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Die Wahrheit · 1914-12-25 · Heft 48 (25.12.1914) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 48 (25.12.1914)
Date
1914-12-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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»«l-akNo«, »ud ridmlilistratioil: Nvvarägasse Ü' ■; k*leUoit: 8(eba ktioil 6509/1V. - HStrfiiufiraiiou .489811.-: >j, V Maaßhängige Heitfchrifi für jübtfche Bernoo-vrel»: ...... Ii 14.-. H-UbNihria . . - 7. - ' ■ fVflBeir: aio/Vf jmrfafia»' - Hjchrtt»Koiilo Nr. (100;9J8.. .• Inlere^eu. Für NiiltiiSbeiiiiNe: . . . . . K III - Dt, viermal geivaltene -; :• :tz-«lvar-iÜ«-ZiNe K DeAy«:-.; Erscheint jeden Areitaü. Fiir!)liiSlinid: .; Stöoinn&u'itf«» liiib gitfcttiöni- ,;B«träje und, iii(88ieip zahlbar ‘iiub llaßöat.' ' ' - Motto: „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!“ .. » »t.-r ti »inoei ober m ftres. Uri48. .' Wien. 25. Dezember I1H4. Inh a^t t: Abonnements-Einlavuiig. — Es beginnt zu dämmern. — Was wir gelitten.—Die Befreiung der russischen Inden. — Nene Bedrückung?»! / der /Inden in Rußland. — Der- Zar an seine lieben Juden. — Verschiedene Nachrichten. — Oesterr.-ungar. Kantoren-Berein. FdonnkMknts - Einladung. — '- DjegrL.strten Herren Abonnenten werden um umgehende ErnMerung des Abonnements für das am L Jänner 1915 beginnende 1. Nuartal ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Blattes keine Unterbrechung erleidet- :: :: Abounents-Bedingttngen: :: Ganzjährig K 14—, vierteljährig K 7—, halb-; jährig K 3.50. Probrrurmmern stehen gratis zur Verfügung. K. k. Postsparkaffenkonto 1V0.S18. Gs beginnt jn dämmern. Jeder grausame Despot, der die ganze Welt unterjochen und jede Art Freiheit im Keime ersticken will, um nach-Herzenslust herrschen und gebieten, die Menschen knechten, quälen und verfolgen, peinigen, martern und foltern zu können, wird nach dem Ansspruch unserer Weisen (Jalkut Ki-seze) Amalek, d. h. Am lek, Bolksverzehrer, Volksverderber, genannt. Ein solcher Tyrann leidet in der Regel an Größenwahn und denkt: nicht daran, daß es eine höhere Macht:;gibt, die ihn zuweilen recht unsanft erinnern wird, daß er doch nur Staub und Asche sei, daß feine Tage wie ein /Schatten dahinschwinden und am Ende alle seine gefährlichen Pläne: alslächerliche Träume erscheinen werden. „Das erste aller Völker,/ das jedes -freiheitsliebende Volk zertrümmern wollte,/äst Amaleki seine Zukunft-aber ist Untergrrng.-i! Ein -Stanbgeboreuerder die ganze. Welt beherrschen npd für die'kleinen Vö.lker die Grenzen--bestimmen will, muß als/ lächerliche Figur:. erscheinen. Will-, man sich von der Hahrheltchieser/Behanptlmg M.erzengen>.--so befasse man sich MGigj/mit dem -Gtndiilm.: der Geschichte. -Hat doch, schon der grüße. Lchreltt-Moses.' -das-: L-tudinm der- Geschichte . den Bekennern des Jndentumes wärmftens empfohlen: „Gedenket der uralten Zeisen, betrachtet die Jahre früherer Geschlechter! Frage deinen Vater, er wird es dir verkündigen, deine Alten, sie werden es dir sagen. Als der Höchste Nationen einsetzte, als er die Söhne Adams verteilte, setzte er die Grenzen der Völker nach Anzahl der Kinder Israels." Ja, die Geschichte ist die beste Lehrmeisterin, aus ihr kann jeder erfahren, daß es noch keinem Gründer eines großen Weltreiches, mochte er auch der größte Feldherr und ausgezeichnetste Stratege gewesen sein, gelungen ist, alle seine Ziele zu erreichen. Hiefür einige Beispiele: Der Welteroberer Alexander von Mazedonien kam einmal auf einem seiner Feldzüge an einen Strom, wo er seine Truppen lagern und sich ein Mahl, das ans eingesalzenen Fischen bestand, reichen ließ. Als er diese im Wasserrein wusch, erhielten sie einen sehr angenehmen, erquickenden Geruch. Das muß eine Quelle aus dem Paradiese sein, rief er freudig aus. Er wusch sich die Hände und das Gesicht und verfolgte den Ursprung dieser Quelle, bis er an die Pforten des Paradieses kam. „Ans, öffnet mir die Tore!", rief er mit donnernder Stimme hinein. „Dieses Tor ist das Tor des Herrn, nur Gerechte ziehen hinein!", erscholl eine Stimme. „Ich bin ein großer, angesehener König!" — Umsonst. „So gebet mir doch nur etwas zum Zeichen, daß ich da war." Ein Schädel von seltenem Gewichte, den weder Gold noch Silber anfzuwiegen vermochte, ward ihm gereicht. Er zeigte ihn den Gelehrten, damit sie diese auffallende Erscheinung erklären. Ihre Antwort lautete: Das ist das Bild des menschlichen Auges, es ist unersättlich, bis.es sich für immer schließt und von einer Scholle Erde bedeckt wird. Versuchet es nnd werfet ein wenig Staub auf diesen Schädel, den all Euer Gold und Silber nicht anfzuwiegen vermochte, nnd Ihr werdet die Ueberzengung gewinnen, daß er sofort sein Gewicht verlieren wirdi Man befolgte diesen Rat nnd schnell flog die Wagschale, in der der Schädel lag. in die Höhe, das heißt mit anderen Worten, daß selbst der stärkste, mächtigste und kräftigste Mensch doch nur Staub und Asche fei. Als Alexander nach zwölfjähriger, ruhmreicher Regierung plötzlich schwer erkrankte und gefaßt dem Tode entgegensah, rief er seinen Feldherren, die wehmütig, vor seinem Krankenlager standen, zu: „Ich ahne, es werden nach meinem Tode blutige Kämpfe erfolgen." Als sie ihn fragten, wen er zn seinem Nachfolger designiere, antwortete er: „Den Würdigsten". Bald nach dem Tode Alexanders ging das, was er auf dem Sterbelager prophezeite, m Erfüllung. Er hinterließ. keinen regierungsfähigen Erben, daher seine Feldherren selbst

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