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Die Wahrheit · 1914-02-20 · Heft 7 (20.2.1914) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 7 (20.2.1914)
Date
1914-02-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite. 8.Die WyhrhA_Nr. 7, Das Martyrium eines Idealisten. - V E i n e- Reini u i sz en zt ' ' Aou Ben JehudM / j;;c (FortfeßuNg:) - , :■ Muige Taße, ittHdejtt., Herr N. — der Te.iMelvörsteher n^M'.Har wvn seiner- Gefchäfisreise 'HürMgekehrt war) fand dorMeh'üAZöMug, der Räbhinerfrage' eine Vorstchtdssttzüjtg stajt. ZMeMlEWte Kerr^Mgendttt.Wtt-ag:-Hejne Herren-p Ich halte vor kurzem'ans mewer Reise Gelegenheit in Z., einen jungen, sehr begabten Rabbiner predigen zu hören. Dieser Mann wäre meines Dafürhaltens in jeder Beziehung geeignet, den Anfordermigen, die wir an einen Rabbiner stellen, zu entsprechen. Er ist nicht nur ein vorzüglicher Redner, sondern auch ein gründlicher Kenner des Talmuds, hat philosophische Studien absolvier und auch einige deachlenswerle Schriften ediert. Besonders gerühmt wird allgemein sein biederer Charakter, wie seine wahrhafte Frömmigkeit und U n e j g e n n ü tz i g k e i t. Ich bin daher der Ansicht, daß wir bei der Besetzung des Rabbinerpostens nach alter Vätersilte Vorgehen, von einer Konknrsansfcöreibung Abstand nehmen und direkt bei Herrn Dr. AbrahamfodN schriftlich anfragen sollen, ob er geneigt wäre, einer Einladung behufs Abhaltung einer Gastpredigt in unserer Synagoge Folge zu leisten. Im Falle er diese Einladung anuimml und seine Predigt allgemeinen Beifall findet — woran gar nicht zu zweifeln ist — können wir ihn, ohne jedes Bedenken, sofort akzeptieren." Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Als Dr. Abrahamsohu diese ihn ehrende Zuschrift erhielt, rief er mit dankerfülltem Herzen aus: „Ich danke dir, Gott, daß du mich erhört hast und warst meine Hilfe." Sofort zeige er dem Vorstand der Knltusgemeiude I. telegraphisch an, daß er nächsten Donnerstag, 4 llLir nachmittags in I. eintrefien werde, um am Sabbattz die gewünschte Gastpredigl zu halten. Schon -bei seiner Abkunft in I. gewann er die Ueberzeugung, daß der religiöse Geist aus dieser altehrwürdigen Gemeinde noch nicht geschwunden sei, denn sämtliche Vorstandsmitglieder mit dem Präses an der Spitze haben ihn am Bahnhof erwartet, um ihn in feierlicher Weise zu begrüßen und in die Stadt hinein zu begleiten. Am nächsten Sabbath war der Tempel, wie au den hohen Feiertagen, in allen seinen Räumen dicht gefüllt und als der Rabbi die Kanzel bestieg, herrschte im Gotteshause eine weihevolle, musterhafte Ordnung sondergleichen. Mit gespanntester Aufmerksamkeit lauschten die Anwesenden den Worten des Redners. Und als er seine geistreiche, gedankenvolle, die hohe Aufgabe des Rabbiners der modernen Zeit behandelnde -Predigt schloß, ertönte ein donnerndes „llejascher Loach^, daß die Säulen des Tempels erdröhnten. Nach Schluß des Mußavgottesdienstes wurde Dr. Abrahamsohu allseitig beglückwünscht. Am anderen Tage fand behufs Vornahme der Rabbinerwahl eine Ausschußsitzung statt, zu der auch mehrere Talmudisten und sonstige Honoratioren der Gemeinde geladen wurden. Sämtliche Anwesenden gaben ausnahmslos in ihrem wie im Namen aller Gemeindemitglieder ihre Stimmen zugunsten des Dr. Abrahamsohu ab. Sodann wurde der neugewählte Rabbiner vom Präses und den zwei Vizepräsidenten abgeholt und in den Sitzungssaal geleitet, wo er mit Jubel begrüßt und allseitig beglückwünscht wurde. In beredten Worten drückte der Rabbi dem Vorstande, wie der ganzen Gemeinde — au deren Spitze seit Jahrhunderten Männer von .Ruf, Ansche schem, Gredole erez, gestanden — seinen tiefgefühlten Dank aus und gelobte feierlichst stets bestrebt zu sein seine großen Vorgänger als seine Vorbilder zu betrachten, ohne es aber zu unterlassen, auch den Anforderungen der Zeit Rechnung zu tragen. Unter herzlichsten Wünschen verabschiedete er sich von sämtlichen Anwesenden und versprach nach Verlaus von vier Wochen mit seiner Familie in I. einzntreffen. Nachmittags trat er seine Rückreise an. Zur Bahn, begleiteten ihn der Präses und dessen beide Stellvertreter. Als der Zug herannahte, nahmen die drei Herren in herzlichster Weise Abschied vyn,. ihm und. exsnchte-r ihn,,, er möge, .ihnen,, sobald er seine- Uebersiedjnn^ chorilehrnen )vsth', Aag.