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Die Wahrheit · 1914-02-06 · Heft 5 (6.2.1914) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 5 (6.2.1914)
Date
1914-02-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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S ne 8 Dre Wahrheit Nr. 5. I üd i s ch e Bühne. Direktion M. Siegler. „Hotel Stefanie" IL Taborstraße 12. Freitag 6. Feber, Dawids Geige. Samstag 7. Bas Jerischulajim. Sonntag 8; und Montag 9. Feber. Mnschiachs Zaten. Operette in 4 Aufzügen von I. Goldfadeu.Sonutag den 8. ^4 Uhr Nachm. Jehuda Halevy. Dienstag 10. Feber. Die Neschnme von Jisrnl. Mittwoch 11. „Verein „Ansche Emes". Chusen Kaie. Donnerstag 12. Feber. Ehrenabend des Herrn Streng. Der luftige Vogel. Wien. Samstag, den 31. o. M. hat im Festsaale des Hotel Continental eine Wohltätigkeits-Akademie stattgefunden, deren Reinerträgnis dem überaus wohltätig wirkenden Vereine „Kurfürsorge" (Obmann med. Dr. I. L. Draun), gewidmet war. Bis auf das letzte Plätzchen füllten die Freunde dieser eminent wohltätig wirkenden Institution den Saal und spendeten der trefflichen Künstlerschaft, welche der Komponist Edmund Eysler als Vorstandsmitglied und artistischer Leiter für die gute Sache gewonnen hatte, reichen wohlverdienten Beifall. Eingeleitet wurde der Abend von be* Diolin-Virtuosin Steffy Grobmann, mit dem seelenvollen Vortrag schwieriger Konzertstücke, Rudolf B a n d l e r, der Baß-Buffo von der Volksoper wurde Im feine Lieder zur Laute stürmisch bejubelt. Emmy P e t k o vom Bürgertheater, Opernsänger Marcell No e, von der Volksoper, Carlo Böhm vom Strautz-Theater und Viktoria Pohl-Meiser (Bürgertheater), Käthe Ehren (Karltheater), boten wie immer ausgezeichnete Leistungen und ernteten lebhafteste Anerkennung Der Sänger der k. k. Oper, Herr Michael Striks, brachte Arien aus der „Jüdin, „Tosca", „Bajazzo", zu schönster Wirkung und erregte sowoEhl durch seine herrlichen Stimittel, wie durch den ausdrucksvollen Vortrag berechtigtes Aufsehen. Ebenso wurde das feinfühlige Accompagnement der Pianistin Frau Regine Schwager lebhaft akklamiert. Reicher Beffall lohnte das ausgezeichnete Orchester das unter Leitung des Kapellmeisters Emil Zelnik beim nachfolgenden Tanz die Musik besorgte. Nebst dem rührigen Obmanne Dr. I. L. Braun, hatten sich um den gelungenen Abend besonders verdient gemacht: Die Präsidentin des Damenvorstandes Frau Dr. Helene Stein, die Damen Frau Gisela Weiß, Frau Hoftat Freiberger, Frau Dr. Brüll Frau Anna Blau, Frau Martha Rad'itz, Frau Malvine Gelb haus, Frau Bertha Müller, die Mitglieder des Exekutivkomitees Herr Apotheker Robert R a d itz, Herr Magister Felir Eitzler, Herr Leo Heller. Armenrat Hugo Heller, Waisenrat S. Kulka, S. Sperling, Prof. Salzmann, Simon Blau, Richard Bruck, Ed. Herlinger. Das Tanzarrangement besorgte in seiner stets bewährten Weise Professor Julius Singer. Dem wohltätigen Zwecke fließt ein ansehnliches Erträgnis zu. Eger. (Erlau) Sonntag den 28. vorigen Monates veranstaltete die Erlaner isr. Cnltnsgemeinde eine schöne erhebende Feier. Im großen Saale der isr Gemeinde-Schule ward das lebensgroße, wolgelnngene Bild des Präsidentee Desider v. Kanitz enthüllt. Dieses Bild ließen die Gemenndemitglieder als Anerkennung und zum Danke malen für dii großen Verdienste, die der agile Präsident um den Bau dees neuen monumentalen Tempel sich erworben. Die Bildenthüllnug geschah im Nahmen einer großen Festversammlnng.au welcher die ganze Gemeinde und viele Gäste teilnahmen. Vertreten waren die^ Nachbargemeinden Gyöngyes, Hatvan, Heves n. s. w. Ehrenpräsident F. H. Pressler eröffnete die Sitzung, eine Deputation holte den verdienstvollen Präsidenten in den Saal. Rabbiner Dr. Schweiger würdigte in einer groß angelegten, zündenden Festrede die Verdienste des Präsidenten und verdolmetschte den Dank der Gemeinde. Während der herrlichen