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Die Wahrheit · 1914-03-20 · Heft 11 (20.3.1914) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 11 (20.3.1914)
Date
1914-03-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrheit ycr. 11. Verschiedene Nachrichten. Vieri Der Vorstand des .,Jüdischen Vereines Einheit"' beehrt sich allen Freunden und Gönnern höflichst bekanntzugeben, daß die Generalversammlung der „Einheit" Montag den 23. März um 1/a9 Uhr abends im Turnsaale der Talmud Thora, Wien, II. Malzgasse 16 stattfiudet und bittet um recht zahlreiches Erscheinen. Wien. (Z e n tr a l l st e l l e für d a s sj ü d i s ch e A r m e nwesen.) Donnerstag den 26. März 1914, präzise 6 Uhr abends findet im Sitzungssaals der israel. Kultnsgemeinde, I. Seitenstettengafie 4, 2 Stock die 6. ordentliche Delegiertenversammlung statt. Tages- Orduung: 1. Tätigkeits- und finanzieller Bericht. 2. Wahlen in das Kuratorium. 3. Anträge. 4. Eventualia. Wien. Die Generalversaminlnug des „Ber<'ines zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer isr. Konfession", Vereinslokal Wien, H. Ferdiuandstraße 22, findet Samstag den 28. März a. c, um 7 Ubr abends in dem Sitzungssaale der isr. Kultusgeineinde, L Seileustetteugasse 4, starr. Tages-Ordnung: 1. Rechenschastbericht; 2. Kasiaberichr; 3. Bericht der Revisoren; 4. Referat über die Statistik der uns zugehörigen Schützlinge; 5. Wahl von 6 Vorstandsmitgliedern mit 3 jähriger Fnnkliousdauer und 3 Revisoren mit 1 jähriger Fnnktiousdauer; 6. Anträge und'Interpellationen. Nach Erledigung dir Tagesordnung Vortrag Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d. Wien. (JüdischeToynbeehalle. XL., Othmargasse 46.) Beginn der Vorträge: An Wochentagen ^^8 Uhr, Samstag, sowie an Soun-und Feiertagen 7 Uhr abends. Eiurritt, frei für jeden Erwachsenen. Vortrags-Programm für die Zeit vom 21. bis 27. März 1914: Samsrag, den 21., Musikaufführung. Quartett Wohlheim Nertel. Sonntag, den 22., Reiseschilderung (Canada). Schriftsteller Jaqu. Jäger. Moutag,deu 23., Literarischer Abend. „Jugeudbund". Dienstag, den 24., Bilder aus dem Rechtsleben. Rechtsanwalt Dr. M. Reiß. Mittwoch, den 25., Allerlei aus fremden Ländern. Lehrer Huschet. Donnerstag, den 26., Jüd. Geschichte. Rabbiner Prof. Dr. R o s e n s e l d. Freitag, den 27., Bibelvortrag. Herr R o s n e r. Wien. DerMisrachiveranstaltet Montag den 30. März 9 Uhr abends im Saale des Hotel Continental, Wien, II. Taborstraße, einen Diskussionsabend. Referent Ehrw. Rabb. M. K r a m e r. Gäste (Damen und Herren) willkommen! Wien. Monrog, den 23. März, halb 7 Uhr abends findet im Zeremoniensaale des Tempels H. Müllnergasse 21 die ordentliche Generalversammlung des israel. Ortsvereines „Chewra-Beth-Halfilah" im IX. Bezirke statt. Wien. Die Generalversammlung des „Isr. Frauen-Wohltätigkeitsvercines für die Bezirke Wieden und Margareten" fiiudet Sonntag, den 22. März, halb 11 Uhr vormittags im Sitznngssaale des Tempels V. Siebenbrunneugasie l a statt. Wien. Am 11. d. M. starb in Florenz nach langeiil Leiden Herr Arnoldo Sulz er aus Hohenems, der Sohn weiland des Philologen Jakob Sulzer. Herr Arnoldo Snlzer lebte über 40 Jahre in Rom und Florenz und war in dortigen österreichischen Familien gar wohl bekannt und hochgeschätzt. Er war Prokurist des Bankhauses Merzbacher durch viele Dezennien, seine hohe Intelligenz, prägnante Auffassung in finanzieller Beziehung, soivie in Literatur nud Kunst, seine witzige, sarkastische und dabei treffende Feder, sein liebenswürdiges konziliantes Wesen sicherten ihm allenthalben einen großen