Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 47 (18.12.1914)
- Date
- 1914-12-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 47. * u j*r as. W v . - *tanä...jü « Die Geister, die die Weit in Krand gesteckt. Der russische Zar, der ein Weltreich beherrscht und von dem Wahne, daß er berufen sei nicht nur der Alleinherrscher aller Russen, sondern auch aller Welt zu werden, kuriert werden kann, ist der unselbständigste Mensch, den man sich nur denken kann. Balkanische Prinzessinnen, die mit russischen Großfürsten verheiratet sind, haben durch Palastintriguen es verstanden durchzusetzeu, daß der Zar Nikolaus sich gezwungen sah, den Weltkrieg heruufzubeschwören. Rauschende Seidenröcke also waren es, die den Weltbrand angezündet. Ja wenn Weiber zu wüten beginnen, werden sie Hyänen, die wie die leibhaften Satane sich unbändig gebärden-:- Nicht ohne tieferen Sinn hat die Thora dem? zu wähleirden König eingeschärft, daß er nicht viel Frauen an seinen Hof heranziehen möge, damit sie nicht sein Herz von Gott abwendig machen. Allerdings hat es zu allen Zeiten auch e d l e w ü r d i g e Heldenweib et gegeben, die Großes geleistet und sich hohe, unverwüstliche Verdienste um ihr Volk und Land erworben haben, allein diese Heldinnen, die aus dem Throne saßen, haben nicht Frauen, sondern berühmte, scharfsinnige, in her Diplomatie gut versierte, erfahrungsreiche Männer zu Rate gezogen. So lange König Salomo in die Fnßstapfen seines großen Vaters getreten, von der Bahn der Religiosität, der Tilgend, der Sittlichkeit und Moral nicht abgelenkt, erfreute sich der jüdische Staat der schönsten Prosperität, des blühendsten Wohlstandes. Mit dem Momente aber, wo er von Liebe zu den Frauen ergriffen wurde und einen Harem mit tausend Frauen in seinem Palaste eingerichtet hatte, wurde der Staat in seinen Grundfesten gewaltig erschüttert. Es kann uns daher auch nicht in Staunen versetzen, wenn er in seinem Buche Kohelet klagt: Noch suchte meine Seele etwas und fand es nicht, nämlich unter tausend Menschen fand ich einen Mann; aber unter allen diesen Frauen nicht ein wackeres Weib", das nicht zum Abfall verleitet hätte. Ebenso dürfte er die Aeußerung, „ich finde, daß ein böses Weib bitterer als der Tod sei", auf Grund der traurigen Erfahrungen, die er mit dem heidnischen Weibern gemacht, getan haben. Es kann jedoch nich geleugnet werden, daß es außer den bekannten regierenden Heldenfrauen auch im Volke zu allen Zeiten zahlreiche biedere und wackere Frauen gegeben, deren hohen Verdienste, die sie sich um ihren Stamm erworben, allgemeine Anerkennung gefunden und daß die Zahl der bösen Weiber zu den Ausnahmen gehörten. Man braucht ja nur im jüdischen Schrifttum ein bischen Umschau zu halten und man wird die Richtigkeit dieser Behauptung bestätigt finden. Schon aus der biblischen Erzählung von der Schöpfung des ersten Weibes erhellt zur Genüge, daß das biedere Weib die Stütze, Zierde und das Glück des Hauses bilde, daß es gleich einem höheren Schutzengel hilfreich dem Gatten zur Seite stehe. „Es rväre nicht gut", so lautet das göttliche Wort, „daß der Mensch allein dastünde, d.aß er trübe und mürrisch in das irre und wirre Leben blicke, ich will ihm vielmehr eine Lebensgefährtin geben, damit sie ihm m it Rat und Tat hilfreich zur Seite stehe". Ebenso beweist das göttliche Wort an Abraham: „Alles was dir Sarah, besonders bezüglich der Erziehung Jsaks sagen wird, gehorche zur Genüge, daß die Stimmen des edlen wackeren Weibes beachtet, dessen Ansichten und Behauptungen berücksichtigt zu werden verdienen. Knapp vor der göttlichen Offenbarung am Sinai erging der göttliche Auftrag an Moses: „So sollst du sprechen zu dem Hanse Jakob und verkünden den Kindern Israels". Hiezu bemerken unsere Weisen: „das Hans Jakob" sei die Frauen gemeint, denn die würdige Frau bildet die Stütze des Hauses, doch sagte Gott zu Moses: Vor Allem mußt du auf das weiche, für alles Religiöse, Edle, Erhabene leicht empfängliche Gemüt des Weibes zu wirken trachten, denn die religiöse Erziehung der Jugend liegt zumeist in den Händen der Frau. Au einer andern Stelle im Talmud heißt es wieder : durch die hohen Verdienste der wackeren, frommen Frauen in Egypten wurden die Söhne Israels auf wunderbare Weise aus der egyptischen Sklaverei rechtzeitig befreit, erlöst. Ja, die würdigen Frauen bilden die Hauptstützen der Häuser, der Familien, der Nationen und Staaten. Hat doch Salomo selber gesagt: Wer sich einem wackeren Weibe verbunden, hat das größte Glück gefunden. Von den zahlreichen Stellen im Talmud, in welchen die Verdienste der würdigen Frauen lobend hervorgehoben werden, möchte ich hier nur einige erwähnen. „Nie habe ich meine Frau anders als „mein Haus" genannt." sagte Rabbi Jose (sabb. 118), „weil das Weib die Repräsentantin des Hauses ist". Raw rief einmal in einem Vortrage seinem Mldilorinm zu: „Ehret