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Die Wahrheit · 1915-01-29 · Heft 5 (29.1.1915) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1915
Issue
Heft 5 (29.1.1915)
Date
1915-01-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 5. Die Wahrheit Seite 7. Aber wir erlauben uns auch darauf aufmerksam zu machen, daß eine Aufgabe, wie die oben geschilderte nicht ohne beträchtlichen Aufwand erfüllt werden kann. Es. ist eine regelmäßige Amtsführung erforderlich, die sich auf dem ganzen weiten Gebiete der heutige Ereignisse nichts entgehen lassen darf, was mit dem jüdischen Interesse znsammenhängt. Daher müssen wir Gefertigte an Eure Mithilfe auch nach der Richtnng appellieren, daß Ihr Euch entschließt, zur Deckung unserer Kosten unserer Aktion beizntragen. Ihr könnt dies entweder als Stifter des Archivs tun, wenn Ihr eine einmalige Zuwendung macht, oder als Förderer in Form einer regelmäßig monatlichen Beitragsleistnng für die Dauer des Archivbestandes. Zuschriften und Beitrittserklärungen sind ztl richten an das „Jüdische Kriegsarchiv" 'II., Zirknsgasse 33, Geldsendungen an das Bankhaus I. & A. Brecher, Wien, IX., Berggafse 1. Für das v o r b e r e t e n d e Komitee zur Anlegung des „Jüdischen Kriegsarchiv": Oberingenenr Robert Stricker, Vorstandsmitglied der Wiener israelitischen Knltnsgemeiude, derz. Obmann. Dr. Nathan B i r n b a n m, derz. Achivleiter. Ludwig B a t 6, Börserat Adolf Breche r, Dr. Leopold Ehrlich, Dr. Erich Ritter von Kahler, Dr. Alfred L a n z e r, Redakteur Julius L ö w y, Dr. Isidor M a r g u l i e s, Dr. Wilhelm Stein. Dr. H. Sußmann, k. k. Reichsratsrevisor Rudolf Tanssig, I. H. Waltnch, Doktor F. Waschitz, Dr. Paul W e i s e n g r ü n. £ * $ Unsere Leser werden im Sinne des vorstehenden Aufrufes des „I ü bischen K r i e g s a r ch i v s dringendst gebeten, alle vom jüdischen Gesichlspnnktewichtigen Tatsachen, die sie ans Anlaß des gegenwärtigen Krieges bisher erfahren haben und weiter erfahren werden, n n verzü gl i ch dem Jüdischen Kriegsarchiv, Wien, II. Zirknsgasse 33, mitznteilen. (Die Redaktion.) Uerschiedene Nachrichten. Wien. (Bo r t r ä g e i n der T v y n b e e h a l le, XX., Denisgasse 33). Freitag, den 29. Jänner: Bibelvortrag, Religionslehrer L ö w - B o g e l. Samstag den 80. Jänner: Mnsikanfsührnng, Leiterin Frau Raja B a r b e r, Fräulein W a l d b e r g (Gesang), Fräulein Mazda Schwarz (Klavier), Alexander Jaray (Rezitator). Sonntag, den 31. Jänner: Schriftsteller G o l d b e r g, Vorlesung des eigenen Volksstückes „Sturm-Idyll". Dienstag, den 2. Februar: Mnsikaufführung von Herrn U n g e r. Wien. (F r e i t a g a b e n d - B o r t r a g im B e t h - Hanl i d r a s ch „Talmud-Thor a, II., Malzgasse 16.) Auch Frauen zugänglich. Am 29. Jänner l. I., halb 8 Uhr abends: Herr Jsak R o s n e r : Der S i e g e s g e s a n g am Roten Meere als ältestes jüdisches Kriegslied". Wien. (Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kult n r.) Donnerstag, den 4. Februar 1915, l/,8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekcenvereines, X, Eschenbachgasfe 9, ein Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Simon H e v e s i ans Budapest statt. Thema: „Die jüdische