Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 12 (27.3.1914)
- Date
- 1914-03-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12. Die Wahrhell Sette 9. Ktteratnr. -Chad Gadja, das Pesfachbnch. Herausgegeben von Hugo Herrmann. 224 Seiten, Oktav. Jüdischer Verlag, Berlin 1914. Preis br. Mk. 3.— . geb. Mk. 5.-. Mit dein Buche „Chad Gadja" macht der Jüdische Verlag einen Versuch, den Tyvns eines modernen Buches für das jüdische Hans zu schaffen. Es geschieht dies im Zeichen des schönsten und weihevollsten Festes der Inden. Die jüdischen Feste bestanden ja nicht nur ün religiösen Hebungen, sie bedeuten zugleich Höhepuukr im Leben der -jüdischen Familie. Das Buch „Chad Gadja" ist eine Sammelschrift, eine Auswahl ans dem gesamreu jüdischen Schrifttum. Wir finden darin neben Stücken ans der Bibel und der Pessachhagadah, die vom Auszug aus Aegypten erzählen, Sagen und Legenden aus dem^Talmud. Weiterhin eine Reihe von solklorfftiichen Schilderungen. Wir erfahren vom Pessach in Nußland vor 70 Jahren, den die greise Verfasserin -der bekannten „Memoiren einer Großmutter" Pauliue Weugeroff schildert. Wir lesen einen legendären Bericht über das Pessachsest in Jerusalem kurz vor der Zerstörung des zweiten Tempels und machen ein schönes Pessachspiel bei den kaukasischen Bergjnden mit.' Die Belletristik ist durch mehrere Beiträge vertreten. Unter anderem bringt das Buch das erste Kapitel aus dem Rabbi von Bacharach von Heine, eine zarte Geschichte „Der Zauberkünstler" von Perez nnd eine Erzählung von Martin Buber, die sich seinen Chaffidimbüchern anreiht. So bunt das Literarische, so einheitlich die Illustrationen. Die fünfzig Abbildungen sind meist alten Pessachhagadahs entnommen. Es ist in weiteren Kreisen wohl nicht bekannt, auf welcher Höhe einst die Buchkunst der Juden stand. Die Zeichnungen aus der Hagadah von Mantua (1560) können den edelsten Buchillusirationen älterer Zeit an die Seite gestellt werden. Ueber das historische und künstlerische Werden der Pessachhagadah orientiert übrigens ein Aufsatz von Theodor Zlocisti. ' Das „Chad Gadjabuch" endet'^mit der lebensvollen Schilderung der „Chagigah" den olympischen «spielen der Palästinenser, die alljährlich während des Pessachsestes in der Kolonie Rechoboth 'stattfinden. So klingt denn das Ganze dort ans, wo es mit dem ersten Beitrag, dem Kapitel ans der Bibel begonnen hat — im Lande der Väter oder richtiger auf dem Wege zum Laude der Väter und der -Hoffnung. Zm Kampf um die hebräische Sprache. Herausgegeben vom Zionistischen Aktionskomitee, Berlin W 15, Sächsische Straße 8. Der Konflikt, der durch die Oktoberbeschlüsse des Kuratoriums des Jüdischen Technikums in Haifa wegen der hebräischen Unterrichtssprache in Palästina entstanden ist. hat in der ganzen jüdischen Welt ein lebhaftes Echo gefunden. Das hebräische Palästina, unterstützt von der Zionistischen Organisation, setzte sich in wahrhaft staunenswerter -Entschlossenheit gegen die Versuche, die hebräische Sprache in den palästinensischen Schulen znrückzndrängen, zur Wehr und hat, wie man rveiß, einen entschiedenen Erfolg errungen. In der neuen Sitzung des Kuratoriums vom 22. Februar 1914 wurde die H e b r ä i s i e r u n g des Technikums beschlossen und die Zionistische Organisation entsendet wieder Vertreter in das Kuratorium des Technikums. Im Verlause des Kampfes wurden in Palästina neue hebräische Schulen gegründet, über deren Lehrer- und Schülerzahl die neu erschienene Broschüre genaue Zahlen bringt. Sie enthält reiches Tatsachenmaterial, -das die genaue Prüfung des Kampfverlauses gestattet und wohl, auf niemanden ohne tiefen Eindruck bleiben wird. Sehr eingehend ist die Broschüre Paul Rath a ns: „Palästina und palästinensischer Zionismus" behandelt. Die in ihr enthaltenen Angriffe auf die Führer der hebräischen Bewegung in Palästina und auf die Zionistische Organisation haben eine,, wie wohl auch die Gegner der zionistischen Bestrebungen zugeben werden, überzeugende und vornehme Widerlegung gefundeu. Die Broschüre ist sicherlich ein wertvoller Beitrag zur Geschichte des modernen Jndentnmes. Die Zionistische Organisation hat von ihr schon 2 5.000 Exemplare verbreitet und erhält, wie sie