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Die Wahrheit · 1913-11-07 · Heft 43 (7.11.1913) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 43 (7.11.1913)
Date
1913-11-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Die Wahrheit Seite 9t Nr. 43 doxen Juden Clevelauds zu sprechen, noch viele glückliche Jahre v'v'N12'N8! Glücklich der Mann, dem auch seine Gegner solche Worte zum Abschied entgegenbringen. H e b r a e n s. Verschiedene Nachrichten. Wien. (E m i g r a u t e n fü rs o r g e der Israelitischen A l l i a n z z n W i e n.) Während des Monates Oktober 1913 wurden von der Zentrale der ' Israelitischen Allianz in Wien insgesamt 136 Emigranten, davon 100 russische und 36 rumänische, weiterbefördert, u. zw.: 65 nach den Vereinigten Staaten,^ 5 nach Argentinien, 25 nach Kanada, 4 nach England, 11 nach Frankreich und 26 nach anderen Ländern. In ihre Heimat znrückbefördert wurden 3 Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden im Mvuare Oktober für 21 Personen zusammen 149 Tage Logis und Verpflegung bezahlt und an 49 Personen zusammen 316 Speisemarken für die israelitische Volksküche ansgegeben. Wien. (Kaiser Franz I v s e s I. H n l d i g n n g s t e m p e l.) Das prachtvolle, den traditionellen lleberliefernngen und den modernen Errungenschaften entsprechende Gotteshaus wurde, wie bekannt, knapp vor den hohen Feiertagen eiugeweiht. Ganz neue Besucher, Männer ans den verschiedensten Bernsen, Großkauflente nnd Beamte, die mir Bezug ans den Gottesdienst und auf die Art der Durchführung desselben besondere Ansprüche stellen, füllten den Tempel und waren nicht genug des Lobes über den schönen Gottesdienst, zumal Altrraditionelles mit Modernem gepaart war. Allgenlem wurde die deutliche und hellklingende Vortragsweise des Oberkantors Joseph G i b l i ch m a u n gerühmt, wie nicht minder dem I. Kantor Armin Stift Anerkenunng zuteil wurde. Nachdem nun der Vorstand nur geschickter Umsicht und taktvoller Fürsorge diese erste Sorge um die Allgemeinheit erledigt hat, geht derselbe daran, seinen Obmann, Herrn Adolf S ch r a m eck, ob seiner besonderen Verdienste um den Tempelverein im allgemeinen nnd um die Erbauung dieses Tempels im besonderen zu ehren. Seit dem Jahre 1880 steht der derzeitige Obmann an der Spitze des Vereines, der unter der zielbewnßten, äußerst rührigen Leitung des allseits geschätzten Obmannes, Herrn Adolf Schrame k. aus kleinen Uranfängen zu einer achtunggebietenden Körperschaft einporgewachsen ist. Ans diesem Grunde ließ der Vorstand eine, die vorzüglichen Verdienste seines Obmannes würdigende Gedenktafel meißeln, die anläßlich des am 8. November 1913 statlfindenden feierlichen Sabbatgotresdienstes enthüllt werden wird. Wie». Eine besonders ihn hocherfreuende Ehrung wurde dem Herrn AloisKulka, langjährigen verantwortlichen Redakteur der„Wahrheit" seitens des löbl. Vorstandes der israel. Knltnsgemeinde Wien bereitet. Nachfolgendes Schreiben richtete der Vorstand an denselben: „Wien, 31. Oktober 1913. Sr. Wohlgeboren Herrn Alois Kulka, Schriftsteller, Besitzer hoher Orden it. rc. Sehr geehrter Herr! Zum 30. Male haben Sie an den letztverflosseneu hohen Feiertagen die ersten kantoralen Funktionen in dem von der Wiener israelitischen Knltnsgemeinde veranstalceren Gottesdienste im Mnsikvereinssaale versehen. Wir graurlieren Ihnen nnd uns zu dieser verdienstlichen Leistung und gereicht es mir zum besonderen Vergnügen, Ihnen für die hiebei mit Eifer und Pflichttreue geleistete wertvolle Tätigkeit im Namen des Knltusvorstandes Dank und volle Anerkennung ausznsprechen. Ich drücke gleichzeitig den Wunsch aus. der Allmächtige möge Ihre Gebete erhören und Sie gesund und frisch erhallen. Mit vorzüglicher Hochachtung: Der I. Vize-Präsident: Dr. Gustav K o h n. Erster Sekretär Dr. Lieb eit. . Wien. (Gesellschaft f ü r Sammlung und Konservierung von Knn ft- und h i ft o r is ch e n D e n k m ä l e r n des I n d e u t ii m.s. Jüdisches M u s e n m.) Mittwoch, den 12. November 1913, 7 Uhr abends präzise sindet im Festsaale des österreichischen Ingenieur- und Architekreuverelnes, I., Eschenbachgasse 9, die X. ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordunng: 1. Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Herrn Hchrar Professor Dr. A. Politzer. 2. Tätigkeitsbericht. 3. Kassabericht. 4. Bericht der Revisoren. 5. Wahlen. Im Anschlüsse an die Generalversammlung Bvrrrag des Herrn Prof. A. Z. Jdelsohn aus Jerusalem: Der traditionelle Gesang der orientalischen Juden und seine Beziehungen zum europäischen Synagogengesaug mir graminophoilischeil Deiiioiistratioiien. ' Wien. Herr Sigmund B.ondy, der Sohn des Vorstehers des Bethausvereines „Tefilath Jeschurnn" Herrn M. L. Bond y, hat sich mit Fräulein Ella Nuß bau in aus Papö verlobr. Wien. (Jüdische T v y n b e e h a l l e, XX.. Othmargasse 46.) Beginn der Borträge: An Wochentagen lj2 8 Uhr, Samstag, sowie au Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen, Vortrags-Programm für die Zeit vom 9. bis 14. November 1913: Sonntags den 9., Eröffnungs-Abend: „Elia, der Gaon von Wilna". Rabbiner Dr. Armin A b e l e s. Montag, den 10., Deutscher Liierarnr-Zyklns. Erster Abend. Dienstag, den 11., „Der Umgang mit Aemtern und Behörden." Dr. Friedrich Fisch!. Mittwoch, den 12., „Rechte der Kinder und Pflichten der Eltern." Lehrer Georg Schmiedl. Donnerstag, den 13., „Der Jude und seine Literatur." Franz O e st e r r e i ch e r. Freitag, den 14., Bibelvortrag. - Wien. (Bet - Hamid r a sch „Talmud-Thor a" H., M alzgäs s e 16.) Sonntag, den 9. November d. I., um halb 5 Uhr, wird Se. Ehrwürden Herr Rabbiner H. Schenk anschließend an den Religioilsvorcrag des vor einem Jahre Hingeschiedenen Obmannes unseres Vereinesdes Herrn Simon Buch walds. A., anläßlich seines Jahrzeitstages in einem Nachrufe gedenken. Unsere verehrten Mitglieder uni» Freunde des Verewigten werden zu dieser Gedenkfeier höflichst eingeladen. Wirn. (Borträge des H e.r r n Rabbiner Dr. A. K a m i u k a im Wiener B e r - H a m i d r a s ch, II., Ferdinandstraße23.) Herr Dr. Kaminta har seineVoitrüge un Ber-Hamidraich mit einer D a r l e g u n g d e r Ideen des M a i m o n i d e S über Providenz und Willensfreiheit begvilnen. Die Vortrüge finden, wie seit vielen Jahren, am Mittwoch, abends, 7—8 Uhr (Maimonides, More Nebuchim, IH. Teil) und D v n n e r s r a g, 6—7 Uhr (Talmud Sanhedrm) statt. Wien. („B ech Haam" (Jüdisches Bvlkshei m), XVI., Wurlitzergaffe 11.) Samstag. den 8. November l. I., 7 Uhr abends, eröffnet der ödgeilannre Verein seine Hallenabende mir einer Akademie, deren Arrangement Herr Max S ch w a g e r übernommen har. Programm: 1. Wagner: Einzug der Gäste ans der Oper „Tannhüufer". Organist M. M e n z e r; 2. Deklamation Frau Stephanie Schnitzer; 3. Liedervorträge : Fräulem Irma Löwen; 4. Biolin: Hugo G o t t e s m a n u; 5. Klavier: Pianistiil Frau Regme Schwager, Organist M. M e n z e r; 6. Liedervorrräge : Oberkantor M. B. K a n f m a n n; 7. Tanzpotpourri: (Musik von Heinrich H e i m a n n) ansgeführt von Geschwister Schwager, Tanzmeifter Rudolf H e i m a n n; 8. Humoristischer Vorcrag: Professor Eduard N a f ch ö. Mittwoch, den 12. November l. I. Bortrag des Herrn Dr. Heinrich Herbatschek: „Rechtsfälle des täglichen Lebens". Beginn halb 8 Uhr abends. Mitte November beginnen die vom Verein B. H. veranstalteten llnterrichtskurfe für französische Srrache nnd Stenographie unter fachmäilllischer Leitung. Einschreibungen für diese unentgeltlichen und frei zugänglicheu Kurse werden jeden Mittwoch und Sonntag von 7 bis 8 Uhr abends un Bereinslokale