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Die Wahrheit · 1914-06-19 · Heft 23 (19.6.1914) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 23 (19.6.1914)
Date
1914-06-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Helle 10 Die Wavrden Nr. 23 lichkeit zugewiesen zu erhalten, um darin eine eigene' Küche zur Vcrabfolguug der Koscherkost einznrichten. Die Küche ist nun fertiggestellt. Trotz der ungemein beschränkten Rarmrverhältnisse ist dieselbe ein hygienisches Musterstück und von vollendetster Zweckmäßigkeit. Es ist sicher, daß die Einrichtung für Viele vorbildlich sein wird. Am 7. Juni wurde sie von Herrn Rabbiner F ü r st und dem Vorstande der Adas JiSroel in allen Teilen genau besichligt. Die vorsorgliche Anlage, die neben den höchsten hygienischen Anforderungen die peinlichsten Vorschriften für Kaschrus gewissenhaft im Auge hat. fand die begeistertste Anerkennung und die Herren wurden nicht müde, Herrn Markus B o tt d i. dem Obmann des Krankenhausvereines solvie Herrn Isidor Frommer, der die Vorarbeiten zu diesem Werke gemacht hatte und Herrn Adolf Fischer, dem die ganze Leitung dieser Arbeit oblag, den verbindlichsten Dank zu sagen. Am Nachmittag desselben Tages wurde die 35. Generalversammlung des Vereines abgehalten. Nach deni glänzenden Erfolge war es selbstverständlich, daß dieselbe zn einer glänzenden Ovation für den Vorstand sich gestaltete. Lange vor Beginn der festgesetzten Zeit hatte sich eine große Anzahl von Vereinsmitgliedern mi großen Bethamidrasch-Soale, II. Große Schiffgasse 8, eingesunden. Präzise um 3 Uhr wurde die Sitzung von dem Obmanne Herrn Markus Bondi unter stürmischem Beifall eröffnet. Ter Vorsitzende verwies aus die 35 jährige Tätigkeit des Vereines, dem es nun gelungen sei, eine eigene Küche im Spirale sertigznstellen, ein Erfolg, der zum größten Teile den Bemühungen des Herrn F r o m m e r und Fischer zn danken sei. In diesem Jahre sei es auch gelungen, das Gleichgewicht im Haushalte des Vereines insoferne herzustellen, als die laufenden Ausgaben aus den lausenden Einnahmen bstritten werden konnten, ohne die Zahl der Unterstützten neuerlich herabzusetzen. Nun müsse man darnach trachten, die Kosten der Kücheneinrichtung — ca. K 18.000.— — hereinzubringen. Auch soll die Ausgabe der Koscherkost nicht beschränkt sein. Welcher jüdische Kranke koscheres Essen will, soll dies, u. zw. in ollen Wiener Krankenhäusern, erhalten können. Er forderte alle auf den Vorstand in seinen Bestrebungen nachdrücklichst zu unterstützen. Der Vorsitzende ergänzt den Bericht dahin, daß Herr Wilhelm K o h u den Betrag von EL 100 als Ergebnis einer Sammlung abgeliesert hat. Ferner teilt er mit, daß Herr Rabbiner Dr. Grunw a l d sein Fernbleiben schriftlich entschuldigt. Zum Berichte nimmt Dr. Reiniger das Wort. Er spricht namens der Adas Jisroel der Vereinsleitung den Dank ans und beglückwünscht sie ans Anlaß der Erreichung des längst angestrebten Zieles, um das sich der verewigte Buch wald schon so viel bemühte. Er wünscht dem Vereine das beste Gedeihen und die Unterstützung weiterer Kreise. - Die Wohltaten des Vereines werde allen Inden ohne Unterschied der Landeszngehörigkeit zuteil. Gleichwohl ist die Mitgliederzahl eine verhältnismäßig geringe. Die Bethausspenden sind mit X 1607,— ausgewiesen; davon stammen X 1465.— aus der Schiffichnl, ans allen übrigen Bethäusern zusammengenommen X 142.—!!! (Talmud Thora K 88.—, Beth Israel, X 19.