Frau und ihre Stellung znr Religion." Eintritt frei — ohne Karten. Wien. Sonntag, den 31. Jänner 1915 um 10 Uhr vormittags findet im Sitzungssaale des neuen Tempelgebäudes, V. Siebenbrnnnengasse 1 a, die 41. Generalversa m m lnug des „I s r a ej i t i s ch e n T e m p e l v e i u e s für die Bezirke Wieden und Margarethen in Wien" statt. Wien. Der durch seinen wiederholt betätigten Wohltätigkeitssinn bekannte Chef der Edelsteiufirma Brüder Herzl in Wien, Herr Salomon .H e rzl, der für diverse Kriegsfürsorge bedeutende Spenden gewidmet hat, hat mittels eines Hofgesnches sich die Erlaubnis erbeten, Sr. Majestät dem Kaiser, sowie der Prinzefiin Gisela von Bayern und der Erzherzogin Marie Valerie je eine Suite der im Atelier Herzl ausgeführten Kciegsriuge als Andenken an die gegenwärtige denkwürdige Zeit unterbreiten zu dürfen. Nach erfolgter Einsendung ist Herrn Herzl durch Oberstkämmereramt Sr. Majestät des Kaisers der allerhöchste Dank ausgesprochen worden. Wien. Dienstag, den 26. d. M. ist das in den weitesten .Kreisen durch seine vielfach betätigte Fürsorge für humanitäre Zwecke großer Popularität sich erfreuende Vorstandsmitglied der Wiener Chewra Kadischa, Herr Jakob Kan n, nach längerem Leiden gestorben. Die bedeutenden Stiftungen, die der Verblichene noch bei Lebzeiten für einzelne humanitäre Institute der Gemeinde geschaffen hat, sowie seine langjährige hingebende nnd aufopfernde Tätigkeit m der Chewra Kadischa sichern seinem Namen ein Ehrenblatt in der Geschichte der Wiener Knltnsgemeinde. Wieuer-Nenstadt. Unser Herr Oberkantor Landau hat einen schweren Verlust erlitten. Durch Vermittlung des Oberrabbiners Dr. Ehrenpreis in Stockholm erhielt er die Nachricht, daß seine Mutter, Frau Rösel Landau, in den letzten Tagen des Dezember v. I. iu Lemberg gestorben ist. Frau Landau, die bis vor zwei Jahren hier gewohnt hat und stets den Wunsch hatte, an der Seite ihres gottselige» Mannes, des gelehrten Rabbiners Moses I. Landau iu Leinberg begraben zu liegen, ist in einer bewegten Zeit in ein besiereS Jenseits abberufen worden, so daß blos ihr Sohn, der Direktor des Lazarns- Spitales und Stadrarzt Dr. Landau, bei ihrem Tode weilte. Ec war trotz Eindringen der Feinde bei seinen Kranken und Berivnndeten iu Lemberg geblieben. Frau Landau, die ein Aller von 77 Jahren erreichte, war eine allgemein geachtete, edle, gotrestnrchtige Frau, eine esches chajil, wie sie immer seltener werden, die kein Gebet versäumte und alle Gebete, ioivie Thillim auswendig kannte. Um sie trauern vier Söhne, Oberkanror Religionsprosessor M. A. L a n d a u in W:ener- Nenstadt, Stadrarzt Dr. Friedrich Landau in Lemberg, Bankier Hermann Landau ans Lemberg, derzeit mir Familie in Wiener- Neustadt, der Chies-Rabbi von Südafrika Master d'NrtS Doktor I. L. Landau in Johannesburg und zahlreiche Enkel und Urenkel. Sie ruhe in Frieden! Linz. Am Sonntag den 17. Jänner 1915 hat Herr Rabbiner M. Friedmann im Kriegsgefangeneillager Katzenan bei Luiz, nach Anschluß des Mülcha-Gebeces einen sehr erhebenden, zu Herzen gehenden Bvrrrag gehalten und hiezu ein Zilac ans den Provheren als Grundlage benützt. Die kriegsgefangeuen Inden waren hierüber derart begeistert, daß sie