie und der Rechte inuehat, gehörte in Wien zum Schülerkreise des berühmte» Historikers Hofrat S i ck e l, Vorstandes des JllstiUlls für österreichische Geschichtsforschung. Wenn das Gedächtnis uns nicht täuscht, wurde Doktor Steinherz durch diesen Gelehrten seinerzeit dem Papste vorgestellt, da er von seinem Lehrer dazu bernseu war. archivaln'che Studien in der vatikanischen Bibliothek zu unternehmen. Wie ernst und gewifienhaft es Steiuherz mit seinen geschichtlichen Forschungen nahm, dafür mag als Beweis gelten, daß er sich mit der italienischen und spanischen Sprache bekanntmachte, um die einschlägigen Ouellen im Original zu studiere». Profefior Steinherz, der sich als Lehrer und Mensch bei den Kollegen und semeu Schülern hoher Sympathien erfreut, hat auch eine rege sachliterarische Tätigkeit entwickelt nnd zahlreiche Abhandlungen aus dein Gebiete der Geschichte des Mittelalters und der historischen Hilfswissenschaften veröffentlicht. Im Vorjahre bekleidete er die Würde eilies Dekans der philosophische« Fakultät. Die vielen Freuride, die Profefior Steinherz nicht nur in Prag, sondern auch in Wien und Graz sein eigen nennt, werden gewiß mit freudiger Genugtuung ob der Ernennung znm Ordinarius für österreichische Geschichte erfüllt sein. Innsbruck. Am 22. d. M. wurde in Kitzbühel der Krieger Salomo« Diamant aus Bajanow in Galizien mit allen militärischen Ehre» zu Grabe getragen. Bei diesem traurigen Anlässe konnten wir die Wahrnehmung nracheu. daß der Krieg selbst in Kitzbühel, das noch vor einigen Jahren an jüdische Kurgäste keine Anskunst erteilte, nicht spurlos vorübergegangen ist. Vertraut gewordene Anschauungen, die hier zu Lande eine Generation der andern vererbt, tief eingewurzelte Vorurteile, oft aus der Rüstkammer des Mittelalters hervorgeholt, wurde» auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft und über Bord geworfen. Vor der Majestät des Todes verstummte der Parteien Haß und Hader und selbst das konfessionelle Moment trat hier vollständig zurück. Jung und alt wetteiferte, dem verstorbenen Krieger die letzte Ehre zu erweisen. Außer dem Stadlmagistrate, der mit dem Bürgermeister an der Spitze fast vollzählig erschien, waren alle Vereine der Stadt Kitzbühel ohne Unterschied der Parteistellung durch Abordnungen beim Leichenbegängnisse vertreteir. Aul offenen Grabe lvidmete Herr Landesrabbiner Dr. Link dem Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf, der umso größeres Interesse erweckte, als der Redner über den. Rahmen eines Nachrufes hinausgehend, die grundlegenden Lehren des Judentums urd..ihren ethischen Gehalt mit beredten Worten dxn katholischen Zuhörern vor Augen führte. Die kautoraleu Fnnktionen versah mit gewohnter Meisterschaft Herr Kantor Abraham F i n g e r h n t aus Innsbruck. Die Kosten d.es Leichenbegängnisses hat in munifizenter Weise die C h e w r a Kadischa in Innsbruck übernommen, die auch eines ihrer Vorstandsmitglieder, Herrn Louis Singer, zur Teilnahme am Leichenbegängnisse delegierte. Mohttiitigkeitsaktion des Oe st e r r.- u n g. Ka n l v r e n - V e r e i u e s in Wien. Wir bitten die geehrten Herren Kollegeü Sammlungen in den Gemeinden einzuleiten, damit wir in der Lage sind, alle einlaufendeü Gesuche von Seite der in Not. sich hier nnd auswärts befindenden Kantoren-Familien, welche als Flüchtlinge existeuzlos find, auch serner berücksichtigen zu.können. Es ist PfirHt der ^öllegenschaft, rasch nnd helsend einzngxeisen. Spendeu-AttsMcis IX. Von Herrn Lajos Kriser durch Fron k. n. k. Kailttnersärigeriil Elise Elizza.. .' . . . K 30:— Spenden erbittet mau an Leu Prästdeuteli, Oberkantor I. B a n e r, II.,.Novatagasse 27, sowie an den Vizepräsidenten, Obkikätuör I. Morgenstern, II., Ferdinandsstraße 23. Oesterreichische Zentral-Bodenkreditbank. In der am 23. April 1915 abgehaltenen Verwaltungsratssitzung dieser Bank wurde die Bilanz für das-Jahr 1914 festgestellt. Dieselbe schliesst nach entsprechenden Abschreibungen an dem Effekten!) esitze und nach Einstellung einer Kriegsverlustreserve im Beträge von K 400.000.— mit einem Gewinne von K 754.984.— (— K 427.187 gegen 1913) und nach Abrechnung des. Gewinnvortrages von 1913 mit einem Reingewinne von K 509.034 (— K 485.856). Es wurde beschlossen, der Generalversammlung vorzüschlageh, nach statutenmässiger Dotierung des ordentlichen Reservefonds mit 10 Prozent und des Hypothekarreservefonds mit K 100.000.— wie im Vorjahre, dem Pensionsfonds der Angestellten K 40.000.— zu widmen, die Dividende pro 1914 mit 6 Prozent, das ist K 24.— (gegen 8 Prozent, das ist K 32.— im Vorjahre) zu bestimmen und den Rest von K 107.726.— (— K 138.223.—) auf Rechnung des Jahres 1915 vorzutragen. Kkis. kan, privilegierte Oesterreichische Länderfank. Die vi e ru n d dr e i s s igste ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Kais. Kön. privilegierten Oesterreichischen Länderbank findet Mittwoch, den 26. Mai 1915, 6 Uhr abends, im Anstaltsgebäude. 4., Hohenstaufengasse Nr. 3, statt. Gegenstände der Verhandlung sind: 1. Bericht des Gouverneurs über das abgelauiene Geschäftsjahr. 2. Bericht der Zensoren über die Gesehäftsgebährubg im Jahre 1914. 3. Beschlussfassung über die Verwendung des bilanzmässigen Ueberschusses des Jahres 1914. 4. Beschlühsfassung über die Auszählung einer Dividende für das Geschäftsjahr 1914 aus dem ausserordentlichen Reservefonds. 5. Statutenänderung (§ 58, Absatz 2 und 3). 6. Wahlen in den Verwältüngsrät (§§ 22, 23 und 25). 7. Wahl der Zensoren und deren Ersatzmänner für das Jahr 1915 (§ 39), sowie Wertbestimmung der Anwesenheitsmarken für dieselben (§ 42). Die stimmberechtigten Aktionäre (§§ 43, 44), welche an der Generalversammlung teilzunelimeh wünschen, werden hieinit eingeladen, ihre Aktien spätestens am 12. Mai 1915 zu deponieren, und zwar: in Wien bei der Kais, Kön. privilegierten Oesterreichischen Länderbank; in Baden, Bozen, Graz, Innsbruck, Linz, Pilsen, Prag, Reichenherg, Salzburg, Teplitz, bei den Filialen, resj). Exposituren der Kais. Kön. privilegierten Oesterreichischen Länderbank 5 in Berlin hei der Deutschen Bank sowie deren Filialen, bei der Dresdner Bank und Nätionalbank für Deutschland; in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Bank-Filiale Frankfurt; bei der Deutschen Effekten- und Wechsel-Bank; bei der Deutschen Vereinshank; bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. M.; in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank. Kais. Kön. privilegierte Oesterreichische Länderbank.

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