Freundeskreis. Dabei war er ein treuer Jude, ein großer Verehrer und Freund des in Florenz lebenden Oberrabbiners Dr. Margulies. Snlzer heiratete die Witwe des Universitätsprofeffors Dr. Foa, seine Stiefsöhne sind der bedeutende Chemiker Dr. Foa in Genna und der Industrielle Balenrino Foa in Pisa. Er war der Neffe weiland des Oberkantors Salomon Snlzer und Schwager des Religion-Professors Emil Fränkel in Wien, welcher der Gatte seiner einzigen Schwester Mathilde ist. Sein Audenlen sei gesegnet. Wien. Der 60. Geburtstag Paul Ehrlich» erinnert mich an eine Begegnung mir ihm vor 40 Jahren. Während meiner Studienzeit am Seminar in Breslau wurde ich für die hohen Feiertage nach Strehlen als Prediger berufen. Am Bahnhöfe erwartete mich der Vater des Geheimrares Paul Ehrlich. Er stellte sich mir als Gemeinde- Präses vor, übernahm selbst meine Reisetasche und führte mich in sein Haus, ui welchem ich gastfreundlich bewirtet wurde. Sein Sohn war damals schon als junger Student wegen seiner Begabung und seines Fleißes berühmt. Besonderes Interesse zeigte er für Naturwissenschaft und die Tierwelt. Er hörte auch mehrmals meine Predigt. An der religiösen Erziehung, die er im elterlichen Hause genoffen hat, ist es zuznschreiben, daß er allen Versnchungeil, ihn dem ererbten väterlichen Glauben abwendig zu machen, überzeugnngStreu und charakterfest widerstand. Diese Pietät hat seine Anerkennung nicht vermindert. Möge er noch lange dem Judentum zur Ehre gereichen und seinen Fachgenoffen ein glänzendes Vorbild der Ueberzeugnngstreue bleiben! Wien. (K i n d e r j a u s e in der B r i g i 11 e u a u.) Samstag den 14. d. M. fand ein Pnrimfest für Kinder in den Brigittafälen, Brigittenau, statt. An der Darstellung des kleinen, von der Veranstalterin, der Religionslehrerin Frau Charlotte Pollaschek-Schreiber, verfaßten Stückes „Esther" beteiligten sich 23 überglückliche Kinder. Das Gros der Zuschauer waren jüdische Schulkinder und deren Eltern aus der Brigittenau und Zwischenbrücken, die dem duftigen Spiel und Tanz mit Entzücken und dem überaus erheiternden jüdisch-deutschen Liedern mit höchstem Vergnügen folgten. Den Schluß bildete ein Tänzchen der Kleinen und zur- Pnriinkindljanse -wurden tags daraus die sämtlichen Darsteller von ihrer Religionslehrerin eingeladen. Wien. (Silberne Hochzeit des Ehepaares Max und G i f e l a Z i r u e r.) Unter allgemeiner Teilnahme der jüdischen Bevölkerung des XIII. Bezirkes und weiter Beteiligung von nah und fern wurden diese seltenen und edlen Menschen ans Anlaß ihres Silberjubilänms gefeiert. Im Bethaus des XIII. Bezirkes wurden ihnen am Vormittag des 14. März Segenswünsche ausgesprochen und eine Lampe im neuen Tempel gewidmet. Im herrlich geschmückten Salon der Billa Z i r u e r brachten Deputationen des Hitzinger Frauen- und Tempelvereiues durch Ansprachen der Eheleme'Direktor Dr. Krenb e r g e r die Verehrung, welche das Jubelpaar genießt, . zum Ausdruck und abends feierten die Familien Z i r n e r und Zw l e back und deren Freunde die glückliche Verbindung der beiden Häuser. Hunderte Depeschen und Briefe, darunter auch - vom Präsidium des Kultnsvorvorstands, erfreuten das jugendlich fühlende und in voller Kraft für alles Gute und Schöne wirkende Paar. Die Zöglinge des von Frau Gisela Z i r n e r gegründeten und musterhaft organisierten, mit Liebe eingerichteten nnd von Fachleuten gepriesenen „Ludwig Zwieback- Kinderheim" in Pnrkersdorf hatten schon am Dienstag durch Spiel, Gesang und Vortrag gehuldigt. So wünschen wir auch ferner Herrn Knltusvorstand Max Z i r n e r nud