Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 41 (25.10.1912)
- Date
- 1912-10-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite. II. Die Wahrheit Nr. 41. Oesterr.-imgar. Kantoren-Nerein. Gleich nach den Feiertagen hat der Vorstand seine während ^>er Sommerferien unterbrochene Arbeit ausgenommen und so j fand Donnerstag, den 17. d. M. unter dem Vorsitze des Prä-, sidenten I. Bauer eine Sitzmig statt, deren hauptsächlichster Gegenstand die Vorlage des Rechenschaftsberichtes über die: Periode 1907—1912 bildete. In detaillierter Ausführung berichtete der Vereinssekretär über sämtliche Aktionen des Vereines : während dieser Zeit bis zum 1. Juli des gegenwärtigen Jahres und gab an der Hand der vorgelegten Belege eine genaue Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben. Nach mehrstündiger Beratung wurde sodann der Bericht, der noch einer besonderen Prüfung durch die Kontrollore unterzogen wurde,; zur Kenntnis genommen und wird derselbe-mit einem ausführlichen Begleitworte in Druck gelegt und den Vereinsmitgliederu .zugesendet werden. Einen weiteren Gegenstand der Tagesordnung bildete die geplante Aktion zugunsten der Wiener Vereinskantoren, wobei der Vereinssekretär nach Bericht über die bisher nach dieser Mchtnng unternommenen Schritte das an die Tempelvereine zu richtende Zirkular zur Verlesung brachte, dessen unverzügliche Äbsendnng auch beschlossen wurde. Bei der hieraus vorgenommenen Ergänzung der vakanten Vorstaudsmandate wurden die Herren Jos. Grob, Siegfried K o h n und Leo Serebrenik einstimmig kooptiert und deren Einberufung für die nächste Vorstandssitznng beschlossen. Nach Erschöpfung der Tagesordnung dankte der Präsident I. Bauer für das.an.ihn anläßlich seines 60. Geburtstages gerichtete Gratnlationsschreiben des Vorstandes und widmete aus diesem Anlasse einen größeren Betrag für die Vereinskassa. Heber eine Anregung des Vizepräsidenten M. Schorr, die Spende des Präsidenten durch Zuwendungen der einzelnen Vorstandsmitglieder zu ergänzen, wurden von den Kollegen Schorr, Morgenstern. Schiller, Jurberger, Kaufmann, Schlesinger, Friedländer und Rosenberger größere und kleinere Beträge gewidmet, die insgesamt 250 X für die Vereinskassa ergaben. Zur Bewältigung des reichen, für die nächste Zeit projektierten Arbeitsprogrammes, wie Statutenänderung, Stärkung der Vereinskassa, soziale Hebung des Standes rc wurde beischlossen, die Sitzungen in 14 tägigen Intervallen abzuhalten. 23f«hriges Dienstjnhilaum. Bielitz. am 22. Oktober 1912. Am Samstag den 19. d. M. fand in der hiesigen Synagoge -anschließend an den Mnssafgottesdienst die Feier des 25jährigen Amtsjnbilänms des Herrn Oberkautors Goldmann statt. Die Synagoge war vvn einem distinguirten Publikum besucht. Der Jubilar wurde mit vollem Namen zu Thora gerufen, worauf .Herr Kantor Rudolf Fischer mit seiner klangvollen Stimme einen von Herrn Rabbiner Dr. Steiner verfaßten, auf die Feier bezugnehmenden Mischeberach vortrug, welcher auf das anwesende Publikum tiefen Eindruck machte. Nach dem Einhebeu stimmte der verstärkte Tempelchor Beethovens „Ehre Gottes" au, worauf 'Rabbiner Professor Dr. Steiner eine feierliche Ansprache an den Jubilar hielt. Der geniale Redner hob in derselben die Vorzüge des Jubilars als würdigen Scheliach-Zibur und kunstsinnigen Sänger hervor, und wie er es verstand, sich die Sympathien, und Wertschätzung aller Gemeinöemitglieder zu erwerben. Mit dem Segen für den Jubilar schloß der ehrwürdige Redner seine Ansprache, die alle Anwesenden tief bewegte. Herr Oberkantor Goldmann, mit Mühe seine Tränen zurückhaltend, dankte gerührt dem Rabbiner sowie der ganzen Gemeinde und schloß mit einem Gebet für das Wohl derselben. Nach Schluß des Gottesdienstes begab sich eine Abordnung des Kultusvorstaudes, mit dem Präses -Herrn kaiserlichen Rat S. Pollak an der Spitze, eine Deputation mehrerer in Bielitz bestehenden Vereine in die Wohnung des Jubilars. Herr kaiserlicher Rat Pollak überreichte demselben mit -einer Ansprache eine kunstvoll ausgestattete Adresse, einen Pokal und ein Ehrengeschenk. Herr Osias Schmelz gratulierte tiamens der Chewra Kadischa, Herr Professor Feuerstein im Namen des Bnai-Berith. Beide Vereine sowie auch der jüdische Franenverein überreichten dem Jubilar wertvolle Ehrengeschenke. Herr Kantor Fischer sprach im Namen der Kultusbeamten. Es war ein schönes Fest, welches einem Manne galt, der durch sein ganzes Wesen sich die Sympathien aller, die ihn kannten, zu erwerben und zu erhalten verstand. Dr. Jakob Goldenthal-Stiftung. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von L 890.—. Bewerbungsberechtigt sind: Eabbinats- und Lehramtskandidaten, welche sich an der Wieuer k. k. Universität wissenschaftlich ausbildeu. Gesuchsbeilageu : 1. Der Nachweis der österr. oder Ungar. Staatsangehörigkeit. 2. Geburtsschein. 8. Ein Zeugnis von einem bei einer israei. Geme:nde Oesterreichs oder Ungarns wirklich fungierenden Babbiners über den moralischen Lebenswandel des Bewerbers, sowie über dessen tüchtiges Bewandertsein in der hebräischen und rabb>nischen Literatur. 4. Armutszeugnis. 5. Der Index oder Matrikenschein über die Inskription des Bewerbers als ordentlicher oder ausserordentlicher Hörer der Wiener k. k. philosophischen Fakultät. 6. Die Bestätigung dreier Professoren dieser Fakultät über den fleissigen Besuch der Vorlesungen durch den Einschreiter. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31 Oktober 1913. Einreichstelle: I, Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Zur Bewerbung sind Gesuchsbögen zu verwenden, welche in der Einreichstelle (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) unentgeltlich zix haben sind; diese Formulare enthalten auch nähere für die Einschreiter wichtige Bestimmungen. Wien, 1. Oktober 1912. Der Vorstand der israei. Kultusgemeiude Wien. Wolf Isak Nassau’sche Stiftung für Kunstakademiker. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von K 84.—. Bewerbungsberechtigt sind: Israel. Jünglinge; welche sich an der hiesigen k. k. Akademie der bildenden Künste der Architektur, der Bildhauerei, der Malerei oder der Kupferstecherkunst widmen. Bevorzugt sind: Bewerber, welche sich als Verwandte des Stifters Herrn Wolf Isak Nassau oder seiner Gattin Eleonore geb. Wertheim s. A., auszuweisen vermögen. Gesuchsbeilageu: Geburtsschein, Armutszeugnis, Studienzeugniase, Frequentationszeugnis der k. k. Akademie der bildenden Künste, sowie Bestätigung der Anstalt, dass der Einschreiter zur künstlerischen Ausbildung für des gewählte Kunstfach befähigt ist und eine gute Verwendung in demselben ausweist. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Oktober 1912. Einreichstelle: I. Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Wien, 1. Oktober 1912. Der Vorstand der israei. Kultusgemeinde Wien. Osias H. Scliorr’sclie Stiftung für Hörer der israel.-th.eol. Lehranstalt Wien* Anzahl der Plätze: Unbestimmt, im Gesamtbeträge von zusammen K 11.400.—, und zwar; a) Für Babbinatskandidaten im Betrage von je Kronen 600.—; b) für Lehramtskandidaten im betrage von je K 400.— . Bewerbungsberechtigt sind: Seminaristen, welche sieb an der israel.-theol. Lehranstalt a) zu Rabbinern, b) zu Lehrern heranbilden und sich zumindest im zweiten Jahrgange ihrer Studienepoche befinden. Dieselben müssen aus dem ersten Studienjahre guten Fortgang und sittliches Verhalten ausweisen und arm sein. Bevorzugt sind: In einer gaiizischeu Gemeinde zuständige Bewerber, welche s:ch mitt-ls schriftlicher Erklärung verpflichten, nach Beendigung ihrer Studien in Galizien wirksam zu sein. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Studienzeugnisse der israel.-theol. Lehranstalt und der k. k. phil. Fakultät Wien. Indices dieser Unterrichtsansealten, Bestätigung des Rektorates der israel.-theol. Lehranstalt über das sittliche Verhalten des Bewerbers. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Oktober 1912. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock. (Einreichungsprotokoll). Wien, 1. Oktober 1912. Der Vorstand der israei. Kultusgemeinde Wien.