Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 2 (9.1.1914)
- Date
- 1914-01-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Die Wahrheit. Nr. 2. Verschiedene Unchrichlen Wien. (Israelitische K n 1 l u s g e m e i n d e Wie n.). Einladung znm Vornage des Herrn Schriftstellers Dr. Bernhard Münz Biblioihekar der israelitischen Kultusgemeiud'e Wien, welcher am Donnerstag, den 8. Jänner 1914, präzise x/28 Uhr abends im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines I., Eschenbachgasse 9, stattfinden ivird. Thema: „Der Anteil der Inden an der jnngösterreichlschen Literatur." Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien I., Wipplingerstrasse 26. Sonntag den 11. Jänner, 7 Uhr abends findet im Festsaale des Niederösterr. Gewerbe- Vereines, L, Eschenbachgasse 11, ein Vortrag be§ Herrn Otto Stratosch k. k. Experte für China und Japan, über: ^Slreifznge im fernen Osten" mit 120 Skiopticon- Bildern nach eigenen Aufnadmen statt. (B e t h - H a m i d r a s ch „Talmud Thora" I I., Malzgasse 16). Freitag den 9. d. sprichtHerr Ehrwnrden M. Rabbiner Schenk über: ^Die Psalmen" Freitag den 16. d. findet der jüdisch-geschichtliche Vortrag des Herrn Oberlehrers Ko h n statt. Beginn jedesmal um halb8Uhr abends. .Fräulein Selma Krenberger hat sich mit Herrn Dr. Franz Fischer k.!. Oberarzt, Sohn des l. k. Oberstabsarztes I., Kl. Dr. Amon Fischer, verlobt. (Em ig r a n t e n-F ür s o r g e der israli tischen Allianz zu Wien.) Während des Monates Dezember 1913 wurden von der Zentrale der israelitischen Allianz in Wien insgesamt 255 Emigranten, davon 233 russische und 22 rumänische weiter befördert u. zw. 165 nach den Vereinigten Staaten, 33 nach Argentinien, 29 nach Canada, 5 nach England, 16 nach Frankreich und 7 nach andern Ländern. In ihre Heimat znrnckbefördert wurden 38 Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden im Monate Dezember für 48 Personerl zusammen 149 Tage Logis und volle Verpflegung bezahlt und an 131 Personen zns. 402 Speisemarken für die israelitifche Volksküche ansgegeben. Im Verlaufe des Kalenderjahres 1913 wurden von der Zentrale in Wien insgesamt 2327 Emigranten (gegen 1246 im Vorjahre weiterbefördert, u. zw. nach den ' Vereinigten Staaten 1382 (im Vorjahre 501) nach Argentinien 332 (im Vorjahre 371). nach Canada 275 (im Vorjahre 70), nach England 44 (im Vorjahre 86), nach Frankreich 221 (im Vorjahre 159) nach verschiedenen anderen anderen Ländern 73 (im Vorjahre 59). Gegenüber 203 Rückwanderern des Jahres 1912 wurden in dem verflossenen Jahre 230 Personen in ihre Heimat znrückvefördert. (Vortrag a n s jüdischer Geschichte Literatur und Kultur). Donnerstag am 15. Jänner 1914 V2 8 Uhr abends findet im Festsaale des Jngenieuruud Architekren-Vereines L, Eschenbachgasfe 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiner Prof. Dr. Emil Hosmanu ans Rerchenberg statt. Thema: „Die Ehre und das Judentum:" Eintritt frei ohne Karten. I üd i s ch e B n h n e. Direktion M. Siegler. „Hotel Stefanie IL Taborstrasse 12. 8 tägiges Gastspiel des Dir. K. M. Ebel. Freitag den 9. und Samstag den 10. Jänner „Die Sederrracht" Sonntag den 11. Montag den 12. und Dienstag den 13. Jänner 8 Uhr abends„Dwojrale Mejicheses" Neu. Lebensbild in 4 Aufzügen von I. Gorddin Sonntag den 11 Jänner 1914 nachmit. %4 Uhr „Die schöne Mirjam" Mittwoch den 14. Jänner „Der wilde Mensch" von I. Gordin. Donnerstag den 15. Jänner 1914. „Gott, Mensch und Teufel" von I. Gordin. W v ch e n p r o g r a m m der j ü d i s ch e n T o y n b e ehalle). Samstag, den 10. Jänner Konzert. Arrangement Herr Dr. Kapperl. Sonntag, den 11. Allerlei interessante Dinge aus verschiedenen Weltgegenden Lehrer D- Duschake