Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 13 (26.3.1915)
- Date
- 1915-03-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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R edaktion und Administration: Wie», II., Novaragasse 27 Telephon: Redaktion Automat 42.889. Administration 4938 H. K. k. österr. Postsparkassa- Scheck-Konto Nr. 100.918. Inserate: Die viermal gespaltene Nonpareille-Zeile 25 Heller. Abonnements- und Jnsertionsbeträge sind in Wien zahlbar und klagbar. ^abhängige Hertfchrift für jüöifche Interessen. Erscheint jeden Areitng. Notto: „Das LisZsl Gottes ist Wahrheit!“ Bezugspreis: Ganzjährig.K 15.— Halbjährig.K 7.50 Für Kultusbeamte: Ganzjährig .... . K 10.— Für Ausland: Ganzjährig..8 Mark 8 Rubel oder 16 Frcs. Kr. 13. ieu. 26. Ulkr; Inhalt: Prssach. — Die Zeit unserer Befreiung. — Tut nichts, der Jude wird verbrannt! — Das Elend der rnssischen Juden. — Isidor Kaufmann. — Auslösung der Czernowitzer Kultnsgemeinde. — Die Niederlage nuferer Feinde. — Berschiedene Nachrichten. — Literatur. — Mohltätigkeitsaktion des Oesterr.-nngar. Kantoren-Vereines. — Pessach-Beteilung. Abonnements-Einladung. Are geehrten Kerren Abonnenten werden um umgehende Erneuerung des Abonnements für das am 1. April 1915 beginnende II. Huartat ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Mattes keine Unterbrechung erleide. Abonnements-Bedingungen: Kanzjährig »Ar. 14.— Kalbjährig Kr. 7.—, Vierteljährig Kr. 3.5V. K. l. Postsparkasfen-Korrto 1VV.S18. —. Probenummern gratis zur Verfügung. ■■ Sie rufen es laut mit freudiger Stimm': Es trete nur ein, wer leidet da Not, Er esse und trinke, wir teilen mit ihm Das letzte und einzige Stückchen Brot. Sie erheben das Glas und rufen ans: „Anfs Jahr in größerer Freude!" Es seien die Inden nicht wieder von Hans Und Hof getrieben wie heute ... Es werde gebrochen des Wüterichs Macht, Der nufere Häuser geschändet, Der über uns brachte traurige Nacht Und unsere Güter gepfändet. Gott gebe den Edlen den herrlichen Sieg, Damit sie ihr Werk verrichten Und durch den glorreich geführten Krieg Den Roscho Amolek vernichten . . . MM MW Uessach. Es wütet dort draußen der Kampf ums Brot, Es streiten und toben die Massen, Sie kämpfen für Armut und bittere Not, In grimmigem, feindlichem Hassen . . . Und drinnen in Liebe und Friede man sieht Beisammen sie sitzen und lesen Was vor Tausenden Jahren geschieht, Welch' Wunder damals gewesen. Wir wurden befreit von starker Hand, Wo unsere Väter geschmachtet, Ans des Tyrannen Sklavenland, Der unsere Kinder geschlachtet. Sie zeigen das Brot des Elends umher, Das damals die Inden genossen, Erzählen von Männern, die im Kampfe schwer, Ihr Blut für den Glauben vergossen. Dann werden wir sagen, was w i r geseh'n, Ans der Hagada werden wir's lesen, Nicht was den Vätern einst geschehen. Wir sind selber dabei gewesen. „Im nächsten Jahr in größerer Freud!" So kling es ans jedem Munde, Gott hat geprüft die Inden mir heut, Doch geh'n sie niemals zugrunde. Wilhelm Geiger. Die Zeit «»lerer Kefremng. „Ho lachmo anjo“, „Dies ist das Brot des Elends!" So rufen wir in diesen schweren Tagen der Heimsuchung, da Krieg und Verheerung, Not und Jammer uns alle bedrücken und erschauern machen. Wie trostvoll klingt uns jedes Wort der Hagada entgegen und wie grell beleuchtet sie unsere Zeitverhältnisse! „Jeder Bedürftige komme und feiere mit uns das Pessachsest! Dieses Jahr Sklaven der Nor und des Elends, im kommenden Jahre Kinder der Freiheit!" Wahrlich, wie Trost und Verheißung klingt es uns entgegen, vom schweren Alpdrücke, des Krieges endlich wieder befreit zu werden und dem sonnigen Frieden entgegen zu gehen! Durch furchtbare Kämpfe und gewaltige Opfer wird eine