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Die Wahrheit · 1914-04-24 · Heft 15 (24.4.1914) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 15 (24.4.1914)
Date
1914-04-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Wr. 15. Die Wahrheit Lette 11. Rosa Hers d), deren vierjährige FunklionSdaner abgelaufen war, unter Akklamation zum Vorstaud-mitgliede und gescbäfrsführknr>en Vizepräsideiilen widergewählt, Herr Direklor Berthold Fleischer in Meran als Schiedsrichter euistinnuig bestätigt. Nach Durchführung der iveiieren Programmpuiikie, die einsrililiuig ailgenounnen wurden, schloß die VI. Generalversaunnlung, nachdem Herr Dr. S. Schaff ans Lemberg den einzelnen Borstandsmitaliedern den herzlichsten Dank aussprach für deren ersprießliche Tätigkeit. Das rege Jnreresse, das die zahlreichen Ainveienden dem Wirken des Asylvereines entgegeubrachten, berechtigt zu der sicheren Erwartung, daß das Genesungsheim dank seiner vielen Gönner und Freunde auch weiterhin die vollste Unterstützung und Förderung in den weitesten Kreisen finden werde. Krakau. Am 25. März ist in Krakau der bekannte Buchdrnckereibesitzer Oberkankor Josef Fischer nach mehrmonatlicher schwerer Krankheit ,nr Alter von 73 Jahren verschieden. Der Verstorbene fungierte 47 Jahre hindurch als Oberkantor im Krakauer Fortschrittstemvel. zeichnete sich durch großes musikalisches Wissen, überaus andächtigen Bortrag und ktangvoll-i'üßer Slimuie besonders aus und erwarb sich eine hervorragende Stellung ,littet den Kantoren der Jetztzeit. Ganz besonders gelang es ihm. die innig-traditionelle Weise mit dem modernen Gottesdienstgesaiig harmonisch zu vereinigen. Charakteristisch ist, daß der Krakauer Temvel sehr oft. besonders am Freitag Abend und an wichtigsten Feiertagen, sehr zahlreich seitens der orthodoxen Kreise besucht wurde, die den Oberkantor Fischer vorbeteu hören wollten. Das 25- und 40jährige Kantorjubilänm sowie der 70. Geburtstag des Verblichenen sind seinerzeit sehr imposant gefeiert worden. Bor etlva 35 Jahren gründete Josef Fischer seine hebräische Buchdrnckerei in Krakau, welche im Laufe der Zeit zu einer der größten und renommiertesten hebr. Offizinen ausgestaltet wurde. Als großer Idealist und artistische Natur ging sein Streben dahin, einerseits für eine überaus sorgfältig ästhetische Ansstattnug der in seiner Druckerei erschienenen Bücher zu sorgen, andererseits setzte er seinen Ehrgeiz daran, mit Hilfe derselben ein Förderer und Verbreiter der hebr. Literatur zu werden. Es gelang ihm dies auch in weitgehendstem Sinne. Die Bücher, welche in der Fischerfchen Druckerei im Laufe der letzten 30 Jahre erschienen sind, bilden eine große reichhaltige Bibliothek. Alle Literatnrziveige sind darin vertreten, die Autoren und Verleger aller Länder suchten vorzüglich die Fischersche Druckerei auf und die Firma „Druck Josef Fischer, Krakau" ist im Laufe der Zeit eine besonders empfehlenswerte Marke für jedes Buch geworden. Die heutige so schöne Entwicklung der hebr. Typographie ist größtenteils das Verdienst Josef Fischers. Der Verstorbene erfreute sich sowohl in Krakau als auch in den weitesten Kreisen großer Achtung und Beliebtheit infolge seiner höhen Jlltelligeliz, großen Artlsmus und persönlichen Edel- -sinnes. Sein Ableben erregte in allen Bevölkerungskreisen die tiefste Teilnahme, welche in imposanter Weise bei dem am 26. März stattgefnndenen Leichenbegängnisse zum Ausdruck kam. Seit vielen, vielen Fahren hat Krakau ein solches jüdisches Leichenbegängnis nicht gesehen. Tausende folgten Josef Fischers Bahre, alle Schichten waren vertreten, um