Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 6 (5.2.1915)
- Date
- 1915-02-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 6. Die WahrheU. Seile 9. Oberleutnant im Felde, spendete K 100.— anläßlich der •. Geburt eines Sohnes. Herr Julius Klein spendete K 150.— anläßlich des Ablebens seiner Gattin. Frau Hanni Weiß! errichtete eine Maskir-Sliftung nach ihrem verstorbenen! Gatten, unserem langjährigen VereinsmitgliedeHerrn S. Weiß. Die Preise der Belsitze mußten wir mit Rücksicht ans die ungünstigen Zeitverhültnisse wesentlich reduzieren, wodurch nns ein Ausfall von K 2000.— entstand, der das bestehende Desizit in unserer Gebarung vergrößerte. In der hieraus folgenden Debatte verwies Kultus- Vorsteher Herr Steiner auf die schwierige Lage der Gemeinde, geschaffen durch die enormen Ansprüche, welche derzeit an die humanitären Leistungen gestellt werden, sodaß es ihr schwer wird, die berechtigten Ansprüche der Tempelvereine zur Erhaltung des Kultes zu erfüllen. Redner bittet, die größte Sparsamkeit walten zu lassen, um die Gemeinde möglichst zu entlasten. Tempelvorstand Herr H e r l i n g e r setzt dem entgegen, daß er als Kasseurevisor dle Gebarung auf das genaueste kontrolliere und daher versichern könne, daß alle Ansgaben voll berechtigt sind und Abstriche mit Rücksicht ans die eingetretene Teuerung aller Lebensmittel und Materialien weder bei den Gehalten, noch bei den Bedarfsartikeln gemacht können. Er appelliert nochmals an die Knltnsgemeinde um volle Bewilligung der angesprochenen Subvention, da der Tempelverein die Erhaltung des regelmäßigen Gottesdienstes nur in Stellvertretung der hiezu verpflichteten Gemeinde durchführe, dabei enorme Opfer an Zeit und Geld bringe, für welche Opfer er die erforderliche materielle Mithilfe der Knltnsgemeinde zu verlangen berechtigt ist. Ein Antrag, an die Knltnsgemeinde eine diesbezügliche Interpellation zu richten, wird einstimmig angenommen. Auf eine Anregung des Knltnsvorstehers Herrn Steiner, für die gefallenen Krieger das tägliche Kadischgebei zn verrichten, teilt Obmann mit, daß nicht nur dieses, sondern auch täglich Tillem für die im Felde stehenden Truppen gebetet werden. Bei den vorgenommenen Neuwahlen werden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Josef B r a u n, Franz Frankl, Adolf H o f m a n n, Hermann Sonne nf e l d und Emil W i e s e l t h i e r einstimmig wiedergewählt. In einer Ansprache des Ehrw. Herrn Rabbiner Professor Dr. Reich weist dieser ans die besonders feierliche Führltng des Gottesdienstes in dem Kaiser Franz Josef- Regiernngs-Jnbtlänms-Bereins-Tempel hin, die nmsvmehr geboten erscheint, als die Bewohner der beiden Bezirke den besten Kreisen der Bevölkerung angehören und insbesondere bei Festgottesdiensten patriotischen Anlasses die Vertreter der staatlichen miö Gemeindebehörden Gelegenheit haben, über die Art des Gottesdienstes in den israel. Tempeln eine richtige und wohlwollende Anschannng zil gewinnen. Einer weiteren Anregnlig des Ehrw. Rabbiner Reich in Anbetracht der außergewöhnlichen Zen ein Hnldignngstelegramm der Generalversammlung au Se. Majestät mit der Versicherung unverbrüchlicher Treite zu richten, wurde mit Begeisterung angenommen und die Sitzung unter Dankesworten des Vorsitzenden geschlossen. Oesterr-nngar. Kantoren Uerein. Aus der Sitzung am 30. Jänner 1915. Anwesend: Bauer, Dünnmann, Morgenstern, Jnrberger, Schlesinger. Friedländer, Grob. Serebrenik, Mayrowirsch, Kühner, Kaufmann. Entschnldigt: Schleifer und Giblichmann. Nach Verlesung des Protokolles der letzten Sitzung wird der Witwenbeitrag nach dem jüngst verstorbenen Vereinsmitgliede Oberkantor S. Grünblatt, Jägerndorf, festgesetzt. Vorsitzender Präsident I. Baiter berichtet über das Programm der Wohltätigkeitsveranstaltnug, sowie über die Aqniriernug der Knnstkräfte und nach Kenntnisnahme des Berichtes wird ein Komitee eingesetzt zur Durchführung aller Vorarbeiten des grvßangelegten Konzertes, das gleichzeitig mit einer Gedenkfeier des 25 jährigen Todestages unseres •. urvergeßlichen Altmeisters Salamon S n l z e r verbunden i sein wird. j Die geehrten Vereinsmilglieder werden ersucht, im 1 Sinne der Statuten umgehend den Wilwenbeitrag für das verstorbene Mitglied S. Grünblatt, Jägerndorf. an den Kassier. S. Jnrberger. II., Tempelgasse 3. ebenso die restlichen Vereins- und Pflichtbeiträge zn senden. Walsitiiligkeitsaklion des Oesterr. nng. Kanloreuvcreiues itt Wien Der Oesterr.