Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1914-10-30 · Heft 40 (30.10.1914) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 40 (30.10.1914)
Date
1914-10-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3062972-3063725-3063765--09286-3076525
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 8. Die Wahrheit Nr. 40. schildert, daß wir nicht wissen, worüber wir mehr staunen sollen, ob über die Herrlichkeit nnd Nalnrtrene dieser Bilder oder ob "der Tatsache, daß diese Bildergalerie seitens biblistischer Gelehrten sowohl der Vergangenheit wie der Gegenwart, des Mittelalters wie der Neuzeit fast ganz ignoriert wurde, daß namentlich die hebräischen Gelehrten ganz achtungsvoll an diesen Bildern vorbeigegangen sind. (Schluß folgt.) Verschiedene Unchrichle» Wien. Freitag, den 23. d. M. in früher Morgenstunde verschied der einer. Wiener städtische Oberlehrer Herr Josef F r i e d l, der über ein halbes Jahrhundert als Pädagoge öffentlich mit bestem Erfolge gewirkr und sich eines verhältnismäßig nur kurzen wohlverdienten Ruhestandes erfreut hatte. Bei seinem Leichenbegängnisse am verflosienen Sonntag am Wiener Zentralfriedhof, dem eine große Zahl von Trauergästen beiwohnte, sprachen die Herren Rabbiner Doktor Grunwald, Inspektor Profesior K a u i tz, Oberlehrer Ascher und Professor Antjche rl zu Ehren des Hingeschiedenen und versah die - kantorale Funktion Herr I. Kantor I u r b e r g e r, assistiert vom Leopoldstädter Tempelchor. Es war eine des Verewigten würdige Trauerfeier, die tiefen Eindruck machte. Oberlehrer Friedl war, nachdem die L-chul-Novclle Gesetz geworden war, an der Wiener Koinmnnal- Mädchen-Volksschule, 3X, Leopoldsgasse, früher Stefaniestraße, einer der ersten jüdischen Schulleiter, geschätzt von den Behörden, den Lehrern und den Familien, deren Kinder seine Schule besuchten. Am 6. April 1837 war er in der alten mährisch-jüdischen Gemeinde Kanitz geboren und wirkte in seiner Heimatgemeiude schon als junger, sehr tüchtiger Lehrer bevor er nach Wien kam. Wer einmal die Geschichte der österreichischen. Volksschule während der glorreichen Regiernngszeit unseres Kaisers Franz Josef I. schreiben wird, wird auch der bedeutenden Pädagogen gedenken müssen, die ans unseren alten jüdischen Gemeindeschnlen her- ' vorgegangen sind nnd die als Schulleiter und Pädagogen an unseren hauptstädtischen Schulen eine Ehrenstellung später einnahmen und teilweise noch iunehaben. Zu diesen gehörte der Verewigte, der außerdem auch jahrelang an seiner Anstalt eine Abteilung für schwachsinnige Kinder aus eigenem Antriebe mit bestem Erfolge leitete und wollen wir hierbei unter anderem auch seiner eifrigen gewesenen Assistemin des Fräulein Rosa G o l d h a m m e r, öff. Lehrerin s. A. in Ehren gedenken. Oberlehrer Friedl besaß eine gute Feder und werden sich viele unserer Leser auch an feine Aufsätze in unserem Blatte und in politischen Blättern erinnern. In den letzten Jahren schrieb er Erzählungen und Essays ans dem jüdischen Familiennnd Gemeindeleben, die noch im Manuskripte liegen. — Möge Trost seiner hingebungsvollen Witwe und seiner Famile zuteil werden nnd sein Andenken ein gesegnetes sein; Wie«. (F ü r s o r g e a k t i o n des F r a u e n h i l s s k o m itees