Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 48 (25.12.1914)
- Date
- 1914-12-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 48. Die Wahrheit Seite 7. schlichte aber erhebende Feier, welcher Frau Baronin Königswarter, Präsident Dr. Alfred Stern, kais. Rat Dr. L'.eben. die beiden Obmänner des Knabenhocres Dr. I. Samuely und Karl Freund, Fra» Freund, Dr. Bloch, der Leiter der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen Dr. M. Löwy, der Awtsleiter des Wohltätigkeitsamces Rudolf Kraus beiwohnten, fand iin Festsaale des von Herrn Heinrich Men dl errichteten Wohlfahrtshanses nn XX. Bezirke statt. Präsident Doktor Alfred Stern hielt eine herzliche Ansprache an die Kinderdie in ein och auf Se. Majestät den Kaiser ansklang, worauf, die Kinder das aiserlied sangen. Nachdem Herr Karl Freund dem Präsidenten Doktor Alfred Stern und der Fran Baronin Königswarter namens der Kindeer innigsten Dank für ihr Liebeswerk abgestattet hatte, wurde die Bekleidung vorgenommen. Wien. (P a t r i o t i s ch e s Konzert). Das am Donnerstag, den 17. d., im großen Könzerthanssaal anläßlich des Channkafestes -veranstaltete große patriotische Konzert des Oberkantors Don Fuchs, dessen Reinerträgnis zn gleichen Teilen der Gesellschaft vom Noten Krenz -und den Flüchtlingen ans Galizien und der.Bukowina gewidmet war, hatte einen ebenso großen künstlerischen wie bedeutend Humanitären; ^Erfolg. Das distinguierte Publikum, das den großen Saal bis auf das ' .letzte Plätzchen füllte und in dem man zahlreiche Abgeordnete, Offiziere, Professoren und Vertreter der besten Wiener Gesellschaft bemerkte, spendete den glänzenden Darbietungen durch lebhaften Beifall die verdiente Anerkennung. Eiugeleitet wurde der Abend durch S. Snlzers weihevollen Psalm 111. Die Chöre des vereliiigten Wiener Synagogen-! ^chors, das unter Leitnug des Kapellmeisters Martin S p ö r r temperamentvoll dirigierte Orchester des Wiener Konzertvereines, sowie das .wunderschöne Orgeli'piel des Hoforganisten Professor Rudolf Dittrich und die prächtig gesungenen Soli des Oberkantors Don Fuchs fanden großen Beifall. In einer geistvollen Festrede, die oft von stürmischem 'Applaus unterbrochen wurde, pries Rabbiner Doktor Max Grnnw ald die Opferfreudigkeit und den Heldenmut der jüdischen Soldaten lind gedachte der schweren Opfer der Bevölkerung von Galizien und der Bukowina an Gut und Blut für Kaiser und Vaterland. Die österreichische Volkshymne. „Heil dir im Siegerkranz" und Josef Snlzers Sultanshyittne boten den Anlaß zn einer erhebenden patritriotifchen , ^Kundgebung des Publikums. Das reichhaltige Programm brachte noch Mehrere künstlerisch vollendet gesungene Arien des Oberkailtors Don F n ch s und des Opernsängers Artur Wolf, für welche die beiden Künstler lebhaft akklamiert wurden. Neben den Genannten hat sich um das Gelingen des patriotischen Abends Professor Joses Snlzer großes Verdienst erworben; sein seelenvoller Violincellvortrag des „Kol Nidrei" .wurde stürmisch bejubelt. Das Konzert, zn dem Oberkantor Don Fuchs . die Anregung gab und um dessen Gelingen er sich sehr verdient gemacht hat, hatte, wie erwähnt, in jeder Hinsicht den besten Erfolg. Wien. (Kinderbekleidung) Eine schöne Feier fand Sonntag, den 6. d., nachmittag, in den Räumen des „Chic Parisien" in der Paracelsusgasse statt, die Herr Bachwitz zur Verfügung gestellt hatte. Der Verein „I n g e n d s ch n tz", der auf dem Gebiet der Jugendfürsorge schon manches Rühmliche geleistet, beteilte etwa 500 Kinder, Knaben und Mädchen von ms Feld gerückten Soldaten, Kinder von Arbeitslosen und Flüchtlingen mit warmen Kleidern und Wäsche. Der Verein, der vom Tage der Mobilisierung in seinen Räumen etwa .200 Kinder vollständig ansspeist und beschäftigt, hatte eine Reihe von Persönlichkeiten zn dieser Feier zu Gast geladen. Gleich nach 4 Uhr konnte die unermüdliche Präsidentin des Vereines Frau Julie ferner und der Vorstand des