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Die Wahrheit · 1912-08-23 · Heft 33 (23.8.1912) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 33 (23.8.1912)
Date
1912-08-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 33 Die Wahrheit Seite A. Wotanwar überdies, Kraft und Inbrunst zugleich: die väterliche Liebe, won der Wotau ergriffen war, ergriff auch den Zuhörer. Deshalb würden wir einraten, dem Wotan von gestern keinen Abschied feiern zn laffen, sondern ihn für unsere Bühne zu verpflichten." Gr.-Meseritsch Zu Ehren des Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers fand am Samstag, den 17. d. M. abends im festlich beleuchteten und in allen Räumen dicht gefüllten Tempel im Beisein der k. k. Behörden ein feierlicher Gottesdienst statt. Nach Absingen mehrer Psalmen Durch einen verstärkten Chor hielt Oberkantor Steiner die Festrede, worin er die Frieden-liebe des Monarchen besonders hervorhob, welcher Tugend die Größe der Monarchie und die Wohlfahrt der Völker zn danken sei. Sowohl die wohldnrchdachte Festrede, als auch die schöne Orgelbegleitung des Wiener Oberlehrers Winterberg übte auf alle 'Anwesenden einen mächtigen Eindruck aus. Prag. Bon der Zeremonienhalle des israelitischen Friedhofes in Straschnitz aus fand Mittwoch, den 14. August d. I. das Leichenbegängnis -des in der Sommerfrische plötzlich verschiedenen Prager Advokaten Doktor -Ludwig Pick statt. Es war eine stattliche und erlesene Trauerschar, die dem Toten das letzte Geleite gab. In der weiten Halle war der Sarg anfgebahrr, den Blumenspenden der nächsten Angehörigen schmückten. In Der Menge, welche den Raum füllte, sah man nebst den Leidtragenden die Rabbiner Prediger Dr. Schwarz von der Prager Tempelgemeinde, die Professoren Dr. Kisch und Dr. Hirsch (Karolinenthal) und Abeles (Zizkow). Herrenhausmitglied Alois Neumann, Präsident der Handels- und Gewerbekammer in Reichenberg, Generaldirektor Hofrat Dr. Böhm, Schloßhauptmann Alfons Zapletal mit Gemahlin, Kammeranwalt Doktor Ludwig Bendiener, Oberfinanzrat Dr. Kofcherak und Frau, die Bank- Direktoren Steiner, v. Ottenburg, Kux, Stutz, Ziegler, Schick, Prokurist Weiner, Direktor Heinrich Teweles des Kgl. deutschen Landesthearers, Prof. Dr. Egmont Münzer, die Großindustriellen Emänuel Grab. Alexander Reitler, Richard und Artur Perutz. Dr. Lasch, Simon. Alfred Raudnitz. Leo Fischmann, die kaiserl. Räte Gerstl, Ruß. Werfel, die Kommerzialräte Richard Elbogen, Urban, Präsident des Jndnstriellenverbandes Perutz, Reiser, Sonnenschein, G. Pollak, die Advokaten Präsident der Advokatenckammer Dr. Fritz Kaufmann, Anton Klemann. Hammerschlag, Sekretär des Jndnstriellenverbarldes Herrnheiser, Schedlbauer, Heitler, Julius Wiener, Gintz. Sohr, Krasa, Goppold, Schneider, Geschmay, Köcbl, Kohner, F. Popper, Ewald Stein, Bendiener, Frankl, Fritz Elbogen, Brandeis, Dr. Knlik, weiter Direktor Popper der Kcaluper Mineralölraffmerie, Großhändler Adolf v. Brozowsky, Oberrechnungsrat der Statthalterei Wellemin, Dr. Fritz Porges n. a. Weiter erschienen Abordnungen mehrerer Vereine, welchen der Verblichene angehört, io für den Kreuzerverein eine Abordnung mit kaiserl. Rat Robert Fuchs und Börserat Strauß au der Spitze, der Lentralverein mit dem Geschäftsleiter Dr. Theodor Weltsch, für den deutschen Turnverein Sprechwart Josef Müller und für den Fürsorgeverein für schwachsinnige Kinder kaiserl. Rat Stadler, Dr. Josef Popper und Großhändler Julius Glander, schließlich zwei Vertreter der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. Nach Absingen eines Trauerpsalmes durch den Oberkantor der Tempelgemeinde Mirsky und dem Tempelchor, hielt der Prediger Dr. Schwarz eine tiefempfundene Rede, welche auf alle ergreifend wirkte. Sodann sprach Dr. Ludwig Bendiener namens der Tempelgemeinde für geregelten Gottesdienst und pries den Verblichenen als Wohltäter, dessen Andenken stets gesegnet sein wird. Für den Kreuzerverein hob kais. Nat Robert Fuchs die Verdienste des Toten um die Waisenkinder hervor -und Dr. Weltsch pries den