Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 14 (10.4.1914)
- Date
- 1914-04-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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e*u< 10 Die Wadrdeu Nr. 14 selig, L. Fischer, Johann H o f b a n e r, Simon K o |j it n. v. a. Hierauf wurde die Generalversammlung geschloffen. Wien. (Akademie des Kranke.nunterstütznngs- Vereines „C h e w r a Biknr - Choli m i m IX. Bezirk.) Die Akademie dieses Vereines, welche Dienstag den 24. März abgedalten wurde, stand künstlerisch auf einem ganz bedeutenden Niveau. Einleitend trug Fräulein Hilda B e ck einen stimmungsvollen Prolog anmutig und mit vieler Wirkung vor. Herr Konzertsänger Leo Funke brachte mit seiner klangvollen, schönen Teuorstimme eine Arie samt Rezitativ aus der Oper „Die Jüdin" und das Lied des Matthias aus der Oper „Der Evangelienmann" zur vollsten Geltung und erntete für seinen vorzüglichen Vortrag großen Beifall, der nicht enden wollte, dis Herr Funke auf allgemeines Verlangen die Arie aus „Bajazzo" zugad, nach deren vollendeten Vortrag sich von neuem ein Beifallssturm erhob. Die Overnsängerin Fr. Eugenie Bau m a n n gab durch deu Bortrag einer Arie aus „Troubadour" und Tschaikowskis „An den schlummernden Strom" einen Beweis ihrer schönen Begabung und ihres Könnens. Herr Robert Weiß entfesselte durch seinen gelungenen Humorist scheu Gesangsvortrag wahre Lachsalven. Bon den anderen Mitwirkeuden wären besonders Frau Melker wegen ihrer hübschen Liedervorträge, Frl. Costa vom Badener Vtadttheater und die Geschwister Wurzel zu erwähnen. Die Akademie war vor einem sehr zahlreichen, distinguierten Publikum besucht. Um das Gelingen des Festes hatten sich der Vereinsobmann Herr Sigmund L a m p e l, der Obmaunstellvertreter Herr Josef W l t r o f s k y. die Herren Jul. Beck, Ferd. Beck. S. Tragel. Adolf Hajek, Heinrich Kohn, S. O e st e r r e l ch e r, Ziudolf H ä n d l und D. Gang sowie das Jungherren- und Jungdamenkömitee verdient gemacht. Ihnen allen gebührt für das schöne Gelingen dieser animierten Akademie vollstes Lob. Wien. (K i n 'd e r t a n z p r ü f u n g des T a n z i n st i t n t e s H e i m a n n.) Sonntag, den 5. April, fand im großen Festsaale des Hotels Coutmeinal die diesjährige Schlußfeier der Kinder- und Jugendtanzkurje des Tanzlehrinstilutes I. Heimaun statt. Ein zahlreiches, destulgniertes Publikum füllte den großen Saal und folgte mit sichtlichem Jntereffe und aufrichtiger Bewunderung den Darbietungen der kleinen und kleinsten Zöglinge der Anstalt—man sah auch Dreijährige formvollendet ihre Aermchen und Beincheu nach allen Taktarren rythmisch und graziös bewegen. Meister Rudolf H e i m a n n, der Leiter dieser Schule, harre sich auch alle Mühe gegeben, den Zuschauern entzückende und unvergeßliche Bilder vor Augen zu führen. In der ersten Abteilung des Programmes zeigten uns die kleinen Zöglinge die Entstehung der Tanzschritte und die Armbewegungen sowie die rythmifchgymnastischen Sr ab- und Körperübuugeu, die in den Jugendtanzkursen dergenannten Anstalt im Jntereffe einer formvollendeten graziösen Bildung der Arme, Beine sowie des ganzen Körpers eine besondere Pstege stnden. Hieran schloffen sich dann alle modernen Ronde- und Konversarionstänze in exaktester Ausführung, ein Kinderball und ein Kinderballett zugleich. Die zweite Abteilung bot eine höhere Stufe des Tanzes. In einer reichen Serie von Solopiecen wurden National- und Fanrasicränze in Originalkostümen von den kleinen Solotänzern und Solotänzeriunen so reizend arrangiert und präzise ausgeführt, daß kein Lob, das den Kleinen wie ihrem Meister gezollt wurde, zu groß ist, nm die gebotenen Leistungen eutsprecheud zu würdigen. Man sah Czardas. Roccoco, Pierot