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Die Wahrheit · 1914-08-07 · Heft 30 (7.8.1914) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 30 (7.8.1914)
Date
1914-08-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die .Wcl.HMit„„„... „Nr., 30, gewiesen und nach ihrem geschichtlichen Zusammenbnng beleuchtet worden ist, leien sie ja alle Sabbate auch je einen Abschmtt ans -den Prophetenschriflen, und da sollen sie die Propheten für Leine halten, die „eine liefe Kluft vom jüdischen Denken und Empfinden schied"! Da sollen sie, was ja der erstrebte Schlußeffekt ist, die Propheten als Männer eines „fremden Stammes" anseheu!" Da zurzeit wieder einige antisemitische Schmäher des Alten Testaments - sich vor Gericht zu verantworten haben, durfte es sich wohl empfehlen, den ihnen vorgeschlagenen theologischen Gutachtern das Zeugnis einer so hervorragenden Autorität wie des Bonner Alnestamentlers gegenüberzustellen. Oestcrr-nng. Kantoreu-Uereiu. Die geehrten Mitglieder werden ersucht, die restlichen Vereiusbeiträge au den Kassier, I. Kantor I urb er g er, 3X, Tempelgasse 3, Zuschriften an den Präsidenten, Oberkantor I. Bauer, II/1. zn richten. Kilfsaklion des „Jorlschriltlicher Mürgerverein Donauktuv". Der gesamte Vorstand des „Fortschrittlicher Bürgerverein Donau- Hub" hat sich am 28. Juli l. I.. ivforr nach erfolgter Kriegserklärung an Serbien, versammelr und sich im Hinblick auf die allgemeine Lage in Permanenz erklärt, um gemäß seinen Traditionen seit seinem -43jährigen Bestände überall dorr gleich mithelfen zu können, wo es gilt, die für Kaiser und Reich notwendigen Aktionen im Bürgertum zu fördern. Gleichzeitig hat der Vorstand beschlossen, zu den im Zuge befindlichen Sanrmlnngen für die Verwundeten eine neue Sammlung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen einzuleiten und diese Sammlung mit einem Betrage von 300 Krone» zu eröffnen. Der „Donauklub" richtet nun zunächst an arbeitssreudige und wohltätige Bürger die Bitte, fernem diesbezüglichen Orgauisationskomitee beizutreteu. Gleichzeitig richtet der „Donanklub" hiermit an alle Bürger die dringende Aufforderung, beizeiten der am schwersten Betroffenen, nämlich der Familien der. gefallenen Krieger, zu. gedenken. Beizeiten muß also jeder Staatsbürger, der auch nur einen Heller entbehren kann, sein Aeußerstes tun, nm eine dauernde Fürsorge für die unglücklichen Hinterbliebenen organisieren zu können. Mitbürger! Wir fordern Euch alle Edeldenkenden auf, diesen Fond durch reichliche Beiträge, die man an uns direkt oder an die löbliche RedaÜion dieses Blattes richten wolle, begründen und seinem Zwecke entsprechend, ausgestalten zu helfen! Wien, II., Praterstraße 8, am 31. Juli 1914. . - „Fortschrittlicher Bürgerverein Donanklub" Gemeinderat Prof. A. D. Goltz Obmann Kilfsaklion des Speiseperein „Einheit" Aus Anlaß der kriegerischen Ereignisse und der mit ihnen Hand in Hand gehenden weiteren Lebensmittelverteuerung hat dieser Verein kürzlich seine Vorstandsmitglieder zu einerdringenden Beratung einberufen. Ueber Vorschlag des Obmannes, Herrn Bernhard H o f b a u e r, wurde beschloffen, den Wohllätigkeitstraditionen des Vereines entsprechend, an den Hilfsaktionen für unsere braven Soldaten teilznnehmen. So wendet sich denn diese wirklich humanitäre