-Md Mnnhe ffeiM Ankunft in A. telegrafische anzeigend V . . ÄA-epnach Haufekam^.war das. erste^wa^er tat, hast er. dem Vorstand, schriftlich ''.stjne-. Demt.siichl. übexchittelte. , Wie eip.,Mitzsträhl - auss Hjtzrem Himme^^-.tzastdie Pachrichkipie.!gänze Geineipde, mir- .der Präsideiu PfefMnaim tvap höchst bestiMgt und lachte,sich ins Fäustchen, .Er war. -gbeln gpch,bgrerfst,-der sich znm Rabbi verfügteuni ihnzn seiner^Vokatjo n .zu beglückwünschen. „Sehen Sie",, sagte er,- j.m.ievortr.eff.ljchrye.Yl -Rat: war, den ich Ihnen vor kurzem erteilt habe. Sie ^kommen jetzh in eine altehrwürdige Gemeinde, wo man die Thora noch, zu schätzen und die Leistungen der Träger derselben zu würdigen versteht. Dort gibt es noch unter den Eaale Eattirn Talmudisten, die den Raw, wenn er ein meisterhafter Diaelektiker ist, verehren und respektieren, und dadurch imponiert er dem Volke. Dort also sind Sie am Platze und können Erkleckliches leisten. Unsere hiesigen modernen Inden aber haben wohl die deutschen Schulen besucht, von Bibel und Talmud jedoch haben sie keinen blauen Dunst. Ich bin der einzige in der Gemeinde, der noch in der Jugend Bibel und Rasch i gut gelernt hat, daher ich mir auch erlauben kann, die Gelehrsamkeit des je-- weiligen Rabbiners zu beurteile u." Der Rabbiner, der sich wohl seinen Teil über die maßlose Arroganz dieses dicken Am lioorez gedacht haben mochte, erwiderte: „Ich danke sehr für den guten Rat, den Sie mir erteilten, wie überhaupt für die Mühe, die Sie sich gegeben, um mein Fortkommen fördern zu können und wünsche nur, daß es auch meinem Nachfolger — dem es doch, da die Leute hier, Ihren Schilderungen nach, nicht ernst zu nehmen sind, bald ebenso ergehen wird, wie es mir ergangen ist, gelinge, durch Ihre Vermittlung eben ein so gutes Fortkommen zu finden/ Am letzten Sabbath vor seiner Uebersiedlung nach hielt er die Abschiedsrede, die einen tiefen Eindruck auf das Auditorium gemacht. Allßer Pfeffermann hatten sämtliche Gemeiudemitglieder den Abgang dieses trefflichen Rabbiners und ausgezeichneten Lehrers sehr bedauert und im Geheimen den Herzlosen, herrschsüchtigen Pfeffermann, der keinen Knltnsbeamten, der S e l b st b e w n ß t s e i n hat, länge in der Gemeinde duldet, verwünscht. Sie konnten sich aber nicht helfen, denn R. Sender war der gefürchtete Satan der Gemeinde. Zwei volle Tage — Sonntag und Montag — stand die Türe des Rabbiners nicht still, es kamen nämlich fast alle Gemeiudemitglieder, um' von ihm und seiner Gemahlin Abschied zu nehmen. Dienstag um 8 Uhr morgens verließ er mit seiner Familie die Stadt und reiste nach seinem neuen Bestimmungsorte. Um 3 Uhr nachmittags kamen sie in der Station B. an, wo sie umsteigen mußten, tim dann ihre Reise nach I. fortsetzen zu können. Hier in B. schon ewarteten ihn drei vornehme Vorstandsmitglieder seiner neuen Gemeinde, die ihn bis I. begleiceten. Dort angelangt, wurde er am Bahnhof von sämtlichen Mitgliedern des Kultnsvorstandes begrüßt. Die Fahrt von der Station bis in die Stadt hinein bildete förmlich einen Triumpfzng. (Fortsetzung folgt.) SB FESTSCHRIFT ss anlässlich des 25jährigen Jubiläums des Oesterr. - ungar. Kantoren-Vereines, mit fachwissenschaftlichen Aufsätzen von hervorragenden. Kantoren. Elegant gebunden-bloss K 2.—; Grünzweigs" Werke . . .; > s . . K 6.— Rafael MoöiVKaiserhymne . /.•. . „ 2.— - Zu beziehen durch den' Vorstand des „Oesterr.- uhgar.; Eabtoren-Verein^/ Wien, Ü/i’, ' 1

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