seiner Gemahlin, der edlen Tochter des edlen und tüchtigen Kommerzialrates Ludwig Zwieback, dessen Andenken ein gesegnetes ist, daß sie in gleicher Kraft und Frische dem goldenen Jubiläum entgegensehrn nnd wir es mit ihnen feiern. Köln. Die für den Jüdischen Nationalfouds in der Zeit vom 8. bis 15. März d. I. emgegangenen Spenden betragen Mk. 13.930'74. Hiervon entfallen ans Rußland Mk. 4101-97, Nordamerika Mk. 3633 20, Deutschland Mk. 2610-81, Numäniew Mk. 1528-31, Galizien Mk. 1141.89, Ostasien Mk. 816'- Diverse Eingänge Mk. 98.56. Jüdische Bühne. Direktion M. Sieg! e r. „Hvtel'Stefanie", II., Taborstraße. 12. Freitag, den 20. März 1914, Wolfsthals Operette in 4 Aufzügen. „Tochter Jerusalems", Samstag, den 21. Sonntag den 22. nnd Montag den 23. März, Zum ersten Male: „Gott's Mischpet", von L. Jungwirth, Musik vom Kantor Josef Grob. Sonntag den 22. März, nachmittags */„4 Uhr: „K önig Ahasve r." Dienstag den 24. März, „Sch ab es K v j d e s ch", von Feinmann. Mittwoch den 25.. März, nachmittags: ,.B a r Koch da", von Goldfaden. Mittwoch den 25. März 8 Ühr abends: „Jo im H ach i p e". Donnerstag den 26.. März, Ehrenabend des Herrn , nnd der Frau Jungwirth nnd Fräulein Körner: „I e h n d a n n d I s r a e l. Union-Bank. Die vierundzwauzigste ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Union-Bank findet Montag, den 30. März 1914 tun 11 Uhr vormittags im Anstaltsgebäude, I., Renngasse Nr. 1, statt. Tagesordnung: Bericht des Verwaltungsrates und Vorlage des Bilanz-Abschlusses pro 1913. 2. Bericht des Revisions- Ausschusses und Beschlußfassung hierüber. 8. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahlen in den Verwaltungsrat. 5. Wahl des Revisions-Ausschusses für das Jahr 1914. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmen wünschen, wollen ihre Aktien in Gemäßheit des § 27 der Statuten spätestens am 23. März d. J. deponieren, und zwar: in Wien bei der Liquidator der Union-Bank, in Triest bei der Filiale der Union-Bank, in Lemberg bei der Union-Bank,' Filiale Lemberg, in Berlin bei dem A. 8chaffhausen'sehen Bankverein oder bei der Dresdner Bank, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Effekten- und Wechsel-Bank oder bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. M., in München bei der Bayrischen Hypotheken- und Wechsel- Bank oder bei der Dresdner Bank, Filiale München, in Nürnberg bei der Dresdner Bank, Filiale Nürnberg, in Basel, Genf, St. Gallen und Zürich bei dem Schweizerischen Bankverein oder bei der eidgenössischen Bank (A.-G.). Die Aktien sind unter Anschluß von Konsignationen zu erlegen, welche vom Einreicher eigenhändig zu "unterzeichnen und für Wien in zwei Exemplaren, für die anderen Erlagstellen in drei Exemplaren auszufertigen sind. — Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück; nach abgehaltener Generalversammlung werden die Aktien gegen Rückstellung dieser Konsignationen ausgefolgt. — Das Stimmrecht kann vom Aktionär oder von dessen gesetzlichem Vertreter persönlich oder-durch Bevollmächtigung eines anderen stimmberechtigten Aktionärs ausgeübt werden. (§ 28 der Statuten.) § 27 der Statuten lautet: Der Besitz von je 20 Aktien gibt das Recht auf eine Stimme in der Generalversammlung. Zur Ausübung des Stimmrechtes ist erforderlich, daß die Aktien längstens acht Tage vor dem Zusammentritte der statutenmäßig berufenen Generalversammlung. in die , Gesellschaftskassa oder an einen anderen vom Verwaltungsrate zu bestimmenden Ort hinterlegt werden. Wien, 11.. März 1914. Union-Bank.

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