Vereines, dieGemahlin des Ministers des Auswärtigen Gräfin Berchtold. Baronin Bienerth, Prinzessin Hanna L i e ch t e n st e i n und andere begrüßen. Während die Gäste .kn einem Saale im zweiten Stockwerk auf einer Estrade, die von einer geschmackvoll gestellten „Kaiserecke" beherrscht war, Platz nahmen, wurden in einem anderen Saal die fünfhundert Kinder mit Kleidchen, Anzügen, Schuhen, Strümpfen- Hüten, kurz mit allem Erforderlichen bekleidet. Die Kleinen zogen dann in den großen Saal und plazierten sich an '.langen Tischen, wo sie vorerst eine Jause erhielten, die Herr Ludwig Mied l spendete. Ein Knabe und ein Mädchen zitierten ein Gedichtchen, -worauf der vielhnndertstimluige Chor der Kleinen ergreifend das Kaiserlied .sang, das in ein Hoch auf den Kaiser ausklang. Gräfin Berchtold und Baronin Bienerth wurden die jungen Damen Maria Berger, Marianne K v h u. Trude Dur st, Grete Mandl. Anny M and l, .Klara R e i t l i n g e r, Thesa M o t h, Hedda S ch w e i n b n r g, Grete Zern er vorgestellt, die ihre ganze freie Zeit der Pflege und der Aufsicht der verlassenen Kinder geopfert haben. Wien. (Freitagabend-Vortrag im Beth-Hamidrasch „T a l inud>Th o-r a, II., Malz gasse 16.) Auch Frauen .zugänglich. Am 25.-Dezember l. I., halb 8 Uhr abends, Herr Rabbiner H. Schenk: „Die Sprüche Salomos in ihrer Beziehung zum Talmud". , ,, Wien. (Vorträge in der Toynbeehal le, .XX., Denisgasse 33). Samstag, den 26. Dezember: Mnsilalifführnng, Klavierkünstlerin Fräulein L a mp l. Sonntag, den 27. Dezember: Vortrag. Rabbiner Dr. G nttmann. Mittwoch, den 30. Dezember: Dr.Otto Simon, Alte und-neue .Zeitrechnung. Samstag, den 2. Jänner: Mnsikanffühlnng. Leitung Prof. Stock. Wien- Das Kynzerr Josef Snlzer zugunsten des österreichischen Roten Kreuzes- und des ottomanischen Roten Halbmondes .findet Dienstag, den 5.-Jänner n. I. im Großen Musikverein-faale; unter Mitwirkung der Kammersängerin Lücie Wei.dt, des Kammervirtuosen Professor Alfred Grünfe ld, des Hofopernsängers Josef S ch w a rz, des Wiener Töiikünstlerorchesters unter der Leitung Rudolf Nil ins und eines gemischten Chores, statt. Für dieses erste Konzert zugunsten des Roten Halbmondes, welches unter dem Protektorate Hilmi Hussein-Pascha, des kaiserlich ottomanischen Botschafters, steht, gibt sich ein reges Jniereffe kund. Sitze sind an der MusikvereillZkassa. I., Lothringerstroße, vorznmerken. Wien. Der Vorstand des Vereines z nr B e s ö r d er u n g der Handwerke unter den i nl ä n d is ch e n I s rae li t e n hat Herrn Prof. Mor. Antfcherl anläßlich seiner 25 jährigen Wirklämkeit im Interesse der religiösen Belehrung der Bereinszöglinge in herzlicher Weife beglückwünscht. Dieser im Jahre 1840 begeündete Verein läßt seine Zöglinge zn tüchtigen Handwerkern heranbilden und legt hiebei auf regelmäßige, religiöse Belehrung und Teilnahme der jungen Handwerker an einem allwöchentlichen Gottesdienste ein besonderes Gewicht. Das Verhalten der Zöglinge bei dieser Andacht muß als ein mustergilkiges bezeichnet werden. Wie». Vor mehreren Tagen wurde eine neue Kaffee-, Tee- und Milchhalle vom Vereine „Fürsorge" für arme Flüchtlinge im XX. Bezirke, Benerlegaffe 36, eröffnec. Der verdienstvolle Obmann, Fabrikant Sab ors ky im Vereine mit den anderen Vorstandsmitgliedern und das rührige Damenkomlree stellen sich Tag für Tag in den Dienst der Humanität. Die Glaubensgenossen werden auf dieses humanitäre Unternehmen aufmerksam gemacht und um warme Unterstützung dieses Vereines gebeten. Wien. In verhältnismäßig jnngen Jahren ist am 19. d. M. Universitätsprofessor Dr. Lothar Ritter Frankl v. Hochwarth in Gainfarn gestorben. Der Verblichene, ein Lu'blingsschüler seines verehrten Lehrers N o t n a g e l, war ein erfolgreicher Forscher ans dem Gebiete der Neurologie nnd sein Name hatte weit über die Grenzen nuferes Vaterlandes einen ausgezeichneten Klang. Das Leichenbegängnis fand am 22. d. M. unter großer Beteiligung am hiesigen