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Die Wahrheit · 1913-07-11 · Heft 27 (11.7.1913) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 27 (11.7.1913)
Date
1913-07-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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' Leite A. Sir. 27. Die Wahrheit -gangenen Winter von der „P a lestine-Land-Develop- -me nt-Co. Ltd.", gemeinsam mit der „Ge ul ah" erworben Wurde," wird demnächst eine neue jüdische Kolonie entstehen. 'Der Boden ist nämlich mit Hilfe eines von dem. Finanzinstitut der A- I. K. O., der „Orient C o l o n i s i n g C o. L t d." gewährten langfristigen Agrarkredit von Frcs. 118.000 in den Besitz einer Kolonistengruppe von. 30 Familien übergegangen/ um deren Zusammenstellung sich in erster Linie die Gründer und Leiter der Bialystoker Landerwerbsgesellschast, die Herren Moses M. Manassewitz und A. Horodiscz, verdient gemachte haben. Von diesen 30 Familien sollen 10 demnächst übersiedeln, die anderen 20 Parzellen-Jnhaber werden einstweilen ihre 'Parzellen auf Grundeiner besonderen Abmachung durch Funktionäre der Orient Colouising Co. Ltd. bewirtschaften lassen und erst nach Fertigstellung der Pflanzungen sich in der Kolonie ansiedeln. Die unlängst in Bialystok veranstaltete konstituierende Versammlung der Kolonien hat eine ganze Reihe Won Bestimmungen bezüglich der Anfangsarbeiten und der Verteilung des Bodens ansgearbeitet und ein Komitee zur Führung der Geschäfte der neuen Ansiedelung eingesetzt. Der genaue Wewirtschaftnngsplan soll jedoch erst später an Ort und Stelle Don den Funktionären der O. C. C. gemeinsam mit dem Komitee -er Kolonie ansgearbeitet werden. Freudige Stimmung erregte in der Versammlung die Mitteilung, daß Herr Moses M. Mauassewitz, der als 'Parzellen-Jnhaber an der Kolonie beteiligt ist, eine n a mhafte Stiftung errichte, ans der die Kosten der öffentlichen Institutionen, wie Synagoge, Schule, rituelles Bad rc. bestritten werden sollen. Die Versammlung beschloß daraufhin, in Anerkennung der großen Verdienste des hochherzigen Stifters um die Bialystoker L. E. G. überhaupt und die neue Kolonie insbesondere, ihm zu Ehren die neue Kolonie „Kiriath Mosche" (die Stadt Mosis) zu nennen. Verschiedene Nachrichten. Wien. Montag, den 7. Juli d. I. ist hier Herr Albert Löwy. der Vater des Chefredakteurs Dr. Mvriz Lö wy und Schwiegervater des Herausgebers unseres Blattes Oberkantors Jakob Bauer, im 89. Lebensjahre gestorben. Das Leichenbegängnis fand Mittwoch den 9. Juli d. 'I. unter .zahlreicher Teilnahme am Zentralfriedhofe statt. Die liturgischen Funktionen versah Oberkantor Morgenstern mit dem Chore in erhebender Weise und Rabbiner Dr. F e u ch t w a n g hielt dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. Wien. Herr I. U. C. Joses Kläger, Sohn des Herrn Oberkantors Kläger im IX. Bezirke, wurde Montag, den. 7. Juli d. I. im großen lFestsaale der k. k. Universität in Wien zum Doktor der Rechte Promoviert. Wien. Sonntag, am 6. d. M. fand im Sitzungssaale des Fünfhauser-Tempel. Turnergasse 22, der feierliche Schluß der Bibelschnle für . die Bezirke XII—XY. statt. — Es hatten sich eingefnnden die Rabbiner Dr. Max G r n n w a l d, Salomon B aß, Vorstandsmitglied Moritz D e st e r r e i ch e r, I. Kantor Schleifer, Dr. M. H. Friedl ä ii b er, Religionsschulinspektor Dr. Langfelder und als Vertreter des Vorstandes der israelitischen Kultnsgemeinde Amtsieiter und Bibelschulinspektor Julius Braun. — Zahlreich war auch der Besuch der Eltern und der Freunde der Schule. Die Feier wurde mit einem Liede der Schüler und Schülerinnen eingelitet. Nach