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Die Wahrheit · 1914-07-03 · Heft 25 (3.7.1914) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 25 (3.7.1914)
Date
1914-07-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nrdaktion i»id Administration: Wien. II, Nvvaragasse 27 Xrlcj>t)ou: Slebaftiou 5509/1V. Sbtniittrtration -1938/11. ^«abhängige Aertfchnft für jüdische Werngovret»: (iliuijlabiitl.K 14.— H»lbiiid»>a. K 7.— K. k. ößerr. SUoflfDatfaffa* S<v,«r»üoulo Nr. 100.918. Intereste«. Fiu.' JfnlhiSbrmutf: i&itiiiftjiibvia ...... i£ io — Inserate: Dir viermal gespaltene Nonpareille-Zeile 25 Heller. Erscheint jeden Areitng. Für AiiSlmid: rlbonnemenis- und Insertion». .8 yjlutf betrüge find i» Wien zahlbar und klagbar. Motto: „Das Siegel (Lottes ist Wahrheit!“ t?!>I»neI oder l« fttc*. Nr. 25. Wien, 3. Juli Inhalt: Erzherzog Franz Ferdinand. — Judentum und Christentum. — Midjan und Moab in der bibl. und der modernen Zeit. — Generalversammlung des jüdischen Nationalfonds. — Salamon Sulzers Dudaim. — Verschiedene Nachrichten, Austritte, Verstorbene. — Oesterr.- nnz. Kantoren-Berein. Abonnements-Einladung. Kie geehrten Kerren Köonnenten werden um umgehende Erneuerung des Monnernents für das am 1. Juli 1914 öegonnene III. KuarLal ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Wtattes keine Ilnterörechung erleide. Abonnements-Bedingungen: Kanzjäyrig Kr. 14.— Kalöjährig Kr. 7.—, Vierteljährig Kr. 3.50. K. k. Postsparkassen-Konto 1VV.S18. Probenummern gratis zur Verfügung. | Frau; Ferdinand. Trauersitznng der i s r. Kultusgemeinde Wien. Mittwoch, den 1. Juli fand eine außerordentliche Sitzung des Vorstandes der israel. Kultusgemeinde statt, um der Trauer der Jndenschaft anläßlich des auf so tragische Weise erfolgten jähen Hmscheidens des Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Gemahlin solennen Ausdruck zu verleihen. In Verhinderung des schwer erkrankten Präsidenten Dr. Alfred Stern führte der I. Vizepräsident Landesschulrat. Dr. Gustav Kohn den Vorsitz und hielt die folgende Ansprache, welche von den Anwesenden stehend augehört wurde: Meine Herren! Die empörende Untat, welche sich letzten Sonntag in den Straßen Sarajevos abspielte und durch welche unser erhabenes Allerhöchstes Herrscherhaus, mit ihm die gesamte Monarchie so schwer getroffen wurde, hat jeden einzelnen Bürger dieses Reiches in die tiefste Trauer versetzt. Schon rein menschlich greift der Gedanke mächtig ans Herz, daß'Seine kaiserliche und königliche Hoheit Erzherzog Franz Ferdinand, der dem glorreichen Throne unseres geliebten Monarchen am nächsten stand, in der Vollkraft seines Mannesalters, iir Ausübung seines hohen Dienstes für Kaiser und Vaterland, zusammen mit seiner hohen Gemahlin, an der er mit so viel Liebe hing, durch die ruchlose Tat eines Verirrten aus einem so hoffnungsreichen Leben gerissen wurde. Die Jndenschaft der Haupt- und Residenzstadt Wien, mit ihr die gesamte jüdische Bevölkerung Oesterreichs, welche während der verflossenen 66 jährigen segeusvvllen Regierung unseres innigstgeliebten Kaisers an all seinen Freuden und an all seinem, ach so vielem Leid stets mit treuer Hingabe teilgenommen hat, blickt auch jetzt, da das Allerhöchste Herrscherhaus von so schwerem Schicksalsschlage ereilt wurde, vereint mit allen Völkern dieser Monarchie in tiefster Ehrfurcht und mit innigster Teilnahme zu der geheiligten Person Seiner Majestät empor. Und wie wir vor kaum einem Monate um das teuere Leben des großen Friedenskaisers zitternd, inbrünstige Gebete für die baldige Genesung zu dem Allmächtigen emporsandten, wie wir jubelnd ein Daukgebet anstimmteu, als die Kunde von der völligen Herstellung der Gesundheit Seiner Majestät zu uns drang, so wollen wir auch jetzt, treu zu unserem gramgebeugten Kaiser stehen, zu dem Allmächtigen flehen, er möge in seiner unendlichen Gnade dem gerechtesten, gütigsten Herrscher die Kraft verleihen, auch diese Heimsuchung zu ertragen und ihn noch viele Jahre in voller ungetrübter Gesundheit, verschont von jedem ferneren Kummer, den Völkern dieser Monarchie, die ihm in Liebe ergeben sind, erhalten, als einen Hort der Gerechtigkeit, einen Schirm der Gleichheit aller Bürger und den sichersten Schutz des Friedens. Ich beantrage die Einverleibung dieser Tranerkundgebung, sowie des nachfolgenden Telegrammes. deren- Absendnug an die Kabinettskanzlei Seiner Majestät beschlossen werden möge, in das Protokoll: „An die Kabinettskanzlei Seiner Majestät." Der anläßlich des tieferschütlernden. Schicksalsschlages den das Allerhöchste Kaiserhaus erlitt, zu einer Trauersitzung versammelte Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, gibt im eigenen Namen und namens der Jndenschaft der k. k. Haupt- und Refideuzftadt Wien, sowie der gesamten Jndenschaft des Reiches der innersten Empörung über die ruchlose Tat, welcher das dem Allerhöchsten Throne am nächsten stehende Mitglied, des erhabenen Kaiserhauses, Seine kaiserliche und königliche Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Franz Ferdinand und höchstdessen Gemahlin zum Opfer fielen, tiefempfundenen Ausdruck. Die Jndenschaft dieses Reiches nimmt schmerzerfüllt Anteil an diesem Unglück, unterbreitet die aller-

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