Zentralfriedhofe statt. In der Zeremonienhalle hatten sich hervorragende Vertreter der Wissenschaft, namentlich der medizinischen Kreise, versammelt, um dem früh Heimgegangenen Gelehrten und Freunde das letzte Geleite zu geben: In der Halle hatten sich versammelt: Der Dekan der medizinischen Fakultät "Dr. Julius Tandler mit dem Prodekan Professor Dr. Paltauf, die persönlichen Freunde des verblichenen Neurologen Sektionsches Dr. Knh-Chrobak, Hofrat Professor Dr. Ritter Wagner v. Janregg, Professor Marberg. Professor Dr. Schlesinger nnd Dozent Dr. Müller, fer,ier Hofrat Professor- Dr. Siegmnnd Exner, Hofrat Professor Dr. Obersteurer, der Sanitärsreferent im ^KinifteriHni des Innern Ministerialrat Dr. Ritter v. Haberler, die Professoren Alexander, Benedikt, Regierungsrat Dr. Bergineifter, Dr. Costiner, Dr. Falta, Dr. Gärtner, Halban, Oberstabarzt Dr. Herzfeld. Dr. Karplns, Doktor Königstein, Dr. Jovannovich, Dr. Mannaberg, Dr. Nobel, Dr. Obermm/ei, Dr. Pal, Dr. Peham, Dr. Redlich, Dr. Schnitzler, Dr. vo» Sölder, Präsident des Journalisten- und Schriftstellervereines „Concordia" Dr. Siegmnnd Ehrlich, dann Primarius Dr. Donath, Primarius Dr. v. Chyhlarz, die Dozenten Dr. Herz nnd Dr. Thaller, Gemeinderat Medizinalrat Dr. Löwenstein, Professor Dr. Ritter von Weilen, in Vertretung des Kuratoriums der Freiherr Nathaniel von Rorhschildscheu Stiftung für Nervenkranke Professor Rettich, die Advokaten Dr. Theodor und Dr. Jnlius Banmgarten, der Erste Sekretär der israelitischen Knlrusgemeinde kais. Rat Dr. Lieben, Professor Doktor Seliginann, Redakteur Löwenrhal. Börserat Laudesberger. Frau Professor Monti, Präsidentin Fran Fcischaner uiw. lim 12 Uhr nahm die Trauerseier mit dem Vortrage der Tranergesänge durch Oberkantor Don Fuchs ihren Anfang. Dann hielt Rabbiner Dr. G r n n w a l d die Trauerrede. Nun trat Professor Dr. M a r b e r g an den Sarg und nahm namens der Schüler Frankls von Hochwarth von dem Lehrer Abschied. Für die Poliklinik sprach Professor Dr. Mannab erg, für die Freunde Professor Dr. Ritter v. W e l l e n. Dann wurde der Sarg zur Beisetzung znm Grabe getragen. Wie». Am 23. d. M. ist Fran Rosalia H o s b a u e r, die Gattin des Herrn Bernhard Hosbaner, Chef der Firma Adolf & B. Hofbaner, nach kurzem, schweren Leiben gestorben. Die Verblichene, die sich durch aufrichtige Frömmigkeit und Gottergebenheit und durch regen Wohltätigkeitssinn anszeichnere, wurde in den weitesten Kreisen geschätzt und geehrt. Unermüdlich war sie auch im Verein „Einheit" an der Seite ihres Gatcen für die Bedürftigen nnd Notleidenden tätig. Die Leiche wurde Donnerstag, 10 Uhr vormittags, vom Trauer- Hanse, I., Franz Josefs-Kai 18, nach Preßburg überführt, wo Freitag, 10 Uhr vormittags, die Beerdigung stattfindet. Wie». Nach längerem Leiden ist Mittwoch, den 23. d. der praktische Arzt Dr. Hermann L ö w i, Besitzer des goldenen Berdienstkreuzes, hochbetagt gestorben. Der Verblichene, der in seiner beruflichen Tätigkeit zn den gesuchtesten Aerzren des II. Bezirkes gehörte, hat sich auch durch sein vielfaches, gemeinnütziges Wirken, insbesondere in der Wiener Knltusgemeinde, deren Vorstandsmitglied er auch viele Jahre war, sowie durch die freigiebige Förderung humanitärer Institutionen mannigfache Verdienste nnd allseitige Achtung erworben. Er hinterläßt eine Witwe und zwei Söhne, beide dem ärztlichen Berufe angehörend, von denen einer derzeit im Felde weilt. Den Hinterbliebenen wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Das Leichenbegängnis findet Freitag, den 25. d. M., 10 Uhr vormittags, vom Tranerhaufe H., Novaragaffe 20, statt. Baden. (C h a un ka f e i er.) Sonntag, den 20. d. M. fand im Sitzungssaale der israelitischen Knltusgemeinde Baden eine Chaunkafeier /statt, die ans alle Teilnehmer einen überaus erhebenden nnd dauernden Eindruck machte. Der schön dekorierte Sitzungssaal und die anschließenden Räumlichkeiten waren von den Besuchern deren aller-