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Die Wahrheit · 1913-09-05 · Heft 35 (5.9.1913) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 35 (5.9.1913)
Date
1913-09-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Seite 11. Nr. 85 Die Wahrheit Mmdgang durchdie „Tonwr"-Fabnk an. Angenehm überrascht waren wir in erster Linie von der peinlichen Sauberkeit, welche in der Fabrik herrschte und von dem ganz kolossalen Betrieb. 'Alles Maschinenarbeit und ein Berühren der Ware mit den bloßen Händen vollkommen ausgeschlossen. Ueberaus interessant ist die Fabrikation an und sür sich. Das Schmelzen der Kokosbutter, das Ansetzen der süßen Mandeln, welche zu Mandelmilch verarbeitet und womit das Kokosfett verbuttert wird; die Kirn-, Stück- und Verpacknngsmaschinen. Es reicht mir die Zeit nicht .aus, über das Gesehene, worüber ich einfach ganz sprachlos war, ausführlich zu schreiben und werde ich Dir alles, s. G. w. .mündlich erzählen. Das Eine kann ich Dir jedoch jetzt schon lagen, daß von nun an in unserem Haushalte nichts anderes -mehr verwendet wird, wie „Tonior" und ich es nicht unterlassen werde, all unseren Freunden und Bekannten dies vorzügliche Produkt zu empfehlen. Unseren neuen Freunden, welche uns auf diese vorzügliche Mandelmilch -Pflanzenbntter- Margarine „Tomor" aufmerksam machten, bleiben wir hiesür ewig dankbar. Für hellte nur noch herzliche Grüße, allch von meiner Frau, von Deinem Samu. Verschiedene Uachrichteu. Wien. Fräulein Adele Ke l l e r hat sich mit Herrn Doktor L. B e r t i f ch, Rabbiner zu Ledec, verlobt. Wien. Am 28. August d. I. ist der in Welka in Mähren wohnhaft .gewesene Kaufmann, Herr David G r ü n f e l d, unter lebhafter Teilnahme hier zu Grabe getragen worden. Wie sehr der Verblichene, welcher -der Vater des Wiener Kinderarztes Dr. Karl G r ü n f e l d war. durch Rechtlichkeit und Tüchtigkeit in seinem Berufe, sowie durch seine ganze 'Lebensführung sich der Achtung auch in nichtjüdischen Kreisen erfreute, bekundete sich darin, daß ein Geistlicher aus eigenem -Antriebe für den -Erkrankten-eine Messe lesen ließ. Der Verblichene hat ans religiösem und humanitärem Gebiete und in früheren Jahren auch im Gemeinderate in Welka eine rege Tätigkeit entfaltet Die kantorale Funktion bei dem Leichenbegängnisse hat der erste Kantor, Herr S. I u r b u r g e r, in weihevoller Weise vollzogen. Der Rabbiner, Herr Dr. M. G r u n w a l d -widmete dem Dahingeschiedenen einen ehrenden Nachruf. Nach ihm sprach der Gutspächter Herr Moritz Haas aus Welka, den jahrzehntelange Freundschaft mit dem Verewigten verband, ergreifende Worte namens der dortigen Chewra-Kadischa und des Minjan-Vereines. Kremsier. (A u s z e i ch u n n g.) Frau Rosa S i m o n, Präsidentin -des israel. Frauen-Unterstützungsvereines in Kremsier, wurde von Seiner Majestät mit allerhöchster Entschließung vom 16. Juli a. c. mit dem goldenen Verdienstkreuze ausgezeichnet. Samstag, den 30. August 1913 10 Uhr vormittags, wurde die Dekorierung durch den Knltnsvorsteher, Herrn kaiserl. Rat Ignaz Knöpfelmacher als Delegierter der politischen Behörde im festlich geschmückten Sitznngssaale der israelitischen .Knltnsgemeinde in besonders feierlicher Weise vollzogen. Lange vor Beginn des Festes war der große Sitznngssal bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Außer den Spitzen unserer ehrwürdigen Knltnsgemeinde waren der Ausschuß des israelitischen Franenvereines mit der Vizepräsidentin Frau Henriette Frankl an der