Verblichenen als treuen Berater des Zentralvereines. Hierauf wurde der Sarg gehoben und unter Absingen von Psalmen durch die Kantoren Mirsky, Premitke und den Chor znm Grabe getragen. Während der Tempelchor das Mendelssohnsche „Es ist. bestimmt in Gottes Rat" saug, wurde der Sarg ins Grab hinabgelassen. Budapest. Se. Majestät Hat, wie das Amtsblatt verlautbart, dem Komaromer Oberrabbiner Dr. Armin Schnitzer in Anerkennnng seiner langjährigen und hingebungsvollen Tätigkeit das Ritterkreuz des Franz ^Josef-Ordens verliehen. Dr. Schnitzer, der heute im 76. Lebensjahre steht, ist nicht nur eines der ältesten, sondern ailch eines der verdientesten und sympathischesten Mitglieder des ungarischen Rabbinerkorps. Seit nunmehr einem halben Jahrhundert waltet er nuunterbrocheu als Seelsorger der Komaromer israel. Gemeinde und er erfreut sich der Verehrung und der Liebe sämtlicher Kreise der Stadt. Ein gebürtiger Mährer, hat er sich die ungarische Sprache derart angeeiguet, daß er auch in dieser einer der eloquentesten Kanzelredner ist. Dabei entfaltet er auch eine umfassende literarische Tätigkeit. Der Franz Josefs-Orden wird ihm im Rahmen einer großangeleqten Feier vom Obergespan überreicht werden. Also-Kubin. Für die hiesige Gemeinde wurde Herr I. L e i ch t e r, Schüler von Oberkantor Bauer, als erster Kantor einstimmig gewählt und hat derselbe bereits sein Amt angetreten. Cperjes. Oberkantor S. G o t t s ch a l l ans Sissek ist hier in gleicher Eigenschaft akzeptiert worden und hat seinen Posten am 20. d. M. angetreten. Biroviticza. Ans Anlaß des 82. Geburtstages unseres erhabenen Königs wurde im israelitischen Tempel ein festlicher Gottesdienst oeran» staltet, besten Feierlichkeit so tiefen Eindruck machte, daß er das Tagesgespräch der hiesigen Bevölkerung bildet. Um *^11 Uhr vormittags erschien das Offizierskorps der hiesigen Garnison unter Führung des Divistonskommandanten von S t r e l i z und die königliche Beamtenschaft des Biroviticzaer Bezirkes im Tempel. Unter feierlichem Orgelklang sang dann Herr Oberkantor Tobias S ch n l s i n g e r das Na. towu, worauf Herr Rabbiner Dr. H. E. K a n f m a n n die Festrede in kroatischer Sprache hielt. Mit Absingnng des 21. Psalm von Snlzer und der Kaiserhymne, wobei die angenehme Tenorstimme unseres Oberkantors besonders Zur Geltung kam, schloß die schöne patriotische Feier. Grado. Samstag, den 10. d. M., abends, fand hier unter Leitung der derzeitigen Inspektion ein zugunsten des Oesterr. Kaiser Franz Josef- Seehospizes veranstalteter Abend statt. Derselbe wurde durch eine formvollendete und eindrucksvolle Begrüßungsansprache des Herrn Dr. Rosenm a n n aus Wien eingeleitet, welcher dem Vereine neue Gönner und Freunde, gewann. Die Damen Dr. Mannheim, Mafsarek-Ul» m a n n, Ma r i n a z nnd Leiterin der Ferienkolonie, Fräulein K o r a n y, stellten ihre Knnst unter lebhafter Anerkennung in den Dienst der guten Sache, ebenso der jugendliche Heldentenor, Herr Friedrich Braun aus Wien, welcher durch Wiedergabe von Piecen aus „Lohengrm" rauschenden Beifall erntete. Unter dem distinguierten Publikum bemerkte man: Frau R einer, Frau Dr. Jelinek, Frau Steffi G ä r t e n b e r g, Herr und Frau Dr.Mannheim, FrauDr.Ros enmann und deren Schwester Frau Berta R o s n e r, Herr und Frau Dr. M a r t n a z, Dr. Roth, Dr. K o ch, Dr. L o e w, Dr. Halperu, Frau L o n r i s, Fabrikant L u t e s ch u. v. a. Der glänzend eiugeschulte Chor der Ferieukolomsten entzückte durch exakten Bortrag stimmungsvoller Lieder. ' Das neue Bankvereins - Palais. Bor einigen Tagen ist der Wiener Bankverein in sein neues, prächtiges Heim auf dem Schottenring übersiedelt. Bon den Architekten E. v. Gotthilf nnd Alexander Neumann erbaut, kann es als eines der schönsten Monumentalbauten gelten, die in den letzten Jahren in Wien errichtet wurden. Imposant in seinen Größenverhälrniffen ist seine Fastade schön gegliedert und in den Einzelheiten eigenartig und geschmackvoll ausgeführt. Die günstige Lage erhöht noch die Wirkung des Prachtbaues um ein