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Die Wahrheit · 1912-03-22 · Heft 12 (22.3.1912) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 12 (22.3.1912)
Date
1912-03-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 12. Die Wahrheit Seite 9. Kileratnr. Ost und West. Hcft 3. März 1912. 12. Jahrgang.. Inhalt: Beilis. Der Rumittel um Svmbarr. Mathias Acher. Revue der Ereignisse: Die letzte Schmach. Sonderbarer Geschmack. Mit der Walze über das Judentum. Zinn 11. März. Jllnstrarionen zn Rußlands Judenpolitik im letzten Monat. Arnold Mouar (>">r 8 Jllnstrarionen) Max schach. Der Prophet Nostradamns. Erich Karl Borck. Die liebe Provinz: III. Asriel der Buchbinder. Sch: Gorelik. Die weißen und schwarzen Juden des südlichen Indien (mit 11 Jllstratrionen) Ernst von Hesse-Wartegg. Berthold Auerbach. Zn seinem 100. Geburtstag. Theater. Felix Stvßmger. Literarische Nimdschan. Der Taube (H.) David Bergelsohn. Singweise der Megillas Esther (Noten). Mitteilungen ans dem Deutschen Bureau der Alliance Jsraölite Universelle: Die Inden in Rußland. Schnlwerk. Schach Dr. Emanuel Laster. Die Inden und ihre Toteil und Trauernden. Inserate. Nord und Süd. Kaum ein anderer Berus stellt so mannigsaltige Anforderungen an Wissen, Wesen und Charakter, kaum ein anderer ist in seinen Beziehungen znm Publikum so verschieden geartet als der des Arztes. Man ivird es daher dankbar und freudig begrüßen, wenn ein Arzt von anerkanntestem Rufe und vielseitiger langjähriger Erfahrung selbst, wie Geh. Medizinalrat Prof. Dr. E. S ch w e n i n g e r es ist, im 1. Mürz he ft von „Nord und Süd" (Schlesische Bnchdrnckerei, Kunst- und Verlagsanstalt von S. S ch o r r l a e n d e r, A.-G., Breslan-Berlin- Leipzig) die „Psychologie des Arztes" in längerer Ansführnng behandelt. Alle Eigenschaften, wissenschaftliche wie allgemein mmschliche, deren der Arzt' zn einer ersprießlichen Ausübung seiner Tätigkeit bedarf, und alle Mängel, von denen er frei senl oder sich frei halten soll, werden in prägnanter und leichtverftandlicher Form zusammengestellt, und manche Frage, wie die „Wahrheitsliebe" des Arztes am Krankenbett, glücklich und überzeugend gelöst. — Das gleiche „Nord und Süd"-Hest bietet weiterhin einen interessanten Beitrag einer nicht millder bekannten Persönlichkeit: des früheren norwegischen Staatsministers Sigurd Ibsen. Unter dem Titel „Literarische Erotik" weist er zunächst ans einen der wundesten Punkte der modernen Literatltr hin: auf das übermäßige, dem Tatsächlichen gar nicht entsprechende Hervortreten der Sexnalverhältnisse. Er geht dann dem Uriprnng dieser Liebesliteratnr ilach, den er in der ans Christentum und Lehnswesen hervorgegailgenen Romantik des Mittelalters findet und verfolgt' kurz ihre weitere Entwicklung und vor allem ihren Einfluß auf das wirkliche Leben. — Die Bildbeigabe des 1. Märzheftes und der einleitende Artikel ans der Feder Sieginnnd Feld mail ns siild dem französischen Botschafter in Berlin, Herrn „Jules Cambon", gewidmet und es ist von hohem Werte, über den Lebensweg und die Charakteristik dieses Diplornaten, der in der Politik der jüngsten Bergaitgenheit eine so bedeutende: Rolle gespielt hat, authentische Mitteilungen zn erhalten. — Mit den „Internationalen Friedensbestrebnngen" beschäftigt sich ein Auszug aus dem unifassenden Berichte des Baron d ' E st o u r n e l l e s de Consta n t, der demnächst der Interparlamentarischen Konferenz'vorgelegt werden soll. — Krtegskorrespondent