Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 2 (10.1.1913)
- Date
- 1913-01-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Dre: Wahrheit Sette 7 Nr. 2 - Der Präsident erklärt/ daß das Resultat der Vertrauens-> nnäuUerwahl in der nächsten Sitzung bekauntgegeben werden wird und schließt Hierauf die öffentliche Sitzung. 7- * ■. . * * ' -E i li l a u s zur P l e u a r s i tz u u g v o m 29. D e z e m b e r 1912. Spenden: Bon Herrn Max Stern, durch Herrn Vertreter Salo lLo h n, als Ergänzung zu den bereits für das Versortznngshnus gewidmeten K 10.000.^-, behufs Errichtung riUer auf den Namen der Frau Emmy Stern, geb. Weiß de -Sznrda. s, A. lautenden Beltstiftung in der Verforgrulgsanstalt; der Knltnsgemeinde. einen weiteren Betrag von L 2000.—.: von einem A nony m u s zur Verteilung an jüdische Arme L 20.—. Weiters befindet sich im Einlaufe ein Dankschreiben des Herrn Vertreters Salo Cohn, für die Glückwünsche des Vorstandes, anläßlich seines 70. Geburtstages mit der gleichzeitigen Mitteilung, daß er ans diesem Anlässe der Chewra- .Kadischa in Wien und dem L. D. Königsberg'schen Mädcheu- -Erziehnngs-Jnstitnte je L 50.000.— Rente znwenden werde. Ferner Dankschreiben des k. k. Ministers für Kultus und Unterricht, Dr. Ritter von Hnssarek. für die Anteilnahme des Vorstandes anläßlich seines Unfalles. Ferner ein Dankschreiben der Familie des verstorbenen Hvfrates David Heinrich von Müller für die Widmung eines Ehrengrabes seitens der Knltnsgemeinde und für die Teilnahme des Vorstandes anläßlich seines Ablebens. .Zuschrift der Frau Martha S t i a ß n y. betreffend die Annahme ihrer Bernfnng in das Ehrendamen-Komitee der Versorgungsanstalt. -E i n l a u f z u r Plenarsitzung v o m 5. I ä u n e r 1913. An Spenden: Von Herrn kais. Rat Leopold Sachs, Edlen von Sachsenhall, znm Andenken an seine Eltern Jakob und Anna Sachs, sowie an seine Schwestern Sophie Prager und Regine Pollack Edle von Parnan, für die Versorgungsanstalt der israelitischen Knltnsgemeinde K 1000.—, für den Verein zur unentgeltlichen Verpflegung Brusikränkerauf dem Laude K1000.—, .'zusammen K 2000.—; von F. Ern st. für arme Kranke L 20.—, für Ansspeisuug armer israelitischer Schulkinder K 10.—, zusammen K 30.—; von Frau Ella Z i e r it er - Zwieb a ck. für 90 arme Schulmädchen Winterkleider, Wäschestücke, Obst uub Gebäck. Durch Intervention des Leiters des Wohltätigkeitsamtes wurden diese 90 Mädchen auch mit Schuhen versorgt. Ferner ein Dankschreiben des Herrn Direktors Dozent Dr. Julius Läppert für die Teilnahme des Vorstandes anläßlich des Ablebens seiner Mutter Frau. Marie Zappert. Zwei Unvergessene — Vergessene. An zwei unmittelbar - auseinander folgenden Sonntagen, JL9. und 26. Tebeth, bezw. 29. Dezember 1912 und 5. Jänner 1913, fallen die Jahrzeitsdaten nach zwei Männern, deren 'Namen, wenn nicht eben die Vergeßlichkeit an hervorragende Persönlichkeiten namentlich unter den Inden eine solch bedeutende Rolle spielen würde, im Gedächtnisse der jetzt lebenden Generation mit güldenen Lettern verzeichnet sein müßten und künftigen Geschlechtern als leider nicht zu erreichendes Beispiel vorgeführt werden sollten:« es. sind dies die Todestage von weil. Dr. Adolf I e l l i u e k und Professor Sal. Sulz er. Die Zeit, da diese wirkten, war eine Glauzepoche der Wiener israelitischen Knltnsgemeinde, ist der alle Mitglieder der Religionsgemeinschaft geradezu wetteifernd und mit wahrhaftem Stolze sich als „Juden" in des Wortes vollstem Sinne bekannten! lind wäre es denn anders möglich gewesen, wenn mau in der altehrwürdigen Synagoge die beiden genannten Koryphäen der 'Rede und des Gesanges sehen und hören konnte! Wie schwoll das Herz in Andacht und Ergebenheit, -wenn Dr. Jellinek mit begeisternder Beredsamkeit von «der Kanzel herab das Wort der Propheten kündete oder Talmud- oder Bibeltexte erläuterte! Wer konnte sich der-Rührung-enthalten, wen die gewaltige Stimme.des Altmeisters des'Synagogengesanges, des Schöpfers des leider derzeit vernachlässigten „Schn: Zion“, zum Allmächtigen emporklang, wenn er an den hohen Festtagen, namentlich >am Schlüsse des Versöhnungstages, vor der.geöffneten Bnndeslade für sich und die Gemeinde die Erfüllung aller Wünsche vom „Herrn der Heerscharen" erflehte! Kein Auge blieb trocken, und die Weihe des großen