Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 43 (20.11.1914)
- Date
- 1914-11-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 43. Oberrabbiuer Dr. G ü dema u n, Mitglieder des Kultnsvorstandes, Reichsrats obgeordneter Dr. O fn e r; Vertreter des Landes- und Bezirksschulrates, der edle Stifter des. Hauses, Herr Heinrich Men dl, sowie zahlreiche geladene Festgäste. Die Eröffnungsansprache des Obmannes Dr. Isidor Sam ne ly klang in ein dreifaches, begeistertes Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus, nach welchem der Knaben- und Mädchen-Chor des Kinderhortes die Volkshymne sang. Weitere Ansprachen hielten Vizepräsideut Dr. Gustav K o h », Professor Doktor Ehrma n u, Reichsratsabgeordncter Dr. O fn er, der zweire Obmann cher Kinderhorte Carl Freund, sowie Vertreter des Landes- und Bezirksschulrates. Die Feier ließ bei allen Teilnehmern einen wahrhaft erhebenden Eindruck zurück. In gleich solenner Weise wurde Mittwoch, den 18. d. M. 7 Uhr abends die Toynbeehalle im neuen Hause eröffnet. Seitens der zahlreichen Anwesenden wurden dem edlen Stifter sowie dem um die Toynbeehalle und um die Kinderhorte hochverdienten Herrn Dr. I. Samuely und Karl Freund lebhafte Ovationen bereitet. Die Festrede hielt Regierungs-Rat Professor Dr. Jerusalem. Den gesanglichen Teil der Feier besorgte Oberkantor M o r g e n st e rn mit dem Chore unter der Leitung des Chordirigenren H e i m a n n. Nach der Feier wurden die Räume des Wohlsahrtshauses von den Festgästen besichtigt, wobei die überaus praktischen Einrichtungen desselben allgenreiuen Beifall fanden. Wien. Freitag, den 13. d. M. fand im Tempel, IX., Müllnergasse, in Gegenwart mehrerer Vertreter des Kultnsvorstandes, einiger Tempelvereine sowie eines außerordentlich zahlreichen Publikums die seierliche Installation des nengewählten Predigers und Rabbiners für den Verhausverein „Beth Harfilah" im IX. Bezirk, Herrn Dr. Arthur .Schwarz, statt. Bor Beginn des Gottesdienstes versammelten sich sämtliche Vorstandsmitglieder im Zeremoniensaale des Tempels, wo der Obmann-Stellvertreter Dr. Moritz S ch n ep p den neuen Rabbiner amt folgender Ansprache begrüßte: Euer Ehrwürden! Mit aufrichtiger Freude begrüßen wir Vorsteher des Tempelvereines im IX. Bezirk Euer Ehrwürden als neugewählten Prediger und Seelsorger nicht nur der Vereinsmitglicder, sondern auch eines großen Teiles der jüdischen Bevölkerung unseres Bezirkes. Ihr Wort und Ihre Lehre sollen alle, die in unserem Gotteshause erscheinen, erbauen und im Glauben befestigen. Nur zu lange avar die Kanzel, die Sie heute betreten werden, verwaist und groß war die Sehnsucht der Gläubigen das Wort Gottes verkünden zu hören. Wir srenen uns in Ihrer Person einen würdigen und richtigen Interpreten unserer heiligen Lehre gefuudeu zu haben. Wir hoffen und erwarten, daß durch Ihr Wirken die Schönheit und Weihe unseres Gottesdienstes gehoben werden wird und versprechen Ihnen dieses Ihr Wirken mit allen Kräften zu unterstützen- Wir heißen Sie in unserem Hause willkommen und bitten Sie vor die Sie erwartende Gemeinde hinzutreten und an diese Ihr Wort zu richten." Nach einer kurzen Erwiderung des Rabbiners begab man sich unter Vorantritt desselben von den Kantoren Mayerovitsch und Kogau, sowie vom ganzen Vorstände gefolgt, iu den Tempel bei deffeu Betreten der Chor unter Orgelkläugen ein kräftiges Boruch Jiaboh anstimmte. Nach Kabolus Schabbos bestieg Dr. Schwarz die Kanzel und hielt seine Antrittspredigt, die tiefen Eindruck machte. Mit Dr. Schwarz, sowie mit den jungen Kantoren erlebt der Tempel in der Müllnergaffe eine Renaiffance, die allseits mit Befriedigung begrüßt wird. - H. Wien. Am Samstag, den 7. d. M-, feierte der sehr beliebte Chordirigent am Ottakringer Tempel, der sich auch als tüchtiger Komponist von Tempelgesängen einen klangvollen Namen erworben, sein fünfundzwanzigstes Berufsjubiläum. Obgleich Herr Porth bescheiden jede öffentliche Ehrung abgelehnt hatre, nahm der Vorstand die Gelegenheit wahr, den wackeren und pflichtbewußten Beamten nach Verdienst zn ehren und hielt der rührige Obmann des Tenipels, k. u. k. Hof- und Kammerphotograph Herr S. Weitzmaun, eine die Verdienste des Jubilars würdigende, herzliche Ansprache und überreichte ihm ein Ehrengeschenk. Beim Morgeugottesdieuste wurde Herr Chordirigeut Porth zur Thora feierlich aufgerufen, Oberkantor Kaufmann rezitierte einen herrlich verfaßten Mischeberach, worauf Rabbiner Dr. Max Bach in einer herzlichen Ansprache die verdienstvolle Tätigkeit des Jubilars keuuzeichnete. Jur Tempel erschien eine Deputation des Chorsängervereiues, bestehend aus den Herren Chordirigenten Julius Hermann und Josef Z e,l J n i k, den Sängern Michael S t r i k s und Max Schwager, übergaben als Zeichen der Sympathie aller Bernssgenoffen nach einer innigen Ansprache des rangsäliesten Kollegen, Herrn Julius Heimann, ein Ehrenallgebinde. Am Abend versammelten sich Freunde und Kollegen zur gemütlichen Feier des jubilierenden Chordirigenren Porth im Restaurant Herliuger. Nach den herzlichen Tischreden der Herren Oberkantor F u ch s, ersten Kantoren Mathias und Kaufmann, welche früher in Ottakring im Amte waren und an deren Seite der Jubilar wirkte, toastierten noch die Herren Kantor L ö w i r, Obmann L e m b e r g e r, Prof. Nascher und Vorstandsmitglied des Ottakringer Tempels, Herr Dr ab.. Die anwesenden Sänger führten zu Ehren des Jubilars mehrere Choräle ailf> worauf der hier zu Gast weilende Oberkantor S a i tz aus Lemberg, einen Mischeberach wirkungsvoll vorgetrageu hat. : . Wien. Eine höchst beachteus- und anerkennenswerte Kriegssürsorgetäligkeit, die weitere Nachahmung verdient, hat der A l l g e - m e tat e K r a u k e n- und Un t e r stü tz nn g s-V e r e i n ,,M o u teflo re", ' dessen- Obmann der Bezirksrat des H. Bezirkes Herr .Edmund H o f in ä u n ist, 'iu den letzten Wochen entfaltet.. Der genannte -Verein spendete-: Dem Roten.Kre.uz X lOOO.—y der Bezirksvertretnug ^des II. Bezirkes für Arme 200, dem Vereine „Einheit? zur Ausspeisiliig von Flüchtlingen ans Galizien und der Bukowina 130, dem 'Vereine „Zuflucht" für denselben Zweck 100, dem Interkonfessionellen Komitee zur-Verabreichung von Frühstück an Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina 100, dem Komitee zur Verabreichung von Tee und Milch au Kinder der Flüchtlinge ans Galizien und der Bukowina 50, der israel. Kultusgemeinde Wien für die'Kriegssürsorge 200, dem Komitee zur materiellen Unterstützung an Flüchtlinge ans Galizien üpdder Bukowina, Wien, II., Große Mohrengasse 5 200. < Wien. Sonntag, den 15. November starb hier Frau Johanna Fischer, die Witwe des ehemaligen allgeinein geschätzten ersten Kantors in Wien und Vorstandsmitgliedes des österr.