in ihren Veröffentlichungen mitteilt, noch Bestellungen für viele tausend Exemplare. Der Kampf um die hebräische Sprache in Palästina hat jedenfalls das Interesse für die hebräische Sprache sehr gesteigert und dem hebräischen Schulwerk in Palästina, das allerdings noch des Ausbaues sehr bedarf, unzählige neue Freunde geworben. Verzeichnis der Kerstorvenen geb. Pollak. Private, 68 I. Karoline Pollak, Hüttenbesitzerin, 34 I. Samuel Singer, Privatier, 54 I. Emannel Nußbaum, Kaufmann, 72 I. Betti Dnbsky. Pfründnerin, 84 I Anna Fischer, geb. Kosak. Private, 57 I. Gustav Sceiner, Kaufmann, 62 I. Blanko Schneider, Beamtensrochrer, 11% I. Luise Pollacz'k gev. Michaels, Bahniuspeklorswitwe, 59 I. Eleonore Fürrh, Scuviereude der Medizin. 21 I. Emma Prager. Private, 72 I. Julius Sceiner, Friseur, 26 I. Chane (Auua) Gotresmaun geb. Dickmann, Kaufmannswitwe, 55 I. Sarah Jnfelder, ohne Beruf, 44 I. Eduard Hauser, ohne Beruf, 70 I. Lazar Riegler, Pflegling, 94 I. Nettl Weiner geb. Weiner, Schneidergehilfenswilwe, 92 I. Salomon Festing. Agent. 34 I. Ernst Fe.th, Zeichner, 20 I. Friederike Austerlitz geb. Lncca. Privace, 75 I. Rosa Thurmann, Private. 68 I. Fradel Freund geb. Adam, Spenglersiran, 44 I. Julius Löwy. Agent. 57 I Regine Brauer geb. Pollak, ohne Beruf, 64 I. Joses Menkes, Postosslzräl i. P. 66 I. Viv seit 40 Jahren bestehende, bestrenommierte rnstti Mazzesfabrik QSQ - Pinkus Juhn hat heuer ihr Verkaufslokal XI. X-iilien'br'o.ni^.g-asse 2STr. Sl- Die Erzeugung steht unter der Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates in Floridsdorf, des Rabbiners Herrn Dr. NI. Rosenmann und sind die Mizzes nur dann auo meiner Fabrik, wenn selbe mit meinem Bilde und Rabbinatsvignette versehen sind. Bitte Ihre werte Bestellungen rechtzeitig vormerken zu lassen. Weissu. Schwarz-Bäckerei: Wien, 11. Lessinggasse 17. Osterbrotfabrik: Pinkus Juhn Wien, XXI. Brünnerstrasse 185. KONKURS. In der hiesigen Gemeinde gelangt die Stelle eines KANTORS Schocket, Koreh zur Besetzung. Derselbe muss Maschgiach sein und Fleisch reinigen können. Der fixe Gehalt desselben beträgt K 1500.—- nebst freier Wohnung und Nebeneinkünfte. Der Anzustellende muss österreichischer Staatsbürger, musikalisch gebildet sein und gleichzeitig die Sekretariatsgeschäfte besorgen. Nur dem Akzeptierten werden die Reisespesen vergütet. Der Dienstantritt kann eventuell auch sofort erfolgen. Nur Bewerber, welche allen obigen Eigenschaften voll entsprechen und das 35. Legensjahr nicht überschritten, wollen ihre Gesuche bis Ende Marz d. J. au den Unterzeichneten Kultusvorsteher einsenden. Auspitz, am 17. März 1914. Heinrich Berisch, Kultus-Torsteher. KONKURS In der isr. Kongressgemeinde zu Nyitra (Ungarn) ist die Stelle eines Oberkantors vom 15. bis inklusive 21. März 1914. Eisig Eisen, Agent 64 I. Margarete Spitzer, KleinsuHrmannslochter, 3 Tage. Josefa Selig geb. Herrliug, Privat, 7Ql/2 I. Viktor Lederer, Buchhalter, 39 I. Mathilde Politzer geb. Eisner, Juweliers- . witwe, 53 I. Norbert Verkauf, 3 Monate. Agnes Kirsch geb. Spiegel, Kleiderhändlersgattin, 76 I. Sawera Reiter, ohne Beruf, 57 I. Emannel Reiter, Schneidermeisterssohn, 5 I. Susanne Hartning, Papiergeschäftsiuhaberin, 36 I. Mayer Kupferschmied, Pächter, 60 I. Erwin Rosenfeld, Praktikant, 15 I. Emilie Bauer geb. Schulz, Private, 80 I. Stephanie Reich, Berkäuferinstochter, 1 I. Jakob Lntzker, Tapezierer, 62 I. Joses Waluta, Kirschner, 38 I. Arthur Taubeler. Arzt, 57 I. Amalie Pifk geb. Winter, ohne Berns, 53 I. Terese Schwarz geb. Grundtner, ohne Beruf, 68 I. Alfred Hala, 3 Monate. Jetti Wollisch geb. Reif, Private, 76 I. Anna Rosenthal welche mit einem Jahresgehalte von 2400 Kronen, freier Wohnung und sonstigen Emulomenten verbunden ist, zu besetzen. Bewerber, die über gute Stimmittel verfügen, gesangliche Ausbildung und Schulung nachzuweisen vermögen, den Gottesdienst auch mit Orgel- und Chorbegleitung versehen können, wollen sich längstens bis 5. April 1. J. unter Einsendung von Zeugniskopien ihrer bisherigen Tätigkeit. Alters- und Familienangaben an Yerö Artur, Gemeindepräses wenden. Zum Probevortrag wird nur der hiezu Berufene zugelassen. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet.