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Die Wahrheit · 1914-11-06 · Heft 41 (6.11.1914) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 41 (6.11.1914)
Date
1914-11-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 7. Nr. 41. Die Wahrheit Taufende flohen nach der Türkei, nach Deutschland und Holland. Auf lange Zeit war der Wohlstand jener Gegenden, chre. Kultur auf noch länger vernichtet. Die Verwüstungen und die Mordtaten waren vornehmlich' in den Jahren 1648 und 1649 und dauerten teilweise bis zum Jahre 1656." Bemerkt muß noch werden, daß zahlreiche jüdische Flüchtlinge damals auch nach Mähren ihre Zuflucht nahmen, wo sie von ihren Glaubensbrüdern in herzlichster Weise ausgenommen, verpflegt, bekleide! und kräftigst unterstützt wurden. Unter diesen Flüchtlingen befanden sich auch, rabbinische .Koryphäen, die heute noch am Horizonte der rabbiuischen Literatur als Sterne erster Größe hell leuchten. Mehrere von ihnen fanden auch in den angesehensten mährischen Gemeinden Anstellungen. So z. B. 'Rabbi Sabbatai Kohen, vorerst in Straßnitz daun in Holleschan, Gerson Aschkenasi In Proßnitz, Esraim Kohen in Trebitsch und Meseritsch rc. Fr. Eine Hiodstndie Das K r i e g s r o ß der Alten. (Schluß). Viel wurde schon in der hebräischen Literatnrforschnng, über Hie Zeit der Entstehung dieses Buches, über den ungenannten Verfasser, über die Form und den Inhalt desselben gestritten, über seine Zwitternatur, ob es als Drama oder Epos anfzufassen sei, auch über das Wesen des Satans, der gleich am Eingänge des Buches sich mit dem lieben Herrgott in ein Gespräch einläßt, der ihn dann den armen Hiob, als Versuchsobjekt, gewissermaßen zur Vivisektion, frei überläßt. Auch über die Landsmannschaft der drei Freunde, die sich mit Hiob über Gott und die Weltordnnug in sehr gelehrtem Diskurse eingelassen rc., wurde viel herumgestritten; aber von dem schönen Bildern ans dem Tierleben, das uns hier im Kap. 39 entgegentritt, geschieht nirgends Erwähnung; selbst bei dem Kirchenvater Hyeronymus, der doch diesem Buch eine weitläufige Vorrede gewidmet, in welcher er sich über das Wesen der Metrik der hebräischen Poesie im Gegensätze zu der klassisch griechischen und römischen ausspricht, eine Streitfrage, die in neuester Zeit bekanntlich durch das Werk des Prof. Dr. Schlögl in Wien. „lieber die hebräische Metrik" wieder aufgerolltwurde, aber bisher nicht abgefch losten ist. Erst christliche Gelehrte, wie Alexander Humbold in seinem weltberühmten Kosmos und in neuester Zeit Doktor König, Professor in Bonn, hat uns in seinem im Jahre 1907 erschienenen Buche „Die Poesie des Alien Testamentes" auf diese schöne Bilderkollektion aufmerksam gemacht und selbe ins Deutsche übersetzt. Mir war nach der allgemein verbreiteten Anschauung bezüglich dieses sonderbaren Buches bloß bekannt, daß dort das Leben eines Dulders geschildert wird, der, von allen- Schickfalschlägen heimgesncht, sich skeptisch gegen Gott und die Weltordnung anflehnte, aber der eigentliche Inhalt dieses. Buches war mir, obwohl ich in meiner-Jugend das Feld der Bibel soziemlich durchfurcht hatte, fremd geblieben, weil selbst hebräische Fachgelehrte diesem mystischen Buche gerne ausgewichen sind, da nur Anfang und Ende (Kapitel 1 bis 3, dann Kapitel 42) geschichtlichen Inhaltes und leicht verständlich sind', der übrige Teil (4 bis 41) aber rein poetischen Inhaltes in einer schwer verständlichen, späthebräischen. von