und Pierette, Old-Euglish, Süd-Slavisch. Mairosentänze, spanische Tänze, Tänze ans alter Zeii, Rotkäppchenreigen, Tarantella. La Pavane, Amerikanisch, Türkisch, Wiener Typen, Figurenwalzer, Puppentänze, Russisch, Frühlingsfaulasie und Schleierfautasie, eines schöner als das andere. Jene einzelne Piece wurde mit reichem Beifall bedacht, für welchen die kleinen Künstler auch stets dankbar kuixten. Wien. (Die ä l t e st e P r a l e r h ü t t e n b e s i tz e r i n.) Am Donnerstag den 19. März fand von der Zeremonienhalle des Zentralsriedhofes im Beisein zahlreicher Verwandten und sonstigen Leidtragenden das Leichenbegängnis der im Alter von 84 Jahren verschiedenen älte st euPraterhütte ii besitze rin Frau Karoline Pollak, geb. Stein statt. Die Verblichene, durch Frömmigkeit und regen Wohitätigkeirssiun hervorragend, hatte duich volle fünfzig Jahre im k. k. Prater ein Delikatessengefchäfr betrieben. Seit 1896 Witwe, war die alte Frau noch bis in die letzte Zeit rüstig ihrem Haushalte vorgestauden. Die Beliebtheit, deren sie sich erfreute, gab sich in der Teilnahme der Praterlente kund,, deren Obmann Herr Ludwig Pr elf ch er persönlich im Trauerhause erschien und einen prachtvollen Kranz mit herzlichen Beileidsworten überreichte. Die Leichenfeier verlief ergreifend, zahlreiche Kinder, Enkel und Urenkel folgten dem Sarge. Die rituelle Zeremonie vollzog Oberkantor In rb erg er, vor dem Grabe verrichtete Kantor R o s e n z w e i g da« Gebet. Unter den zahlreichen Anwesenden befanden sich u. a. Frau Kommerzialrat R o s e u z w e i g, sowie mehrere Praterinsassen. Prag. Mittwoch den 25. März fand von der Zeremonienhalle des israelitischen Friedhofes aus, das Leichenbegängnis des verstorbenen Mitgliedes des Deutschen Laudestheaters und Chordirigenten am Neuen Tempel, Herr Adolf Frank statt. Die Beteiligung von Tranergästen war ungemein groß. Man sah den Direktor des Deutschen Landestheaters Heinrich T e w e l e s mit dem Oberregiffeur S e i p p uud viele Solomitglieder der Oper, eine starke Abordnung des Orchesters und des gesamten Chorpersouals. ferner die Vorstandsmitglieder Moritz Austerlitz und Dr. G e s ch m a y vom Neuen Tempel, sowie Rabb. Prof. Dr. Weiner. Von den Kantoren waren erschienen die Herren Oberkantoren Mirsky, B reinig, Brod, Schwarz, Grnsch ka, sowie die Kantoren Fried l änder und' Lustig. In der Zeremonienhalle sang der Herrenchor des Landestheaters einen Choral, worauf Rabbiner Dr. Schwarz das Leben und Wirken des Heimgegangenell würdigte. Nach dem Vortrage der rilnellen Gesänge durch Kantor. Prem i tke und dem Tempelchor wurde der Sarg in das Grab gesenkt. Holleschau. In dem Gotteshause der altehrwürdigen Gemeinde Holleschau fand Samstag den 29. März eine seltene Feier statt. Herr Heinrich B e e r. Seniorchef der bedenteuden alten Firma Lion Beeis Witwe und Söhne feierte sein 70. Wiegenfest. Der Jubilar welcher jederzeit die Fahne seines Stammes hoch hielt, in wahrhafter Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit die Tage seines Lebens verlebr, wurde bei der Thoraverlesung besonders ausgezeichnet. Es wurde nach erfolgtem Gottesdienst demselben das Diplom als Ehrenmitglied der Knltnsgemeittde, als Ehrenbürger der polltisch-israeliten Gemeinde überreicht. von der Vieljahrhundert alten Ohewra Kadiseha ein prachivoll silberner Pokal mir Widmung feierlichst gewid'ner. Abgesehen hievon, daß der Jubilar eine Stifinng von 20.000 (Zmanzigkansend). Kronen für Witwen und Waisen seiner Fabrik an diesem Tage begründete, spendete derselbe in hochherziger Weise K 5000 zur Beheizung des Tempels, X 5000 der Chewra Kadiseha, K 1000 der Talmudthoraanstalt, K 1000 dem Armen-Jnstitut der Jsräelirengemeinde. Herr Rabbiner Dr. Freimann begrüßte den Spender, schilderte in sinnreichen Worten das edle Wirken und Schaffen des Jubilars. Hob die Vorzüge seiner Ahnen welche durchgehends Patrizier waren, hervor. Der hochgeehrte Knltnsvorsteher Herr Carl Beer ist ein Bruder des Herrn Heinrich Beer und die durch besondere Mildtätigkeit und Herzensgüte ausgezeichnete Präsidentin des werklätigrn Frauenvereines Frau Johanna Beer ist die liebevolle Gattin des Jubilars. Vkiener llank-Venein. Irr der Generalversammlung vom 3. April 1914 wurde die Erhöhung des Aktienkapitales von K 130,000.000.