Tages übertrug sich dann ans all die in tiefernster Stimmung lauschenden Andächtigen, die die Synagoge mit dem erhebenden Bewußtsein verlassen konnten, daß ihre Gebete durch eine solche Mittelsperson gen Himmel gerichtet, sicherlich Erhöruug finden werdend « Und doch! Wie bald ist das Gedenken an diese beiden Zierden unserer Gemeinde verschwunden! Wäre es nicht augezeigt, in das Millionenbudget auch eine kleine Summe einznstellen, die der Pietät für die beiden genannten Männer gewidmet.wäre. um doch zumindest an der Stätte ihrer langjährigen gottgefälligen und menschenerfreuenden Tätigkeit ihrer an den Jahrzeitstagen würdig zn gedenken! Wenn schon von Seite der Angehörigen der beiden großen Heimgegangenen nichts geschieht, so sollte es doch die Gemeinde, sei es durch den Kultus- oder Bethansvorftand, selbst veranlassen! Allerdings hat am JahrzeitK» tage für weil. Dr. Jellinek der Tempetinspektor Krans ans freien Antriebe des Verstorbenen gedacht, aber dieser Pietätsakt soll doch nicht dem Ermessen eines Funktionärs anheimgestellt, sondern durch bestimmte Vorschriften des Vorstandes geregelt sein. Und nun noch eine Anfrage an den hochverehrten Vorstand: Jsak Noah Mannheimer, der große Vorgänger seines großen Nachfolgers uitb Altmeister Professor Salomon Sulz er haben in der Stadtsynagoge Gedenktafeln erhalten, die immer ilnd jederzeit, insolange das älteste Gotteshaus Wiens nicht der Demolierung anheimfallen wird, die beiden Namen als helleuchtende Sterne auf dem Himmel der Wiener Gemeinde vorführen; weshalb erhält denn der Mann des Wortes und der Rede, dessen Tätigkeit doch auch Wien zur größten Ehre gereichte, nicht anch ein derartiges Zeichen der Pietät und der Erkenntlichkeit? Znm Schlüsse sei es mir gestattet, anch anläßlich des Todestages Snlzers eine kleine Anfrage an den Vorstand zn richten. Paragraph 7 der Bethansordnnng lautet: „Die Beiordnung und die Gesänge in den Gemeinde-Bethänsern sind dermalen die vom verewigten Prediger M a n n h e i m e r, beziehungsweise S u l z e r eingeführten." Diese Gebetordunng macht sich ans dem Papier schön aus, in Wirklichkeit jedoch wird sie, besonders betreffs der Gesänge, gar nicht beachtet. Wo bleibt da der Gesetzgeber, wenn die von ihm erlassenen Gesetze derart übergangen werden! Am Vorstände wäre es gelegen, der Bethansordnnng § 7 Recht zn verschaffen und hierzu würde sich der 23. Jahrzeitstag Snlzers am besten eignen. Emil I e l i n e k. Verschiedene Nachrichten Wien. (Predigt im L e o p o l d st ä d t e r T e m p e l.) Herr Rabbiner Dr. D. Feuchtwang wird am Freitag Abend, 10. Jänner d. Jahres im Leopoldstädter Tempel eine Predigt halten. Wien. (Vortrag ans jüdischer Geschichte, Literatur u n d K n t t u r.) Donnerstag, den 16. Jänner 1913 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Bereines, I. Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d statt. Thema.: „Das heutige Jerusalem". Mit Vorführung von Lichtbildern. (Zyklus von 3 Vorträgen. II. Teil). Wien. (Chewra Kadischa Wji e n.) Der Vorstand der Chewra Kadischa benützte den Anlaß des 70. Geburtstages seines hochverdienten Präsidenten, Herrn Salo Cohn, um ihm eine seiner hervorragenden Wirksamkeit entsprechende Ehrung zu bereiten. Da sich der Jubilar jede festliche Veranstaltung verbeten hatte, beschlossen die Vorstandsmitglieder der Chewra Kadischa, als ein Zeichen ihrer persönlichen Verehrung für den Jubilar ein Porträt ihres Präsidenten ansertigen, es im Sitzungssaals der Chewra Kadischa anbringen zn lasten und dem Vereine zur dauernden Erinnerung an die hervorragenden Verdienste des Präsidenten zu widmen. In der Montag, den 30. Dezember 1912 stattgehabten Sitzung des Vorstandes fand die Uebergabe des vom akademischen Maler Lazar Krestin in gewohnter Meisterschaft hergestellten Bildes in das Eigentum der Cheivra Kadischa statt, wobei der Vizepräsident, Dr. Markus Spitzer, in schwungvollen, das Wesen und Wirken des Präsidenten anschaulich schildernden Worten, der Liebe uud Verehrung des Vorstandes herzlichen Ausdruck gab. Der Redner gedachte hiebei insbesondere des Umstandes, daß der Präsident feinen 70. Geburtstag wieder benützt habe, um der Chewra Kadischa neuerlich seine ganz, besondere Sympathie zu. bekunden, indem er einen Betrag von K 50.000 — einem Fände zur Unterstützung