arabischen Idiomen dnrchtränkteu Sprache .geschrieben ist, daher auch im Gegensätze zu den Psalmen in der jüdischen Liturgie fast gar keine Verwertung gefunden chat. Dazu kam aber auch noch der Umstand, daß dieses Buch wegen seines skeptischen Inhaltes von der Schule ganz'fern? -gehalten wurde. Auch ich, angeregt durch das oberwähnte Werk des Prof. König, habe mich erst im Greifenalter bei der mir nach dem 70.'Lebensjahre'liebgewordenen Wanderung durch den weitgedehnten Hain der alttestamentarischen Poesie, trotz -der sprachlichen Schwierigkeiten, an das- -Studium Hiobs gemacht und war von der Selbstanschauung und dem Studium dieser Bildergalerie, selber-höchst angenehm überrascht. Ja, ich habe mich zu meinem Vergnügen an die metrische Ueber» setzung des ganzen sonderbaren Buches gewagt und selbstverständlich auch alte und junge Uedersetzungeu wie die Vulgata, Luther. Mendelssohn. Wolssohn, Bunsen und andere zu Rate gezogen. Ans dieser meiner bisher bloß im »Dresdner Tierfreund" als Artikel,. „Die Geheimnisse des Tier lebens". veröffentlichten Arbeit sei nun das Bild des Kriegspferdes als aktuell wiedergegeben, dem ich hier zum Vergleiche für die Nichthebräisten auch den Text der Vulgata an die Seite gestellt und so das altoriemalische Gemälde in ein altromanisches und ueugelmanisches ungewandelt habe. 19. Gabst du vielleicht dem Kriegesroß den frohen Mut. Gabst du die Mähne ihm, die seinem Halse steht so gut? (Numquid praebebis aequo fortituclinem, aut eircumdabis collo ejus hinnitiun?) 20. Lehrtest dn's vielleicht, wie ein Heuschreckzu springen auf, Zu wiehern so mächtig und io prächtig in raschem Lauf? (Numquid suscitabis eum quasi locustas? Gloria narium ejus terror.) 21. Daß es ungestüm den Boden stampft wie kraftgeschwellt. Und dem Schlachtgetümmel enlgegenrenuet mntgeschwellt. (Terram ungula fodit; exsultat audacter; in eccursum perget armatis.) 22. Daß es dem Kriegsgetümmel entgegeuschuaubt, unerschreckt. Und auch im Schlachtgemetzel niemals zurückerschreckt, (Confcemnit pavorem, nee cedit gladio.) 23. Wenn über ihm des Köchers Pfeile wüste klirren, Schwert und Lanze über seinem Haupte blitzend schwirren. (8uper ipsum sonabit pharetra, vibrabit hasta, et elypeus.) 24. Mit des Sturmes Ungestüm stampft es den harten Bodeukies Und ruhet nicht, bis man in die Kriegstrompete stieß. (Fervens et fremens sorbet terram, nec reputat subae sonore clangorem.) 25. Wenn dann die Trompete schallt, dann wieherts fröhlich auf, Schon von der Ferne wittert es des Krieges wilden Lauf. Es horcht dann auf des Feldherrn schrilles Kommandieren, Mitten in des Kriegslärms buntgewühltem Schwirren. (TJbi audieret buccinam dicit; Veuh, procul odoratu bellum, exhortationem ducum et ululatum exercitus.) Dr. E—n. Zweiter Spendeimnsweis der Ifr. Allianz;n Wien z u g u n st eu der Flüchtlinge ans Ga l-i z i e n. Sammlung der iirael. Knltusgemeiude Saaz durch Herrn Ed. Kohn K 3000, Israel. Knltusgemeinde Eger 1000, Heinrich & Fritz Mendel 1000, israel. Knltusgemeinde Aussig 500, Julius Reitlinger (Bethansspende) 500, israel. Kultnsgemeinde Koprivnica 347, israel. Kultnsgemeinde Trautenau (2. Rate) 250, Schlesinger & Co., Budapest 200, israel. Knltusgemeinde Falkeuau a. d. Eger 160, Camill Knranda 100, Pfau & Co. 100, Max von Portheim 100, Apotheker Mittler, Humpoletz 100, Friedrich Pick 100, israel. Knltusgemeiude Innsbruck (2. Rate) 90.

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