— re.) — Die Tempel im VI.. VIII., IX. Bezirke rc. besonders die der Knltusgemeinde fehlen vollständig! Redner ersucht den Vorstand, den betreffenden Körperschaften naheznlegen, diesem wahrhaft jüdischen Zwecke das Augenmerk zuznweuden. Der Vorsitzende dankt dem Redner für die herzlichen Worte der Anerkennung; bezüglich der Anregung teilt er mit, daß die Vereinsleitung alles Mögliche in diesem Sinne, jedoch ohne Erfolg, getan habe. Die Knltnsgemeinde verweist ans die Subvention von X 9000.—, die sie dem Vereine zuwendet. Herr Jakob Fuchs unterstützt die Anregung des Herrn Dr. Reiniger, man müffe die Versuche wiederholen. Wenn die Kultusgemeinde auf die Subvention verweist, möge man ihr entgegenhalten, daß die Pessachverköstigung allein, der sie sich gewiß nicht entziehen kann, einen größeren Betrag in Anspruch nehmen würde. Besonders aber muß man sich au die Judenschaft außerhalb Wiens wenden, weil vornehmlich Juden, die außerhalb Wiens wohnen, den Verein in Anspruch nehmen. Die Wiener versorgen und bezahlen sich vielfach ihr Koscher- Effen selbst. Während der Ausführungen des Herrn Fuchs erscheint Herr Kultus vorsteh er Emanuel G r ü n w a I d in Vertretung des Knltusvorstaudes. Derselbe wird vom Vorsitzenden und von der Versammlung herzlichst begrüßt. Znm Bericht sprechen noch Herr Geza Brau n und Herr Gabriel Fischer, woraus das Absolutorinm einstimmig erteilt wird. Herr Wolf P a p e n h e i m stellt den Antrag : Zum Zeichen des besonderen Dankes und der Anerkennung seien sämtliche bisherigen Mitglieder des Vorstandes mit Akklamatien wiederzuwählen, was unter stürmischem Beifalle geschieht. Herr Isidor Frommer stellt namens des Vorstandes den Antrag, Herrn Markus Bondi, den langjährigen Obmann des Vereines in Anfehnng seiner Verdienste zum Ehrenmitgliede des Vereines zu ernennen. Unter nicht eudenwollendem Jubel wird dieser Antrag von der Versammlung trotz des Protestes des Herrn Bondi zum Beschlüße erhoben. In bewegten Worten dankt er für diese Ehrung. Indem hierauf der Vorsitzende die Anwesenden anffordert, in weiten Kreisen dafür Propaganda zn machen, daß zur Deckung der Kosten der Küche wie für die übrigen Bereinsaufgaben reichliche Mittel znfließen mögen, schließt er die Versammlung. F. Ni. Spenden für den Verein wolle man an die Vereinskanzlei, H., Untere Augartenstraße 17. senden. Wieu. Sonntag den 14. d. M. fand im. türkischen Tempel die Trauung des Fräulein Henriette Berger, Nichte des gewesenen Kultusvorstehers Dr. Alfred B e r g e r, Enkelin des Philantrvphen Abr. M. Elias, mit Herrn Viktor Heim statt. Dem Traunngsakte wohnte ein zahlreich distinguiertes Publikum, sowie der Gesamtvorstand der Gemeinde bei. Das Brautpaar wurde unter Vortritt der Tempelvorsteher Lico Adutt und Abr. Canetti .in den Tempel geleitet.’ Den Trauungsakt vollzog Rabbi Papo und Oberkantor Bauer, Der Chor stand unter Leitung des Dirigenten Kantor L ö w i t. Wien. Im Tempel der türkischen sephardischen Gemeinde fand Sonntag den. 14 Juni die Trauung des Fräulein Sofie Hassan, Tochter des' türkischen Großhändlers Herrn Jsak D. H a s s a n, mit Herrn Fritz Bauer, Gesellschafter der Firma S. Bauer & Sohn,, statt. Der Tempel war in allen Räumen, überfüllt und bemerkte man den Gesanilvorstand der türkischen Gemeinde und fast alle Mitglieder der Gemeinde, sowie eine Äbordung der türkischen Botschaft. Unter' Orgel- und Harfenklängen wurde das Brautpaar von den Tempel-' Vorstehern Sal. Hassan und Abr. Canetti in den Tempel geleitet. Den Trannngsakr vollzogen Rabbi Papo und Oberkantor Bauer. Den verstärkten Chor leitete Kantor I. L ö w i t. Wien. Die Trauung des Herrn Rudolf Müller, Neligionslehrer der israel. Knltnsgemeinde Wien, mit Fräulein Mllla Popper- A d l e r aus Baden bei Wien, findet s. G. w, am 24. Juni 1914, um ^2 Uhr nachmittags, in Sanerbrunn bei Wr.