Dr. v. B i l g n e r in „Tripolis" führt aus, daß der Hauptseind der Italiener nt Tripolitaitieit nicht die regulären türkischen Truppen sind oder wirkliche Araber, sondern der alle einhennischeil Elemente umfassende Jslamismus, der znul fanatischen Kamvfe gegen die Fremden, gegen die Nichtmuhammedaner ansreizt. — Welch außerordentliche Erfolge die ans die Initiative des Baron Hirsch znrnckgehenden Bestrebungen, namentlich die ans Rußland vertriebenen Juden als Ackerbaukolvnisten .in verschiedenen Ländergebieten anzusiedeln, bisher bereits gezeitigt haben, ivird insbesondere für Argentinien in dem Aufsätze „Jüdische Banernkolonien" von Prof. Dr. Siegmund S o n n e ns e l d zur Darstellung gebracht. — Als ein Gedenkblatt znnl 100. Geburtstage „Berthold Auerbachs" am 28. Februar entwirft Rndolf Berthold Auer b a ch, ein Sohn des Dichters, in knappen, markanten Zügen ein Bild von der Persönlichkeit des Verfassers der „Dorfgeschichten". — Nächst einer Dichtnng „Proletariat" von Dr. Otto Franz G e n s i ch e n und der Fortsetzung des Romanes „Richtet nicht. . ." von Oskar von Schütte enthält das Heft vier Rundschauen :. Politische Rundschau (Dr. C. M ü h l i u g), Sozialvolitische (Zellatsvräsident amReichsversicherungsamt Dr. Flügge), Koloniale (Otto I ö h l i n g e r) und Wirtschaftliche (Horatio); in ihnen werden wieder eine Reihe wichtiger aktueller Fragen geistvoll und gut orientierend erörtert. Dokumente zur Emanzipation der Juden. Bier Reden von Lord M a c a u l a y, Gabriel R i e ß e r, Ratsherr Suter und Georg Freiherr Vincke. Preis broschiert 1.50 Mark, in Leinenband 2.50 Mark. Verlag Otto Hendel, Halle a. Saale. Am 11. März 1812 erfolgte die Emanzipation der Inden im Königreich Preußen. Anläßlich der Wiederkehr dieses, sowohl für Deutschland als auch für die Inden bedentnngsvollen Tages will der Unterzeichnete Verlag einem weiterem Leserkreise ein interessantes Buch zugänglich machen, in dem der geistige Befreiungskampf jener Zeit zum lebendigsten ' Ausdruck kommt. Ein Engländer, der in der Geschichtsschreibung des neunzehnten Jahrhunderts an hervorragender Stelle steht, ein angesehener Schweizer Ratsherr, ein Jude deutscher Kultur und ein Parlamentarier ans altem, westfälischem Adel, sie treten jeder an seinem Orte mannhaft für die Beseitigung des Unrechtes ein, das Jahrhunderte hindurch den . Juden zugesügt worden ist. In dieseit so verschieden gearteten Männern .lebt der Glaube an die Macht des sittlichen Geistes, der vor keinem traditionell geheiligten Unrecht Halt macht, der vor keiner Aufgabe znrück- . schreckt, die die Verwirklichung der sittlichen Ideen erfordert. Man liebt es heute vielfach, diese Ideen als abstrakt, als doktrinär zu bezeichnen: mau drückt damit aber weniger einen Mangel jener Epoche, als eine Schwäche der Gegenwart aus. Es stünde besser um unsere Zeit, weint ihr nicht das lebendige Bewußtsein verloren gegangen wäre von dem einzigen und ewigeu Werte der sittlichen Ideen. Wir haben über den Bedinguilgen zur Verwirklichung dieser Ideen sie selbst aus den Augen, schlimmer noch, aus dem Herzen verloren. — Daher haben diese Reden nicht nur ein historisches Interesse; aus dem Streite des Tages geboren, entstammen sie doch nicht selbst dem Tage. In Glaube und Erwartmtg, in Abwehr und Anklage, in stolzer Zurückweisung modischer Schlagworte können sie auch heute noch — vielleicht heute wieder mehr denn je — anfklärend und erhebend wirken. Otto Colm’sclie Stiftung für mittellose jüdische Realschüler, errichtet von Herrn Salo Cohn. Anzahl der Platzt»: Drei im Betrage vou je K 130.