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Die Wahrheit · 1913-08-22 · Heft 33 (22.8.1913) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 33 (22.8.1913)
Date
1913-08-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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NÄ 33. Die Wahrheit . Seite 3. M Gehör gebrachten'Soli, desgleichen fanden auch-Fräulein Irma Kneller ^Fräulein Elsa-^ Fa ntö und Fräulein Rosa - S t n r m in^ ihren Solovorträgen allgemeine Anerkennung. Herr Rabbiner Dr. Leo^Bardowicz hielt eine von patriotischen Gefühlen durchgeistigte Festrede. Baden. Zwei'erhebende, in ihrer Art verschiedene Feiern, fanden Sonntag, den 17. d. M. ml Tempel der israel. Kultnsgemeinde statt. Um %,12 Uhr vormittags war anläßlich des Allerhöchsten Gebnrtsfestes Sr. Majestät des Kaisers ein feierlicher Festgottesdienst, bei welchem Sr. Ehrwürden Rabbiner W. .Reich die Festpredigt hielt, deren patriotischer und geistreicher Inhalt zündend auf die zahlreiche Versammlung wirkte. Der . Kantor, Herr Leo Z o l d a n. trug .mir seiner sehr schönen Rezitation des Königspsalmes zur Feier wirksam bei, die mit Absingung der Bolkshymne durch Volks- und Gymuasialschüler einen erhebenden Abschluß fand. Um %2 Uhr nachmittags fand im selben Tempel die Trauung dss Gemeindekäntors Leo Z o l t am mit seiner jungen Braut Bertha Ge schür bei riesigem Zudxange der Stadtbevölkernng statt. Die Trauung vollzog Sr. Ehrwürden Rabbiner M. M e i ch, die kantorale^ Funktion versah der 'Freund des Bräutigams, Herr Kantor Leo F i n k e l st"e i n, aus Wien .und wurde ihr» ob seiner schönen Leistung von allen Seiten warmes Lob gespendet. Znäim. Bei der am 10. August l. I. stattgehabten Konstituierung des Vorstandes wurde der bisherige verdienstvolle Kultusvorsteher, Herr Rudolf W b tz'i l k a. wiedergewählt. Zum I. Beirat Herr Dr. Rose nf e l d, zum.'H. Verrat Herr Samuel Scheuer, ferner wurde in'den engeren Ausschuß Herr Sanitätsrat Dr. Wolfen sie in,'in den erweiterten "Ausschuß Herr Dr. B e n e s ch gewählt. Es ist zu wünschen, daß trotz -der heftigen Wahlagitation der nengewählte Vorstand sich zu gemeinschaftlicher^ friedlicher-Arbeit im Interesse der Gemeinde vereinigen werde. Schaffa (Mähren). Der hier zum Soinmeraufenthalte weilende "Wiener Kantor. Herr Bernhard I l l n e r,- hielt im hiesigen Tempel, in Welchem unser sehr beliebter Kantor. Herr L ö w y, schon durch Jahrzehnte simgiert, anl letzten „Laddatli Xa.otlinri.", vom Vorstande geladen, einen sehr;!schönen Gottesdienst ab. der unserem Gaste besondere Ehre einbrächte.' In dem großen Tempel kam seine herrlicke Stimme zu besonderer Geltung. Neben dem schönen Gesang hörten wir als Vorfeier ^zum Kaiser-Geburtstage eine stilvolle Predigt von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. H a l b e r st a m m. Am Vorabend des 18. August war das jüdische Gemeindehaus und die ganze Judenstadt festlich beleuchtet. Eger Samstag, den 17. d. wurde Herr Kammerrat Zuckerm a n n, der fast durch 30 Jahre in der Kulrusgemeinde-Vertretung war -und von Anfang des Jahres 1900 bis 1911 die Würde und Bürde des Kultttsvorstehers innehatte, vor die Thora gerufen und wurden in einem ZI! svdsdsraoli, von Oberkantor W i l k o w i t s ch verfaßt und -feierlich zum Vortrage gebracht, die Verdienste des Jubilars hervorgehollen und die Wünsche der Kultnsgeineinderepräseutanz verdolmetscht. Es liefen. Hunderte von l Telegrammen, Gratulationen und Dankschreibenein, darunter auch ein Dankschreiben der Marieubader und Karlsbader 'Änltnsgemeinden. eine für den Inhaber der Firma überaus schmeichelhafte Zuschrift der Handelskammer Eger, und wird unsere Kultusgemeinde ebenfalls für eine namhafte Spende sich zu bedanken haben. Wir rufen Herrn Kaminerrat