den Verschiedenen die letzte Ehre zn erweisen. Der Straßenverkehr stockte förmlich und der Tramwayverkehr mußte fürlängere Zeit eingestellt werden. Vor dem Tempel machte der -Zug Halt und nach Absingung eines Trauerchorals durch den Gesangverein „Schir" widmete der Herr Rabbiner Dr. C. Thon dem Verstorbenen einen ergreifenden, tiefempfllndenen Nachrnf, welcher alle Anwesenden zn Tränen rührte. In der Leichenhalle des Friedhofes nahm der Präsident des Tempelvereines, Herr Dr. R. L a u d a n, in herzlichen Worten Abschied.von dem Verstorbenen, dessen Verlust er für den Tempel als unersetzbar schilderte. Die Krakauer Presse sowie auswärtige Zeitungen widmeten dem Verblichenen warme Nachrufe. Sein Andenken sei gesegnet. Kileraknr. Ein Vierteljahrhnndert „Nreuer's Knrorte-Album." Im Mai feiert das „Knrorte-Album" das Jubiläum seines 25jährigen Bestandes. Bekanntlich hat sich das „Knrorte-Album" gleich nach seiner Begründung um den Fremdenverkehr mannigfache Verdienste erworben, iiibesondere durch die jährliche Gratisverbreitnug der Prachtausgaben. Im Hinblick auf das patriotische nur dem Fremdenverkehr fördernde Wirken wurde der Herausgeb-r und Chefredakteur Herr Gustav Breuer bereits zweimal vom. Kaiser ausgezeichnet. Aus Anlaß des Jubiläums und in Anerkennung der hervorragenden Verdienste des Herausgebers, der auch außerhalb Oesterreichgroßes Ansehen ginießt, werden für denselben verschiedene Ehrungen geplant. Das jubilierende „Knrorte-Album" wird aus diesem Anlaß einen reich illnstrierten Festjahrgang erscheinen lassen, für deic sich bereits das. lebhafteste Interesse in allen Kreisen des Fremdenverkehres, sowie in allen mit dem Fremdenverkehre in Beziehung stehenden industriellen und kommerziellen Korporanonen kundgibt. Ern synagogales Musikwerk für die hohen Festtage. Als zweiter Teil des die Liturgie des gesamten Gottesdienstes umfassenden Werkes „X o 1 T’h i 11 o h“ von Josef Heller, Oberkantor und Chordirektor der israelitischen Kultusgemeinde in Brünn und Direktor der Kailtoren-Bildungsanstalt des israelitischen Proseminares daselbst, wird im Monate Juni d. I. ein umfangreiches synagogales Musikwerk der Oeffentlichkeit übergeben werden, welches die gottesdienstlichen Vorträge für die hohen Festtage -nsn am rrcart rin zur rhythmischen Darstellung bringt. Das Werk enthält Über 8000 N n m m e r n, darunter 100 v i ernnd mehrstimmige Chöre mit und ohne Orgeldegleitung, zirka 25 Sologesänge mit Orgelbegleitung, sowie 5 Anhänge und zwar sämtliche nitrbD weiters brb 7IN3Q ferner njs?n nruöschließlich mehrere Chöre und Gesänge für den Freuagabend-Gorresdienst. Heller'-, für d:e Entwicklung des Synagogengesanges bedentsame künstlerische Eigenart, welche ihm eine von der Fachkritik anerkannte, hervorrageilde Stellung unter den Synagogen-Komponisten geschaffen hat, ist die dem ästhetischen Kunstempfiilden nnd der geläuterten musikalischen Entwicklung entsprechende Veredlung und Vertonung des traditionellen, altjüdischen Chasouus. Dieses Charakteristika» des im Jahre 1905 erschienenen I. Teiles von „Xol T’hilloh“, enthaltend die Freitagabendnnd Samstaggesänqe, gibt auch dem neuerscheinenden, für die hohen Festtage bestimmten II. Teile das spezifische Gepräge. Das Werk dient seiner Anlage nach gleichmäßig dem modernen wie dem konservativen Gottesdienste. Sowohl das alte wie das neue N'INQ ist unter Zugrundelegung des alten und echten Chasonns in systematischer Reihenfolge und in solcher Vollständigkeit, wie sie bisher überhaupt nicht geboren worden ist, bearbeitet, so daß es dem Vorbeter ermöglicht ist, fast ohne Zilhilfenahme des Gebetbuches den Gottesdienst abhalten zn köilneu. Das Werk ist auch von besonderem Werte als eine erprobte praktische Schule zum Studium für Kautoren und Kantoratseleven. Der Kostenpreis eines Exemplaredes nmfangreichen. mehrere hundert Seiten umfassenden, in vornehmer Ausführung erscheinende Werkes stellt sich für Gemeinden anf X 60.