im X. Bezirke.) Die Nähe des Ostbahiihofes hat es bewirkt, daß viele der in Angst und Hast vor dem Feinde geflüchteten jüdischen Familien ans Galizien, auch im X. Bezirke Zuflucht gesucht haben. Trotz der großen staatlichen Hilfe haben kinderreiche Familien Hunger gelitten, mußten sie notdürftig bekleidet auf dem nackten Fußboden schlafen und konnten für ihre kleinen Kinder keine warmen Kleider nnd Decken erhalten. Denn ach! Der Weg in die Leopoldstadt ist weit für den Fußgänger und den Fahrweg konnten sie ja kaum bezahlen! Da hat sich denn ein rühriges Franenhilfskomitee im X. Bezirke unter Leitung der Frau R a b b i n e r Dr. A. L. Mandel nnd F r a n Fanny Steg er gebildet, welches seit Ende September im Restaurant Hahn eine rituelle Ansspeisuug für Erwachsene nud, Kinder mit bestem Erfolge durchführt. Etwa fünfzehn junge Mädchen der besten jüdischen Kreise, an ihrer Spitze Fräulein Olga S el i g m a n n und Fräulein Fanny Klein haben sich in liebenswürdiger Bereitwilligkeit den Damen zur Verfügung gestellt nnd betätigen sich mir ihnen in hingebungsvollster Weise bei der Ansspeisuug selbst, bei Recherchen, bei der Kleiderverteilnng, bei dem von den Flüchtlingen sehr geschätzten 1 Kilo tage nnd bei der M i l ch f ü rsorge! Zahlreiche Helfer und Helferinnen ans dem Bezirke stehen dem Komitee tätig zur Seite, besonders Herr Ludwig Mayer nnd Herr med. T a g l i ch t, die sich um die Wohnungsfürsorge, um die Herbeischaffmlg von Betten, Decken nnd notwendigstem Hausgerät besonders verdient gemacht haben. Aerzte üben in hnmanster Weise ihre Kunst an den armen Kranken und Apotheker gewährten ihnen gratis alle Medikamente. So nehmen an dem Wettstreite der Betätigung leuchtendster Menschenliebe alle Stände, alle Bewohner des Bezirkes teil und jeder trägt sein Schärflein mit frohem Herzen bei. Manch heiße Dankesträne, manch froher Blick aus dunklen Kinderaugen sei der schönste Lohn all' der edlen Spender, die in aufopferndster Weise das Komitee mit monatlichen und einmaligen Geldbeträgen, mit Kleidern und Wäsche, mit Naturalien und Wohnungen unterstützen, die das gute Werk fördern, damit es mit rechtem Erfolge weitergeführt werden kann. Ja. Dank, tausendfachen Dank all' unseren Gönnern nnd Freunden, Dank auch für die kleinste Gabe! Sie hat gewiß in einer Ltnnde der Not einem, armen unglücklichen Menschenherzen Trost nnd Balsam gespendet. Denkt auch weiter daran! Noch stehen die Heimatsstätten der armen Flüchtlinge leer, noch gilt es weiter zu wirken, alles aufznbieten, um die armen, so schwer Heimgesuchten zit unterstützen, sie vor Not und Kälte zu schützen. Darum richten wir die heiße, innige .Bitte an alle, die ein gutes, mitfühlendes Herz haben, nicht zu erlahmen im Wohltun. das-Frauenhilfskomitee im X. Bezirke in seiner, von so reichem Erfolge gekrönten Aktion mit besten Kräften zu unterstützen und der Segen Gottes wird ihnen Allen reichlich zu teil werden!' Das Frauenhilfskomitee für Gälizische Flüchlinge im X. Bezirke. Zentralstelle: Wien, X., Götzgaffe 2. Sprechstunde: 10—12 Uhr Vormittag, 3—5 Uhr Nachmittag. Wieu. (Vorlesnn gen im Wiener Bet-Hamidrasch.) Die religionsphilosophischen Vorlesungen des Herrn Dr. A. Kaminka am Wiener Bet-Hamidrasch (2. Bezirk, Ferdinandsstraße 