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Die Wahrheit · 1913-05-09 · Heft 18 (9.5.1913) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 18 (9.5.1913)
Date
1913-05-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 18 ■Die Wahrheit_Seite 9. Geste» ».-Ungar. Kautoreil-Uerei»». ' Sitz u u g s 6 er i ch t vom 17. April 1913. . An )v eseu d: Bauer, Düimmann, Morgenstern, Kauf- •luauu, Schleifer, Schlesinger, Grob, Rosenberger, Friedländer. Serebrenik, Basier. E n t sch n l d i g t: Schorr, Jnrberger, Kohn. Vorsitzender: Präsident Bauer. Nach Verlesung des Protokolle» teilte der Präsident mit, Haß die Herren Ritter von Gnttmann 400 Kronen undBaron -Springer 300 Kronen dem Vereine gewidmet haben. Den edlen Spendern wird der Dank des Vorstandes votiert. Der Vorstand beschließt, sich demnächst mit der Statnten- -Lndernng zu befassen, in welchen namentlich unter Erhöhung .des bisherigen Jahresbeitrages den Mitgliedern, resp. deren Witwen und Waisen größere Benefizien zngesichert werden sollen. Nach dieser Richtung wurden vom Vorstandsmitglied Friedländer 'verschiedene Vorschläge gemacht. Weiters wurde die Abhaltung eines großen Kantorentages angeregt. Nach Erledigung mehrerer Einläufe wurde die Sitzung -geschlossen. * # * Die geehrten Vereinsmitglieder werden ersucht, sowohl die restlichen Vereinsbeiträge, als auch für das verstorbene Mitglied M. Reiser, den Pflichtbeitrag unverzüglich an den Kassier S. Jnrberger, II., Tempelgasie 3, einznsendeu. Zuschriften und Anmeldungen sind an den Präsidenten, rOberkantor I. Bauer, II., Nvvaragasse 27, zu richten. Zur Aktiv» der Prager Kantoren. Bis ans die bereits bekannten Zitstimmungsäntworten von den drei Kultnsvorständen der Gemeinden Smichow, Königl. 'Weinberge und Karoliuenthal und noch einige nicht minder günstige Antworten mehrerer Synagogenvorstände, wäre in der 'Angelegenheit der Prager Kantoren nichts Wesentliches zu berichten. Der eingetretene Stillstand ist darailf znrückzuführen, daß die Kantoren noch immer auf die Antwort der Prager -Repräsentanz, auf ihre bereits mehrfach nrgierte Kollektivfchrift vom Jahre 1911 warten. Vor kurzem aber ist ihnen die baldige -Erledigung des Gesuches in Aussicht gestellt worden. So viel wir aber erfahren, stellt sich der Herr Oberrabbiner, -dessen diesbezügliches Gutachten bei der maßgebenden Behörde -schwer ins Gewicht fallen dürfte, auf den Standpunkt, daß erstens jeder Jude die M2N2 bei Trauungen rezitieren darf lind daß zweitens diejenigen Tempeldiener, welchen es auch nur -einmal beschieden war, in ihren Synagogen rvnnsr am nm“i nun oder ar vorznbeten oder mehrmals das Minchagebet an Wochentagen -zu verrichten, als Kantoren zu betrachten sind, gegen deren Ausübung kantoraler Funktionen bei Trauungen außerhalb der Synagoge sich keine Einwendung erheben läßt. 'Die Kantoren verfechten dagegen die Ansicht, daß ein Kantor nur derjenige ist, welcher als solcher in einer Gemeinde angestellt ist und daß ein notwendiges Vorbeten einen Tempeldiener noch nicht zum Kantor erhebt. Dünken sich doch auch, um analog .zu sprechen, die Kantoren durch die monatelange Vertretung bei rabbinischen. Funktionen, wie Verkündungen, Verrichtung des -Kaisergebetes rc., durchaus nicht als Rabbiner. Es darf wohl -jeder Jude die rvb-o pzw bei Trauungen rezitieren, es darf aber auch, um wieder analog zu sprechen, jeder Jude die Trannngsrede halten. Und dennoch ist es gerade bei diesen Herren Rabbinern, welche für die-Tempeldiener so viel Liebe erübrigen, bisher noch.-nicht vorgekommen, daß sie ihre D-ms mit der Tranungsrede betraut hätten, trotzdem der eine ms sehr diplomatisch und der andere sogar Exrabbiner ist. Ein ortsfremder Jude bestellte für die im Hotel „Goldener Engel" stattgefundene Trauung seiner Tochter rutopn *irc bma einen Kantor. ".