—, für Kantoren auf X 45.—. Das Werk kann gegen vorherige Einsendung de- Betrages oder mittelst Nachnahme vom Autor, vom Kommiss:ons--Berleger Carl Wlniker, kn. k. Hofiilnsikalienhandlnng in Brünn, wie auch durch alle Blich- und Kunsthandluiigen de- Innnd Auslandes bezogen iverden. K. k. priv. Lemberg—Czernowitz—Jassy-Eisenbahn-Gesellschaft. Der gefertigte Verwaltungsrat gibt sieb die Ehre, die Aktionäre der k. k. priv. Lemberg —Czernowitz—Jassy-Eisenbahn-Gesellschaft zu der am Donnerstag, den 30. April 1914, um 10 Uhr vormittags im Saale des Wissenschaftlichen Xltibs in Wien, VI., Getreidemarkt 7 (Eingang Dreihufeisengasse 1), stättfindenden 5 8. (ordentlichen) Generalversam mlung einzuladen. Gegenstände der Verhandlung sind: 1. Bericht des Verwaltungsrates über die Geschäftsführung im Jahre 1913. 2. Bericht des Revisionsausschusses über den Rechnungsabschluss pro 1913. 3. Antrag des Verwaltungsrates über die Verwendung des Reinerträgnisses. 4. Wahl des Revisionsausschusses. 5. Wahlen in den Verwaltungsrat. Jene Herren Aktionäre, welche der Generalversammlung beiwohnen oder ihr Stimmrecht nach Massgabe der Statuten ausüben wollen, haben ihre Aktien bis inkl. 22. April 1914 in Wien bei der k. k. priv. österr. Länderbank, in Prag bei der Filiale dieser Bank, in Graz bei der Wechselstube der Steiermärkischen Eskomptebank und der Filiale der k. k. priv. österr. Länderbank, in Lemberg bei der k. k. priv. galizischen Aktien- Hvpothekenbank und der Galizischen Volksbank für Landwirtschaft und Handel, in Krakau, Czernowitz oder Tarnopol bei den Filialen der k. k. priv. galizischen Aktien-Hypothekenbauk, in Berlin bei der Berliner Handelsgesellschaft, der Deutschen Bank, der Nationalbank für Deutschland und der Bank für Handel und Industrie, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Vereinsbank und der Deutschen Effekten- und Wechselbank, in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank, in Paris bei der Bank Imp. Roy. Privilegien des Pavs Autrichiens Succursale de Paris, in London bei der Anglo- Austrian-Bank und der Filiale der k. k. priv. österr. Länderbank mittels doppelt auszufertigender Xonsignationen (wozu Blankette bei den genannten Kassen unentgeltlich verabfolgt werden) zu erlegen und erhalten mit der Empfangsbestätigung hierüber die Legitimationskarte zur Generalversammlung. Im Vertretungsfalle müssen die auf der Rückseite der Legitimationskarten vorgedruckten Vollmachten eigenhändig unterfertigt werden. Wien, im März 1914. Der Verwaltungsrat. Austritte aus dem Judentum. F l e i s ch n e r Olga, geb. Braß, Privat, geb. 23. Februar 1872 in Brünn. VIH., Laugegaffe 20. P i ck Maria Elisabeth, Schülerin geb. 31.. Jänner 1900 tu Ungarn. VH., Herrmanngasse 31. P i ck Karl Rudolf. Student, geb. 26. Jänner 1896 m Ungarn. VH. Herrmanngasse 31. P i ck Julia Henriette, geb. Weinberger, Privat, geb. 28. Dezember 1871 in Ungarn. VH., Hermanngasse 31. Stern Sidonie. geb. Goldstein. Private, geb. 26. Dezember 1870 in Budapest. IX. Eisengüsse 13. Hirsch! Adele, geb. Pollak, Private, geb. 16. Februar 1886 in Böhmen. VH. Neubaugasse 44. Hirsch! Josefine, geb. 4. Dezember 1909 in Wien. VH., Neubaugasse 44.

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