einer Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. G r n n w a l d an die Schüler, in der er eine Talmudstelle in sinniger Weise deutend, den Kindern die Wichtigkeit des^ Bibelunterrichtes und den Wert der Bibelschnle darlegte, verlas er die Namen der vielen ausgezeichneten Kinder und überreichte an dieselben 'Bücher, die als Prämien gewählt waren. Inspektor Julius Braun tnüpste in seiner Ansprache an die Worte des Rabbiners und zollte, wie es auch der Vorredner getan, den Lehrern L. Wies u e r und Franz D e l t s ch, sowie auch den Kindern Worte berechtigter Anerkennung und des Lobes. Nach Ansprache einer Schülerin und eines Schülers, welche .'den Lehrern und Vorstehern der Schule den Dank ausdrückten, richtete der Lehrer W i e sn e r herzliche Worte an die Kinder, die in ein Gebet .'für Seine Majestät den Kaiser ausklangen. Mit der Absingnng der Volks- Hymne schloß die Feier. Wir wollen auch gerne hervorhebeu, daß die Bibelschule von den Kindern der. angesehensten Famtlien besucht wird und Daß die Gemeindemitglieder der hier in Betracht kommenden Bezirke und der Wiener Knltusvorstand ihr lebhaftes Interesse der Bibelschule zuwenden und daß sie ihre Teilnahme nach jeder Richtung hin bekunden und betätigen. ' X. Y. Wien. (K i n d e r g ä r t n e r i ii u e n k u r s.) An der mit dem Oeffentlichkeitsrecht versehenen E r st e n B i l d u n g s a u st a l t f ü r Kinde r g ä r t u e rin n e n In Wien, II.. Schiffamtsgasse 15, (Direktor Max F i s ch e r) fand am 30. Juni d. I. unter dem Vorsitze ldes Delegierten des k. k. n. s. Landesschulrates, Professors Viktor T r a u tz l die Befähignngsprüfnng statt, bei welcher sämtliche zur Prüfung erschienenen Kandidatinnen approbiert wurden. Die Aufnahme in den nächsten 46. Jahreskurs der Bildungsanstalt erfolgt vom 7.—IS. Juli und vom 1.—20. September, in welchen Terminen auch die Vormerkungen für den mit der Anstalt verbundenen Bonnenkurs entgegengenommen werden, welcher gleichzeitig zur Vorbereitung für solche Mädchen dient, die sich dem Kindergärtnerinnenberufe widmen wollen, aber noch nicht das 16. Lebensjahr erreicht haben. Wien. (B i b e l sch n l - P rüfu ng in der Josefstadt.) Dienstag, den 8. d. M. fand in der Neudeggergasse die Schlußprüfung der Josefstädter Bibelschule statt. Als Gäste waren erschienen: Rabbiner Dr. Bauer, die Kantoren Neumann und Grob, die Vorsteher kais.' Rat Albert Frankl und Sohn, Hermann Pollak, der in der Josefstadt bekannte greise Gelehrte Feilbogen, Amtsleiter Brau n in Vertretung der Kultnsgemeinde und viele Angehörige der Schulkinder. Bei der vom Lehrer SprinzeleS geleiteten Prüfung fanden die Leistungen sämtlicher Schüler allseitige Anerkennung und sowohl Vizepräses kaiserl. Rat Frankl wie auch Amtsleiter Braun sprachen sich sehr lobend über die Lehrtätigkeit des Herrn Sprinzeles aus. Besonders wurde Vorsteher Hermann Pollak geehrt, indem die illustren Gäste in dankbarer Weise die aufopferungsvollen Leistungen des Herrn Pollak im Dienste der Bibelschule hervorhoben. Die von den Herren Dr. Dauer, kais. Rat Frankl und Amtsleiter Braun gehaltenen Ansprachen an die Kinder machten ans dieselbea einen tiefen Eindruck, wodurch auch zu erhoffen ist, daß nach der Schulferien die Kinder wieder mit vollem Eifer auf die heilige Lehre ihren geliebten Lehrers Sprinzeles lauschen werden. Sekretär R o s e n b e r s verteilte nachher die von Herrn Vorsteher Lazaro B i t a l i und Herrg kais. Rat Frankl gesvenderen Prämien an die Schüler, worauf Hern Lehrer Sprinzeles nur Dankensivorten für die ihm seitens der Gäste gezollte Anerkennnng die Prüfung schloß. Wien. Der