Znckermann zu: Ad nxeo schonim! Budapest: Die russischen Methoden beginnen langsam auch auf Ungarn abzufärben. So ist z. B. jetzt den Inden der Aufenthalt in dem Badeorte Rank-Füröd,. der unter Verwaltung des königlich-ungarischen Ackerbauministeriums steht» einfach verboten worden. Der Badeinfvektor Graf Paul Haller hat den strengen Befehl-erteilt, leinein einzigen Juden in dem Badeorte ein ZimMer zu, vermieten. Dieser gräfliche Vertreter der königlich-nngärischen Regierung geht in seinem Judenhasie so weit, daß er den Juden,„ die, als siesich vom Badeorte selbst förmlich ausgeschlessen sahen, in der Nähe desielben in Bauernhäusern einmieteten und ein Privatbad benützten, selbst den Zutritt in das Gebiet des Badeortes durch eigens hiezu beordete Gendarmerie verwehrt. Es muß allerdings zur Entschuldigung des GrafenHäller angeführt werden, schreibt die„Oesterreichische Wochenschrift" dazu, daß es sich hier bloß um arme Kaftanjudeu aus Marmaros und Galizien handelt, welche auch von den chauvinistischen "Assimilanten in Ungarn in aller Form verfolgt werden, so daß Graf Haller sicherlich nicht daraü dachst^ .-antisemitisch zu handeln,- wenn er etwas tat, was auch die „liberalen" Inden in Ungarn zu tun pflegen.- Ein Skandal aber bleibt die Angelegenheit aber jedenfalls, hie übrigens -jetzt den Gegenstand einer Untersttchüng seitens des Ministeriums bildet. Belgrad. Die in Belgtcid ^scheinende Tageszeitung „Tribuna" publiziert folgenden Bericht über die im gegenwärtigen Kriege verrichteten , Waffentaten 'eines jüdischest ReserveoDziers "aus Belgrad: „Vom Kriegsschauplatz znrückgebrachte HerwMidete berichten über die Wunder an -Heldenmut, die von dem bekanntest jüdischen Advokaten Herr Friedrich S. P o p s im Kriege gegen die /Bstl^ären verrichtet wurden/ In allen Gefechten stürmte er als ReserveösfHibr unerschrocken nn der Spitze seiner .Kompagnie gegen den Feind und desiett Befestigungen und führte so die . ihm anvertrauten Soldaten üvn Erfölg zu Erfolg: Dieser Todesmut veranlaßte wohl auch - das hier pstk .einigen Tagen anfgetauchte Gerücht, daß Hauptmann Pops-im Kämpfe gefallen sei, was sich jedoch glücklicherweise nicht bewahrheitet." Hierzu sei Nöch bemerkt, daß Advokat Pops Präsident''des aschkenasischeu KttltüZgejnttnde in Belgrad, ist.' , Zürich In Pasing (Schweiz) ist Dienstag, -den 12. August der Führer-der deutschen Sozialdemokratie»/August Bebe l, im 75. Lebenswahre gestorben. Bäu Bebet 'stattiiltt bekanntlich das vielzitierte Wort: .„Der Antisemitismus ist der Sozialismus der dummen Kerle". Auch Bebel dürfte aber im Laufe der Jahrzehnte, die seit diesem Ausspruch verfloffen sind, eingesehen haben, daß damit das Problem des Antisemitismus so wenig wie das der Judenfrage erschöpft ist. Jerusalem. "Ein reicher jüdischer Kaufmann' in Kalkutta, Josef Abraham S ch a l o m, hat in Jerusalem ein größeres Terrgin erworben, auf dem er 21 Wohnhäuser erbauen läßt, die armen spaniolisch-jüdischen Familien zu je dreijähriger unentgeltlicker Benützung überlaßen werden sollen. Außerdem erhält jede Familie 1000 Mark jährlich untir der Bedingung, daß die Männer in der zur Erinnerung an den Stifter zu gründenden Jeschibah „Porath Joseph" täglich dem Thorastudium ybliegen. Das Banterrain kostet 130 000 Frcs., die Kosten des Häuserbaues sollen sich ans etwa 250.000 Frcs. belaufen. Nach einer Mitteilung, der Jerusalemer Zeitung „Hacheruth" hac der Schalom in der Kalkuttaer Filiale der Bank of England anderthalb Millionen Francs für palästinensische Wohlsahrtszwecke deponiert. 