-irS-nvnin ram npi22 vm aber, bei Licht besehen, fungierte zum Leidwesen der Partei, ein Tempeldiener. Die ^antorale Funktion rmrm ni2-Q V2V nip bei der Trauung der jüngeren Tochter dieses düpierten Vaters ist bereits einem Kantor Äberwiesen worden. Ein Mitglied der Meiselsynagoge hat sich gegen die Nichtzulassung seines Kantors zur Trannngsfnnktion im genannten Hotel energisch verwahrt. Dieser anhängliche Schulbalbos vermochte es wohl dltrchzltsetzen, daß der Oberkantör fungierte, aber dem Tempeldiener, welcher das Monopol auf die kantoralen Funktionen dortfelbst besitzt, nmßte das Honorar bezahlt werden, trotzdem er nicht fungierte. Ebenso ist es in genanntem Hotel vielen anderen Mitgliedern mit ihrer Kantoren, frenndlichkeir ergangen. Wäre der Standpunkt, wonach ein jeder bei Hoteltrannngen die kautorale Funktion versehen darf, auch der richtige, warum sind dann aber gerade die Bernfskantoren in genanntem Hotel fast immer ausgeschlossen? § 53 der Statuten der Prager Knltusgemeinde lautet: Der Wirkungskreis der Kantoren an Gemeindebethänsern besteht im Versehen des öffentlichen Gottesdienstes daselbst in Gemäßheit der eingesührten Gottesdienstordnnng, in der Mitwirkung bei den in- und außerhalb der B e t h ä n s e-r üblichen religiösen Funktionen und in der Erfüllung der ihnen laut Dienstinstrnktion zngewiesenen Obliegenheiten rc. Warum die Kultnsrepräsentauz ihren Kantoren den in diesem Paragraph gewährleisteten Schutz nicht längst schon angedeihen ließ llnd warum die Beantwortung des diesbetreffenden Gesuches ans sich so lange warten läßt, ist nicht recht zu begreifen. Haben doch zuletzt einige Tempeldiener selbst, das Unhaltbare ihres Vorgehens einsehend, sich bestrebt, mit Hilfe der ihnen geneigten Rabbiner von ihren Synagogenvvrständen den Kantortitel zu erlangen, bisher allerdings vergeblich. Die Kantoren können es von den Vorstehern, welche nöx 'inn. pvr 'tnn sein sollen und es auch sind, nicht voraussetzen. daß sie sich jemals, dazu hergeben werden, den v'v'vV durch Verleihung eilte» Kautortitels dazu zu verhelfen, ein bisher geübtes, krasses Unrecht auch fernerhin unter einer Scheinb e r e ch t i g n n g ansüben zu dürfen. P r a g, den 5. Mai 1913. Leo M i r s k y Oberkautor. (Fortsetzung folgt.) Literatur. „Der Königspsalm" kompouiert von A. F r i e d m a n n, kgl. Musikdirektor — Berlin. Für eilte musikalische Charakterzeichnung ist der Text des 21. Psalmes ent ziemlich günstiger Borwurf; wie Ziwi, so hat auch Friedmauu sich in seinem neuesten Övus ein charakteristisch-pompöses Motiv znrechtael-'gt, mit dem er ein möglichst scharfes Bild seiner Texresaussassung bietet. Trotz mehrfacher Modulationen, bei denen nur der Uebergang oong nach es etwas unvermittelt scheint, will Friedmann in diesem großen Solo nicht bloß kaleidoskopische Bilder aneinanderreihen, sondern er entwickelt alles ans einem Hanptrhema, das er mir gewiegter Sachkenittrtis variiert; das musikalische Gewand wird der Poesie leicht augeschmiegt und der Komponist will überall nur der getreue Dolmetsch des Psalmendichters sein. Das Solo scheint für einen flexiblen Heldentenor gedacht, doch wird auch jeder Baryton, der leicht in's eingestrichene g steuert, damit vollen Effekt erzielen. Die Begleitung ist für Orgel oder Klavier geschrieben; an jenen Stellen, wo sie in flotter Bewegung die Melodie des Sängers weiterspinnt, dürfte sie ans letzterem Instrumente besser zur Geltinig kommen; die musikalische Illustration könnte allerdings nur durch orchestrale Fassung erzielt werden. Das ganze Opus macht nirgends den Eindruck fahler Reminiscenz, sondern jenen der Friedmannschen Eigenart, die seine Werke von selbst empfiehlt. S i n g e r-Kattowitz. An stritte ans dein Indent«»»». Fröhlich Helene, Privat, geb. 29. September 1887 in Lemberg. Wien, VI., Mariahilferstraße 107. Abdila geb. Setzger Paula, Näherin, geb. 2. Jänner 1833 in Wien. III., Erdbergstraße 74. K a r p e I e» Rudolf, Privatbeamter, geb. 3. April 1375 in Prag. Wien, VUL, Rothenhof 14. Klausner Hermann, Ingenieur, geb. 22. Februar 1867 in Wien. Kohn Rudolf. Privatbeamter, geb. 5. Februar 1880 in Wien, H., Franzens brückenstroße 28. Schwach Jnliits, Kellner, geb. 18. Februar 1380 in Wien. XII., Bischofgaffe 14. Ehrenfeld Malvine. Beamtin, geb. 3.September 1880inBag-Szered. Wien. III., Beatrixgaffe 1. Nett l Hugo, Beamter, geb. 1. November 1880 tit Reichenberg, Wien, XVIII., Gersthosstraße 69.

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