Verein „S a b b a t h f r e u n d e" veranstaltete vor einigen Tagen im Caiö Dreadnought, Wien, III., seinen ersten Wandervortragsabend. Die Vorträge dieses Vereines erfreuen sich seit Jahren eines starken Zuspruches und es muß als ein ganz besonderes Merkmal verzeichnet sein, daß trotz des Sommers der Bortragssaal dicht gefüllt war. Es waren erschienen die Vorstände des Vereines, Obmann Felsenburg, Wolf P a p p e n h e i m. Nathan P o l l a k, N. N a s ch. In Vertretung des Vorstandes des Bethansvereines Landstraße Borstaudsmitglied Popper und Springer, in Vertretung des Bethauses „Talmud-Thora" II., die Herren Fischer und Löwy. In Vertretung des Schönlaternberhausvereines, Vorstandsmitglied P o r g e s, sowie vom Vereine „Einheit" Vorstandsmitglied H o f b a u e r. Als Vortragender fuugierte Rabbiner Hermann S ch e n k. In seinem Bortrage „Ueber den Sabbath" sprach er zu den erschienenen Frauen und Männern, daß das Alte stets über seine Brauchbarkeit geprüft, während das Nene, wie es auch sei, jubelnd begrüßt und leicht anfgenommen wird. Die Lehre des Sabbathes ist für die-Juden nichts Veraltetes, sondern der neuen Zeit vollkommen Entsprechendes, da sich ja doch der Lauf der Welt nach der Lehre, nicht aber die Lehre nach dem Laufe der Welt richtet. Hierauf brachte der Vortragende eine Reihe altbiblischer Beispiele und schürfte den jüdischeu Müttern ein, bei der Erziehung der Kinder sowohl auf die wissenschaftliche, als auch auf die religiöse Erziehung in erster Reihe zu achten. Wenn jemand behauptet, er könne aus materiellen Rücksichten den Sabbath nicht halten, so ist diese Behauptung damit widerlegt, daß der Verein der „Sabbathfreunde" in Wien allein viele Hunderte Anhänger zu seinen Mitgliedern zählt und daß der Sabbath seit Jahrtausenden gehalten wird. Obmann Felsenburg dankte dem Vortragenden für seine herrlichen Ausführungen und bemerkte, daß es ein Wagnis gewesen war, mitten im Sommer einen Vortrag zu veranstalten. Nachdem dieser aber so glänzend besucht war, so wird der Verein nn Herbste seine Wandervorträge fortietzen. Wr.-Nenstadt. (25j ä h r i g e s Am ts jn b i l ü u m des O b erkantors und Religio nslehcecs M. A. Landa u.) Nach Schluß des Blattes erfahren wir von geschätzter Seite, daß unser verehrter Mitarbeiter. Herr Oberkanior Markus Alexander Landau in Wr.-Neustadt, mit Schluß des heurigen Schuljahres volle fünfundzwanzig Jahre seinen erhabenen Beruf als Lehrer der Jugend und Scheliacb Zibbur in hervorragender Weise ausübt. Herr Landau trat nach Absolvierung des Lehrerseminars und nach ausgezeichneter Religionsprüfung in die Krakauer Schulen im Jahre 1388 als Religionölehrer ein. wirkte in glänzender Weise in Butsch owitz (Mähren) von 1888 bis 1893 und von da ab versieht Herr Landau in seltener Pflichttreue durch zwanzig Jahre seinen hehren Beruf in W r. - N e u st a d t. Wir wünschen unserem lieben Kollegen, der allerdings kein Freund von Festen ist, viel Glück und Segen und werden in nächster Nummer über sein Leben und Wirken in mrsführlicher Weise berichten. Austritte ans dem Judentum. Schlesinger Alice, Private, geb. 4. Mai 188S in Wien. II., Czerningasse 14. Goller st epver Hedwig. Lyzeistin, geb. 20. März 1899 in Wien. XHL, Geylinggasse 5. Goller stepper Simon, Privatbeamter, geb. 5. November 1864 in Wien. XIII., Lauterfelsgasse 14. Gollerstepper Jda geb. Kohn, Private, geb. 30. Oktober 1370 in Keschen. XIH., Geylinggasie 5. Poseles Wilhelm, geb. 20. August 1368 in Patzau. Holzer Gustav, Rechnungs-Assistent im Finanzministerium, ist zum Judentum zurückgekehrt.

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