entgegengenommeii. Anmeldungen von Borträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man gefälligst an Herrn Dr. M. F ö r ft e r, XVI., Thaliastraße 22. gelangen lassen. Wien. (M i s r a ch i.) Der „Misrachi" eröffnet nächste Woche einen Abendkurs für junge Leute, für hebräische Sprache nnd Grammatik bei Bortrag sonstiger jüdischer Diszipluleil. Der Kurs erfolgt gratis; Aiimelduiigen sind zu richten an „M l s r a ch i". Wien. II., Zirkusgaffe 20/20 oder an Herrn Rabbiner K r a m m e r, II., Große Sperlgasse 40. Der "Misrachi" beabsichtigt auch einen ähnlichen Kurs für Knaben von 9—14 Jahren abzuhalren. sofern genügende Anmeldungen dazu einlanfen, welche an die gleichen Adressen zu richten sind. Znaim (Simchas Thora-Feier.) Am 25. Oktober d. I. wurde von den Zionisten Zuaims im Festfaal des Arbeiterheims das allfällige Simchas Thora-Fest gefeiert. Die Veranstaltung, die wider alles Erwarten sehr stark besticht war, nahm dank der opfervollen und tatkräftigen Mithilfe aller Beteiligten, namentlich dank der aufopfernden nnd glänzenden Leitung des Frau Professor Dr. K a h a n einen effektvollen und würdigen Verlauf. Eigeleitet wurde der Abend durch den von Prof. Racher verfaßten stiinmnngsvollen Prolog, vorgetragen von Fräulein W al lisch. Ein herrlich gestelltes lebendes Bild „Theodor Herzl" schloß sich daran. Hierauf brachte Herr Oberkauror Handgriff tiefempfundene Lieder von Mayerbeer und Mendelsohn znm Bortrag. Mit ergreifender Stimme sang Frau Dr. C. S ch e ch n e r altjüdische Volksweisen, die ihre Wirkung auf das Pilbliknm nicht verfehlten. Lebende Bilder nnd das von Dilettanten köstlich durchgeführre Lnstspiel von Theodor Herzl „Der Flüchrling" beschlossen das Programm. Ein animiertes Tanzkräuzchen ließ auch die Tanzlnftigen auf ihre Kosten kommen. Der Reingewinn wurde jüdischen wohliäcigen Zwecken zngejührt. Hohenems. Einen Tag nach dem heiligen Bersöhnnnasfeste starb in Hohellems Fräulein Klara Steinbach im 76. Lebensjahre. Sie war die Schwester weiland Herrn Josef Steinbach, seinerzeir Kantor in Hohenems nnd Hausbesitzer daselbst. Josef Steinbach war ein vorzüglicher Säuger mit umfangreicher Tenorstinune. Sem Grabmoililment am hiesigen Friedhofe ist mir einer großen Marmor-Lyra geziert nnd seine Photographie im Ornate mir Tallit in der Vertiefung des Steines zu sehen, ein Brauch, der in der Schweiz üblich ist, in frommen Gemeinden nicht vorkommt, aber im liberalen Hohenems nicht zu den Seltenheiten gehört. Die Steinbachs waren eine alte Bürgerfamilie. Unter den Wohltätigkeirsstiftungeil der einstigen alten Gemeinde besindet sich eine gut fvildierte „Steinbach- Stiftnng." Nnll ist diese achtbare Familie ganz ausgestorben. Fräulein Clara Steinbach war mir den Familien Sulz er. Wäljch nnd Franke l verwandr, von edlem selbstloien Charakter, lat sie Gutes und fand darin ihre Befriedigung. So pflegte sie m ihrem Hanse ein lahmes Mädchen weit über 30 Jahre; sie war em Engel der Mildtätigkeit nnd Barmherzigkeit! Ihr Sarg wurde von den Franenvereinen mir Kränzen geziert. Ehre dem Andenken der stein bachs! Jüdische Bühne. Direktion M. Siegler. „Hotel Stefanie", II., Taborstraße 12. Freitag, den 7.. Samstag, den 8., Sonnrag, den 9. nnd Montag, den 10. November, Zum ersten Male. „Chussen Kate" Komische Operette m vier Aufzügen von I. Lateiner. Sonntag, den 9. November, halb 4 Uhr Nachmittag bei halben Preise». „I e h u d u und Israel" die „Drei S erg euren". Dienstag, den 11. November „Die N e s ch n in e von I s r n e l." Operette von Seifert. Mittwoch, den 12. November, „Die weiße S k l a o i u." Drama in vier Auszügen von Zalatorewski. Donnerstag, den 13. November. „Die drei Mar u n e s", Operette von Ch. Wolfsthal. Libretto von I. L. Peretz.

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