40% der Zinsen sollten zur Erhaltung des genannten Stadtviertels und 5% sür das jüdii che Hospital in Hebron verwendet werden. Die Verwaltung des neuen Stadtviertels besteht aus den Herren:, Eijafchar, Elia A. Saffon, A. Ch. Valero nild Nisiim Nach um. Petersburg. Endlich scheint die russische Regierung willens zu sein, den skandalö,en Zuüänden bezüglich des Wohnrechtes der jüdischen Soldaten, die am rusiisck-japanischen Kriege teilgenommen haben, ein Endei zu bereiten. Bekanntlich haben einzelne Gouverneure in ihrem eigenen Wirkungskreise die Praxis geübt, jüdischen Soldaten, die am russischjapanischen Kriege teilnaymen, nur daun in ihrem Bezirke das Wdhnrecht zu gewähren, wenn sie auch effektiv an einer Schlacht beteiligt waren. Die Regierung bat nun in einem Erlasse festgestellt, daß jeder jüdische Soldat, der am rnssisch-japann'chen Kriege überhaupt teilgenommen hat, gleich den alten jüdischen Rikolajewer Soldaten das Vorrecht -genieße, auch außerhalb des jüdischen Ansiedelungsgebietes in ganz Rußland wohnen zu dürfen. Ktteratnr Palästinabriefe des Herrn Rabbiner Dr. A. Kaminka. Unseren Lesern, die uns vielfach ihr Interesse für die Serie der Reisebriese „Auf dem Wege nach Jerusalem" kundgegeben haben, sind wir in der angenehmen Lage, mitznteilen, daß sämtliche Briese dieser Tage in Buchform unter dem Titel „Meine Reise nach Jerusalem. Skizzen aus Aegypten und Palästina von Rabbiner Dr. A. Kaminka" im Berlage von I. Kaufmann in Frankfurt a. M. erscheinen. |TnrT (Se^t geehrter Herr Redakteur! Im Interesse der Förderung jüdischer Kunst erlaube ich mir, meine Kollegen auf das nun erschienene Werk des Oberkantors und Musikpädagogen Herrn Goldenberg ans Lnudeilburg„s'NN" aufmerksam zu machen. Eine sehr originelle Idee wird darin behandelt. Biele Gebete, insbesondere die: „ttOlöVs" sind bis nun ganz stiefmütterlich behandelt worden. Bis heute haben wir sür sie nur den ersten Satz von sämtlichen Komponisten anfgezeichnet. Die anderen Sätze mußte sich der Vorbetep:selbst bilden. Es war daher" ein kluger Gedanke, neben diesen einen Satz andere Variationen anzureihen. Trotz der vielen Modulationen in Goldenbergs Werk wurde die Tradition strenge berücksichtigt. Ihre Bedeutung wird von den Kantoren der jüdischen Gemeinden bald ersaßt werden. Man kommt, wenn man Goldenbergs Arbeit studiert hat, zu der Erkenntnis, daß es sich dem Komponisten darum gehandelt hat, den Gottesdienst feierlicher und ernster zu gestalten. Die religiöse Stimmung soll eine tiefgehende Förderung erfahren — das ist der große Zweck Goldeubergs Leistung! Es ist zu wünschen, daß seine Kompositionen sich-in weitesten Kreisen Anhänger und Freunde schaffen. A. Hellmann. Austritte ans dem Indentnm. H ä u t l e r Eduard, geb. 24. Juli 1869 in Nedwiediz. Wien. XVI., Thaliastraße 88. F r i f ch m a n n Emannel, Schneidergehilfe, geb. 15. Jänner 1881 in Wilhelmsbnrg. Wien, XVI., Ottakeingerstraße 61. N e n m a n n Richard. Ingenieur, geb. 27. März 1885 in Wien, XV., Sechshauserstraße 4. Gefall Fritz, geb. 15. Februar 1909 in Wien. Schiffm, an n Benjamin, Agent, geb. 3. Dezember 1878 in Odessa. Wie»,. II., Kleine Sperlgaffe 4.' . Pollitzer Adolf, Kaufmann, geb. 6. Juli 1872 in Baja. Wien, H3L, Lothringerstraße 14. Pollatschek Rosa, Verkäuferin, geb. 23. Jänner 1887 in Srlin. Wien. X., Kolumbusgasse 94. - . Hänfne r Adolf, Friseur, geb. 10. Jänner 1874 in Nagyvadat. Wien," II., Rneppgaffe 33. Weiner Rosa, Verkäuferin, geb. 2. Oktober 1885 m Klosterneuburg. Wie». II., Schiffamtsgasie 10. I » b o ck Josef, Jurist, geb. 9. März 1866, in Radomysl. Wien, II. Kl. Stadtgntgasie 11. B o ch e r Berta, geb. 22. Dezember 1877 in Malöczka, Wien, V., Ziegelofengaffe 23t .. G lü ck Gisela, gell. 1. Februar 1873 in Wien. ULI:, Feldkollerplatz 161 Obla t h Rosa, geb. 23. Angnst 1851 in Schlan.. Wien, XVI., Thaliastraße 9.' B e ck Emil, Geschaftsdiener. geb. 21. Jänner 1388 in Ehin.

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