den Herrn Rabbiner baten öfters zu kommen nnd verivrachen, durch musterhafte Ausführung sich dieser Auszeichnung würdig zu erweisen. Vom Vorstände harten sich zu diesem Vorrrage Herr KnlcuSvorsteher Benedikt Schwager nnd Herr Albert Tandler eingefnttden. Im hiesigen Gesangeneulager befinden sieb die Inden ganz wohl, nachdem ihnen seitens des Kommandos jedes mögliche Eatgegenkommeu gezeigt wird. Liuz. Jil Braunan am Jlil starb unter den internierten russischen Flüchtlingen Wolf E n d o l i n aus Russisch Polen im Alter von 22 Jahren. In der Fnedhoshalle zu Braunau nahm der Linzer Oberkanror Herr Bernhard Löwensohn. assistiert von einem, rm Jnterniertenlager sich befindenden, gut geschulten Männerquarrerr, welches unter der gut bewährten Leitung des Czernvwitzer Chordirigenten Joses Towftein stand, die kantorale Funktion in ergreifender Weise vor. Hierauf wurde die Leiche von allen ui Braunau internierten russischen Inden znr Bahn geleitet nnd nach Linz überführt, woselbst Herr Rabbiner Friedmann diesem hoffnungsvollen jungen Manne einen sehr ergreifenden „Hesped" veranstaltete. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkanior Löwensohn. Eger. Samstag, den 16. Jänner fand wie alljährlich im Restaurant Heller die Generalversammlnug der Chewra Kadischa statt. Der Präses der Chewra. Herr Hugo F l e i s ch l, berichtete über die Geichäfrsgebahrnng des Bereinsjahres 1914 und wurden deffen Ausführungen mit Beifall ausgenommen. Herr Rabbiner Dr. Grünfeld da-lkre dem Präsidenten und denr Ausschüsse für ihre Aufopferuikg und hob hervor, daß im versiossenen Beremsjahre leider durch die Bestattung von Kriegsverwnndeten nnd galizischeu Flüchtlingen erhöhte Anfordernngen gestellt wurden, denen sie mit großer Pünktlichkeit nachgekomme» sind. — An diesem Abend wurde auch über das Wesen der Wohltätigkeit nnd die Versorgung der Flüchtlinge eine Debatte eröffnet, wobei Herr Knltnsvorsteher Ed. L ö w y seine Freude über die Opserfreudigkeic seiner Kulmsgemeindemitglieder zum Ausdruck brachte und betonte, daß es kaum eine zweite Gemeinde in ganz Böhmen geben dürfte, die für die galizischeu Flüchtlinge derartige Fürsorge pflege. Die Egerer Kultnsgemeindemitglieder stehen diesen Armen mit Rat und Tat in großzügigerwelie znr Seite, wofür allen aufrichtiger Dauk quittiert wird. Die Worte des Herrn Knltusvorstehers lösten allgemeinen Beifall ans. — Znm Schlüsse dankte Herr Präses Fleischl den Anwesenden für ihr zahlreiches Erscheinen und zollte Frau Oberkancor W i l k o w i l s ch seine spezielle Anerkennung für ihre außerordentlichen, aufopfernden Leistungen in Bezug der Fürsorge für die Flüchtlinge, womit die Generalversammlung in Eintracht und Gemütlichkeit ihren Abschluß fand. Mohltätiskeitsaktion des Oesterr.-nng Kantorenvereines in Wien. Der Oesterr.-nng. Kantorenverein wird im Monate März l. I. ein großes Konzert für die infolge des Krieges ihrer Existenz beraubten Kollegen veranstalten. Die Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte ist bereits gesichert. Spenden für die in Not sich befiridenden Kantoren übernimmt der Präsident des Vereines Oberkantor I. Bauer, Wien. II. _

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