Beträchtliches. Aber die innere Einrichtung stehr, was Schönheit und Zweckmäßigkeit anbelangt, in nichts gegen die äußeren Vorzüge zurück. Alle Errungenschaften auf dem Gebiete des Bankbaues sind hier verwertet. Die Architekten haben ja auch, ehe sie an die Ausfertigung der Pläne schritten, im Anstande zahlreiche Studien gemacht. die sie daun hier verwertet haben. Das zeigt sich an jedem einzelnelt Detail. Der Eintritt in das Gebäude erfolgt von zwei Seiten. Das Hauplportal auf dem Schortenring führt zu den Direktionsräumen, der Eingang in der Schottengaste zum Kassensaal und den anderen Parteienbnreaux. Bei der Größe des Gebäudes ist mau ja ans große Dimensionen gewiß gefaßt, doch die Wirklichkeit übertrifft jede Vorstellung. Und gerade da zeigt sich die weise Voraussicht der Erbauer. Das Geschäft des Bankvereines ist in steter Entwicklung begriffen und was heute noch als übermäßig groß erscheint, dürfte sich in einigen Jahren als sehr zweckmäßig erweisen. Der Kastensaal ist gewiß einer der größten in Europa und wahrscheinlich auch einer der best eingeteilten und eingerichteten. Vorzügliches Licht, freie Bewegnngsmöglichkeit und vernünftige Anordnung der Schalter und Parteienräume zeichnen ihn in hervorragender Weise ans. Das Gleiche läßt sich auch von den anderen Bureaux sagen. Ueberall vorzügliches Tageslicht, Geränmigkeit und glänzende Bentilarionsanlagen; also Licht und Luft! Aber auch die anderen sanitären Vorrichtungen könne» als mustergiltig angesehen werden. Außer den elektrischen Beutilationsanlagen sind hier noch zu erivähnen die Waschräume und die Staubsaugenild Reinigungsapparate. An den Kastensaal anstoßend ist das Fremdenbnreau, das Parteienbnreau, die Effekten-, Valuten- und Wechselabteilnng, die mit den Kaffen in ständiger Verbindung stehen; den Raum an der Ecke der Schottengaste und des Schottenringes nimmt die Zentralwechselstnbe ein. Im Mezzanin befinden sich die ausgedehnten Räume der Korrespondenz, die Eskompteabteilung, das Börse- und das Kreditbureau. Im ersten Stock sind das Präsidium, die Direktion, das Sekretariat und der Geueralversammlungssaal nntergebracht. Im zweiten Stock sind die Buchhaltung und das Filialbnreau. Im dritten Stock ist die Buchhaltung der Depositenkassen, das Archiv, die Bibliothek nnd die Telephonabreilnng, im vierten Stock, bereits unter Dach, aber in sehr Hellen Räumen, die modern angelegte Registratur. Das Erdgeschoß birgt die Tresors, die Stahlkammer und die neue Anlage von Safe deposits. Die Umfassung aller Tresors ist aus zwei starken, mit Eisen armierten Betonringmauern gebildet, zwischen welchen Mauern der Kontrollgang läuft. Jede Abteilung besitzt einbruchsichere Türen, welche besonders gegen Schneidebrenner gesichert sind. Die Türen können jedem Brande Widerstand leisten, sind mit Präzisionsschlöffer» neuester Konstruktion versehen. Keine Tresorlüre hat ein offenes Schlüsselloch. Beim Schließen jeder Türe tritt automatisch ein elektrischer Motor in Funktion, welcher sämtliche Ventilationen der Tresors versperrt. Den Verkehr vermitteln außer den Stiegen drei elektrische Aufzüge und zwei Paternosteraufzüge, außerdem Rohrpostanlage und Telephon. Austritte ans dem Judentum. Heidelberg Alberr. geb. 18. April 1875 in Wien. Budapest. Bricht Benedikt. Schriftsteller, geb. 9. Juli 1852 in Bitenz. I., Walfischgaffe 6. Fischer Erwin, geb. 3. Jnlt 1385 in Wien. Heidelberg Albert, gev. 18. April 1875 in Wien. N a ch o d Sofie, geb. Roseuberg. Private, geb. 8. Dezember 1867 in Wien, XU.. Eichendorssgaste 3. S p i e l m a n n Simon, Kutscher, geb. 24. Juni 1876 in Wien, XVI.. Speckbacherqasse 30. S p i e l m a n n Aloisia, geb. Schmelzinger, Näherin, geb. 3. Februar 1876 in Frandorf. XVI.. Speckbachergasse 30. Neuberger Jitte. Büglerin, geb. 7. März 1878, Bukowina, H., Taborstraße 61. We i ß Max, Handelsaugestellter, geb. 26. April 1885in Wien, X., Herzgaste 6. K l a t s ch k o Anna, geb. Lwoff, geb. 3. November 1860 in Rußland, IV., Belvederegaste 3.

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