-Nenstadt statt. Wien. (Goldene Hochzeit.) Im engsten Familienkreise feierte Montag den 16. Juni Herr Moreno Adutt samt Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Moreuo und Lico I. Adutt entstammen und gehören den vornehmsten Familien der Wiener kürtischen Gemeinde an, deren Schwester Frau Anika Benvenisti ist. Der Jubilar ist Vorsteher der „Talinnd-Thora Schule", welcher er das regste Interesse entgegenbringt. Im Hanse hatten sich die Vorsteher S. R. F a r ch y und Ab. Canetti im Namen des Vorstandes, die Beamten und Funktionäre der Gemeinde, Rabbi Papo, Oberkantor Bauer, Kantor SS» i t, die Neligionslehrer Elias und' Owadja, Semo und S e r e z eingefnnden. Rabbi Papo und Oberkantor Bauer feierten das Jubelpaar in Ansprachen. Aus allem Kreisen kamen dem Jubelpaare Glückwünsche zu. Wien. Am 14. Juni l. I. ist der langjährige Tempeldiener des Vereines „Beth Israel," H., Leopoldsgasse 31, Moses Margulis, im Alter von 40 Jahren zu Grabe getragen worden. Da die Witwe mit sechs unmündigen Kindern gänzlich mittellos zurückgeblieben ist, haben seine Berufskollegen eine Sonimlnng eingeleitet. Gütige Spenden nehmen die Herren Ignaz Hahn, Teinpelinspektor, I., Seitenstettengaffe 4 (Liqnidatnr) und Moriz Pasch kus, Tempelsunktionär, VIII., Neudeggergasse 12, entgegen. ' Eger. Sonntag den 7. d. M. fand im engsten Familienkreise im Hause des Herrn Knltusvorstehers L ö w y die Vermählung seines Fräulein Tochter Hilda mit Herrn Emil Fis ch l aus Aussig statt. Von einer prnnkvollen Hochzeit wurde infolge der Krankheit der Frau Vorsteherin L ö w y Abstand genommen. Dem verehrten Brautpaare und dessen Eltern kamen aus diesem Anlasse hunderte von Glückwünschen und kostbaren Geschenken aus nah und fern zn. Eger. (E h r n n g.) Samstag den 13. d. M. fanden sich in der' Wohnung des gewesenen Vorstehers und Mitbegründers unseres Vereines Herrn Wilhelm Herrmann der derzeitige Vorsteher der Chewra Kadischa in Eger Herr Hugo Fleisch! in Begleitung seines Stellvertreters Herrn Rudolf Fisch l sowie die Herren Beiräte Jakob Löwy nnd Heinrich Rosenberger ein und überreichren Herrn Her m a n n aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Ansschuffe desgenanntcn Vereines ein prachtvoll ansgestattetes Ehrendiplom, ihmgleichzeitig seine Ernennung zum Ehrenmitgliede bekannt gebend. Herr Vorsteher Hugo Fleischl richtete an den Gehnldigten herzliche Dankesworre narneiis des Gefamtausschusses der Chewra Kadischa für sein selbstloses, aufopferndes Wirken im Interesse dieses humanen Vereines, wobei er dem Wunsche Ausdruck verlieh, daß das neue Ehrenmitglied noch viele Jahre seine schätzbaren Kräfte dem Dienste des Vereines widmen möge! Herr Herrin ann dankte in sichtliche erregten Worten für die ihm zuteilgewordene Ehrung. W. > Jüdisches Museum, II., Malzgasse 16 (Straßenbahnlinie 0). Besuchsstunden: Samsrag und Sonntag von. 12 bis 1 Uhr bei freiem Entree. Vereine und Schulen auch zu anderen Zeiten gegen vorherige Verständigung mit dem Bureau. Während der Sommermonate (Juli und August) bleibt das Museum geschlossen. Austritte ans dem Judentum. Lehmann Jenny, Private, geb. 28. Juni 1848 in Znaim. I., Seilerstütte 11. Lehmann Melanie Emma, Private, geb. 4. April 1870 in Wien. I., Seilerstätte 11. ' } Lehman n Henriette Valentine. Private, geb. 22. JNni 1877 isi Wien. I., Seilerstütte 11. ■ - ■ '■■■ /J Wainiger Johanna (geschiedene G'r i m m), Bedienerin, geb. 7. Oktober 1888 in Gumpoldskirchen. H., Herminengässe 11. - Weltsch Margarethe, geb. 4. November 1664 in Präg.

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