—. Bewerbungsberechtigt sind: Würdige, arme, fleiasige, jüdische Realschüler. Yerleihangstag: 30. Mai 1912. Gesuchs bei lagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Studienzeugnisse. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 81. März 1912. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock. (Einreichungsprotokoll). Zur Bewerbung sind Gesuchsbögen zu verwenden, welche io der Einreichstelle (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) unentgeltlich zu haben sind; diese Formulare enthalten auch nähere für die Einschreiter wichtige Bestimmungen. Wien, 1. März 1912. Der Torstand der Israel. Kultusgemeiude Wien. Anselm Freiherr von Rothschild*sche-Stiftung für Israel. Waisen der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien. Anzahl der Platze: Zwanzig im Betrage vou je K 200.—. Bewerhungs berechtigt sind: Arme israel. nach Wien zuständige Waisen, welche das 6. Lebensjahr bereits vollendet, das 18. Lebensjahr aber nicht überschritten haben. Die im schulpflichtigen Alter stehenden Bewerber müssen sich über einen guten Fortgang in der Schule und tadellose Sitten aus weisen können. Bevorzugt sind: Waisen nach Kaufleuten, Handelsgenosseu, Künstlern oder kunstgewerblichen Handwerkern. Yerleihungstag: 27. Juli 1912. Gesuchs beilagen: Geburtsschein, Heimatsseheiu, Armutszeugnis, Verwendungsausweis (Schulzeugnis, Bestätigung des Arbeitsgebers etc. etc.), Verwaisungsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. März 1912. Einreichstelle: I. Seitenstettengasse 4, H. Stock (Einreichungs- Protokoll). Zur Bewerbung sind Gesuchsbögeu zu verwenden, welche in der Einreichstelle (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) unentgeltlich zu haben sind; diese Formulare enthalten auch nähere für die Einschreiter wichtige Bestimmungen. Wien, 1. März 1912. Der Torstand der israel. Kultusgemeinde Wien. Sigmund Edler von Wertlieimstein’selie Stip endien-Stiftun g. Anzahl der Platze: Acht in Betrage von je K 84.—. Bewerbungsberechtigt sind: a) An der hiesigen Universität studierende jüdische Jünglinge; b) israel. Schüler der k. k. Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien; c) israel. Jünglinge, welche an der hies'gen Akademie der bildenden Künste ihren Studien obliegen. Bevorzugt sind: 1. Bei gleicher Befähigung Angehörige des Stifters ^igmuud Edlen von Wertheimstein und seiner Gattin Nauette von Wertheimstein. 2. Hiesige elt^rn- oder vaterlose Bewerber. 3. Unter den an der Universität studierenden Bewerbern solche, welche mit gutem Erfolge der mosaischen Theologie sich widmen. Yerleihnngstag: 18. Juni 1912. Gesuchsbeilagen : Geburtsschein, Armutszeugnis, Studienzeugnisse, von der zuständigen Lehranstaltsleituug ausgestellte» Moralitätszeuguis, event. Verwandtschaftsuachweis, gegebenenfalls Totenscheine. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. März 1912. Einreichstelle: I., Seiteustettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Zur Bewerbung sind Gesuchsbögeu zu verwenden, welche in der Einreichstelle (I., Seitenatefcfcengaase 4, II. Stock) unentgeltlich zu haben sind; diese Formulare enthalten auch nähere für die Einschreiter wichtige Bestimmungen. Wien, 1. März 1912. Der Torstand der israel. Kultusgemeinde Wien.

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