-nngarischen Kantoren-Vereines Adolf Fischer, eine edle Frau von vornehmer Denkweise und wohltätigem Sinn, im 79. Lebensjahre. Ihre Söhne sind der Bürovorstand-Stellvertreter der Länderbank Hugo Fischer und Hofmusiker Paul Fischer. Ihre Schwiegersöhne Direktor S ch ö n t e j l in London liub Adolf Ritter v. Nassa u in Wien. Beim- Leicheubegängnisse fungierte der erste Kantor Matyas mit einem Mäunerquartetl und. Religiousprofessor Emil Frankel, der seit seiner Jugend mir Familie Fischer befreundet ist, hielt einen ergreifenden Nachruf. Wien. (Beth Hamidrasch „Talmnd - Thora", IL, Malzgasse 16.) Der nächste F r e i t a g - A b e u d vv rtra q — auch Frauen zugänglich — findet k o m m ende Woche, den 27. November, halb 8 Uhr abends, statt. Prof. Mor. Autsch er l spricht über: „U n s e r e a l t e n K r i e g su n d S i e g e s l i e d e r." Wien. (Vorträge inderToynbehalle, XX., Deuisgasse 33.) 21. Nov. lSamstag): Musikaufführnng. 22. Nov. (Sonntag): Dr. Wilhelm Stecke l: „Krieg und Nervosität". 25. Nov. (Mittwoch): Dr. M. Laub: „Kriegssenchen und Kriegshygiene." Jüdische Bühne. Direktion M. Siegler, Regie L e r e s c u, Hotel Stefanie, II., Taborstraße'12. Freitag, den 20., Samstag, den 21. und Sonntag, den 22. November zum erstenmale „Auf der Aelter", Operette in 4 Aufzügen von Lateiner. Sonntag, den 22. November nachmittags halb 4 Uhr halbe Preise „Schir Haschirem". Montag, den 23. „Der wilde Mensch" von I. Gordin. Dienstag, den 24. „Chofne in Piuches", komische Operette von Lata in er. Mittwoch, den 25. „Der Schneider als Gemeinderat", Komödie von Richter. Donnerstag, den 26. „Gott, Mensch und Teufel" Drama von I. Gordin. In Vorbereitung: „Chancze in Amerika". Jüdisches Museum, II.. Malzgasse 16 (Straßenbahnlinie C) Besuchsstunden: Samstag und Sonntag von 12 bis 1 Uhr bei freiem Entree. Vereine und Schulen auch zu anderen Zeiten gegen vorherige Berständignng mit dem Bureau. Während der Sommermonate (JuÜ und August) bleibt das Museum geschlossen. Verzeichnis der VerlUn üenen vom 8. bis inklusive 14. November 1914. Anna Westreich. Oberrevidentensgattin, 39 I. Rosalia Porges. Nähersgattin, 69 I. Libusa Reitzes geb. Deutsch, Arztenslvitwe, 62 I. David Bernhaur, k.k.Notar,62I. JeanetteWolfergeb.Winter, ohne Berus, 52 I. Josefa Banmgarten. Pfründnerin, 73 I. Julius Adler, Hausierer, 35 I. Charlotte Bader, Private, 35 I. Josefine Klein, Private, 63 I. Ferdinand Neuburger, Privatier, 83 I. Peo Schwarz, Kanfmailusfohn, 6 Monate. Alfred Baß, Schuhmachergehilfe, 44 I. Leo Haller. Emj.-Freiwill. tit. Korporal de» 11. Infanterie-Regimentes, 24 I. Moriz Sachs, Privatbeamter, 37 I. Rosa Lebowitsch, Private, 74 I. Hermann Spitz, Privat. 87 I. Karl Mehlmann, k. u. k. Feldwebelssohn, 2 Mouare. Isaak Liebich, ohne Beruf, 53 I. Alois Grünhut. Solizitator, 39 I. Schmul Lazar Schmidt, Kansmannssohn, 4 Monate. Johanna Lion geb. Tarchy, Kaufinännsgattin, 71 I. Emmerich Berger, 21 I. Rosalia Rosenzweig, Private, 66' I. Dr. Josef Löwy, Hof- und Gerichtsadvokat, 65 I. Julie Kuhn geh. Ehrenstem, Kaufmannsgattin, 64 :J. Ernestine Pilpel geb. Maza, Handelsagentenswitwe. 75 I. -Adolf Wertheimer, Privatbeamter, 60 I. Eduard Kraus. Fabrikant, 52 I. Johanna Rosenbarim, Schuhmacherstochter, 11 I. Karoliüe Aßkeuaßy, Hadernhändlerstochter, 5 I. Richard Wilhelm, Elektrotechniker, 25 I. Edmnud Schick, Adjunkt der'Nordbahn, 53 I. Marie .Steinberger geb. Kohir, Kaüfmannsgattin, 44 I. Josef Goldberger. Privat, 81 I. Albert. Löwy, Privcrt, 73,J-Wilhelm, Braun,. Privatier. 73 I. Zdenko Fried, Leiter der Holzäbteilüng Gmünd. 24 I. ' Aioses Jakob Lehrer, gewes. Mühlenpächter,- 45 I. Josef Zechmann, Wirtschafterinssohn, 18 Monate. Theresia Klein geb. Taussig, Private, 74 I. .Rudolf Wachsberger, Hansiererinsohn^ 3 Wochen. Max Vogelbaum, ä'/a Monate. Frinua Horn geb. Zinn, ohne Berns, 75 I. Rosa Spitzer, .Näherin, 27 I. l)r. xbil. JamesKlang,' Generaldirektor, 67 I. Joses Friedmann, Reservist, 30 I/ Joachim Heinrich Weiß, Privatbeamter, 70 I. Emma John, Private, 31 I. . . . y