Spitze, das Rabbinat der KultnSgemeinde, die Vorstände der Chewra-Kadischa und sämtlicher Vereine der Knltusgemeinde vertreten. Anwesend waren noch ferner der Gatte, Herr Sigmund S i m o n, der 6or kurzem den 60. Geburtstag feierte, mit seinen beiden -Söhnen Herren Professor Dr. Jakob und Ignaz S i m o n. Von einer Deputation des Franenvereines begleitet, wurde Frau Simon am Eingänge des Festsaales von Fräulein Grete Knöpfelmacher und H.lde Jo kl mit einer herrlichen Blumenspende und herzlicher Ansprache begrüßt. Die Feier selbst leitete Herr Kultusvorsteher kaiserl. Rat Ignaz Knöpfelmacher mit einem begeistert anfgenommenen Kaisertoast ein und schilderte in ichwnngvollen Worten das 44-jährige Wirken der Frau Simon auf dem Gebiete der Ariuen- und Krankenpflege. Rührend war die An- Iprache der Vizepräsidentin, Frau Henriette Frankl, welche die aufopfernde Menschenliebe nnd Mildtätigkeit der Frau Simon schilderte und dankte der.Ausgezeichneten im eigenen als auch im Namen des Vereines der -Knltnsgemeinde für ihre unermüdliche Mühewaltung, mit der Bitte, den Armen, Kranken und Waisen der Knltnsgemeinde auch fernerhin 4hr Wohlwollen entgegen zu bringen. Herr Professor Dr. Jakob S i m o n -dankte dem Kultusvorsteher für sein außergewöhnlich liebenswürdiges Entgegenkommen, dankte dem Frauenvereine. für die ungemeine Ehrung, worauf Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Schweiger in kurzen Worten der Gefeierten den priesterlichen Segen erteilte. Tief bewegt dankte die Ausgezeichnete und bat beit Frauenverein und die Kultnsgemeinde, auch fernerhin ihre Bemühungen zum Wohle der Armen und Kranken zu unterstützen. Hierauf begab sich, die ganze Festversammlung zum Festgottesdienste in den Kaiser Franz Josef'I.-Jnbilänmstempel. mit . welchem die würdevolle Feier ihr Ende erreichte. Hirsch. Holleschau. Samstag, den 30. August l. I. feierte der. in weiten Kreisen hochgeehrte Herr Josef M e i fei «it vollkommener körperlicher und geistiger Rüstigkeii im Kreise seiner Kinder und Enkelkinder das. Fest seines 70. Geburtstages. Aus diesem Anlässe erschienen Herr Rabbiner Dr. I. F r e i m a n n im Vereine mit dem Kultusvorstande in der Wohnung des Jubilars nnd überreichte die, mit Einverständnis des mährischen Landesrabbinates demselben verliehene „Manrenu“ mit einer herzlichen Ansprache, in der Herr Rabbiner die wahrhafte Frömmigkeit und edlen Eigenschaften des Jubilars hervorhob. Gleichzeitig erschien der Vorstands der Chewra-Kadischa und überreichte eine Adresse. Herr Josef Meise! ist ein Schwiegersohn des verstorbenen Rabbinats-Affessors Rabbi Avigdor Wolf s. Ä. und ein Schwager des sel. Dr. M. L. W o l f, Rabbiner in Klattau. Von seinen Söhnen wirken Herr Isidor M e i s e l, Oberkantor in Brünn und Herr David M e i s el, Oberkauior in Karlstadt, sowie sein Schwiegersohn, Herr David K r a t k a, Oberkantor in Orlau. Wir wünichen dem Jubilar, daß er sich der Auszeichnung noch recht lange an der Seite seiner wackeren Gattin bis 120 Jahre erfreuen möge. A. B. Erlau. (Eger.) Für den hiesigen nenerbauten Tempel wurde nach einem mit großem Beifalle anfgenommenen Vortrage Herr S- Barmat als Oberkantor einstimmig gewählt. Jägerndorf. (S ch Ü l e r k o n z e r t.) Vergangenen Mittwoch gab Herr Kantor Behr im Saale des Schützenhauses den sehr zahlreich erschienenen Zuhörern einen Beweis der Vorzüglichkeit seiner von ihm geleiteten Klavier- und Gesangsschule. Die Vorträge der einzelnen Piecen des reichhaltigen Programms, die