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Die Wahrheit · 1914-02-06 · Heft 5 (6.2.1914) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 5 (6.2.1914)
Date
1914-02-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Die Wahrheit «edaktion und ridministratiou: Wik». LI/, Nvvaragasfe 27 Telephon r Siedaktion 6609,IV. Anabhängige Hertschrifi für Mische Nanzlad,ig.Kl«.- Halvlävria.K T.— Ldministralion *938II, *. k. öfterr. Postsparkaffa- Echeet-Konlo Nr. 100.918. jtttereffeiL Für SfnUuäbmuite: tMcmi.ibvi.i.K II». - lul'v’vatc: Dir viermal gehaltene «oupareille-Zeiie 26 Heller. Erscheint jeden Arei tag. Für Vf Urlaub: Abonnements- und Jnsertions. Nauziavria.8 'JH.uf . beträgt nnd in Wien zahlbar und klagbar. Motto: „Das Siegel (Lottes ist. Wahrheit.!“ ü DtiiUrl oder III ffirt». Mr. 5. Wie». 6. Februar H»I4. Inhalt: Moralisches Debacle der demsche» Regirrungspanein. — Leopoldstädter Gemeiuderalswahlen. — Tie Rabbinerwahl im Füufhauser Tempel. — Josefstädter Tempelverein. — Die Inden in den Befreiungskriegen — Verschiedene Nachrichten. Abonnements-Einladung. Die geehrten Herren Abonnenten werden um umgehende Erneuerung des Abonnements für den am 1. Jänner 1914 begonnenen neuen Jahrgang ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Mattes Keine Unterbrechung erleide. Abonnements-Bedingungen: Kanzjäyrig Kr. 14.— Halbjährig Kr 7.—, Uierteljährig Kr. 3.50. K. k. Poftsparkaffen-Konto 1V0.S18. — - Probenummern gratis zur Verfügung. Infolge der mit der Lohnbewegung im Buch-! drnckergewerbe verbundenen technischen Schwierig- I keiten bei der Herstellung des Blattes konnte die dieswöchentliche Nummer nur in kleinerem Umfange ansgegcbcn werden, und bitten wir deshalb sowie wegen event. Unregelmäßigkeit im Erscheinen der nächsten Nummern um Nachsicht seitens unserer geschätzten Leser. Die Redaktion. Moralisches Debalrle der deutsche» „Krtziernngsparteiett." Am 21. Jänner 1914 erlitten die christlichsoziale und die öeutschnationale Partei gemeinsam eine so schwere moralische Niederlage im österreichischen Abgeordnetenhaus^ daß sie ihre Folgen wohl noch schwer bei den nächsten Wahlen in politiche Vertretungskörper verspüren werden. Mit Zustimmung dieser „Bolksparteien" brachte die ölten eidinctoe Roain imu mi Jnnkiilii gumdKit dem „Kl.einen Finanzplan" und der mit Gehaltaufbesserung verbundenen Dienstpragmatik für die Staatsbeamten und Staatsdiener zustande. Die Staatsbeamten sollten vor den Karren des „Kleinen Finanzplanes" ebenso gespannt werden, wie man seinerzeit in Niederösterreich die Volksschulleh -r vor die Lanöesbiersteuer, die erhöhte Erbschaftssteuer und öergl. gespannt hatte. Sonderbarer Weise wirkt, also die wirtschaftliche Not aller Staats- und Landesangestellten befruchtend auf das Gelingen aller Finanzpläne. Da nun mit den Ueberweifungen an die Länder. die ivleder von d«in G-Iiiigill ver ernödleil Bimullweinsteuer und mit Aenöerungen an der Personal- Eiukvmiliensteuer zunwim. nb>l>aen, cnicb die UMn>anntliche Besserstellung der Bolksschullehrer verknüpft ist, so erschien nicht nur eine halbe Million Staatsbeamter, sondern auch ungefähr 200.000 Volksschullehrer an dem Zustandekommen des „Kleinen Finanzplanes" interessiert. Die sozialdemokratische Partei und die kleinen bürgerlich-demokratisch gesinnten Teile deK österreichischen Abgeordnetenhauses arbeiteten nun von allem Anfang an, an mögliche demokratische Verbesserungen des kleinen Finanzplanes im Sinne des steuerfreien Existenzminimums, der Steuerhöhung für die reicheren Staatsbürger und der Abschaffung verschiedener Liebesgaben aus den Steuerfeldern an überreiche Branntweinbrenner und Zuckerfabrikanmn Zu diesen Abgeordneten gesellten sich im gleichen Sinne auch verschiedene Abgeordnetenverbünöe der Oppositioo und aus demagogischen Gründen zeitweise sogar auch Christlichsoziale und Deutschnationale. Kam es aber zu einer wichtigen Abstimung im demokratischen Sinne, dann wurden derlei volksfreunöliche Anträge von den modernen „Regierungsparteien" freilich konsequent nieöergestimmt. 3 Jahre lang wurden die Staatsbeamten und Staatsdiener von den Abgeordneten und der Regierung hingehalten, bis enöli chihre Geduld zu reißen drohte. Da mußten sich endlich iw Drange der Not die ... Abgeordneten aller Parteien, das Herrenhaus und x öie Regierung einigen, um ein Kompromiß zustande zu bringen. Dieses Kompromiß wurde von 26 Delegierten aller Parteien des Abgeordnetenhauses und dem Herrenhause endlich unter Zustimmung der Regierung beschlossen. 7, Kaum war aber dieses schwierige Kompromiß zustande gekommen, entdeckten die Junigefallenen der christlichsozialen Partei, daß in diesem Kompromiß eminente Gefahren für die Wiederwahl der Christlich-

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