Bereinigung opfermütiger Männer an die Bevölkerung mit folgendem Aufruf! Noch hat das blutige Ringen nicht begonnen und schon stell sich eine traurige Folgeerscheinung ein, welche den Jammer des Krieges zu vervielfachen geeignet ist. Bereits sind die unentbehrlichsten Lebensmittel, wie Brot, Mehl, Kartoffel. Gemüse, Fleisch, Fettstoffe, Kaffee, Zucker usw. raprd gestiegen, ohne daß abzusehen wäre,: was gewissenlose Lebensmittelwucherer m dieser Beziehung, trotz strenger gesetzlicher Strafbestimmungen, noch Vorhaben und ausführen könnten. Der humanitäre Verein „Einheit", welcher seit vielen Jahren durch die Opferwilllgkert edler Männer ragtäglick durchschnittlich 1500' Menschen mittags mit Suppe, Fleisch und Beilage, Gemüse, Mehl-! speise und Brot für 44 Heller und abends mit Suppe, Fleisch, Gemüse. und Brot für 34 Heller aiisspeist, der jahraus, jahrein au tausende Arme dieses Esten ganz umsonst verabreicht, hat nun beschlossen,' zur Llnderuilg der herrschenden Not vor allem dadurch beizntragen, daß er trotz all der Steigerungen der Lebensmittelpreise diese vorstehenden billigen Einheitspreise für sein wirklich vorzügliches, reines und frisches Esten bis ans weiteres nicht erhöht. . Der Verein har im Hinblick ans die kriegerischen Ereignisse weiters beschlosten, den Frauen und Kindern aktiv dienender und ein- ' berufener Soldaten und Landsturmmänner für die Dauer des Krieges obiges Millagesten für bloß 40 Heller und obiges Abendessen für bloß 80 Heller zu verabfolgen.. Den Nachweis des aktiven Dienstes des Familienhauptes haben die Betreffenden von den Regimentskommanden und den Beweis der Einberufung von den Gemeindeämtern beizubringen. . Der Verein richtet hiemit an alle edlen Menschenfreunde und Wohltäter die Bitte, derer zu gedenken, die nun im Dienste für Kaiser und Vaterland auch noch mit der schweren Sorge um die Erhaltung ihrer Angehörigen zu kämpfen haben und derer, die eben ihrer Ernährer entbehren müssen. Mitbürger! Nehme jeder von Euch, der es nur irgend tun kann, an der Fürsorge von Frauen und Kindern von Soldaten in der Weise teil, daß er der „Einheit" Beträge für bestimmte Frauen und Kinder zuwendet oder es der „Einheit" selbst überläßt, sich von den kompetenten Gemeindeämtern, die den geleisteten Spenden entsprechende Anzahl von Frauen und Kindern von Einberufenen znweisen zu lassen. Mitbürger! Greifer ein, denn wir leben Schicksalsftnnden, in. welchen die Wobltätigkeit so viel helfen und so rettend wirken kann, wie niemals sonst! Bolksspeisehalle Verein „Einheit" Wien, H., Malzgaste 12. » »!*L » » Verschiedene Nachrichten. Baden. Samstag den 1. d. M., ^10 Uhr vormittags, fand im Tempel der israelitischen Kultnsgemeiiide Baden aus Anlaß des Krieges unserer Monarchie gegen ihre Feinde ein Bittgortesd i e ii st statt, bei welchem Se. Ehrw. Herr Rabbiner Wi Reich vor offener Bundeslade im Kaisergebete ein zu Herzen gehendes'Gebet einschloß, in welchem er den Sieg für unsere Waffen herabflehte. In der inhaltsreichen Predigt, die darauf folgte, ordnete er tägliche Gebete aus den Psalmen an und beantragte, daß ein Komitee eingesetzt werde, das während der Kriegszeit in Permanenz bleiben soll, um Beiträge für die Familien, deren Ernährer einbernsen wurden, zu sammeln. Budapest. Die hiesige israelitische