— auf K 150.000.000.— durch Ausgabe von 50.000 Stück neuen Aktien ä K 400.— Nominale beschlossen. Auf Grund dieses Beschlusses hat der Administrationsrat 24.000 Stück neue Aktien fest begeben und räumt den derzeitigen Aktionären auf die restlichen 26.000 Stück das Bezugsrecht zum Preise von El 500.— für jede neue Aktie, zuzüglich 5% Zinsen von diesem Betrage ab 1. Jänner 1914 in der Weise ein, daß auf je 25 alte Aktien 2 neue Aktien entfallen. JDie Anmeldung des Bezugsrechtes hat bei sonstigem Verluste desselben in der Zeit vom 4. April bis einschließlich 14. April 1914 in Wien bei der Effektenabteilung des Wiener Bank-Verein, bei sämtlichen Zweigniederlassungen desselben und hei einigen befreundeten Banken im Auslande zu erfolgen. Zentralbodenkreditbank. Unter Vorsitz des Präsidenten Johann Grafen Stadnicki wurde heute die 42. ordentliche Generalversammlung der 0österreichischen Zentralbodenkreditbank abgehalten. Nach dem vom Direktor Begierungsrat Doktor J. Baumfeld erstatteten Bericht haben sich die Bückwirkungen des abgelaufenen Krisen]ahres auf dem Anlagemarkt besonders fühlbar gemacht. Der bedeutende Kursrückgang erstklassiger Staatspapiere mußte auch die Pfandbriefkurse ungünstig beeinflussen und wäre deshalb beim Pfandbriefverkauf nur ein Begebungskurs zu. erzielen gewesen, welcher den- Abschluß von sicheren Hypothekargeschäften nicht mehr ermöglicht hätte. Infolgedessen trat eine vollständige Stagnation auf dem Pfandbriefmarkte ein und die Pfandbrietrückflüsseüberstiegen im allgemeinen die Verkäufe in diesen Titres. Eine Erweiterung des Pfandbrief- und .Hypothekargeschäftes war bei dieser Sachlage natürlich ausgeschlossen. Trotz dieser widrigen Verhältnisse ist das Ergebnis des Berichtsjahres ein recht günstiges, da einige bisher unverrechnete Gewinnposten des Hypothekargeschäftes für den Bechnungsabschluß herangezogen und bei einigen Bealitätenverkaufen ein gegen das Vorjahr erheblich größerer Nutzen erzielt werden konnte. Der Pfandbriefumlauf beziffert sich mit zusammen K 100,977.600. ln Verhandlung genommen wurden Darlehensgesuche im Betrage von K 6,660.000.—, hievon bewilligt K 1,120.000.— und bis Ende des Jahres von diesen sowie aus den im Vorjahre bewilligten Geschäften K 2,320.000,— realisiert. Am 31. Dezember 1913 betrug die Darlehenssumme 102,843.269 (-f-131.838) Kronen. Von dem Gewinne per K 1,182 172.— werden K 54.483 in den Beservefonds hinterlegt, K 100.000.— dem Hypothekarreservefonds zugewiesen, K 60.000.— dem Pensionsfonds gewidmet, K 32.-7per Aktie als Dividende verteilt und 245.949 Kronen auf neue Bechnung vorgetragen. In den Verwaltungsrat wurde der ausscheidende Graf Gedeon Baday wiedergewählt Jüdische Bühne. Direktion M. Siegle r. „Hotel Stein nie". II., Taborstraße .12. Sonntag den 12. April, */,4 Uhr nachmittags: „D er Schneider als G e m e i n d e r a t", Komödie in 4 Auszügen von M. Richter. Sonntag den 12. und Montag den 13. April- 8 Uhr abends: Zum ersten Male „Kibetow“ oder „D a s fünfte G e b o t." Mittwoch den 15. April 1914 : „Bu c hei Degol Maehne Jehide“. Ovperette in 4 Aufzügen von Scharkansky. Die nächste Nummer erscheint der Pessach- Feiertage wegen am 24. April.