23. Parterre) in diesem Wintersemester werden jeden Mittwoch von 7 bis 8 Uhr und Donnerstag von 6 bis 7 Uhr abends stattfinden. Es wird der dritte Teil von Maimonides More Nebuchim erläutert werden. Beginn Mittwoch, den 28. d. Anstritte ans dem Indentnm. Kraus Anna Marie, geb. 19. August 1880 in Wien. I., Nibelungengasse 13. Adler Gisela, Kontoristin, geb. 2. August 1887 in Wien. XV., Fünfhansgasse 5. Mutz Karoline geb. Sch re dl, Private, geb. 30. September 1877 in Wien. XVII., Hauptstraße 50. Schweinbu r ge r Berthold, Reisender, geb. 15. Juni 1876 in Wien. XVIII., Hans Sachsgasse 17. Vogel Martin, geb.'24. Dezember 1911 in Wien. Hecht Irene, Kontoristin, geb. 8. März 1883 in Wien. III., Löwengasse 27. Lebeuthal Gisela, Näherin, geb. 3. April 1889 in Wien. XIV., Storcheugasse 19. Frisch Karl, Student, geb. 30. Jänner 1899 in Trembowla, Galizien. IX., Prechtlgassc 1. B r a d a Rosa, Bedienerin, geb. 3. August 1664 in Spilkow. H. Darwingasie 13. Band Paul. Privatbeamter, geb. 25. Juni 1898 in Tulln. Sndengasse 38». Heller Kamill, Kaufmann, geb. 14. November 1866 in Ptic. Böhmen. VII., Schottenfeldgasse 65. Lichtblau Anna, Hilfsarbeiterin, geb. 12. Jänner 1892 in Wien. XIV., Ranchfangkehrergasse 28. Lötie v. Kelenföld Irene Melanie geb. P o z n a n s k i, Jngenienrsgattin, geb. 9. November 1892 in Lodz, Russisch-Polen. XIX., Karl Ludwigstraße 62. Oesterr.-img. Knntoren-Uerein. (Ans der, Sitzung vom 24. Oktober 1914.) Anwesend: B a u e r, D ü n n m a n n, I n r b e r g e r, F r i e d l ä n d e r, Baffer, K a n f m a n n, M a y r o w i t s ch. Grob. Entschuldigt: Morgenstern, S ch l e s i n g e r. Vorsitzender Präsident Bauer bringt die Einlänfe zur Verlesung, worauf eine wichtige Aktion des Vereines in Beratung gezogen wird. V e r e i n s b e i t r ä g e sind e i n g e l a u f e n: A. Kohn, Mähr.-Bndwitz X 9.—; I. Schönfeld, Tab 4.—; S.’ Serebrenik, Wien 6.—; I. Bauer, Wien 4. —; Tempelverein XIII. 20.—; Dr. Max Weiß, Zahnarzt (Spende) 50.—; I. Roth, Wien XX. 10.—; PH. Bassel, Wien 4.—; I. Bakon, Wien XX. 4.—; Feuer. Wien H. 2.—; Königl. Musikdirektor Friedmann. Berlin 5. —; Kornstreicher, Jglau 8.—; Jellinek, Hollabrunn 9.— I. Falk, Mödling 2.—; S. Handgriff, Znaim 4.—; Saller, Breitenbrunn 4.—; Rosenfeld, Gnssing 10.—; Allenberg. Liesing 8.— * Blum, Schlau 4.—; Löwy, Kohljanowitz 4.— Bermann, Böhm.-Leipa 5.—; Lederer, Eg er 4.—; Kraus, Essegg 4.—; Friedinann, Groß-Enzersdorf 4.—. Anmeldungen nnd Zuschriften sind au den Präsidenten^ Oberkanlor I. Bauer. Wien, II/l, Geldsendungen an den Kassier, erster Kantor S. I ii r b e r g er, Wien, II., Tempelgasfe 3. zu richten. Jüdische Bühne. Direktion M, Siegler, Hotel Stefanie, II. , Taborstraße 12. Freitag, den 30.. Samstag, den 31. Oktober, Sonntag, den 1. nnd Montag, den 2. November 1914 gelangt zur Aufführung die Premiere: „Das verlorene Paradies", Lebensbild in vier Aufzügen von Ro bin. Dienstag, den 3. und Mittwoch, den 4. November„Schabes Koidesch", von Feinmann. Donnerstag, den 5. November: „Hergele Mejiches von Nichte r. Sonntag, den' 1. November: Nachmittags-Vorstellung zu halben Preisen. „Gemeinderat"! von R i ch t e r. In Vorbereitung: „Der wahre Jude".

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.