vom Auditorium mit großem Beifall ausgezeichnet wurden, zeigten von der Gründlichkeit der Behrschen Unterrichtsmethode. die, der Veranlagung jedes Schülers Rechnung tragend, in jedem Falle, wo Talent vorhanden ist, eine vollständige technische Durchbildung des Schülers garantiert. Glänzende Resultate zeitigte Herr Behr an diesem Abend bei den Schülern Heide, E n g l e r, Heger, S ch i n k o r a, W a w r a. G e i r i g e r, K r o h e, Reis, Klein, Iarkowa und S pltzer. Im Gesang zeichneten sich aus die Fräulein» Mizzi L a r i s ch, Frieda Kurz, Irma B a r w i g, Kläre Schaffer und Jda S P e r l i ch. Kein Wunder, daß Herr Kantor Behr, der bei den Produktionen seiner Schüler die Klavierbegleitung in feinsinniger Weise versah, so große Ersolge seiner Schule erzielt, denn er selbst ist im Tonansatz. wie man so sagt, ein Meister. Wenn die Schüler das mit vielem Fleiß erworbene Können in nnablässiger Selbstübung und Fortbildung pflegen, so wird ihnen daraus ein unversiegbarer Quell hoher Befriedigung hervorsprndeln nnd ein unerschöpflicher Reichtum an künstlerische» Ideen ihr Gewinn sein. Verzeichnis der Aerüorvenen vom 24. bis inklusive 30. August 1913. Leni Rothmann geb. Goldeuzweig, ohne Beruf. 64 I. Hermann Barber, Kanfmannskmd, 2 I. Dr. Leop. Löw, Arzt. 43 I. Edith Großlicht, Privatbeamtenskind. 4 I. Sigmund Fleischer. Hausbesitzer, 72 I. Chaim Gedalje rekre Harmownsch, Privat, 83 I. Wilhelm Feldbauer, Kaufmann. 381/2 I- Friedrich Spiegel, Kaufmann, 65 I. Chman Jter rekte Kielstock, Pflegling, 56 I. Bernhard Weitzmann, Spiritnosenschenker. 82 I. Hermann Goldenberg, Beamter, 33 I. Isidor Modern. Dienstmann, 44 I. Dr. Hugo Trenschiner, Hof- und Gerichtsadvokat, 44 I. Minna Fischhändler, Geflügelhändleriu, 83 I. Helene Grünhut, Privat, 39 I. Eenestine Kugel geb. Bratmann, Branntweinerin, 43 I. Wilhelm Borg, Kleinfnhrmann, 62 I. David Grüufeld. Kaufmann, 68 I. Amalia Beer, Private. 83 I. Desiderius Kramer, Student, 23 I. Sofie Schreiber geb. Klein, Plazierungsinstitnts-Jnhaberin. 65 I. Dr. Ferdinand Mährer; Arzt, 74 I. Mathilde Rnsso geb. Chohn, Pflegling, 85 I. Walter Löwy, Reisendenskind, 43/4 I. Salomon Marburg, Privat, 77 I. Simon Lemberg, Kaufmann, 64 I..Gisela Buchsbaum, Kind, 5 I. Charlotte Wessely geb. Natter, 65 I. Simchen Georg. Direktor, 44 I. Wilhelmine Sternberg, Kanfmannswitwe, 68 I. Aron Guttmann, ohne Beruf, 70.1. Margarethe Schächter. Schneidergehilfenstochter, 3 Wochen. Marie Rotier, Kaufmannsgattin, 37 I. Heinrich Fink, Angestellter, 41 I. Emma Konas, Dienersgattin, 40 I. Gisela Grnnseid, Zögling, 11 I. Hermann Schönaug, Kaufmann, 39 I. Panline Beer. Privat, 57 I. Rosa Wassermann geb. Neumann, Kaufmannsgattin. 62 I. Hans Knöpfelmacher, Privatens» kind, 1 I. Max Kovacs, Angestellter, 38 I. Samuel Romger, Hausierer, 76 I. Austritte ans dem Judentum. Salzer Antonie, Private, geb. 7. Mai 1889 in Wien. I., Maria Theresienstraße 10. - Aigner Arthur, Privat, geb. 6.; November 1889 in Wien, H., Lilienbrunngaffe 7. Weiß Dores, Stickerin, geb. 6. Juli 1880 in Wien. H., Forstergaffe 10. Auscheles Leib, Privat, geb. 14. November 1890 in Kiew. XV., Hotet Westbahn. Trepper Leopold. Rekommandeur, geb. 8. November 1883 in Uug.» Hradisck. XX., Leystraße 69. König Eduard, Beamter, geb. 22. April 1888 in Preßbnrg, VH., Burggasse 27. Die geehrten Kerren Aöonnenten werde» ersucht, den taufenden und event. restlichen Aöonnementsöetrag umgehend einsenden zu wollen.

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