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Die Wahrheit · 1914-11-13 · Heft 42 (13.11.1914) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 42 (13.11.1914)
Date
1914-11-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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. Die Wabiyeu Nr. 41. Seite *L preußische Militär feil Biezuu augekumiueu. Dauu hat das iilssische Militär Biezuu verlaßt 1111b die 9 Juden von Gefängnis von 17. mit sich geuummen; auch das russische Militär von Dorf.hot sich derwußt, daß das preußische Militär kummt au. hoben sei auch das Dorf verlaßt, und die Juden vun de Scheune sinteu dadurch mit den Ewiges Hilfe geleitet geworden und sinten mit viel Freide keu Biezuu augekommeu. Aber zum Bedauern haben sei von feiet* Bei mögen sehr wenig augetroffeu, denn das russische Militär haben alle Juden beraubt. Solches hat in viele polnische Städt 4>assirt, was ich habe gehört, uor in Biezun selbst dabei gewesen. Grumernng «n «veil. Rabbiner Dr. Abraham Adolf Schmiedl. Von O. S. N. Moritz Antscherl in Wien. Noch in späten Jahren gedachte der Verewigte — geb. 27. Jänner 1821 24. Schewat 5581 zu Eibenschitz in Mähren, gest. 7. November 1913 7. Marcheschwan 5674 zu Wien — seiner guten Eltern mit besonderer Liebe und Verehrung. Die Grabschrift, die er für seinen Vater, Rabbi Juda Schmiedl, in so herrlichem Hebräisch verfaßt, trug Dr. Schmiedl seinen Freunden noch als 90 jähriger Greis wörtlich mit voller Begeisterung vor und glänzten hiebei in seinen Angen Tränen der Dankbarkeit, wenn er seiner gedachte. Es sei uns gestattet, die Worte, die der große Sohn dem hochgelehrten Vater widmete, zu Ehren des unvergeßlichen Seelenhirten, anläßlich seines ersten Jahrzeittages, in entsprechender Aendernng und mit freier Ilebersetznng zum Abdruck zu bringen. .minn msa-ia nru av1 innX „TTUöfr nnaa ,,-ntsy nbs: -nZ2 ya-in rby ,rov nnab u-a*! ,ps‘ um „‘rrsnn nrnrr ,*rD -ijl a'Lltl'b 2K .hti a'an“! xbfo s]*rn vb spn aib^ ,iTpü!r! .rvrri’ Tiabnn '^2 .rrbyn a^a .ainnb rrn' ,avias> as3 “na naiaa jsnT : a'w ayi3 -fm .nim u6? Ml§ du uns hast verlassen, blieb traurig hier die Thora, Betrübt wir jetzt noch stehen, denn Krön' uns fehlt und Leuchte! Um dich wir, Rabbi, klagen und Tränen reichlich fließen —. Dem Sinai gleich du standest,, als Hüter unsrer Lehre, Mit deinem edlen Herzen stillst Kummer du und Leiden, Nach Frieden war dein Streben und nicht nach eitlen Dingen, Woran du dich gelabet, damit labst du uns alle, Ans Talmuds Tiefen holtest für Schüler du viel Perlen, So wird dein Name, Meister, fortlebend Segen bringen — Zu d i r. in l i ch te n H ö hen Wir-dankbar immer sehen! Dev Dame Jude. Bekanntlich lebten die Inden in Persien unter der milden 'Regierung des Königs Achaschwerosch— ehe der ruchlose Haman zur Macht gelangte — unangefochten. Sie durften überall wohnen und ungestört Handel und Gewerbe treiben. Alle Bildungsanstalten standen ihnen offen, sie kannten keine Beschränkungen und erfreuten sich mit einem Worte der vollständigsten Freiheit und Gleichberechtigung. Infolgedessen haben sie für Assimilation geschwärmt, von ihren alten, schönen Sitten. Bräuchen und Formen sich emanzipiert und dafür die der Perser und Medier angeeignet. Das Studium der hebräischen Sprache wurde gänzlich vernachlässigt, die hebräischen Namen wie überhaupt die alten Traditionen wurden verleugnet. Eine rühmliche Ausnahme hatte damals in der persischen Haupt- und Residenzstadt Susan Mordechai, der einer der würdigsten, gelehrtesten, verdienstvollsten Männer jener Zeit war, gemacht. Er blieb unter allen Umständen mit allen Fasern seines großen, edlen Herzens dem Glauben der Väter treu anhänglich, keine Macht ans Erden war imstande, ihn zur Abtrünnigkeit zn verleiten. Seine Glaubensstärke verlieh chm Mut selbst dem allgewaltigen Haman Trotz zn bieten. Mordechai war es. der die zwei Hofbeamten, die den König ermorden wollten, verraten und somit den König rechtzeitig gerettet hatte; er war es auch, der dazu wesentlich beigetragen, daß Hanums gefährlicher Plan vereitelt und sämtliche Inden Persiens, die an einem Tage hätten sollen in einem Pogrom schonnngslos niedergemetzelt werden, vom Tyrannen befreit wurden. All diese hohen Verdienste, die sich dieser große Mann nm das Judentum erworben, werden im Buche Esther in wenigen Worten besonders gewürdigt. Isch Jelmdi hojo beschuschan Habiro. Einen Mann hat es in Susan gegeben, der ein wahrer, echter und rechter Jude war, der von einer Assimilation nichts wissen wollte, der weder seinen Namen, noch die Namen seiner Väter verlengnete, Usehemo Mordechai ben Jair, ben Schimis, ben Kisch. Iseb Jemini; er hieß Mordechai, Sohn Jairs. Sohn Schimis. Sohn Kischs, ein Jemini. Und zum Schlüsse heißt es: Denn Mordechai, der Jude, war der zweite vom König Achaschwerosch, Godol lajebudim, hochangesehen bei den wahren Jude ii, gefällig seinen Brüdern, ein Förderer des Guten für sein Volk und des Friedens für seine Nachkommen. Ans diesen wenigen Worten erhellt zur Genüge, daß der Name Jude in des Wortes edelster Bedeutung ein Ehrenname genannt zn werden verdient. Amitai. Aufruf. Namenloses Unglück hat der Feind über einen großen Teil der galizischen Bevölkerung gebracht. Ein großer Teil der Bevölkerung ohne Unterschied der Nation und Konfession sah sich gezwungen vor dem unmenschlichen Feinde zn flüchten.' Die unglücklichen Flüchtlinge snchteil Zuflucht auch in der Reichshanpt- und Residenzstadt W-en. Die hohe k. k. Regierung und die Sradt Wien hat den Flüchtlingen Hilfe gegen die ärgste Not geboten. An der Hilfeleistung beteiligt sich auch die Wiener Bevölkerung in werktätigster Weise und der Rnf von dem Wiener goldenen Herzen hat sich jetzt im vollsten Zinne des biblischen „Liebe den Fremden" glänzend bewährt. Wollen wir die unglücklichen Flüchtlinge wirklich vor materieller Not schützen, so müßten wir auch auf die religiösen Bedenken derselben Rücksicht nehmen. Es gibt unter den jüdischen Flüchtlingen ans Galizien und der Bukowina eine große Anzahl Strenggläubiger, welche in Bezug auf Speisen strengste religiöse Observanz beobachten. Diese Frommen ziehen es vor zu hungern, als Speisen zn genießen, deren Zubereitung nicht vollständig den in ihrer Heimat üblichen religiösen Bräuchen entspricht. Der in Wien bestehende jüdische orthodoxe Verein „Machsike Hadath" ist feit einer Reihe voit Jahren bemüht, dieser religiösen Anschauung der aus dem Osten nach Wien kommenden Juden Rechnung zu tragen niid meiste dieser Vereirl jeden Samstag und jeden jüdischen Feiertag an 100 Personen in seinen Räumen unentgeltlich ans. Das Unterzeichnete Komitee erachtete es als eine heilige Pflicht, sich mit dem Vorstände des genannten Vereines ins Einvernehmen zn setzen, nm diesem Mittel und Wege zn schaffen, seine Tätigkeit im Sinne der Vereinsstatuten) erweitern zn können. Gemeinsam mit dem rühmlich bekannten Wohltätigkeits-Verein „Zuflucht" und dank der Opferwilligkeir einzelner edler Personen und Spender werden im Vereinsheime „Machsike Hadath" zirka 400 Personen täglich unentgeltlich, nach ihren streng ritnellen Wünschen ausgespeist. Um die Wohltätigkeitsaktion fortsetzeu zn können und eventuell zn erweitern, wendet sich das Unterzeichnete Komitee an edelfühlende Herzen mit der Bitte, Spenden in Barem und Naturalien, die in den Blättern ansgewiesen werden, an den Kassier des Vereines Herrn Simon Sternberg, II., Rembrandtstraße 39, eventuell an den Obmann des Vereines Herrn Jakob März, I., Augustengaffe 1, gütigst überweisen zu wollen.

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