-nng. Kamorenverein wird im Monate März l. I. ein großes Konzert für die infolge des Krieges ihrer Existenz beraubten Kollegen veranstalten. Die Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte ist bereits gesichert. Speilden für die in Not sich befindenden Kantoren übernimmt der Präsident des Vereines Oberkantor I. Bauer, Wien, II. und der Vizepräsident Oberkantor I. Morgenstern, H. , Ferdinandsstraße 23. Den hochverehrten Spendern, welche nns infolge unserer eröffueteu Wohltätigkeits-Aktion Betrüge zukommeu ließen, sprechen wir auf diesem Wege den tiefgefühlten Dank aus. Der Allsweis erfolgt zur Zeit des Konzertes, welches der Verein veranstaltet. Für den Vorstand: Oberkantor I. Baue r, Präsident. Oberk. S. D ü n n m a n n, Oberk. I. Morgen st e r n Bize-Präsidenten. I. Kantor S. I n r b e r g e r. Kassier. Aviso! Die löblichen Kultusn u ö Tempelv e r e i n s - V o r st ä n d e. weiche durch die Einrückung ihres Fllnktionärs eine V e r t r e t n n g wünschen, ivollen sich an das Präsidium des „O e st e r r. - u n g. K a u t o r e n v e reines in Wien. II., Novaragasse 27, wenden. Uerschiedene Nachrichten Wien. Freilag, den 5. Februar 1915 Predigt im Tempel. VlII.. Neudegg. igasse 12. Wien. (Fr e i t a g a b e n d - V o r c r a g i m Bech - H amidrasch „T almnd - Thor a, II., Malzgasse 16.) Auch Frauen zugänglich. Am 5. Februar l. I., halb 8 Uhr abends: Herr M. H ö u i g s b e e r: „Sancheribs Ervbernu.jszug gegen Jerusalem." Wien. (Bvrrrügein der T o y n b e e h a l le, XX., DeiuSgasie 33. Josefine Mendl-Wohlsahrrsyaus). Freirag, den 5. Februar: Blbelvorrrag. Samscag, den 6. Februar: Musikalisch-deklamatorischer Abend, veraustalket von Fräuleni Fanny F r e y st ä d r. Sonntag, den 7. Februar: „Der ewige Frieden", Vvrirag von Rabbiner Dr. Feuchrw an g. Mittwoch, den 10. Februar: Literarischer Abend, Schriftsteller Otto E i s e n s ch i tz. Donnersraa, den 11. Februar: Dr. Otto Landsberger l'Jngeiidbniid>, Portrag: „Impfschutz und Blatternienche." Wie». Donnerstag, den 4. d. M. wurde vom „Wiener Hilfskomitee für Flüchtlinge an- Galizien und der Bnkoivina", unter Leitung der Frau Sofie Grünfeld, in Wien, XX., Wallensteinstraße 72, eine rituelle Speneballe unter Rabbiuarsanijichr für einen größeren Betrieb eröffnet. Die Ausweisung findet rägi-ch von 11—1 Uhr statt. In denselben Rünmen wird die Errichtung einer Teestube in großem Stil geplant. Wien. Samstag, den 30. Januar feierte der in Wien bestbekanikte Schuldirektor Ignatz Weber seinen 70. Geburtstag. Ans diesem Anlasse wurde der Jubilar im Währinger Tempel von Seite des Porstandes und den Fnilkrionüren geehrt. Direktor Weber genießt in der Residenz, speziell :m XVHI. Bezirke, seiner früheren Wirksamkeit, große Beliebtheit und Verehrung. AlS er zur Thora gerufen wurde, trug Erster Kantor Serebrenlk einen zu dieser Feier verfaßten „Mi scheberach" ivirknngsvollst vor, wobei er vom Chor assistiert wurde. Im Tempel erschienen nebst der Familie des Jubilars, KulruSvorsteher Em. H o f m a u n, Rabb: Dr. Fenchtwang, die Vorstandsmitglieder I. Stern, Dr. Winter. Bergmann und Vertreter der Schulen, in welchen Direktor Weber Jahrzehnte verdienstvoll gewirkt har. 8. Wien (Josefstadt). Samstag. den 30. Jänner feierte Herr Philipp Weiß, Vorstandsmitglied des Tempelvereines im Wiener