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Die Wahrheit · 1914-05-08 · Heft 17 (8.5.1914) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 17 (8.5.1914)
Date
1914-05-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 17. Die Wahrheit Sette 11. wir zugleich.Anlaß, dem löblichen Borland der Chewra Kadischa gelegentlich des 150jährigen Jubiläums herzlich zu gratulieren." Dem Bruderinahle wohnten auch das Vorstandsmitglied der Chewra Kadischa, Herr Carl Lemberger, ferner folgende Delegierre des Vorstandes bei und zwar die Herren: Alfred Abt, Ignaz Beckmann, Josef Beer, Simon Feuer, Moses Firtel, Jaeques Fisch Hof, Salo Fuchs, Alois Grnber, Israel Grnber, Alois Grnber, Chnne Maier Haß, D. Horowitz, Adolf Huppert, Moritz Kann, Gerson Kvralek. Max Krakauer. Berihold Löwenstamm, Moriz Mantler, A. Metzger, S. Metzger. Samnel Oeiterr ei eher, Alfred Pollirzer. Hugo Popper. Marlin Rosenberg- I. Rosner. Michael Szamek, David Tänzer, Moritz Tiller, Jakob Weichselbaum, Elias Weiß und Philipp Weiß. Wien. (Falsche Gerüchte über e i n e n M i l l i o n e litt a ch l a ß in Bresla u.) Die W i e n e r Zeitung berichtet: Im Herbst vorigen Jahres erschienen in verschiedenen Tagesblätcern Notizen, daß in Breslau nach einem Kommerzienrat Frankel ein bedeutender Nachlaß — genannt wurden 50 bis 60 Millionen — verblieben sei und der Austeilung unter die Erben harre. Mitunter wurde noch beigefügt, daß ein Testament vorhanden sei, das den Verwandten die Erbschaft entziehe, aber gefälscht sei. und im Rechtswege umgestoßeu werden könne; das Vermögen werde von drei Personen verwaltet, und es sei von größter Wichtigkeit, es zunächst diesen Personen zu entreißen. Aus Grund der Zeitungsnachrichteil meldeten sich zahlreiche Personen, die glaubten, Erbschaftsansprüche geltend machen zu können, und insbesondere auch aus Oesterreich wandte sich eine nicht unbedeutende Zahl von Erbauwärtern mit Anfragen nach dem Stande der Verlassenschast an -das k. und k. Konsnlaramt in Breslau. Nach den an zuständiger Stelle eiugezogenen Erkundigungen sind die Nachrichten über das Vorhandensein eines zur Verteilung gelangenden Millionennachlasses Fränkel reine Erfindungen. Allerdings ist im Jahre 1846 in Breslau ein Kommerzienrat Fränkel gestorben. Das Nachlaßverfahren ist aber schon längst beendet und es werden keinerlei Erben gesucht. Eine Reihe von wohltätigen Stiftungen, die der Verstorbene letzrwillig angeordnet hat, sind bereits vor 60 Jahren ins Leben gerufen worden und werden unter Aussicht der berufenen preußischen Behörden verwaltet. Unter den Stiftungen befinden sich auch zwei Familienstiftungen, ans denen im Sinne der letzrwilligen Verfügungen des Verstorbenen an Verwandte Unterstützungen gewährt werden. Bezugsberechtigt sind nicht alle, sondern bloß ein enger Kreis von Verwandten des Verstorbenen. Bei Errichtung der Familienstistungen wurde ein Stammbaum der ansprnchsberechtigten Verwandten aufgestellt, der laufend weitergeführr wird, so daß stets sämtliche bezugsberechtigte Verwandten in Evidenz stehen. Nach dem Gesagten gibt es keinen Millioneunachlaß Fränkel für den Erben gesucht werden; alle Schritte, welche ans Grund der ursprünglichen, völlig haltlosen Gerüchte zur Erlangung des angeblichen Millionenvermögens unternommen werden, können also von keinerlei Erfolg begleitet sein, sondern verursachen den Betreffenden nur unnütze Kosten und es ist daher vor allen Personen, die gegen entsprechende Entlohiiiing ihre Dienste zur Beschaffung des Millionennachlasses anbieten, eindriuglichst zn warnen. Vorige Woche hat das n n g a r i s ch e I n st i z m i n i st e r i u m sich veranlaßt gesehen, das Publikum aufmerksam zn machen, daß seit einiger Zeit in der Presse erscheinende Angebote, den an dem Nachlasse des Kommerzienrates Fränkel Interessierten an die Hand zu gehen, unbedingt auf Irreführung und Schädigung abzielen. Laut Mitteilung des österreichisch-ungarischen Konsulates in Breslau, das in dieser Sache mit Bitten um Informationen bestürmt wird, ist der in Rede stehende Kommerzienrat Fränkel in Breslau schon im Jahre 1846 gestorben. Alle Ansprüche auf seine Verlassenschast sind daher absolut verjährt. Außerdem sind in der letztwilligen Verfügung des Erblassers alle Erbberechtigten ganz genau bezeichnet, so daß seither noch niemand nachzuweisen vermochte, daß er auf eine Beteiligung an dem Nachlasse berechtigten Anspruch habe. , , Wien. (E m i g r a n t e n f ü r s o r g e d e r I s r a e l i t i s ch e n Allianz zu Wien.) Während des Monates April 1914 wurden Don der Zentrale der Israelitischen Allianz in Wien insgesamt 78 Emigranten, davon 52 russische und 26 rumänische, weiterbefördert, u. zw.: 44 nach den Vereinigten Staaten, 8 nach Argentinien, 2 nach Kanada, 4 nach England, 12 nach Frankreich und 8 nach anderen Ländern. In ihre Heimat zurückbefördert wurden 8 russische und 16 rumänischr Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden im Monate Avril . für 31 Personen zusammen 110 Tage Logis uud Verpflegung bezahlt und au 65 Personen zusammen 271 Speisemarken für die israelitische Volksküche ausgegeben. Es fuhren zn ihren Männern 8 Frauen mit 21 Kindern, zu Eltern (resp. Kindern) 12 Personen, zn Geschwistern. 15, zu sonstigen Verwandten 18 und ohne nähere Berivalldte 4 Personen. Dem Berufenach waren unter den Weiterbeförderten: 12 Schneider resp. Schneiderinnen. 7 Händler oder Handelsangestellte, 3Tischler, je ' ~2 Schuster, Bierbrauer, Hutmacher. Kappenmacher, je 1 Schlosser, Putzer, Uhrmacher, Faßbinder. Perückenmacher, Lehrer, Chauffeur und Metalldreher. 19 konnten einen bestimmten Beruf nicht angeben, meist . Frauen. , Luhatschotvitz. Dr. Fr a n k l hat seine ärztliche Praxis im Bade Luhatjchowitz wieder ausgenommen. Prag. Freirag, den 1. Mai feierte Herr Julius Br eini g, Oberkantor an der Meisel-Synagoze, sein Mjähnges. Dieustjubiläum und wurde ans diesem Anlässe vom Chorpersouale mit einem herrlichen Choral begrüßt. Organist Franz Kohnt sowie Frl. Anny Krauß beglückwünschten den Jubilar in herzlicher Ansprache und überreichten ein wertvolles Geschenk. Namens der Beamten der Meisel-Synagoge begrüßte Kantor Friedländer den Jubilar, welcher besonders das gute Einvernehmen, das zwischen den Airgestellten dieser Synagoge herrscht, hervorhob. Herr Oberkantor Breinig erhielt von Prof. Dr. Kisch sowie vom Oberkantor Mirsky und von vielen Mitgliedern der Synagoge wertvolle Geschenke. Oberkantor Breinig ist ein Schüler und Nachfolger des bekannten Gesangsmeisters M. Wallersteiu und erfreut sich allgemeiner Wertschätzung. Eingesendet. Sehr geehrter Herr Redakteur! Ich erlaube mir. Sie höflichst um Aufnahme nachstehender Zeilen zu ersuchen: G e g e u e r f ( ä r u u g. Zwei Leute, die sich Dr. Jakob Ehrlich und Oberingenieur Robert Stricker nennen, haben sich vereinigt, um in ihrem Blatte über mich herzusallen uud mich rüde anzurempeln. Warum? Weil ich nicht in ihr Horn gestoßen habe und ihrer Legitimation, sich als Generalpächter von Sitte niid Anstand ansznspieleu, enrgegengetreren bin. Die Absicht, die sie bei ihren Beschimpfungen leitet, ist durchsichtig. Sie haben es über sich gebracht, eine überaus heikle Indenfache, wie es der Fall Mayersohn ist, in die Oeffentlichkeit zn zerren und sie als eine heißersehnre Beute den anrisemitischenBlättern hinzuwerfen.. Sie spekulieren jetzt daraus, daß sie vor die Schranken des Gerichtes gefordert werden, um dort zum Gaudium unsrer Widersacher ihr Spektakelstück fvrc;nsv:elen. Den Gefallen tne ich ihnen nicht. Dazu ist mir meitt Judenrnm und die Gemeimde zn heilig und zu lener. Zu einer solchen Erniedrigung unserer Glaubensgemeinschaft gebe ich mich nicht her. Die Schmähungen dieser Leute re ichen nicht an mich heran. Ich' schnalze leise mir den Fingern und habe sie abgesireift. Ich lasse sie. schimpfen und lasse sie lästern. Denn mich stützt gegen solche Würdigkeit ein starkes Selbstbewußtsein und ein köstliches Gefühl, das ich um keinen Preis der Welt hergeben möchte, das Hochgefühl, daß ich mich wieder einmal eines Verfolgten angenommen habe. Dr. Heinrich Schreiber. Literatur. Eine Publikation überNathan Birnbaum. Nathan Birnbaum wird am 6. Mai (10. Jjar) 50 Jahre alt. So groß seit jeher die Wirkung seiner Schriften gewesen ist. so selten hat man sich bisher eingehend und vorurteilsfrei mir seinen Anschauungen auseinandergesetzt. Deshalb hat der „Jüdische Verlag" die Gelegenheit benutzt, znm Jubiläum Nathan Birnbaums in der von Dr. Ahron Eliasberg heransgegebenen Sammlung: „D i e jüdische Gemeinschaft", ein Heft: „N a t h a n B i r n b a u m. Sein Werk und seine Wandlung. Von Leo Herr mann" erscheinen zu lassen. Der Verfasser gibt in fünf Aufsätzen eine geschlossene Darstellung der Anschannngen Birnbaums. die das Resultat dreißigjähriger, rastloser Gedankenarbeit sind; in zwei Aufsätzen entwickelt er die inneren Gründe, die die große Wandlung Nathan Birnbaums verursachen und versucht eine vergleichende Auseinandersetzung zwischen dem Gedankensystem Nathan Birnbaums und dem Zionismus. Das ueue Heft der „Jüdischen Gemeinschaft" wird all denen eine willkommenene Gabe sein, die sich über Nathan Birnbaum zn orientieren wünschen. Die Bedeutung des Mannes, der einer der ersten Zionisten war, rechtfertigt es, daß man sich mit ihm und seinem Werk beschäftigt. (Bestellungen an den „I ü d i s ch e n Verla g", Berlin W 15, Sächsische Straße 8, Preis Mk. —.50 ohne Porto.) Austritte ans dem Judentum. Heß Richard, geb. 29. September 1886 in Ungarn. X.. Engengasse _61. Freund Soohie, geb. 8. Jänner 1886 in Böhmen. X., Bnchengasse 42. Grub in Klara, Frisenrin, geb. 2 Juni 1885 in Rußland, XV., Kranzgasse 4. G l a s s e r Jda. geb. 9. Oktober 1388 in Mähren. X., Qnellenstraße 96. Schwarz (Szigo) Roia, Kontoristin, geb. 22. November 1883 in Debreczin. II., Obermüllerstraße 9. Stein Han er Leopold, geb. 7. September 1887 in Budapest. XM., Beckmanngasse 25. Dtittler Leo, Schauspieler, geb. Dezember 1898 in Wieu. XIX., Döblinger Hauptstraße 44. Tillner geb. Oplatek Mathilde, geb. 21. November 1868 in Wien. XIII.. Diesterweggasse 2. Salus Gertrud, geb. September 1392 in Saaz. XI., Köstlergasse 7 S p i l l e r Leo, Privatbeamter, geb. 6. Juli 1874 in Wien. L, Schottenbastei 6. Grünwald Olga, Privat, geb. August 1887 in Frankfurt a. M. H., Czerningasse 19. Scholz geb. Scein Kacoline, geb. 23. Dezember 1872 in Wien. XVI., Koppstraße 35. Zeckendorf Ilona, geb. 26. Juli 1888 in Wien.

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