Kultnsgemeinde hat in ihrem Spital 100 Mannschaftsberlen und 20 Offiziersbetten für Verwundete eingerichtet. Das Brody-Spital hat 36 Betten zur Berfügnng gestellt. Die Kultnsgemeinde hat außerdem 4000 Kronen für das Rote Kreuz gewidmet, Odessa. Aus Odessa wird uns mitgeteilt, daß dort vor wenigen Tagen Frau Rebekka Jsaakowna Klur gestorben ist. Rebekka Klur gebührt in der Geschichte des Nationalfonds ein Ehrenblatt. .Durch eine im Jahre 1909 erfolgte großzügige Stiftung, die zur ewigen Erinnerung an die Spenderin und ihren, ihr im Tode vorangegangenen Gemahl dient, hat sie ihren Namen dauernd mit dieser Institution und der Zukunft unseres Volkes auf seinem heimatlichen Boden verknüpft. Die Verewigte hatte vor 5 Jahren dem Natioualfonds eine Spende im Betrage von EL 30.000.— übergeben und in der Schenkungsurkunde eine Reihe von Bestimmnugeu getroffen, deren wichtigste die folgenden sind: Der Jüdische Nationalfonds deponiert den von Frau Klur gespendeten Betrag in Pfandbriefen sicherer Hypothekenbanken öder mündelsicheren Staatspapieren und verwaltet das Kapital und zwei' Drittel seines Zinsertrages bis zum Ablauf von 600 Jahren als festes Depot. Ein Drittel des Zinsertrages kann schon jetzt für die Zwecke des Jüdischen Nationalfonds verwendet werden. Nach Ablauf von 600 Jahren ist der Jüdische Nationalsonds berechtigt, das . ganze Kapital mit allen angewachsenen Zinsen gemäß seinen Statuten im Namen der Stlfterin für seine Zwecke zn verwenden. Rebekka Klur hat sich durch ihre edle und weitsichtige Stiftung ein unvergängliches Andenken in der Chronik, des Nationalfonds gesichert. Sie war eine der ersten, die in Erkenntnis der überragenden Bedeutung des Jüdischen Nationalfonds, dieser Institution das Vertranen schenkten, eine Stiftung zum wahrhaften Nutzen des jüdischen Volkes zn verwalten. Vo zei m Ai Ho Beste sauft and I Ka Gei Verzeichnis der Verstorbenen vom 26. Juli bis inklusive 1. August 1914. Sarah Kalinsky, ohne Berns, 17 I. Heinrich Wollner, Dienstmann, 62 I. Henriette Blau, Private, 49 I, Jakob Katersöhn,' Prrvatbeamter, 63. I. Anna Gerstenfeld, ohne Beruf, 46 I. Hermann Frank, Pflegling, 80 I. Louis Fischl, Kaufmann, 62 I. Ignaz Rosenberg, Religionslehrer, 66 I. Sußmann Röseuberg- Kürschner, 19 I. Lisa Pariser, 66J.'Frimel Schabasson, Händlersgattiu, 61 I. Hermann Samuel, Agent, 70 I. Josef Bindeles, Kalligraph. und akad. Maler, 88 I. Moriz Spitz, Kaufmann, 44 I. Abraham Fänger, Viehhändler, 52 I. Sigmund Brüll, Möbelhändler, 511. Isaak Künstlmgers Hansirer, 63 I. Dr. Leopold Schidloff, Advokat, 59 I. Scheint»! Blurt, geb. Piket, Private, 48 I. Albert Spitz, Agent, '53/I. Berta Weißkopf, Stabarztensgattin, 32 I. Samuel Gelber.' . Kominis, 31 I.' Rudolf Wasservogel, 59 I. Josef Friedberger, ^Ttüfikant^ 80 I. Mexandcr Sonnenschein, Verkäufer, 22 I. Abraham Grüß, Hausierer, 62 I. Bernhard Kohn, Privatbeamter, 60 I. Lazar''Schönfeld, tzäusierer, 57 I. Melanie Hatschek, Kassierin, 33 J.L Jnljns^Beer, Agent,' 48 I. Gottlieb Spitzer. Dienstmädchenssohn, '10'Monatel Salomön- Blum, Kaufmann. 77 I. Anna Zerter, Private,. 68-I. Schaje Rosenberg, Malergehilfe, 27 I. Rosalia Widrich geb.?Blumeilseld, Kaufmclnusgattin, 71 I. ... ------ - - - ----- - über: Festl ausg voq von

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