Rede des Rabbiner Dr. Schweiger fiel die Hülle von dem wohlgelnngenen Bilde. Präsident v. Kanitz dankte mit herzlichen Wortell für die schöne Feier. Tief ergriffen führte er ans, daß er nur seine Pflicht erfüllte, daß er fürderhin ebenso eifrig der Gemeinde dienen wolle und erbat sich weiter die Unterstützung und das Vertrauen derselben. Nun zog die ganze Festversammlnng in den festlich beleuchteten Tempel, wo der Tempelvorsteher Ignaz Ungar in Begleitung einiger schöner Worte die Marmortafel enthüllte, auf welcher der Name und die Verdienste des Präsidenten verewigt wurden. Nach der Feier war' Festgottesdienst, den Oberkantor Quartin leitete. Abends fand im großen Saale der Schule ein wohl gelungenes Bankett statt, an dem zweihundert Personeil teilnahmen. /Viele schöne Toaste würzten das Mahl^ das in animirtester Stimmung sich bis nach Mitternacht hinzog. Aufruf Die .Versorgung der Familie Mendel B e i l i s. ist eine Ehrenpflicht der gesamten Jndenheit. Halten wir uns vor Augen, welche furchtbaren physischen und seelischen Qualen dieser Mann zu ertragen hatte, der nur deshalb, weil er Jude ist, infolge der unseligen Nitnalmordlegende, welche bereits so viel Unheil angerichtet hat, fast dritthalb Jahre hindurch von Frau und Kind getrennt im russischen Kerker schmachtete, so ist es eine Forderung der Gerechtigkeit, daß seine Glaubensbrnder mit vereinten Kräften für ihn und seine Familie sorgen, ihm und seiner Frau für den Rest des Lebens eine sorgenfreie Existenz verschaffen und ihm die Möglichkeit bieten, die Erziehung seiner im Alter von 15 bis 5 Jahren stehenden fünf Kinder zu leiten. Die in den Tagesblättern verbleitet gewesenen Nachrichten über große Schenkungen zu seinen Gunsten haben sich als unrichtig erwiesen. Wir wenden uns daher jetzt an unsere Glaubensgenossen mit der Bitte uns hochherzige Beiträge für dieselt Zweck zukommen zu lassen. Die Spenden werden in unserem Bureau, Wien II. Untere Donanstraße 33 täglich vormittags zwischen 9—1 (außer Samstag) oder durch die Postsparkassa (Scheck-Konto No. 8152) dankend in Empfang genommen und in den jüdischen Blättern ansgewiesen. Wien, im Jänner 1914. Der Vorstand, derisraelitischen Allianz zu Wien Literatur. Die A b f ä's s n n g s z e i t der Baraita der 32 Normen für die Auslegung der heiligen Schrift. Eine Untersuchung von Dr. Leo Bardowicz. Rabbiner der israelitischen Knltnsgemeinde in Mödling. Unter der Ueberschrift: 32 Middot des Rabbbi Elieser ben R. Jose Haggelili findet sich in unseren Talmudansgabeu an Ende des Traktat Berachot eine Zilsanimenstellnilg der Regeln, nach denen die Rabbinen.die heilige Schrift anslegen. Diese Zusammenstellung wird als Baraita bezeichnet und zwar von allen Autoritäten von Raschi bis ans Z. Frankel, Graetz. Weiß und Hoffmann als von R. Elieser b. R. Jose Haggelili verfaßt hingestellt. Nun hat aber Bardowicz mit großem Scharfsinn und gründlicher^ Sachkenntnis überzeugend nachgewiesen, daß' diese 32 Middot weder' eine Baraita sei noch vom Tannaiten R. Elieser b. R. f. Hgl. herrühre, sondern den Gaon Saadia zum Verfasser habe. Es ist eine Arbeit von bleibendem Wert uui) jeder Talmndist wird sie mit Freude lesen und dem gelehrteti Verfasser Dank nnd Anerkennung zollen. Pros. Dr. Kahan, Znaim. Eingefendet. In der „Jnd. Volksstinime" vom 25. Jänner erschien ein anonymer Brief ans Znaim, in welchem Angriffe gegen Kultnsvorsteher Herrn Wvizilka gerichtet sind. Die anonyme Bekämpfung eines politischen Gegners in einem jüdischen Blatte kann nicht genug verurteilt werden. Als Zionist muß ich es nm io mehr bedauern, daß dieser Brief in einem zionistischen Blatte erschienen ist. \ Indem ich Sie bitte diesen Bemerkungen in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes Raum zu gewähren, zeichne ich mit Hochachtung Znaim 30. 1. 1914. Dr. Schechner.

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