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Die Wahrheit · 1914-08-31 · Heft 32 (31.8.1914) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 32 (31.8.1914)
Date
1914-08-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 32. Die Wahrbeit Seite 7. beiderlei .Geschlechtes im Spitale (Kaiserin Elisabeth Pflegerinnenheim) beschlossen. Der Andrang rn diesen Kn.rsen ist fortgesetzt ein großer. 4. Am 1. August wurde das Wohltätigkeitsamt ermächtigt, Zehrgelder aneiit rn ckende j ü dische Soldaten, im Einzelfall bis ..zum Höchstbetrage von L 10 ansznfolgen. 5. Zur einheitlichen Versetzung des Militärseelsorgedienstes sowohl im Felde, als auch , der subsidiären Seelsorge in Wien, haben sich über Weisung des Präsidenten Dr. Stern Wiener Rabbiner und znm Teile auch die Religionsiehrer als ^Seelsorger-Komitee konstitniert. Hievon wurde dem - k. u. k. Kriegsministerinm Kenntnis gegeben, welches hievon mit dem Ausdrucke des Dankes znstimmend Rotiz genommen hat. . 6. Die Regelung der unaufschiebbaren finanziellen Bedürfnisse der Gemeinde wurde durch das besondere Entgegenkommen ihrer Freunde in die Wege geleitet. v 7. Ueber Ansuchen' wurde der k. k. XU. und XIll. Truppendl^ision in Wien ans Kosten der Knltnsgemeinde eine vollständig eingerichtete Feldkapelle unentgeltlich zur Verfügung gestellt. 8. Die Anbote:' - a) eines znmKriegsdienste einberusenen jüdischen Architekten, ' sein nenerbantes Hans in Hetzendors (Belegraum zirka 60 Belten) und b) das Anbot der Firma M. Munk, einen Belegraum von zirka 30 Betten in ihrem Fabrikshause H. Rothe Sterngasse für Kriegszwecke zur Verfügung stellen zu wollen, wurde im Wege der Statthalterei an das k. n. k. Kriegsministerinm weitergeleitet. 9. R e u e r. F r i e d h o-f. Die Büroanträge betreffend notwendige Vorkehrungen auf dem Terrain des neuen Friedhofes in Simmering, bzw. die Ausnützung der Friedhofe in Deutsch-Wagram und Floridsdorf wurden der Friedhofs- 'kommission zur Beratung und schleunigsten Berichterstattung überwiesen. . 10. Der Armen-Änstalt der ist. Knltnsgemeinde wurde, mit Rücksicht ans die übergroßen Anforderungen, die derzeit an diese Institution herangetreten sind, ein Betrag von K 5000.— vorläufig als a oonto-Zahlnng auf die Jahressubvention, überwiesen. 11. Zum Anlauf von Speisemarken bei der Israel. Volksküche, H. Krmumbanmgasse 8 utib beim Jüdischen Verein „Einheit" II. Malzgässe 12, wurde ein Betrag von X 1000 bewilligt. 12. Am 17. August 1914 hat eine'gemeinsame Konferenz mit den Vertretern der jüdischen Wohlfahrtsvereine Wiens, unter dem Vorsitze des I. Vize-Präsidenten Dr. Gustav Kohn, stattgefnnden. . 13. Ueber Anregung des Herrn Rabbiners Dr. Grnnwald hat das Präsidium dem hohen k. n. k. Kriegsministerium das Anbot gemacht, für sämtliche jüdische Soldaten entsprechend znsamm.engestellte Gebetbücher beizilstellen. Das Kriegsministerinm hat dieses Anbot mit Dank angenommen und einen entsprechenden Beitrag für diesen Zwecks votiert. 14. Die unentgeltliche Ueberlassung von 12 bis 14 kleinen Thorärollen seitens der Knltusgemeinde für die Dauer des Krieges an .däs Kriegsmiilisterium tvurde von diesem mit Dank' akzeptiert. / 15. Ueber die Eingabe der Bezirkskommission für den IV., V. und X. Bezirk -wird die Mitwirkung sämücher Bezirkskommissionen an dem' HilfswerkeJ der Knltnsgemeindein Aussicht genommen^ Unerläßlich für die gedeihliche Entwicknng und für das Gedeihen dieses Hilfswerkes istdie tatkräftigste Unterstützung durch Geldspenden etc. seitens der gesamten Wiener, bzw. österreichischen Jndenschaft. Knsstiche Lockungen an die Inden. „An meine lieben Inden!" Eine Proklamation des Zaren. Amsterdam, 18. August. Das „Handelsblad" bespricht die Meldung der deutschen Presse, daß der Zar eine Proklamation „A n m eine lieben Jude n" erlassen habe, und bemerkt, daß es unglaublich erscheine, daß die russische Regierung es wagte, ein solches Doknment zu verbreiten. Denn indem man diesen Ausruf vernehme, trete ein Stück Geschichte vor das geistige Auge, das in mancher Hinsicht ein Schandfleck für die Kultur sei, nämlich die Inden hetzen, die Pogroms, die moralischen und körperlichen Mißhandlungen und die Aechtnng der Juden und die Ausstoßung aus dem Kreis der gebildeten Menschheit. In der Duma sei öffentlich ausgesprochen worden, daß die ganze Polizei von erpresserischer Aussaugung der Inden lebe; sogar der V i z e g o u v e r n e u r von Charkow bekomme jährlich 6000 Rubel von diesem I u d e n g e l d. Wie könne da die Rede sein von Wohltaten und Liebe des Hauses Romanow? Anbiederung der echtrnsfischen Heute an die Inden. Czernowitz, 19. Angnst. Nach einer Meldung ans Kiew versuchen die echtrussischen Leute die Inden für Manifestationen für den Krieg zu gewinnen,'indem sie ihnen heuchlerisch Gleichberechtigung nach dem Kriege versprechen. Ken Kisma. Verehrliche Redaktion! Schade, daß der gelehrte und geistvolle Verfasser des Artikels „Ben Kisma irsw." in der vorletzten Nummer Ihres Blattes zur Charakterisierung seines Helden nicht auch auf die Talmudstelle in Jebamath 96 b hingewieseu hat. Dort wird nämlich erzählt, daß zwei Lehrer, R.Jose nnd.R. Eleasar. bei einem halachischen Meinungsstreite in solch hitzigen Eifer gerieten, daß dadurch, von ihnen ungewollt, die vor ihnen aufgerollt liegende Thora zerrissen wurde. Es war das im Lehr- und Bethause zu Tiberias. R. Jose ben Kisma, der zugegen war, sprach tadelnd zn den beiden hitzigen Lehrern:;,Es sollte mich wundernehmen, wenn aus diesem Hanse nicht einmal ein Hans der Götzen werden sollte!" Der Talmud bemerkt dazu, daß das auch später geschehen ist. Könnten und sollten nicht die Zeloten aller Zeiten, ob sie nun in diesem oder jenem Lager stehen,- aus der Mahnung und Prophezeiung Ben Kismas die Lehre ziehen, daß allzugroßer Eifer allerwegen schadet. An einer anderen Stelle im Talmud (Kidnschin 30 b) heißt es allerdings, daß selbst Vater und Sohn, Lehrer und Schüler beim Thorastudinm sich oft wie Feinde einander gegenüberstehen, aber am Ende doch immer die besten Freunde bleiben. Prag-Weinberge, 11. Ab 5674. Stark. Uerschiedene Nachrichten. - Wien. In sämtlichen israel. Tempeln und Gotteshäusern Wiens fanden am 18. August anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers, feierliche Gottesdienste statt, die überall von einer großen Zahl Andächtiger besucht waren.

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