Montag, den 12. Deutscher Ltkerütnr-Cykltts „Jugeudbund" Dienstag, den 13. Bilder äi^ d^ül Rechtsleben Dr M. Reiß. Mittwoch, den 14. Elternabend Lehrerin Frl. Weinwurm. Donnerstag, den 15. Jüdische , Geschichte (Cyklus)-- Prof. Dr Rosenfeld. Freitag den 16. Bibelvortrag. Samstag den 17. Konzert Arrangem. Prof. Stock. Kornerrburg. Herr Leo Heinrich Werdisheinr, Sohn des hiesigen-. Kantors und Religionslehrers I. T. Werdisheinr wurde Mittwoch den 24. Dezember d. I. 11 Uhr zum Doktor" der gesamten Heilkunde im großen Festsaale der k. k. Universität in Wien promoviert. Prag. Für den Kaiser Franz Josefs Jubilämns-Tempel wurde" Herr D. Czernowsky ans Semlin, nach einem mit großenn Erfolge abgehaltenen Vorirage, einstimmig, zum Oberkantorgewählt. Öbercantor Czernowsky verfügt über eine seltenr kräftig wolklingende Tenorstimme und ist ein sehr begabter fachmännisch gebildeter Cantor, der es versteht durch seiuem- Vortrag das Publikum zu begeistern. Strakonitz. Am 19. Dezember v. I. starb in Strakonitz in Böhmern im 94 Lebensjahre der hochgeachtete Herr Markus Benisch,- in jüdischen Kreisen Rabbi Meier Benisch genannt. Der Verblichene, Eigentümer des altrenömmirten Niehl und Getreidegeschäftes Benisch war bis an sein Lebensende ein rastlos - tätiger und ein frommer Jude, ein Wohlthäter der Armen und Unglücklichen! Znm Rabbiner bestimmt erwarb er in ernstem Studium großes jüdisches Wissen und hatte schon in jungen Jahren einen bedeutenden Namen. Er gehörte' dem Vorstände der ist. Cultnsgemeinde so wie der Chevra- Kadischa an. Seine Söhne und Töchter, Enkel und Urenkels sind alle, treue Inden im Geiste des edlen Familienober-" Hauptes! Seine Sohne sind der in Böhmen allgemein geschätzte Landesadvvkat Dr. Richard Benisch in Bndweis,. Herr Ludwig Benisch, Fabrikant in Wien, Herr Friedrich- Benisch, Kaufmann in Marienbad, Herr Heinrich Benisch, der das väterliche Geschäft in Strakonitz übernahm undzweiter Präses der Cultnsgemeinde ist. Seine Schwiegersöhne sind, der Großhändler Josef Kafka und der Oberbeamte der Fez-Aktiengesellschast Herr Josef Pollak. E.Fr... Hamburg. In der Rückerinnerung an die aus der Beteiligung am Judentage in Hamburg Anfang vorigen Monats verlöten Tage 'sind es zwei Veranstaltungen, die dauernd' im Gedächtnis der Teilnehmer zu hasten würdigsind. Von dem imposanten Verlauf der Hauptversammlung, abgesehen — war es die eine, welche die Huldigung.' der Manen Gabriel Riesters an seinem Grabe betraf. Eine erhebende Feier, die des mächtigen Eindrucks nicht - entbehrte. In markigen Worten kündete Dr. Cohn-Dessan die Verdienste Riesters; andere Redner schlossen sich danksagend beredt an, und ergreifend beendete Dr. Leimdörfer-Hamburg mit dem eindringlich gesprochenen Kaddischgebet diese wohl heilig zu nennende Stunde. Die andere - Veranstaltung war dA.'am Vorabend stattfindende Ver- . sammlung des Gabriel-Riester-Vereines. Ein den großen Curiosaal vollständig ausfüllendes Publikum lauschte den herrlichen Worten des Vortragenden. Dr. Leimdörser- Hämburg, der das Thema, die Erziehung zur Einheit,, behandelte. Ein begnadeter Redner mit allen Vorzügen in Diktion, einfacher und doch gewählter Sprache, tiefste Wissenschaftlichkeit verständlich darbietend, wußte er die' Zuhörer von Anfang bis Ende wohl eineinhalb "Stunden, 'ang im' Banne und in Spannung zu halten und wohl bei allen wuchs lebhaft das Verlangen, diesen Vortrag weiteren Kreisen durch Druck zugänglich zu machen. Gewiß — den persönlichen Reiz, den das gesprochene, von ebenso hoher Begeisterung als wahrster Ueberzeugung. erfüllte Wort gewährt, den kann die Lektüre freilich nicht' geben; aber die reiche Belehrung, die solche in dem -