Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 39 (3.10.1913)
- Date
- 1913-10-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Redaktion und Administration: Men, II/, Nvvaragafle 27 E-levhou: Redaktion 5509/1V. Ndministrarion 4938/11« Jt. I. üsterr. Postsparkasta- Kcheck-Xonlo Nr. I00.S18. Jnserktie: Die viermal geivaltene Ronpareille-Zeil- 25 Heller. Abonnements- und Jnsertionsbetrüge stnd in Wien zahlbar »nd klagbar. lngige Aeiischrift für Dische Intere^en. Erscheint jeden Kreitng. Motto: „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!“ Nezugo-prei»: Ganzjährig.K 14.— Halbjährig.K 7.— Für JfiittuSbeuinte: Ganzjährig..K 10-.— Für Wn*(rtii5: iMnujiiiQviii.8 »JHrtrf t> SInvel oder I« fttc». Uv. 39. Wien. 3 Oktober 1913. Jnhttlt: Protest gegen die Ritualmord-Lüge. — Esra, der Schriftgelehrte. — Ein amerikanischer Milliardär als moderner Jesaias. — Kaiser Franz Josef I. Hnldigungstempel im II. Bezirk Wien. — Gabriel Rießer in der Frankfurter Nationalversammlung zugunsten der Gleichberechtigung der Juden. — Verschiedene Nachrichten. — Die Sonne sinkt ... — Publikationen des österr^-nng. Kantoren-Bereines. Protest gegen die Kitoaltnord-Üiige. Der Vorstand der israelitischen KultusgemeindefjnßWien versendet folgende Kundgebung: In Kiew wird, vor Gericht eine Anklage erhoben der Jude Beilis habe an dem Knaben Juschtschinski einen „jüdischen Riiualmord“ verübt. Gegenüber dieser Verunglimpfung unserer Religion, gegenüber der wahnwitzigen Lüge, als ob es einen „jüdischen Ritualmord“ gäbe, wollen wir öffentlich, feierlich, vor aller Welt unsere Stimme erheben. Wir lassen uns nicht einlullen durch die heuchlerische Phrase, als ob man nur „einer jüdischen Sekte, jüdischen Fanatikern“ jene Scheusslichkeit zumuten wolle. Solche jüdische Fanatiker, solche jüdische Sekten kommen nie und nirgends vor. Ein „jüdischer Ritualmord“ ist unmöglich! Eine derartige Supposition ist Wahnwitz, Verleumdung! 0 eff entlieh und feierlich, ungeachtet wir dies oft und oft in Wort und Schrift nachgewiesen* wollen wir es neuerlich verkünden, gegenüber jener neuerlichen gerichtlichen Anschuldigung. Oeffentlieh und feierlich vor aller Welt wollen wir hinweisen auf unsere heiligen Bücher, auf unseren Pentateuch, welcher schon vor Jahrtausenden die Reihe der Verbote mit dem strengsten Verbote des Mordes beginnt, auf unseren zum Gemeingut der gesamten Kulturmenschheit gewordenen Dekalog, dessen sechstes Gebot, auf unser gesamtes religiöses Schrifttum, Talmud und nachtalmudische Literatur, auf unsere Tradition. Alle Mitglieder unserer Gemeinde, alle jüdischen Kultusgemeinden Oesterreichs, ihre legale Repräsentanz, ihre Präsidenten, Vorsteher und Rabbiner laden wir zu dieser PROTEST-VERSAMMLUNG welche am Hontag, den 6. Oktober 1913 halb 6 Uhr abends im Grossen Musikvereinssaale, Wien, /. Dumbagasse 12, stattfinden wird. WIEN, im September 1913. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien : Dr. Alfred Stern, Dr. Theodor Lieben, Präsident. Erster Sekretär. . ■ n}|4; IM ¥